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Zuletzt fast 200 Reichsbürger mit Haftbefehl gesucht - Hubu.de - News & FreeMail

Die Polizei hat bundesweit zuletzt 189 sogenannte "Reichsbürger und Selbstverwalter" mit Haftbefehlen gesucht. Das geht aus der Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Kleine Anfrage der Linken-Gruppe im Deutschen Bundestag hervor, über die die Zeitungen des "Redaktionsnetzwerks Deutschland" in ihren Donnerstagsausgaben berichten.

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Kommentar zur Ratsdebatte: Watt fott es is fott oder die Hoffnung stirbt zuletzt

Report-K

Köln | KOMMENTAR | Die letzte Ratssitzung in 2024 begann mit mahnenden und großen Worten von Oberbürgermeisterin Henriette Reker wie Respekt, Aufrichtigkeit und, dass sich die Akteure im Spanischen Bau mit Leidenschaft für die Demokratie und für Köln einsetzten. Diese und andere Allgemeinplätze, die die Politik gerne verwendet, sind emotional, verbinden und alle nicht falsch. Die dann folgende Ratssitzung zeichnete ein desolates Bild im Umgang mit der Realität, von Kenntnissen auf Seiten der Kommunalpolitik mit fatalen Folgen für Strukturen in der Stadt. Eine Analyse und Kommentar von Andi Goral

Wer regelmäßig die Ratssitzungen on- oder offline in dieser Wahlperiode verfolgte, rieb sich nicht erst gestern verwundert die Augen, ob der Aussagen oder Vorstellungen mancher Ratspolitiker:innen. Übrigens nicht der Verwaltung: denn die und das ist ein Verdienst von Oberbürgemeisterin Henriette Reker und ihren Dezernent:innen, ist straff und gut organisiert, viel besser vorbereitet und agiler in Ratssitzungen, als noch zu Zeiten von Rekers Vorgängern Roters und Schramma. Reker kommentiert die Fähigkeiten zur eigenen Reflektion der Ratspolitik manchmal spitzzüngig in Richtung Rat mit den Worten: „Es ist Ihre Satzung“. All die weil bleibt offen, ob das im Rat alle verstehen.

Bei vielen Kommunalpolitiker:innen im Kölner Rat verfestigt sich der Eindruck einer romantischen, leicht sich selbst überhöhten Vorstellung ihrer selbst, ihrer Arbeit und Aufgaben. Bei manch einer oder einem der Ratsmitglieder hat man den Eindruck sie oder er hat sich noch nie mit der Gemeindeordnung selbsttätig befasst, sondern lebt alleine vom Hörensagen der Verwaltung oder was auf den Fluren des Rathauses gefunkt wird. Und das quer durch alle Fraktionen, Gruppen oder bei Einzelmandatsträger:innen.

Das gilt für die im Rat, die nur im Ehrenamt agieren ohne Funktion. Es gilt aber auch für die, die hauptamtlich dort Politik machen und bei ihren Parteien in Lohn und Brot aus Steuermitteln stehen. Was war da alles während dieser Ratsperiode zu hören: Das Mandat sei so einfach, dass rotiert werden könne oder gleich Bürger:innen dies übernehmen könnten, die Verwaltung sagen müsse, was der Rat abstimmen könne, man sei ja lediglich Ehrenamtler:in sowie der Verwaltung vertraut werden müsste und so weiter und so fort. Die Kenntnis der Gemeindeordnung, öffentlich-rechtlicher Prozesse und die Aufgaben, Rechte und Pflichten, die ein Ratsmandat mit sich bringt, scheinen viele Ratsmitglieder auch zum Ende dieser Wahlperiode nicht akzeptieren oder sich damit auseinandersetzen zu wollen. Ein Ratsmandat ist aber keine Projektarbeit. Genau das zeigte sich gestern in der Ratssitzung und vorgelagert in der Sondersitzung des Verkehrsausschusses. Es mangelt an Grundlagenwissen mit fatalen Folgen.

