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ÖPNV in Essen: Diese Betrugsmasche steckt hinter dem Sechs-Monats-Ticket für 2,35 Euro

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Faktencheck

ÖPNV in Essen: Diese Betrugsmasche steckt hinter dem Sechs-Monats-Ticket für 2,35 Euro

Eine Fahrkarte für sechs Monate, die nur 2,35 Euro kosten soll: Dafür wirbt ein Facebook-Beitrag der Seite „ÖPNV Essen“. Hinter dem angeblichen Angebot steckt eine internationale Betrugsmasche, bei der es um Datendiebstahl geht.

von Sara Pichireddu

24. Juli 2025

Mit diesem Ticket des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr kann man nicht sechs Monate fahren – hinter dem Angebot steckt Phishing. Damit sollen persönliche Daten abgegriffen werden. (Quelle: Facebook; Screenshot: CORRECTIV.Faktencheck) Behauptung

Zum Jubiläum des Verkehrsverbandes Rhein-Ruhr (VRR) würden 500 Karten für nur je 2,35 Euro verkauft, mit denen man sechs Monate den öffentlichen Nahverkehr nutzen könne.

Aufgestellt von: Beiträgen auf Facebook Datum:
07.07.2025

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Falsch
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Falsch. Das angebliche Angebot des Verkehrsverbund Rhein-Ruhr ist erfunden, eine Fahrkarte für 2,35 Euro für sechs Monate gibt es nicht. Hinter den Beiträgen steckt eine internationale Betrugsmasche, durch die Daten gestohlen werden sollen.

„VRR feiert sein Jubiläum mit einer besonderen Chipkarte“: Sechs Monate sollen 500 „Einwohner von Essen und Umgebung“ den Nahverkehr kostenlos nutzen können. Das behauptet eine Facebook-Beitrag, der Nutzerinnen und Nutzer in eine Falle locken soll: Angeblich feiert der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) Jubiläum und bietet dafür eine Nahverkehrs-Fahrkarte für nur 2,35 Euro an. Der Facebook-Beitrag selbst ist zwar nicht viral, doch er wurde mehrfach als Werbeanzeige verbreitet und erreichte auf diesem Weg mehr als 4.400 Ansichten.

In dem Beitrag sind Fotos von Bussen und Bahnen der Essener Ruhrbahn zu sehen, sowie ein grün-weißes „Chipticket“ mit dem VRR-Logo und der Aufschrift „6 Monate kostenlos“. Eine Nutzerin kommentiert: „Alles offiziell, die Website ist seriös, Chipkarte erhalten“ und veröffentlicht selbst nochmal ein Foto der Fahrkarte. Doch das macht so einen Beitrag nicht automatisch glaubwürdig.

Das Bild der Karte geht auf ein sechs Jahre altes Design des VRR zurück. Eine solche Karte ist nicht in Umlauf. (Quelle: Facebook; Screenshot: CORRECTIV.Faktencheck)

Mehrere Details wecken Zweifel: Das Profil, von dem der Kommentar stammt, enthält neben einem Beschreibungstext auf Französisch keine Informationen, folgt aber hunderten Seiten, zum Großteil Verkehrsunternehmen – es ist also wahrscheinlich gefälscht.

Die Anzeigen selbst verlinken nicht auf die Ruhrbahn oder den VRR, sondern auf eine Webseite mit völlig anderem Namen und anderer Adresse (URL). Auch die Facebook-Seite „ÖPNV Essen“, von der die Anzeige stammt, wirkt unseriös: Sie hat nur drei Follower, wurde am selben Tag erstellt wie der Beitrag, und hat keine anderen Beiträge veröffentlicht. Zudem haben weder die E-Mail-Adresse noch die Telefonnummer etwas mit der Essener Ruhrbahn oder dem Verkehrsverbund Rhein-Ruhr zu tun. Die Telefon-Vorwahl gehört zu einem Ort in Ostfriesland (Niedersachsen).

Ähnliche Anzeigen wurden auch in Berlin, Chemnitz und Düsseldorf geschaltet. Sie gleichen sich im Wortlaut und greifen auf dieselbe IT-Infrastruktur zurück.

Dahinter steckt eine internationale Betrugsmasche, die regionale Verkehrsbetriebe imitiert

Das Muster hinter den Fakes ist bekannt: Die spanische Faktencheck-Organisation Maldita berichtete darüber bereits. Sie deckte mehr als 1.000 Facebook-Seiten auf, die örtliche Verkehrsdienstleister in mehr als 60 Ländern weltweit imitierten. Die Phishing-Masche, also Betrug mit dem Ziel, Zahlungsdaten zu erbeuten, geht immer nach einem ähnlichen Prinzip vor. Das geht so:

  • Immer geht es in den Beiträgen um ein regionales Verkehrsunternehmen, das zu seinem Jubiläum sehr günstige Tickets vergibt. Genutzt werden alte Bilder von unterschiedlichen Webseiten.
  • Nutzerinnen und Nutzer werden beim Klick auf die Anzeige auf eine Webseite geleitet, die mit dem Verkehrsunternehmen nichts zu tun hat. Dort werden drei einfache Quizfragen gestellt.
  • Anschließend erscheinen sechs Geschenkboxen, von denen der Nutzer drei auswählen soll. Nach dem zweiten Klick gewinnt man das vermeintliche „Deutschlandticket – 6 Monate kostenlos“.
  • Danach folgt ein Formular zur Eingabe personenbezogener Daten (Name, Adresse, Telefonnummer, E-Mail).
  • Im Anschluss wird zur Eingabe von Kreditkartendaten aufgefordert.
  • Ein weiteres Detail ist auffällig: Wie auch viele der Fake-Webseiten, über die Maldita berichtete, läuft die Webseite mit dem Fake-Angebot aus Essen über den russischen Hosting-Anbieter JSC Selectel.

    Die Webseite läuft über einen Hosting-Dienstleister in Russland (Quelle: Domaintools; Screenshot: CORRECTIV.Faktencheck)

    Fake-Verkehrsseiten schicken Zahlungsaufforderungen

    So gehen die Betrüger vor: Betroffene berichten laut Maldita, dass sie, nachdem sie die ersten 2,35 Euro gezahlt haben, weitere und immer größere Zahlungsaufforderungen erhielten. Ein Ticket bekamen sie nie. Sie werden aber von den Webseiten dazu aufgefordert, persönliche Daten wie Name, Adresse und Kreditkartennummer zu hinterlegen. Wer diese Daten schließlich erhält, ist unklar.

