Freigelassen im Angesicht des Todes – ein System, das bis zuletzt verwahrt.

Lothar H. saß in Hessen in Sicherungsverwahrung. Über seinen Tod habe ich schon an anderer Stelle berichtet. Nun liegt der die Entlassung anordnende Beschluss des Landgerichts vor.

Angesichts einer fortgeschrittenen Krebserkrankung wurde die Freilassung von Lothar ab dem 15. Oktober 2025 angeordnet. Rein formal folgt die Kammer den gesetzlichen Vorgaben, reiht Gutachten, Vollzugsberichte und Anhörungen aneinander und gelangt am Ende zur Prognose, dass Lothar aufgrund seines körperlichen Verfalls keine erheblichen Straftaten mehr begehen könne.

Doch gerade diese scheinbare Selbstverständlich­keit offenbart die Abgründe dieses Strafsystems. Nicht ein humaner Umgang mit Krankheit, Altern und Sterben führt zu dieser Entlassung, sondern allein die Unfähigkeit des Körpers, Gewalt auszuüben. Der Staat erkennt die Menschenwürde des Verwahrten erst in dem Moment an, in dem sein Körper so geschwächt ist, dass er als ungefährlich gilt. Humanität wird disponibel, abhängig von körperlicher Funktionsfähigkeit.

Dem gehe ich einer Besprechung des Beschlusses nach. Dort ist der Beschluss in anonymisierter Fassung abrufbar.

https://breakdownthewalls.site36.net/2025/12/11/freigelassen-im-angesicht-des-todes-ein-system-das-bis-zuletzt-verwahrt/

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20. Todestag: Interview mit Initiative in Gedenken an Laye Alama Condé

nachhören hier: https://www.freie-radios.net/132786

Am 7.Januar 2005 starb Laye Alama Condé in Bremen. Er wurde einige Tage zuvor von der Polizei verschleppt. Im Polizeigewahrsam wurden ihm über 80 Minuten literweise Wasser und zwangsweise Brechmittel verabreicht. An den Folgen dieser Folter ist er ertrunken.
Seit dem gibt es jährlich in Bremen eine Gedenkkundgebung.

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FRN: 20. Todestag: Interview mit Initiative in Gedenken an Laye Alama Condé

Am 7.Januar 2005 starb Laye Alama Condé in Bremen. Er wurde einige Tage zuvor wurde er von der Polizei verschleppt. Im Polizeigewahrsam wurden ihm über 80 Minuten literweise Wasser und zwangsweise Brechmittel verabreicht. An den Folgen dieser Folter ist er ertrunken. Seit dem gibt es jährlich in Bremen eine Gedenkkundgebung.

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