Zwei aktuelle Beispiele

Kommunalaufsicht nötig

Da bringen SPD, CDU und FDP einen Änderungsantrag zur Ost-West-Achse ein. Dieser – ohne ihn inhaltlich zu werten – geht rein formal weit über die Form eines Änderungsantrages hinaus. Den politischen Parteien, die den Antrag einbrachten könnte politisches Kalkül unterstellt werden. Also frech die eigene Position einbringen und dann mal schauen, ob es jemand auffällt oder durchgeht. Zudem macht sich das vor einem Jahr des Dauerwahlkampfes gut vor der eigenen Klientel.

Nun sind die genannten Parteien seit Jahrzehnten im Rat der Stadt Köln und oft genug führten sie Bündnisse oder waren Teil von Bündnissen, die die Geschicke Kölns lenkten. Sie verfügen über große hauptamtliche Apparate im Rat und viel Erfahrung. Es musste ihnen klar sein, dass ihr „Metrolinien“-Antrag weit über einen Änderungsantrag hinausgeht. Es brauchte einen Einzelmandatsträger und eine Satirepartei, in der ein Jurist sitzt, die die Kommunalaufsicht anrief, um ein rechtlich einwandfreies Verfahren bei einer Frage dieser Größenordnung einzufordern. Sieht so verantwortliche Politik aus für Köln? Dann stoppte Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker den Move der drei Parteien und nicht nur das. Die Entscheidung über ein Projekt wie die Ost-West-Achse an dem Jahre geplant und Millionen schon in die Planung investiert wurden, wird dann deswegen verschoben.

In normalen Zeiten hätte man sagen können, OK, das war ein gewagter und medial gut nutzbarer Move gewesen, der SPD, CDU und FDP vor dem Wahljahr 2025 gut in Stellung bringt. Kann man schöne Social Media Memes framen. Cool.

Aber, sind das aktuell normale Zeiten? Vor dem finanziellen Desaster, das droht und das spätestens mit der Einbringung des Haushaltes mehr als überdeutlich wurde. Vielmehr für kenntnisreiche Experten der Kölner Kommunalpolitik brauchte es nicht erst die Einbringung durch Kämmerin und OB, um schon im Vorfeld zu erahnen, wie schwierig die fiskalische Lage sein werde.

Die schöne Schein-Politik

Seit Tagen kannte Köln also kein anderes Thema als den „Metrolinien“-Antrag von SPD, CDU und FDP und wurde belämmert von den fein gezeichneten Illustrationen wie schön Köln bald oberirdisch aussehen werde. Wer die hübsch kolorierten Visionen einmal in der Realität überprüfen möchte, dem sei ein Besuch des Hermann-Joseph-Platz empfohlen. Dort steht perfekt inszeniert ein gläsernes Aufzughäuschen auf gepflasterter Fläche der Ödnis, um es poetisch zu formulieren. Vor der Basilika St. Maria im Kapitol. Aber vielleicht wird es dort ja noch lauschiger.

Am Mittwoch demonstrierten tausende Kölner:innen dafür, dass das soziale Köln erhalten bleibt. Auch Kommunalpolitiker:innen reihten sich ein. Am darauffolgenden Tag im Kölner Rat folgte das Erwachen als es darum ging, soziale Strukturen zu retten. Munter lief die Debatte der Kommunalpolitik für das soziale Köln an und endete in einer Sitzungsunterbrechung, nachdem die Grundlagen der vorläufigen Haushaltsführung kenntnisreich von der Sozialverwaltung und Kämmerei vorgetragen wurde. Die kennt die Gemeindeordnung und den entsprechenden Paragrafen 82 GO NRW. Die Ratspolitik anscheinend nicht.

Dabei war es prinzipiell nicht falsch, was die Kommunalpolitik vortrug, aber sie war nicht auf der Höhe der Zeit. Natürlich ist es gut und richtig Strukturen bei Trägern zu erhalten, anstatt sie wegen einer vorläufigen Haushaltsführung zu zerstören. Nur dazu muss die Kommunalpolitik im Rat rechtzeitig die Voraussetzungen schaffen. Das hat sie aber nicht getan, sondern lieber „Metrolinien“ gezeichnet und stand vor einem Scherbenhaufen.