    Bei Phishing versuchen Betrüger Geld oder Identität von Nutzern zu stehlen, indem sie sie dazu bewegen, persönliche Informationen wie Kontodaten oder Kennwörter auf Webseiten einzugeben, die sich als seriös ausgeben. Phishing ist in Deutschland strafbar.

    Wie uns ein Sprecher der Ruhrbahn bestätigte, sind die Seiten und Angebote nicht echt. „Wir haben die Seiten seinerzeit bei Facebook gemeldet und unsere Kunden via Facebook auf die Betrugsmasche aufmerksam gemacht“, so ein Sprecher. Bereits im Januar 2025 sei dem Verkehrsbetrieb eine Masche dieser Art aufgefallen. Ein entsprechendes Angebot zum Jubiläum habe es nicht gegeben.

    Die Facebook-Seite sowie das Angebot sind zum Zeitpunkt der Veröffentlichung am 23. Juli noch online. Aktuell hat die Seite aber laut der Werbebibliothek von Meta keine aktiven Anzeigen geschaltet.

    Transparenzhinweis: CORRECTIV ist seit 2017 in einer Kooperation mit dem Facebook-Konzern Meta, um Desinformation auf dem Sozialen Netzwerk zu bekämpfen. Mehr Informationen zu der Kooperation erhalten Sie hier.

    Mitarbeit: Johannes Gille
    Redigatur: Steffen Kutzner, Sarah Thust

    Die wichtigsten, öffentlichen Quellen für diesen Faktencheck:

    • Recherche zum weltweiten Netzwerk aus Betrugsseiten, Maldita, 16. Juli 2025: Link (Englisch)

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    Author: Sara Pichireddu

    #betrugsmasche #diese #essen #hinter #monats #sechs #steckt

    ÖPNV in Essen: Diese Betrugsmasche steckt hinter dem Sechs-Monats-Ticket für 2,35 Euro

    In einem Beitrag wirbt eine betrügerische Seite mit einer ÖPNV-Fahrkarte für nur 2,35 Euro für Essen und die Region. Hinter dem Angebot steckt eine internationale Masche.

    correctiv.org

    Bus und Bahn in Chemnitz: Hinter angeblicher 6-Monat-Karte für 2,35 Euro steckt Phishing

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    Faktencheck

    Bus und Bahn in Chemnitz: Hinter angeblicher 6-Monat-Karte für 2,35 Euro steckt Phishing

    Eine Facebook-Seite wirbt für ein Nahverkehrsticket in Chemnitz, die Anzeige richtet sich an Menschen vor Ort. Es gebe 500 Karten zu je sechs Monaten für 2,35 Euro. Die Karten gibt es nicht, dahinter steckt Betrug.

    von Sarah Thust

    22. Juli 2025

    Passagiere steigen in einen Bus der CVAG in Chemnitz (Symbolfoto: Jan Woitas / DPA / Picture Alliance) Behauptung

    Zum Jubiläum der CVAG in Chemnitz würden 500 Fahrkarten für nur je 2,35 Euro verkauft, mit denen man sechs Monate den öffentlichen Nahverkehr nutzen könne.

    Aufgestellt von: Beiträgen auf Facebook Datum:
    02.06.2025

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    Falsch
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    Falsch. Das angebliche Angebot der CVAG ist erfunden. Hinter den Beiträgen steckt eine internationale Betrugsmasche, durch die persönliche Daten und Kreditkarten-Informationen erbeutet werden sollen.

    „6 Monate unbegrenzte Fahrten für nur 2,35 €“, heißt es in einem Beitrag der Facebook-Seite „ÖPNV Chemnitz“. Angeblich verkaufe das Verkehrsunternehmen CVAG anlässlich eines Jubiläums 500 Abo-Karten für den örtlichen Nahverkehr zum Sonderpreis. Das klingt zu gut, um wahr zu sein – und das ist es auch.

    Der Beitrag zu Chemnitz wurde zwischen 3. und 7. Juni immer wieder über Werbeanzeigen auf Facebook verbreitet, die gezielt Menschen im Raum Chemnitz erreichen sollten. Ein Blick in die Werbebibliothek von Meta zeigt, dass diese Anzeigen oft nur wenige Stunden aktiv sind und dann abgeschaltet werden. Doch in der Zwischenzeit erreichten sie hunderte Nutzerinnen und Nutzer. Die Seite ist auch im Juli noch online. 

    Ein Sprecher der CVAG schrieb CORRECTIV.Faktencheck, dass das Ticket nicht existiert. Man habe rechtliche Schritte eingeleitet. Die Werbeanzeigen passen aus mehreren Gründen zu einer Phishing-Masche, die es auf Zahlungsinformationen abgesehen hat.

    Fake-Anzeigen zu Berlin und zu Düsseldorf im Vergleich (Quelle: Facebook; Grafik: CORRECTIV.Faktencheck)

    Facebook-Seite hinter Werbeanzeige hat nichts mit CVAG in Chemnitz zu tun

    Der Beitrag verlinkt nicht die CVAG in Chemnitz, sondern eine unseriöse Webseite. Die ist Teil einer Betrugsmasche, über die die Faktencheck-Redaktion . CORRECTIV.Faktencheck entdeckte ähnliche Fälle in Berlin, Heilbronn und Düsseldorf

    Sie alle gleichen dem Fall Chemnitz: Hinter dem Fake-Beitrag steckt nicht das offizielle Facebook-Profil des Verkehrsunternehmens. Der Seite folgen nur 248 Nutzer, während die echte Facebook-Seite 7.770 Follower hat. Auch wurde die Fake-Seite mehrfach umbenannt, wie ein Blick auf den Abschnitt „Seitentransparenz“ zeigt. Die E-Mail-Adresse hat nichts mit den Verkehrsbetrieben in Chemnitz zu tun. Die Telefon-Nummer existiert nicht.

    ÖPNV-Fakes: Dahinter steckt ein internationaler Ring aus Kreditkartenbetrügern

    Die hat im Juli 2025 über die Vorgehensweise der Betrüger hinter den Facebook-Seiten berichtet. Sie fand dabei mehr als 1.000 Facebook-Seiten, die regionale Verkehrsdienstleister in über 60 Ländern weltweit imitierten. Sie gehen alle nach demselben Prinzip vor und verwenden nahezu identische Beitragstexte. Ziel ist es, Kontodaten zu erbeuten. 

    Bei Phishing versuchen Betrüger an Geld oder Identität von Nutzern zu stehlen, indem sie sie dazu bewegen, persönliche Informationen wie Zahlungsdaten oder Kennwörter auf Webseiten einzugeben, die sich als seriös ausgeben. Phishing ist in Deutschland strafbar.

