Demnächst verlasse ich meinen Job als Verkehrsplanerin in einem kommunalen Verkehrsunternehmen. Auch wenn ich den Job an sich geliebt habe, bin ich froh, ein Umfeld zu verlassen, das vollkommen dysfunktional ist. Das fängt bei den Arbeitsstrukturen an (Mails ausdrucken, die einen Posteingangsstempel bekommen, ist noch das harmloseste). Es geht aber weiter bei den für die Fahrgäste relevanten Sachen: Eine vollkommene Veränderungsresistenz in allen Aspekten, "Schulverkehr ist auf dem Land ausreichend", Fahrgastinformation nur bis 16 Uhr, Barrierefreiheit ein Fremdwort.

Und die Politiker*innen, die kontrollieren sollen: Good job. Der Großteil von denen fährt nur Auto und nicht ÖPNV. Ein CDU-Kommunalpolitiker sagte auch mal auf einer Veranstaltung, dass er sich das Autofahren nicht wegnehmen lassen will. Hinterhergeschoben noch was transfeindliches.

Diese Strukturen sind unfähig, eine Verkehrswende zu gestalten bzw. wollen es auch nicht. Das ist Mangelverwaltung,

#Verkehrswende #Verkehr #Klimakrise

@fedora Danke fürs versucht haben etwas dort zu verändern! Verkehrsunternehmen und Aufgabenträger sind echt der Endgegner für motivierte Leute. Da kann ich gut verstehen wenn es Zeit wird weiter zu ziehen. Ich hoffe es findet sich schnell was tolles mit einem offen Arbeitsumfeld!
@fedora
Ich verlasse ebenfalls meinen kommunalen Arbeitgeber.
Obwohl ich mit der Verwaltung nur sehr indirekt zu tun haste, habe ich ebenfalls den Eindruck bekommen, dass die Strukturen nicht mehr funktionieren. Die Kommunen sind derart schlankgespart, dass sie handlungsunfähig sind. Es gibt keine Ressourcen, bei neuen Herausforderungen etwas zu gestalten oder einfach nur Lösungen für aktuelle Probleme zu finden.
Eben Mangelverwaltung.

@fedora da hilft nur eines, kämpfen, auf der Straße und in den Parlamenten.

Vielen dank für dein Engagement!

@fedora die Bewahrung von Privilegien (wie z.B. Autofahren) ist Markenkern konservativer Politik. Langsam blättert da auch die Tünche ab, die das bislang mit "wirtschaftskompetenz" oder "christlich" verkleistert hat.
@fedora Kiel? Selbst in schwarz-grün regiertem Land?
Das machte doppelt denken 😔

@poldemo Ich wohne in Kiel, habe aber nicht bei der Kieler Verkehrsgesellschaft gearbeitet. Da habe ich nur eine Außensicht, aber vor allem strukturelle Probleme sind überall ähnlich.

Mensch muss bei den ÖPNV-Strukturen außerdem beachten, dass das Land für den Schienenverkehr und die Kreise für den Busverkehr zuständig sind. Im Land also schwarz-grün und in Kiel grün-rot.

@fedora @poldemo Sehr schade, ich freue ich mich immer über jede Person, die den #oepnv trotz aller Probleme 'von innen' unterstützt und voranbringen möchte.
Aber ich kann deinen Frust gut verstehen und wünsche dir alles Gute bei dem, was du in Zukunft tust.
@fedora Das kann ich komplett nachvollziehen. Ich setze mich ehrenamtlich mit einer Handvoll Aktivistinnen für besseren #Radverkehr in #Mönchengladbach ein, weil die Politik, die Stadtverwaltung & der #ADFC es nicht hinkriegen. Deswegen haben wir, eher durch Zufall, die Bürgerinitiative @sRfMG gegründet. Am Wochenende bin ich übrigens wegen Fußball in #Kiel. Bin gespannt, was mich dort erwartet. 👀 #Verkehrswende #sRfMG #visionzero

ÖPNV in Kiel halte ich, im Rahmen der Möglichkeiten, die die Stadt hat, zwar ausbaufähig, aber benutzbar. Ich wohne zwar in Kiel, habe aber nicht im ÖPNV hier gearbeitet, sondern außerhalb. Darum kenne ich in Kiel zum größeren Teil nur die Außen- und Nutzerinsicht. Dazu kommt der Flurfunk in der Branche :)