Das ist passiert und das sagt die Gemeindeordnung: „ Ist die Haushaltssatzung bei Beginn des Haushaltsjahres noch nicht bekannt gemacht, so darf die Gemeinde ausschließlich Aufwendungen entstehen lassen und Auszahlungen leisten, zu denen sie rechtlich verpflichtet ist oder die für die Weiterführung notwendiger Aufgaben unaufschiebbar sind; sie darf insbesondere Bauten, Beschaffungen und sonstige Investitionsleistungen, für die im Haushaltsplan des Vorjahres Finanzpositionen oder Verpflichtungsermächtigungen vorgesehen waren, fortsetzen, Realsteuern nach den Sätzen des Vorjahres erheben und Kredite umschulden.“

Es gibt und das erklärten Kämmerin Dörte Diemert und Sozialdezernent Harald Rau den Kommunalpolitiker:innen also enge Grenzen innerhalb der Gemeindeordnung für die vorläufige Haushaltsführung. Das heißt das konkret: Wer die Strukturen erhalten will, der muss konkrete Vorsorge dafür treffen. Also der Rat muss entscheiden, ob ein Projekt über den 31. Dezember 2024 hinaus verlängert wird oder für wie viele Jahre dies gefördert werden soll. Diese Projekte nimmt die Verwaltung in den Haushaltsplanentwurf auf. Damit können auch im Zeitraum der vorläufigen Haushaltsführung Mittel ausbezahlt und so Strukturen erhalten werden.

Was sich kompliziert anhört, ist es eigentlich nicht. Nur haben die Ratsparteien versäumt diese Voraussetzungen zu schaffen, so dass einzelne Projekte zum 31. Dezember 2024 auslaufen, weil es keinen entsprechenden Ratsbeschluss gibt. Denn dafür – ein Blick in die Gemeindeordnung reicht – ist der Rat zuständig. Diese Projekte erhalten auch in der Übergangsphase der vorläufigen Haushaltsführung kein Geld mehr. Konkret hätte spätestens ab Herbst 2024 die Ratspolitik ihre Projekte, die sie gesichert sehen will, einbringen und verlängern müssen. Nur so hätte sie den Rahmen geschaffen, dass sie bei der Debatte über den Haushalt, dazu noch Entscheidungen treffen kann. Aber das ist nicht passiert, weil die Kommunalpolitik nicht so agierte.

Oberbürgermeisterin Henriette Reker erklärte daher den Ratsmitgliedern: „Wir können nicht alles machen, weil wir nicht genug Geld haben. Wir müssen sparen. Wir wissen, wo Strukturen sehr gut und weniger gut funktionieren. Wir wissen wo sie Projekte finanziert haben in der Mittelfristplanung.“ Und diese werden auch weiter finanziert. All die Projekte, die jetzt zum 31. Dezember 2024 auslaufen können rein rechtlich nicht in der vorläufigen Haushaltsführung bedacht werden.

Priorisierung und Wissen

Diese einfachen Beispiele zeigen, wie wenig priorisiert die Kommunalpolitik – nicht die Verwaltung – mit ihren eigenen Ressourcen umgeht, bei gleichzeitigem Wehklagen des Ehrenamts. Und wie wenig kenntnisreich und vorausschauend sie agiert.

Es ist die Kommunalpolitik, die die Gemeindeordnung und die Satzung kennen und anwenden muss. Sie muss Vorsorge treffen für die strategische Ausrichtung und setzt den Rahmen für die Verwaltung und sie muss dies rechtzeitig tun. Sie muss realistisch die Ressourcen einschätzen, die die Stadt kurz-, mittel- und langfristig zur Verfügung hat. All das kam und kommt in dieser Wahlperiode immer wieder zu kurz. Es ist eben nicht so, wie manche und mancher im Rat den Bürger:innen weiß machen will, dass Kommunalpolitik pipi-einfach ist.