    Dahinter steckt ein internationales Betrugsnetzwerk, das schwer zu fassen ist: Laut Maldita sitzt ein Teil der Administratoren der Facebook-Seiten in Vietnam. Im Fall Chemnitz ist dem nicht so. Doch es finden sich andere Parallelen: So läuft – auch im Fall Chemnitz – die Fake-Webseite über den russischen Server-Anbieter JSC Selectel.

    Das Profil der Fake-Adresse zeigt: Die Webseite läuft über Rechenzentren in Russland (Quelle: Domaintools; Screenshot: CORRECTIV.Faktencheck)

    Berichte von Betroffenen zeigen, dass die Betrüger nach den ersten 2,35 Euro weitere Zahlungsaufforderungen über größere Summen stellen. Ein Ticket wird nicht versandt. 

    Transparenzhinweis: CORRECTIV ist seit 2017 in einer Kooperation mit dem Facebook-Konzern Meta, um Desinformation auf dem Sozialen Netzwerk zu bekämpfen. Mehr Informationen zu der Kooperation erhalten Sie hier.

    Mitarbeit: Johannes Gille
    Redigatur: Steffen Kutzner, Sophie Timmermann 

    Die wichtigsten, öffentlichen Quellen für diesen Faktencheck:

    • Recherche zum weltweiten Netzwerk aus Betrugsseiten, Maldita, 16. Juli 2025: Link (Englisch)

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    Author: Sarah Thust

    #angeblicher #chemnitz #hinter #karte #monat #phishing #steckt

    (Merkurist) Mainzer Gautor in “Gaytor” umbenannt: Was dahinter steckt

    Eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten in Mainz hat bei Google Maps einen neuen Namen bekommen. Was dahinter steckt.

    Direktlink

    #dahinter #gautor #gaytor #mainzer #merkurist #steckt #umbenannt

    merkurist.de

    Hinter angeblichem Action-Gewinnspiel auf Facebook steckt Datenklau

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    Besondere Taschen, Mobiltelefone, Bargeld und Gutscheine: Mit diesen vermeintlichen Gewinnen soll ein Facebook-Beitrag Nutzerinnen und Nutzer Mitte Januar dazu verleiten, an einem angeblichen Gewinnspiel des Discounters Action teilzunehmen. Der Beitrag wurde hundertfach geteilt. Rund 50 Nutzer sind dem Aufruf schon nach kurzer Zeit gefolgt, denn sie kommentierten „Herzlichen Glückwunsch“ unter den Beitrag. Dadurch soll für sie angeblich bis zum 30. Januar 2025 einer der Gewinne winken. 

    Doch Vorsicht, hinter dem angeblichen Gewinnspiel steckt nicht der Discounter. Im Folgenden erklären wir, woran das erkennbar ist.

    Anders als es den Anschein erweckt, steht dieser Facebook-Beitrag nicht mit dem Discounter Action in Verbindung (Quelle: Facebook; Screenshot: CORRECTIV.Faktencheck)

    Facebook-Seite gefälscht: Angebliches Gewinnspiel ist nicht von Action

    Die Facebook-Seite „Action fans.“, die den Beitrag veröffentlicht hat, ist eine Fälschung. Zum anderen hat die Seite auffällig wenige „Gefällt mir“-Angaben und Follower, obwohl der Discounter sehr bekannt ist. Die Seite trägt auch keinen blauen Haken, sie ist also nicht von Meta verifiziert. 

    Weitere Belege für die Fälschung sind erkennbar, wenn man auf den Reiter „Seitentransparenz“ klickt. Dort heißt es, die Seite wurde am 15. Dezember 2024 erstellt. Doch seitdem wurden nur dieses und ein weiteres angebliches Gewinnspiel veröffentlicht. Für die Beiträge zeigt sich keiner verantwortlich, das Impressum fehlt.

    Der fehlende blaue Haken neben dem Namen der Facebook-Seite, die geringe Zahl an „Gefällt mir“-Angaben sowie das fehlende Impressum zeigen, dass die Seite eine Fälschung ist (Quelle: Facebook; Screenshot und Markierungen: CORRECTIV.Faktencheck)

    Die echte Facebook-Seite des Discounters trägt hingegen das Original-Logo und den blauen Haken. Die Seite hat Millionen „Gefällt mir“-Angaben und ist auch über eine Verlinkung auf der Webseite von Action zu finden. Auf der offiziellen Seite von Action findet sich das Gewinnspiel nicht. 

    Fake-Gewinnspiel führt zu dubioser Webseite, die sich als Action ausgibt

    Wer den Facebook-Beitrag kommentiert, um an dem angeblichen Gewinnspiel teilzunehmen, erhält eine automatisierte Nachricht. Darin steht die Aufforderung, den Beitrag in Profilen und fünf Facebook-Gruppen zu teilen. Das ist eine typische Masche, über die wir schon häufiger berichteten. Sie führt dazu, dass der Beitrag mehr Reichweite erhält und vertrauenswürdig wirkt. 

    Die automatisierte Nachricht enthält zudem einen Link, der zu einer Seite des Dienstes „Google Sites“ führt. Damit lassen sich kostenlos Webseiten erstellen. Die Seite gibt vor, von Action zu stammen, doch die Internetadresse (URL) sieht anders aus. Sie endet mit den Worten „halaman muka“. Webseiten mit diesem Zusatz standen laut betrugsalarm.com – einer Webseite, die gemeldete Betrugsfälle im Netz erfasst – bereits in der Vergangenheit in Verbindung mit gefälschten Gewinnspielen.

    Webseiten, die in ihrer Internetadresse den Zusatz „halaman muka“ tragen, veröffentlichten bereits in der Vergangenheit gefälschte Gewinnspiele (Screenshot und Markierung: CORRECTIV.Faktencheck)

    Fake-Gewinnspiel dient Datenklau, offenbar von einer Briefkastenfirma

    Statt den ursprünglich angepriesenen Taschen, Mobiltelefonen, dem Bargeld oder den Gutscheinen soll es jetzt laut der Webseite einen 500-Euro-Gutschein von Amazon zu gewinnen geben sowie einen Zugang, um 30 Tage kostenlos Amazon Audible zu testen. 

    Doch dafür müssen noch persönliche Daten wie die E-Mail-Adresse und die Handynummer angegeben werden – an dieser Stelle ist Vorsicht geboten. Denn die Daten werden nicht bei dem Discounter Action landen, sondern bei der Firma, die im Impressum angegeben ist: Global Lead Generation Ltd.

