"Das beste Werkzeug für den Job."
Mit diesem Satz wird in der IT jede unbequeme Frage wegdiskutiert und beerdigt. Er klingt nach Pragmatismus und ist in Wahrheit die ideologischste Aussage der gesamten Branche.
Denn er tut so, als wäre die Wahl einer Programmiersprache eine rein technische. Ist sie nicht. War sie niemals.
C# gehört Microsoft. Java gehört Oracle. Go gehört Google. Swift gehört Apple.
Wer eine Sprache wählt, wählt einen Eigentümer mit, samt dessen Roadmap, Lizenzpolitik und Support-Ende.
Ein Compiler ist ein politisches Artefakt, auch wenn er sich als reine Technik tarnt.
Rust fällt aus der Reihe. Kein Konzern als Besitzer, sondern eine vendorneutrale Stiftung. Keine fremdgesteuerte Runtime, die sich zwischen deinen Code und deine Maschine schiebt, sondern ein freistehendes Binary, das in zehn Jahren noch läuft. Die schöne Ironie: bezahlt wird das unter anderem von genau den Hyperscalern, gegen deren Lock-In-Logik es sich richtet. Sie haben ein Werkzeug mitfinanziert, das sie nicht besitzen. Und das sich jederzeit forken lässt.
Eine Sprache, die niemandem gehört, ist natürlich kein Garant für Souveränität.
Aber sie ist eine Sprache, mit der man sie sich nehmen kann. Ohne Erlaubnis.
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