Die Priorisierung für die Stadtpolitik muss lauten: Ressourcen feststellen, Machbarkeiten analysieren, priorisieren und klar benennen und verantwortlich umsetzen. Priorität hat einzig und allein die Verhinderung der Haushaltssicherung und ein genehmigungsfähiger Haushalt, der die wichtigsten Strukturen der Stadt erhält. Erweiterungen nur dort, wo sie dringend nötig sind. Vor dem Hintergrund der städtischen Finanzen muss das „nice to have“ zu Gunsten des „must have“ zurücktreten. Und wenn es Strukturen gibt, die gesichert werden müssen, dann muss dies rechtzeitig geschehen. Wenn diese jetzt wegfallen sollten, dann würde die Kommunalpolitik alleine dafür die Verantwortung tragen, nicht die Verwaltung.

Es wäre also besser gewesen, statt mitzumarschieren beim Protest, noch Anträge für die sozialen Träger zu schreiben und diese in die Ratssitzung einzubringen. Nun bleibt zu hoffen und zu bangen, dass am Ende doch nicht alles fott es, was fott sein könnte.

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Kommentar zur Ratsdebatte: Watt fott es is fott oder die Hoffnung stirbt zuletzt - Report-K

Report-K ist die Internetzeitung von Köln und berichtet aus Köln, NRW, Deutschland und der Welt.

Report-K

Schon wieder geraten Kitas ins Visier von Verschwörungsideologen. Querdenker und Rechtsextreme stellen erneut online Kitas an den Pranger, belästigen und bedrohen Kita-Mitarbeitende – diesmal in Freiburg. Es musste ein Sicherheitsdienst engagiert werden. Und das alles wegen bizarrer Lügen. Unter der Querdenker-Ideologie leiden also schon wieder am meisten die Kinder.

Vorwürfe als Lüge enttarnt: kein Kita-Vorfall in Freiburg

Jede Kita braucht ein Kinderschutzkonzept, wer dort arbeiten will, muss ein Führungszeugnis vorlegen, Mitarbeitende werden regelmäßig geschult. Dabei ist deutlich, es ist eben nicht der „fremde Mann“, sondern meist Täter aus dem sozialen Nahbereich: die Familie, der Freundeskreis oder andere Vertrauenspersonen. Falls doch etwas in einer Kita passieren sollte, würde das schnell herauskommen. Erzieher:innen als auch weitere Erwachsene im Kindergarten müssten bei einem potenziellen Missbrauch mitmachen und den Vorgang decken. 

In einer Kita in Freiburg hat sich herausgestellt, dass alles in Ordnung ist und nichts passiert war. Das hat die Polizei offiziell bestätigt, nachdem sie wegen zuvor gestellter Vorwürfe ermittelt hat. Eine Mutter hatte nämlich Lügen verbreitet, gegen die die Kita später erfolgreich mit einer Unterlassungserklärung vorging. Auf diese falschen Vorwürfe stützen sich die Aluhüte nun in ihrem Wahn. Das ist in Wirklichkeit passiert:

Die Badische Zeitung berichtet im Artikel “Gefährliche Lügen auf Tiktok und Instagram verunsichern Kita-Eltern in Freiburg“:

Polizei und Staatsanwaltschaft gingen den Anschuldigungen nach. “Es wurden umfangreiche Ermittlungen, wie etwa eine Durchsuchung, Durchsicht von Datenträgern und medizinischen Unterlagen sowie verschiedene Vernehmungen getätigt”, sagt Martina Wilke von der Staatsanwaltschaft Freiburg. Schließlich stellte die Staatsanwaltschaft das Verfahren aber mangels Tatverdacht ein. Aufgrund der offenen Bauweise der Einrichtung sei es äußerst unwahrscheinlich gewesen, dass die Taten möglich gewesen wären, ohne dass jemand sie bemerkt hätte. Die Person, die die Vorwürfe erhoben hatte, verpflichtete sich, sie nicht zu wiederholen. Die Einrichtung holte Fachberatungsstellen an Bord.“

Polizei: Unterstellungen entsprechen nicht der Wahrheit

Auch die Polizei stellt klar, einen Fall, wie in den Aluhut-Videos angedeutet, gibt es nicht

Die Anschuldigungen entsprechen nicht der Wahrheit.