    Wer über das Fake-Gewinnspiel auf einer Webseite landet, wird aufgefordert, seine persönlichen Daten einzugeben. Laut Impressum landen diese bei einer Firma namens Global Lead Generation Ltd. (Screenshot: CORRECTIV.Faktencheck)

    Die Adresse der Firma liegt in Großbritannien. Ein Blick in das dortige Unternehmensregister zeigt, dass an dieser Adresse jedoch hunderttausende angebliche Firmen gemeldet sind oder es mal waren. Laut Aufnahmen von Google Maps aus 2022 steht an der Adresse ein Wohnhaus. Eine Suche nach dem Firmennamen im Unternehmensregister führt außerdem zu einer anderen als im Impressum angegebenen Adresse. Es handelt sich also offenbar um eine Briefkastenfirma. 

    Diese Adresse ist im Impressum der Webseite angegeben, die das Fake-Gewinnspiel bewirbt. Laut dem britischen Unternehmensregister sind oder waren dort hunderttausende angebliche Firmen registriert (Quelle: Google Maps; Screenshot: CORRECTIV.Faktencheck)

    Vor Phishing, also dem Datenklau, bei gefälschten Gewinnspielen warnen auch Facebook sowie die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Der Name des Discounters Action wurde dabei häufig missbraucht, wie wir mehrfach berichteten

    Daran kann man unseriöse Facebook-Seiten erkennen: 

    • Ist das Facebook-Profil mit einem blauen Haken verifiziert?
    • Gibt es ein Impressum?
    • Liegt die Follower-Anzahl in einer glaubwürdigen Größenordnung für die Bekanntheit einer Marke oder Person?
    • Welche Art von Beiträgen werden auf dem Facebook-Profil veröffentlicht?
    • Wann wurde die Seite erstellt?

    Redigatur: Viktor Marinov, Sophie Timmermann

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    Author: Kimberly Nicolaus

    #action #angeblichem #datenklau #facebook #gewinnspiel #hinter #steckt

    Whatsapp-Kettenbrief: Hinter Kontakt „Tobias Mathis“ steckt kein Virus

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    Faktencheck

    Whatsapp-Kettenbrief: Hinter Kontakt „Tobias Mathis“ steckt kein Virus

    In Sozialen Medien warnen Nutzerinnen und Nutzer sich gegenseitig vor einem Kontakt namens „Tobias Mathis“. Anders als behauptet, verbirgt sich hinter dem Namen aber weder ein Virus noch irgendeine andere Gefahr.

    von Matthias Bau

    28. November 2024

    Auf Whatsapp kursieren immer wieder Falschbehauptungen und Nachrichten mit betrügerischem Inhalt (Symbolbild: Taidgh Barron / zumapress.com / Picture Alliance) Behauptung

    Der Whatsapp-Kontakt „Tobias Mathis“ sei ein Virus und würde die Festplatte zerstören und Daten stehlen.

    Aufgestellt von: Facebook-Beitrag Datum:
    17.11.2024

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    Falsch
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    Falsch. Die Nachricht über den vermeintlich gefährlichen Kontakt kursiert seit Jahren im Netz. Eine Gefahr stellt er laut dem Bundesinnenministerium nicht dar.

    Seit Jahren wird immer wieder behauptet, einen bestimmten Kontakt bei Whatsapp anzunehmen, könne das eigene Handy schädigen. So heißt es auf Facebook, der Kontakt „Tobias Mathis“ sei ein Virus und könne „die ganze Festplatte“ zerstören und Daten stehlen. Das sei von „Europ1 und Sat1“ bestätigt worden. Auch über unseren Whatsapp-Bot schickten uns Leserinnen und Leser die Behauptung mit der Bitte, sie zu überprüfen.

    Auf Facebook verbreitet sich ein Kettenbrief, der vor einem angeblichen Virus auf Whatsapp warnt, dass sich hinter einem Kontakt namens „Tobias Mathis“ verbergen soll

    Kettenbrief über „Tobias Mathis“ seit mindestens 2017 im Umlauf

    Eine Google-Suche zu dem Kettenbrief führt zu zahlreichen Medienberichten. Sowohl T-online, Mimikama, als auch Chip und Giga berichteten darüber, dass die Behauptung seit 2017 kursiert – und falsch ist. Es gehe keine Gefahr von der Annahme eines Whatsapp-Kontakts aus. Weder beim deutschen Fernsehsender Sat1, noch beim französischen Sender Europe1 findet sich die angebliche Warnung vor dem Kontakt.

    Vom Kettenbrief selbst geht wohl ebenfalls keine Gefahr aus: Es sind keine Links enthalten, die auf Phishing oder andere Betrugsmethoden hinweisen. Sollten Sie den Kettenbrief bekommen, verbreiten Sie ihn und die erfundene Geschichte nicht weiter.

    Das Bundesministerium des Innern und für Heimat (BMI) klärte im Januar 2020 über den Kettenbrief auf seiner Webseite „Sicher im Netz“ auf. Dort heißt es, es drohe keine Gefahr. Das BMI rät dazu, Absender darüber zu informieren, dass es sich um eine Falschmeldung handele und so die Verbreitung des Kettenbriefs zu stoppen. Grundsätzlich sei es immer ratsam, keine Links oder Dateien von unbekannten Kontakten zu öffnen.

    Redigatur: Gabriele Scherndl, Uschi Jonas

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    Author: Matthias Bau

    #hinter #kettenbrief #kontakt #mathis #steckt #tobias #whatsapp

    Whatsapp-Kettenbrief: Hinter Kontakt „Tobias Mathis“ steckt kein Virus

    Nachrichten über einen Whatsapp-Kontakt namens „Tobias Mathis“ kursieren seit Jahren im Netz. Eine unmittelbare Gefahr ist er nicht.

    correctiv.org

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    Faktencheck

    Landtagswahl Sachsen: Ein parteiischer Wahlvorstand in Chemnitz? Das steckt dahinter

    Die AfD Chemnitz berichtet auf Facebook von einem Wahlvorstand, der öffentlich vor der Landtagswahl in Sachsen seinen politischen Wunsch geäußert haben soll. Das stimmt, er wurde deswegen von seinem Amt abberufen. „Angekündigter Wahlbetrug“, wie es auf Facebook heißt, ist das aber nicht.

    von Johannes Gille

    24. September 2024

    Am 1. September 2024 fanden Landtagswahlen in Sachsen und Thüringen statt – ein Facebook-Beitrag wurde einem Wahlvorstand in Chemnitz davor zum Verhängnis. (Quelle: Michael Reichel / DPA / Picture Alliance) Behauptung

    Ein Wahlvorstand für die Landtagswahlen 2024 in Chemnitz habe gegen die Pflichten seines Amtes verstoßen, indem er sich in einem Facebook-Beitrag politisch positionierte. Das sei angekündigter Wahlbetrug.