@AmNordpark
@sRfMG

@fedora @sRfMG Ok, danke. Diesen Monat habe ich das #Deutschlandticket abonniert. Falls Zeit ist, werde ich den #ÖPNV ausprobieren. Ich komme gerade von einem Urlaub bei der Familie aus #Wiesbaden zurück. Irgendwas muss #ESWE richtig machen. Die Taktfrequenz am Karfreitag war beeindruckend. Auch Ostermontag bin ich mit dem Bus unterwegs gewesen. Man hat die Feiertage gar nicht gemerkt. In Gladbach fahren dagegen keine Ringbusse am WE. Alles muss über den Hbf. 🤮🙈

@fedora

Das könnte auch bei uns hier (Heidelberg) gewesen sein. Kommunikation dysfunktional, keinen Auftrag für Planungen und wenn, dann nur zum Sparen. Aber die ca. 8. App, einen eigenen Podcast und ein Youtubekanal.

@knud Hier wird kaum jemand wissen, was ein Podcast ist. Es gibt in meinem Unternehmen nicht einmal Social-Media.

@fedora

😃

Ich finde das hier sehr problematisch. Warum der RNV Podcasts und Videos macht, ist mir nicht klar geworden. Ein paar davon richten sich an potentielle Mitarbeiter*innen - das kann ich noch verstehen.

Aber ansonsten wird anscheindend eine Infrastruktur nach der nächsten angefangen und dann nicht weiter gepflegt. Zumindest nicht als Teil eines Konzepts.

Und gleichzeitig werden aktuelle Planungsgrundlagen ignoriert. Viele nicht-direkte Routen, 30min-Takte, etc.

@fedora

@digitalcourage

Traurig zuhören das ein Regionales ÖPNV unternehmen eine Gute Mitarbeiterin verliert.
Nur wegen Inkompetenz und Veralteter Infrastru..... Sorry muss aufhören es kommt gerade ein Fax rein... *Sad Fax Sounds*

@fedora früher war ich davon überzeugt, dass die #Verkehrswende unausweichlich ist, weil schlicht die Fakten und Realität für sie sprechen, und nicht verleugnet werden können.
Niemals hätte ich für möglich gehalten, dass in unserer Demokratie Machtstrukturen existieren, die so stark sind, dass sie sogar die Realität übertrumpfen.
Danke, dass Du es trotzdem versucht hast! ❤️
@fedora Oh wie schade 😭 Ich kann mehr als nachvollziehen, dass Du darauf keinen Bock mehr hast. Hoffentlich bleibst Du der Branche erhalten! Wir brauchen dringend gute Leute, die die Mobilitätswende voranbringen.
@fedora Nachtrag, grad auf deinem Profil geluschert - sprichst Du von Kiel? Ich bin jetzt kein großer Kiel-Profi, hatte aber von außen zumindest durch die Stadtbahn-Entscheidung und die Kiellinie-Überlegungen (oder sogar Planungen?) den Eindruck, dass Kiel noch halbwegs ordentlich aufgestellt ist, was Mobilitätswende betrifft...
@junior42 Ich wohne zwar in Kiel, ich spreche aber nicht von Kiel, da ich dort nicht gearbeitet habe.
@fedora auch wenn ich natürlich nicht weiß, welche Gegend Du jetzt ganz genau meinst, kann ich es absolut nachvollziehen. Die Branche selber ist schon wirklich sehr konservativ und undivers. In einer Großstadt wir Hamburg, die sich der Mobilitätswende verschrieben hat, und bei einem modernen Unternehmen wie der Hamburger Hochbahn, bin ich glaube ich ziemlich luxuriös bedient. Ich kenne aber aus vielen Gesprächen mit Kolleginnen aus der Branche auch die andere Seite, die Du beschreibst.
@fedora und wenn man dann nicht beispielsweise bei einem Anbieter oder Beratungsunternehmen arbeitet und noch nicht mal bei einem Verkehrsbetrieb, sondern in der Politik bzw. bei den Kommunen, und dazu dann noch solche Anekdoten wie das mit dem Mail abheften kommen, kann ich mir nicht vorstellen, dass man keine Lust mehr hat. Sehr schade. Alles Gute Dir.
@fedora @digitalcourage Zum Glück gibt es diese Probleme nicht in allen Verkehrsbetrieben. Ich war nach langen Jahren in der Industrie auch längere Zeit bei einem großen deutschen Verkehrsbetrieb. Sicherlich ist auch da noch einiges zu optimieren, aber dieser Betrieb wäre auch als Industriebetrieb wettbewerbsfähig. Ist oft eine Frage des Managements. Zum Glück sind mittlerweile viele der „Gestrigen“ in Rente!