Aufgrund einer Strafanzeige führte die Staatsanwaltschaft Freiburg im Frühjahr 2024 ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des schweren sexuellen Missbrauchs und der Körperverletzung zum Nachteil von Kindern. Drei Mütter erhoben Vorwürfe gegen zwei Bedienstete einer Kindertageseinrichtung in Freiburg. Das Verfahren richtete sich nicht gegen den im Internet abgebildeten Leiter einer Kindertagesstätte. Die Kriminalpolizei des Polizeipräsidiums Freiburg nahm unverzüglich umfangreiche Ermittlungen auf. In diesem Zusammenhang fanden Durchsuchungen, eine Durchsicht von Datenträgern und medizinischen Unterlagen sowie verschiedene Vernehmungen statt. Die Ermittlungen ergaben abschließend keinerlei tatsächliche Anhaltspunkte für die erhobenen Vorwürfe.

Selbst nach diesen Ermittlungen mit Hausdurchsuchungen (!) und auch der Durchsicht von Datenträgern, vermutlich also den Handys der Beschuldigten, stellte die Polizei fest, dass eben an den Anschuldigungen nichts dran war. Die Wahrheit beirrte die Mutter aber anscheinend nicht. Sie verbreitete die Anschuldigungen weiter (die auch gar nicht zur Geschichte im Video passen). Daraufhin erwirkte die Kindertagesstätte die Abgabe einer zivilgerichtlichen Unterlassungserklärung. Sprich: Sie ließ der Mutter verbieten, sie zu verleumden. Man muss sich eben nicht gefallen lassen, öffentlich als Kinderschänder bezeichnet zu werden. Also: Von einer Mutter wurde anscheinend eine haltlose Lüge in die Welt gesetzt. Und die Verschwörungsideologen im Netz stürzen sich bekanntermaßen auf Lügen, um damit ihre Propaganda zu verbreiten.

Auch Uniklinik bestätigt: Kitas verheimlichen nichts

Auch die Uniklinik hat sich gegenüber Roger Bittel, einem Schweizer Verschwörungsunternehmer (!), nochmals geäußert. Er hatte in einem Video – Kindesmissbrauch gibt immer gute Klickzahlen – dem Thema viel Platz eingeräumt.

„Grundsätzlich erhalten Eltern / Sorgeberechtigte direkt im Anschluss an die Untersuchung eine mündliche Einschätzung. Sollte sich in der Untersuchung der Verdacht auf Missbrauch erhärten, leiten Mitarbeiter*innen des Universitätsklinikums in Rücksprache mit den Sorgeberechtigten unverzüglich ! weitere Maßnahmen ein, etwa die Information des Jugendamtes oder der Polizei. Sollte sich ein Verdacht nicht erhärten und auch anderweitig kein eiliger Versand erforderlich sein, wird der Arztbrief in der Regel innerhalb von 6-8 Wochen verschickt. Es kann auch auf die Zusendung eines Arztbriefs verzichtet werden. Mittlerweile konnte ein Fall rekonstruiert werden, in dem ein Brief aufgrund eines Versehens nicht an die Sorgeberechtigten/ Eltern geschickt wurde. Da der Arztbrief auch nicht angefordert wurde, ist das leider nicht aufgefallen. Dies wurde mittlerweile nachgeholt.“

Die Strategie hinter den Lügen – warum Menschen darauf reinfallen

Dabei ist der Mechanismus dieser Videos ganz einfach: Zum einen wird durch Dramatisierung in Sprache und Rhetorik, gepflegtes Auftreten (Schminke, teuer aussehende Kleidung, …) und andere Stilmittel („die wichtigste Botschaft“, „hört mir zu und schaut euch das bitte an“, Wiederholungen, …) der Eindruck erweckt, sie sei eine seriöse Quelle, die jetzt eine ganz wichtige Botschaft verbreitet.