    Aufgestellt von: Facebook-Beiträgen, AfD Kreisverband Chemnitz Datum:
    31.08.2024

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    Größtenteils richtig
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    Größtenteils richtig. Der Wahlvorstand wurde wegen seines Beitrages durch die Stadt Chemnitz von seinem Amt abberufen, da er seine politischen Ansichten in Verbindung mit seinem Amt als Wahlvorstand äußerte. Angekündigter Wahlbetrug ist das in den Augen der Stadt jedoch nicht.

    Kurz vor den Landtagswahlen in Sachsen am 1. September 2024 wurde ein Wahlvorstand in Chemnitz von seinem Amt abberufen. Laut einem Beitrag in einer lokalen Facebook-Gruppe habe er seine Verpflichtung zur Unparteilichkeit verletzt. Der örtliche Kreisverband der AfD spricht sogar von „angekündigtem Wahlbetrug“ und gibt an, Anzeige erstattet zu haben.

    Was steckt dahinter?

    Anstoß für die Debatte ist der Screenshot eines Facebook-Beitrags, in dem ein Wahlvorstand des Wahlkreises Chemnitz-Siegmar von seiner Arbeit im Wahlbüro berichtete. Der Facebook-Nutzer schreibt, er habe ein zu dicht am Wahllokal angebrachtes Plakat der AfD abhängen lassen. Daraufhin bringt er seine politischen Ansichten zum Ausdruck: „Thüringen ist bereits verloren“, schreibt er, bevor er dem CDU-Kandidaten seines Wahlkreises viel Erfolg bei der Wahl wünscht. Die AfD Sachsen bezeichnet er als gesichert rechtsextremistisch eingestuft – was sie laut Verfassungsschutz Sachsen auch ist.

    Wir fragten die Landeswahlleitung nach dem Vorfall und erhielten stattdessen eine Antwort von der Stadt Chemnitz – der Chemnitzer Bürgermeister und Leiter der kommunalen Statistikstelle der Stadt waren Wahlleiter der Chemnitzer Wahlkreise. Ein Pressesprecher der Stadt Chemnitz bestätigte, dass es sich bei dem Facebook-Nutzer tatsächlich um einen Wahlvorstand eines Chemnitzer Wahlbezirkes handelte. Der Beitrag stelle einen Bruch mit dem Gebot zur unparteiischen Wahrnehmung des Amtes dar, zu dem Wahlvorstände und andere Wahlorgane verpflichtet sind. Aufgrund des Beitrags sei der Wahlvorstand von seiner Position abberufen worden.

    Neutralitätsgebot oder Meinungsfreiheit – was wiegt hier stärker?

    Aber hat der Nutzer damit nicht nur von seinem Recht auf freie Meinungsäußerung Gebrauch gemacht? Zu diesem Schluss kommen einige Nutzerinnen und Nutzer in den Kommentaren unter einem Beitrag auf Facebook.

    Der Sprecher der Stadt Chemnitz schreibt uns dazu: „Insofern die Mitglieder der Wahlvorstände als Privatpersonen ohne eine konkrete Bezugnahme auf ihre Tätigkeit als Mitglied eines Wahlorgans agieren, besteht der Grundsatz der freien Meinungsäußerung. Da der in Frage stehende Post jedoch unter direkter Bezugnahme auf die Tätigkeit als Wahlvorstand erfolgte, tritt der Grundsatz der Wahrung des Neutralitätsgebotes als Mitglied eines Wahlorgans ein.“

    Keine Hinweise auf Wahlbetrug und keine polizeiliche Anzeige durch die AfD Chemnitz

    In den Kommentaren unter dem Facebook-Beitrag unterstellten Nutzerinnen und Nutzer dem Wahlvorstand darüber hinaus, eine Manipulation der Wahl zu planen. Der Kreisverband Chemnitz der AfD schreibt in seinem Beitrag sogar, es handle sich hierbei um „offensichtlich angekündigten Wahlbetrug”. Ein Stadtrat der Partei habe den Wahlvorstand deshalb angezeigt, heißt es in dem Beitrag.

    Damit ist aber keine polizeiliche Anzeige gemeint. Auf Nachfrage erklärt Nico Köhler, Stadtrat der AfD Ratsfraktion in Chemnitz, der Stadtrat habe den Vorfall bei der Wahlbehörde gemeldet. Die Stadt berief den Wahlvorstand zwar ab, der Pressesprecher schrieb uns aber, es liege „keine Form des Wahlbetruges“ vor. Abgesehen von der Abberufung habe der Wahlvorstand keine Konsequenzen zu befürchten.

    Unbegründete Anschuldigungen des Wahlbetrugs wurden rund um die Landtagswahlen zahlreich verbreitet, wie wir in mehreren Faktenchecks aufklärten (zum Beispiel hier, hier und hier). Dahinter steckt eine Taktik, die unter anderem aus AfD-nahen Kreisen rund um Wahlen immer wieder wiederholt wird, wie wir in unserem Hintergrund erklären.

    Redigatur: Gabriele Scherndl, Uschi Jonas

    Die wichtigsten, öffentlichen Quellen für diesen Faktencheck:

    • Gesetz über die Wahlen zum Sächsischen Landtag, Sächsischer Landtag, 11. August 2023: Link

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    Author: Johannes Gille

    https://www.bachhausen.de/landtagswahl-sachsen-ein-parteiischer-wahlvorstand-in-chemnitz-das-steckt-dahinter/

    #chemnitz #dahinter #landtagswahl #parteiischer #sachsen #steckt #wahlvorstand

    Landtagswahl Sachsen: Ein parteiischer Wahlvorstand in Chemnitz? Das steckt dahinter

    Ein Wahlvorstand in Chemnitz äußerte sich vor der Landtagswahl politisch auf Facebook. Dafür wurde er von der Stadt seines Amtes enthoben.

    correctiv.org

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    Faktencheck

    Kein Zusammenhang mit Solingen-Anschlag: Was hinter den Ermittlungen zur Schleuseraffäre in NRW steckt

    Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf ermittelt gegen organisierte Schleuserkriminalität. Zu den dutzenden Beschuldigten gehört auch der Oberbürgermeister von Solingen, Tim Kurzbach. Auf X deuten einige Nutzer an, er habe den Attentäter von Solingen eingeschleust – doch bei den Ermittlungen geht es um etwas anderes.

    von Sarah Thust

    11. September 2024

    Nach dem Anschlag auf dem Stadtfest in Solingen am 23. August 2024 kursieren in Sozialen Netzwerken mehrere Falschmeldungen (Quelle: Malte Ossowski / Sven Simon / Picture Alliance) Behauptung

    Es gebe einen Zusammenhang zwischen Ermittlungen gegen Solingens Oberbürgermeister Kurzbach im Rahmen der Schleuseraffäre und dem Anschlag auf dem Stadtfest am 23. August 2024, bei dem der Tatverdächtige Syrer ist.

    Aufgestellt von: X-Beiträgen Datum:
    24.08.2024

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    Fehlender Kontext
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    Fehlender Kontext. Bei den Ermittlungen geht es vor allem um gefälschte Aufenthaltstitel, allerdings vor allem für wohlhabende Personen aus China und dem Oman. Laut Staatsanwaltschaft liegen keine Erkenntnisse auf eine Beteiligung von Personen mit syrischer Staatsbürgerschaft vor. Hauptbeschuldigte sind zwei Anwaltskanzleien, es wird auch gegen mehrere Kommunalpolitiker ermittelt, darunter auch Tim Kurzbach. Er selbst bestreitet die Vorwürfe.

    Nach dem Anschlag auf dem Stadtfest in Solingen in Nordrhein-Westfalen kursieren in Sozialen Netzwerken etliche Spekulationen über den Täter. Laut Ermittlern soll der Tatverdächtige aus Syrien stammen und im Namen der Terrororganisation IS gehandelt haben.

    In diesem Kontext verbreitete sich auf Telegram und X tausendfach ein Teil eines Medienberichts: „Oberbürgermeister Tim Kurzbach soll in die Machenschaften einer Schleuserbande verwickelt sein“, heißt es darin. Ein Nutzer schreibt auf X: „Je mehr man zu Solingen erfährt, desto wahnsinniger wird alles.“ Andere deuten an, Kurzbach habe den Attentäter eingeschleust. 

    Der Original-Artikel stammt vom WDR – verlinkt wird er in den Beiträgen nicht, sie zeigen nur einen Teil davon. Ein Detail fehlt darin: In dem WDRArtikel von Juni ist keine Rede von Menschen aus Syrien. Es geht um eine Schleuserbande, gegen die bundesweit ermittelt wird, die vor allem wohlhabende Chinesen nach Deutschland gebracht haben soll. Der Tatverdächtige von Solingen ist dagegen laut Medienberichten als Asylsuchender über Bulgarien nach Deutschland eingereist.

    Ein Medienbericht über laufende Ermittlungen in der Schleuseraffäre wird einen Tag nach dem Anschlag in Solingen auf X ohne Kontext verbreitet. Einige Nutzerinnen und Nutzer ziehen daraus falsche Schlüsse. (Quelle: X; Screenshot: CORRECTIV.Faktencheck)

    Weiter heißt es, Solingens Oberbürgermeister Kurzbach habe von Ermittlungen gegen ihn im Zuge der Affäre erfahren. Über eine Internetsuche finden sich weitere Medienberichte zum Thema – die Staatsanwaltschaft ermittelt laut eigener Angabe deutschlandweit gegen mehr als 30 mutmaßliche Bandenmitglieder und rund 140 Personen, die die Bande mit illegal erworbenen Aufenthaltstiteln nach Deutschland geschleust haben soll. Die Schleuserbande soll auch Kontakte zu Lokalpolitikern, etwa aus Solingen, sowie zur Landesregierung von Nordrhein-Westfalen unterhalten haben. 

    Wie die Deutsche Presse-Agentur (DPA) am 12. Juli berichtete, stammen 16 Beschuldigte aus dem Umfeld kommunaler Ämter – einer der mutmaßlichen Köpfe der Schleuserbande soll auch mehrere Amtsträger persönlich getroffen haben, darunter NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU). 

    Staatsanwaltschaft sieht keine Hinweise auf Beteiligung von Personen mit syrischer Staatsbürgerschaft 

    Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf nennt das Ermittlungsverfahren „Investor“ und hat dazu im April 2024 mehrere Pressemitteilungen veröffentlicht. Im April hatte die Polizei demnach bei zwei Razzien mehr als 200 Wohnungen in acht Bundesländern durchsucht, mehrere Personen festgenommen und Bargeld, Mobiltelefone und Dokumente sichergestellt. 

    In den Pressemitteilungen wurde Kurzbach noch nicht erwähnt, aber die Stadt Solingen: „Die Ermittlungen richten sich zum jetzigen Zeitpunkt gegen 38 mutmaßliche Bandenmitglieder und 147 weitere Personen, die von der Bande geschleust worden sein sollen. Hauptbeschuldigte sind zwei Rechtsanwälte (42 und 46 Jahre) aus dem Kölner Raum. Diese sollen über ihre Rechtsanwaltskanzleien wohlhabende ausländische Staatsangehörige überwiegend aus China und dem arabischen Raum angeworben haben. […] Erlangt wurden die Aufenthaltserlaubnisse bei den Ausländerämtern der Städte Kerpen und Solingen sowie des Rhein-Erft-Kreises und des Kreises Düren.“ 

    In einer Pressekonferenz am 17. April schilderte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft, dass die geschleusten Personen, überwiegend aus China und dem Oman, im Internet angeworben worden seien. Ihnen sei eine Aufenthaltserlaubnis und teils sogar die Staatsbürgerschaft in Deutschland in Aussicht gestellt worden. 

    Solingen: Oberbürgermeister Kurzbach weist Vorwürfe von sich

    Pressesprecher Julius Sterzel bestätigte CORRECTIV.Faktencheck auf Nachfrage, dass „keinerlei Erkenntnisse auf eine Beteiligung von Personen mit syrischer Staatsbürgerschaft“ vorliegen würden.

    Die Stadt Solingen verwies auf Nachfrage auf eine Stellungnahme von Kurzbach im Juni. Er schrieb darin: „Die Angelegenheit stellt sich derzeit für mich so dar, dass ein einzelner Beschuldigter mich gemeinsam mit weiteren Personen in eher allgemeiner Form insbesondere als angeblicher Mitwisser beschuldigt hat.“ Dies entspreche nicht den Tatsachen und er werde mit der Staatsanwaltschaft kooperieren. 