Und dann setzt bei vielen Eltern bei so einem Angstthema das Nachdenken aus. Sie glauben einer „Frau aus dem Internet“ im Zweifel eher als der Polizei. Deshalb kommt es so oft vor, dass Kitas von Rechten oder Verschwörungsunternehmern angegriffen werden, weil man hier besonders gut Emotionen ausnutzen kann. Alle, die Kinder in die Kitas geben und sich vielleicht Gedanken machen, sprechen auf das Thema an. Es ist ja nicht das erste Mal, immer wieder nutzen Rechte und Querdenker Fakes gegen Kitas, um die Meute aufzuhetzen. Wir berichteten schon an Weihnachten 2023, zum Muttertag und selbst 2019 bereits über ähnliche Hetze gegen Kitas.

Rechte Lügen sorgen schon wieder dafür, dass eine Kita bedroht wird!

​​Dazu kommt noch, dass alle kommerziellen Plattformen – egal ob TikTok oder YouTube – so gebaut sind, dass Videos, die starke Emotionen erzeugen, weiterverbreitet werden, denn die Nutzer bleiben dann lange auf der Plattform und man kann ihnen mehr Werbung zeigen. 

Und weil das so gut funktioniert, liefern die Fake-Schleudern immer wieder neues Material in Form neuer Videos nach.

Kinder als zentraler Gegenstand von Verschwörungsmythen

Die rechtsextreme Aluhut-Erzählung vom Kinderhandel ist ein zentraler Teil des Weltbilds von QAnon Verschwörungsgläubigen.

„Zentral ist die Behauptung, eine einflussreiche, weltweit agierende, satanistische Elite entführe Kinder, halte sie gefangen, foltere und ermorde sie, um aus ihrem Blut ein Verjüngungsserum zu gewinnen.“

sagt Wikipedia. Wir haben zu Beginn der Corona-Pandemie schon ausführlich diese Verschwörungserzählung widerlegt:

Naidoo & Corona: Die Zerstörung des QAnon/Adrenochrom-Verschwörungsmythos

Und genau diese Motive finden wir auch im Videokanal der Dame, die aktuell die Anschuldigungen gegen Kitas verbreitet. Aber noch viel mehr: Bei den Videos geht es auch gegen das Impfen, gegen Lauterbach, und viele andere Themen, die das Querdenker-Herz ansprechen.

Urheberin der Videos kommt aus Querdenken Szene

Aktiv war die Urheberin der Videos auch in der Freiburger Querdenken-Szene. So liegen Volksverpetzer sowohl Fotos von Demonstrationen vor, in denen sie zusammen mit anderen zentralen Figuren der Querdenken-Szene einen Buchstaben des Wortes „Frieden“ auf einer Demonstration im Herbst 2022 hochhält, als auch von Querdenker-Autokorsos oder gemeinsamen Essen der Szene. Ende 2023 verschwand sie aus der Freiburger Querdenken-Szene. 

Im Laufe der Videos und zahlreicher Instagram-Stories werden immer wieder andere Kitas verdächtigt, der Ort des Geschehens zu sein.

Eigentlich ist das zentrale Motiv, bei Eltern “Angst um Kinder” zu erzeugen, dass sie entweder von den Behörden weggenommen würden, im Kindergarten sexuell missbraucht oder durch Impfungen oder Fluoridierung der Zähne vergiftet würden. Und hier sitzt das Scharnier in Richtung Rechtsextreme- und Querdenker-Bewegung. Das Zynische ist natürlich, dass hier nie Kinder gefährdet waren – bis die Querdenker diese Lügen in die Welt gesetzt haben und die Kita bedrohten. Sie geben vor, Kinder zu schützen und sind am Ende die einzigen, wegen denen die Kita jetzt Schutz braucht.