    Redigatur: Paulina Thom, Viktor Marinov

    Die wichtigsten, öffentlichen Quellen für diesen Faktencheck:

    • Pressemitteilungen zum Großeinsatz gegen Organisierte Schleuserkriminalität, Staatsanwaltschaft Düsseldorf, 18. April 2024: Link (archiviert)
    • Pressekonferenz, Staatsanwaltschaft Düsseldorf, 17. April 2024: Link (archiviert
    • Stellungnahme von Oberbürgermeister Tim Kurzbach, Stadt Solingen, Juni 2024: Link (archiviert)
    • Bericht „Schleuserbande: Solingens Oberbürgermeister Kurzbach bestätigt Ermittlungen“, WDR, 6. Juni 2024: Link (archiviert)

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    Author: Sarah Thust

    https://www.bachhausen.de/kein-zusammenhang-mit-solingen-anschlag-was-hinter-den-ermittlungen-zur-schleuseraffaere-in-nrw-steckt/

    #anschlag #ermittlungen #hinter #schleuseraffare #solingen #steckt #zusammenhang

    Kein Zusammenhang mit Solingen-Anschlag: Was hinter den Ermittlungen zur Schleuseraffäre in NRW steckt

    Nach dem Anschlag in Solingen deuten Nutzer auf X an, der Oberbürgermeister habe den tatverdächtigen Syrer nach Deutschland geschleust. Das ist irreführend.

    correctiv.org

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    Faktencheck

    Landtagswahl Sachsen: Mit ausgefüllten Stimmzetteln ins Wahllokal geschlichen? Das steckt dahinter

    Auf X behauptete ein Nutzer in der Nacht vor den Landtagswahlen in Thüringen und Sachsen, er habe sich „mit hunderten ausgefüllten Wahlzetteln“ in ein sächsisches Wahllokal geschlichen. Der Beitrag ist offenbar ein Scherz, es finden sich keine Belege, dass tatsächlich jemand versucht hätte, die Wahl so zu manipulieren.

    von Max Bernhard

    01. September 2024

    Teils nehmen Nutzerinnen und Nutzer diesen Beitrag, in dem jemand vorgibt Wahlbetrug zu planen, ernst – es handelt sich aber höchstwahrscheinlich um einen Scherz (Quelle: X; Screenshot und Collage: CORRECTIV.Faktencheck)
    Behauptung

    Ein Nutzer auf X behauptet, er habe sich vor den Landtagswahlen in Sachsen und Thüringen am 1. September mit hunderten ausgefüllten Stimmzetteln in ein sächsisches Wahllokal geschlichen.

    Aufgestellt von: X-Beitrag Datum:
    31.08.2024

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    Unbelegt. Das X-Profil, das den Beitrag teilte, verbreitet häufig satirische Inhalte. Das Büro des Landeswahlleiters Sachsen erklärt, es lägen keine Informationen vor, dass jemand sich gestern unbefugt Zugang zu einem Wahllokal verschafft hätte. Laut Wahlverordnung muss sich der Wahlvorstand außerdem zusätzlich vor Beginn der Wahlen vergewissern, dass die Urne leer ist. Sie legt auch fest, dass die Zahl der abgegebenen Stimmen direkt nach der Wahl mit dem Wählerverzeichnis abzugleichen ist.

    „Ich habe mich mit hunderten ausgefüllten Wahlzetteln in ein sächsisches Wahllokal geschlichen. Morgen wird es wohl ne dicke Überraschung geben“, heißt es in einem X-Beitrag vom 31. August, der mehr als 300.000 Mal angezeigt wurde. Ein Foto dazu zeigt einen leeren Raum mit einer Wahlurne. Erklärt hier wirklich jemand die Absicht, Wahlbetrug zu begehen? Viele Nutzerinnen und Nutzer sehen in dem Beitrag einen Scherz, andere nehmen ihn jedoch ernst. So kommentiert zum Beispiel einer: „@PolizeiSachsen bitte den Sachverhalt einmal kontrollieren, starker demokratischer Verstoß!“

    Der Beitrag ist jedoch höchstwahrscheinlich satirisch gemeint, so wie viele der anderen Inhalte, die das Profil verbreitet. „Uns liegt derzeit keine Information vor, dass jemand sich gestern unbefugt Zugang zu einem Wahllokal verschafft hätte,“ erklärte Thomas Wolf vom Büro des Landeswahlleiters in Sachsen auf Nachfrage von CORRECTIV.Faktencheck (Stand 1. September, 15 Uhr). Die Vorgaben der Wahlverordnung machen so einen Betrug außerdem nahezu unmöglich.

    Wahlvorstand stellt vor der Wahl sicher, dass die Urne leer ist

    Wo genau das Foto aufgenommen wurde, konnten wir nicht herausfinden. Vor Beginn der Stimmabgabe muss sich der Wahlvorstand laut Landeswahlverordnung vergewissern, dass die Wahlurne leer ist, bevor sie dann vom Wahlvorsteher oder der Wahlvorsteherin verschlossen wird. Laut Verordnung müssen während der Wahl immer mindestens drei Mitglieder des Wahlvorstandes anwesend sein und die Wahlurne darf nicht mehr geöffnet werden. Die Wahl findet außerdem öffentlich statt.

    Direkt nach der Wahl muss laut der Verordnung die Zahl der abgegebenen Wahlscheine mit der Zahl der Stimmabgabevermerke, sprich der Wahlberechtigten, im Wählerverzeichnis verglichen werden: „Ergibt sich dabei auch nach wiederholter Zählung keine Übereinstimmung zwischen den Zahlen der abgegebenen Stimmzettel und der Stimmabgabevermerke und Wahlscheine, ist dies in der Wahlniederschrift zu vermerken und, soweit möglich, zu erläutern.“ Hunderte zusätzliche Wahlscheine in einer Urne würden also sofort auffallen.

    Die Polizei Sachsen antwortete bis Veröffentlichung nicht auf eine Anfrage von CORRECTIV.Faktencheck.

    Beitrag über Wahlzettel stammt von Satire-Profil

    Der X-Account, der den Beitrag teilte, verbreitet häufig satirische Beiträge – auch Shitposts genannt. Nachdem die Person dahinter behauptete, sie habe sich in das sächsische Wahllokal geschlichen, gab sie sich in einem anderen Beitrag wenige Stunden später als Wahlhelfer in Thüringen aus: „Das Wahllokal wird von der AfD betreut. Die sind auch für Essen und Getränke für uns Wahlhelfer zuständig. Und das hier sollen wir uns für die kommenden 8 Stunden einteilen. Danke für nichts.“ In dem Beitrag ist ein Foto von einer Scheibe Wurst und einer einzelnen Essiggurke zu sehen. Es stammt ursprünglich vom Chefredakteur der Wiener Wochenzeitung Falter.