Und warum? Nun, es lohnt sich auch finanziell, derartige Märchen zu verbreiten. Inzwischen ist der TikTok Kanal der Querdenkerin gesperrt, die das Märchen in die Welt setzte. Durch die Videos und die Website lässt sich aber gut nachvollziehen, was zum einen die Masche ist, um Aufmerksamkeit zu erlangen und zum anderen, was möglicherweise auch der Hintergrund der Videos sein könnte. Deutlich wird das, wenn man auf die Website der Urheberin geht: Es werden dort Seminare und Nahrungserzängungsmittel gegen Geld angeboten. Und damit ist das Geschäftsmodell so einfach wie perfide. Wenn ein Video eine Million Leute anschauen und nur jeder tausendste davon bei ihr kauft, dann hat sie schon 1000 Einkäufe. Und selbst wenn es nur 100 sind, so kommt doch schon eine erkleckliche Summe zusammen.

Was tun gegen Querdenker-Hass auf Kitas?

Wenn man das jetzt alles so aufzählt, dann ist klar: Das kann nicht glaubhaft und seriös sein. Doch solche Recherche brauchen Zeit und währenddessen wird die Botschaft tausendfach geklickt und angeschaut. Deshalb ist jeder gefragt: 

Wir leben in einer redaktionellen Gesellschaft – wir teilen und verbreiten selbst Nachrichten und Informationen, so wie es vor 20 Jahren nur Redakteure professioneller Zeitungen konnten – teils mit enormer Reichweite. Und während die Redakteure von der Zeitung in einem Büro sitzen, gelernt haben, Quellen auszuwerten und deren Seriösität zu beurteilen, machen wir das mal so nebenbei, oft um uns die Langeweile zu vertreiben, in kurzen Zeitabschnitten, in denen wir warten. Wir prüfen dann häufig nicht – kann das sein, ist das plausibel  – sondern lassen uns beim Teilen von unseren Emotionen leiten. Wir werden selbst Opfer von Geschäftemachern, die unsere Emotionen für Klickzahlen ausnutzen. 

Teilt deshalb die Informationen aus diesem Artikel mit euren Freunden, damit sie statt der Querdenker-Fakes Aufklärung über die Hintergründe solcher Desinformation lesen. Und behaltet auch selbst im Kopf: Wenn ihr etwas teilt, werdet ihr für eure Freunde zu “Journalisten”. Jeder Klick bedeutet eine hohe Verantwortung. Also hinterfragt auch und gerade die Dinge, die scheinbar gut in euer eigenes Weltbild passen. Fakes sind schnell geschrieben, noch schneller verteilt – doch sie zu widerlegen ist aufwendig, sobald sie einmal in der Welt sind.

Muttertag-Nebelkerze: Wie rechte Hetzer Kindeswohl gefährden

Artikelbild: canva.com / Screenshots freiburg.de & badische-zeitung.de

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https://www.bachhausen.de/warum-querdenker-zuletzt-immer-oefter-kitas-angreifen/

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Fake News in den sozialen Netzwerken

Fake News in den sozialen Netzwerken: Die Stadt Freiburg wehrt sich gegen haltlose Anschuldigungen und Vorwürfe gegen Leitung und Mitarbeitende einer städtischen Kita. Die Stadt Freiburg erstattet Anzeige wegen übler Nachrede, Verleumdung und öffentlichem Aufruf zu Straftaten.

2. ihrem Erzbischof. Das (katholische) Sonderrecht, interne Belange selbst zu regeln (gefasst im "juris canonici"), beruht auf dem sogenannten #Reichskonkordat welches die Kirche dem deutschen Reichstag während der Säkularisation abgerungen hat. #Zuletzt hat #Merkel es noch verlängert.
Netzwerk, Kontrolle und Identität

Ich greife hier noch mal meinen Beitrag über strukturelle Kopplung auf, und zwar die Idee, die Baecker in seinem Buch Form und Formen der Kommunikation ausgearbeitet hat: Die Ordnung der Gesellscha…

Strenge Jacke!

#Zuletzt hat es nichts #gebracht im #Sinn​e eines #Fehlen​s eines #operativ​en #Anschluss​es.

Gerade darin besteht jedoch unter #Bedingungen eine #Chance, die an einer #Fortsetzung der #Operation​en ihrer #Kommunikativ​en #Form kein #Interesse haben #können, weil es sie als #Form (#noch) nicht #gibt.

Das ist ja #genau der #Punkt. #Zettelkasten

#Twitter #Empirie #Praktikum