    Einen Überblick über die gängigsten Narrative von Falschbehauptungen zu Wahlen und die besten Strategien dagegen finden Sie hier.

    Redigatur: Uschi Jonas, Paulina Thom

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    Author: Max Bernhard

    https://www.bachhausen.de/landtagswahl-sachsen-mit-ausgefuellten-stimmzetteln-ins-wahllokal-geschlichen-das-steckt-dahinter/

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    Landtagswahl Sachsen: Mit ausgefüllten Stimmzetteln ins Wahllokal geschlichen? Das steckt dahinter

    Ein X-Nutzer behauptet, er habe sich mit ausgefüllten Wahlzetteln in ein Wahllokal geschlichen. Was dahinter steckt.

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    Faktencheck

    Kein Action-Gewinnspiel: Hinter Entenzählen steckt eine Betrugsmasche

    Wer die richtige Zahl Enten auf einem Foto zählt, kann sich über einen 250-Euro-Gewinn vom Discounter Action freuen? Nein, dahinter steckt Betrug. Vorsicht vor derartigen Gewinnspielen auf Facebook.

    von Uschi Jonas

    31. August 2024

    Eingangsschild einer Action-Filiale in Schleswig. Online ist der Name des Discounters für gefälschte Gewinnspiele beliebt. (Quelle: Torsten Sukrow / Sulupress.de / Picture Alliance) Behauptung

    Die ersten 500 Personen, die die richtige Zahl Enten auf einem Bild erraten, erhielten einen 250-Euro-Gutschein vom Discounter Action.

    Aufgestellt von: Facebook-Beitrag Datum:
    18.07.2024

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    Frei erfunden. Das angebliche Gewinnspiel ist ein Fake und stammt nicht von Action. Dahinter steckt mutmaßlich eine Betrugsmasche.

    Auf Facebook werden Nutzerinnen und Nutzer regelmäßig mit Gewinnspielen größerer Unternehmen gelockt. Doch regelmäßig stecken dahinter die immer selben Betrugsmaschen. Dazu zählt auch das „Enten-Zählen“: Immer wieder verbreiten angebliche Facebook-Seiten des Discounters Action Bilder mit Enten. Wer die richtige Anzahl zählt, erhält einen Gewinn – so das Versprechen. Doch wie wir bereits mehrfach berichteten, sind diese Gewinnspiele fake. 

    Auch Mitte Juli verbreitet sich ein solcher Beitrag auf Facebook, 250 Personen kommentierten ihn, rund 300 teilten das angebliche Gewinnspiel. Es wird behauptet: „Das Action-Team verlost einen 250-Euro-Gutschein für die ersten 500 Personen.“

    Erneut verbreitet sich auf Facebook ein gefälschtes Gewinnspiel, das angeblich vom Discounter Action stammt (Quelle: Facebook; Screenshot: CORRECTIV.Faktencheck)

    Facebook-Seite ist gefälscht und imitiert Action-Seite

    Doch der Fake lässt sich leicht entlarven, denn die Facebook-Seite ist nicht die offizielle Seite des Discounters: Sie heißt „Actons fans.“, hat lediglich zwei Beiträge, existiert erst seit Mai 2024, hat keine Kontaktinformationen angegeben und nur eine Handvoll Follower. In den Bewertungen waren Facebook-Nutzer vor Betrug. Zum Vergleich: Die echte Action-Seite heißt „Action“ hat einen blauen Haken, der sie als authentisch verifiziert, drei Millionen Followerinnen und Follower, es gibt einen Impressum-Hinweis und Kontaktdaten.

    Oben die gefälschte Action-Seite, unten die offizielle Facebook-Seite (Quelle: Facebook; Screenshots, Markierungen und Collage: CORRECTIV.Faktencheck)

    Fake-Action-Gewinnspiel folgt typischer Masche

    Wir haben zudem getestet, was passiert, wenn man den Beitrag kommentiert: Zunächst gibt es per Direktnachricht die Aufforderung, seinen Wohnort mitzuteilen, dann folgt eine Aufforderungen, den Beitrag weiterzuteilen.

    Wer das Gewinnspiel kommentiert, erhält sofort eine Direktnachricht der Fake-Action-Seite (Quelle: Facebook; Screenshot: CORRECTIV.Faktencheck)

    Nach einigen Stunden – auch wenn die Anweisung zum Teilen nicht befolgt wird – kommt eine weitere Nachricht. Jetzt ist jedoch nicht mehr von einem 250-Euro-Gutschein die Rede, stattdessen heißt es, der Gewinn sei ein iPhone. Um dieses zu erhalten, soll ein Link angeklickt werden über den dann weitere Daten abgefragt werden wie Handynummer und E-Mail-Adresse:

    Die Betreiber der Seite fordern weitere Kontaktdaten, um einen Preis in Form eines iPhones zu erhalten (Quelle: Facebook; Screenshot: CORRECTIV.Faktencheck).

    Die Webseite hinter dem Link imitiert die Action-Webseite, ist jedoch voller Schreibfehler und hat eine wirre Url.

    Wer dem Link folgt, landet auf einer Seite, die die Action-Webseite imitiert und voller inhaltlicher Fehler steckt (Screenshot: CORRECTIV.Faktencheck)

    Action warnt vor ähnlichen Gewinnspielen

    Ein weiterer Beleg für den Betrug: Weder auf der verifizierten Facebook-Seite noch auf der Webseite von Action findet sich ein Hinweis auf das Enten-Gewinnspiel. Das Unternehmen selbst warnte in der Vergangenheit vor ähnlichen Gewinnspielen.

    Solche Facebook-Seiten haben häufig das Ziel, Daten von Nutzerinnen und Nutzern abzugreifen. Wer bei Gewinnspielen unsicher ist, ob wirklich das verlost wird, was angeboten wird, sollte direkt auf der Webseite des Unternehmens nachschauen, ob das Gewinnspiel auch dort zu finden ist. Alternativ kann im Internet einfach nach dem betreffenden Unternehmen, verbunden mit dem Begriff „Gewinnspiel“ gesucht werden. 

    Diese Tipps der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen helfen, gefälschte Gewinnspiele auf Facebook zu erkennen.Tipps zum Erkennen seriöser Seiten haben wir hier zusammengestellt.

    Redigatur: Matthias Bau, Max Bernhard

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    Author: Uschi Jonas

    https://www.bachhausen.de/kein-action-gewinnspiel-hinter-entenzaehlen-steckt-eine-betrugsmasche/

    #action #betrugsmasche #entenzahlen #gewinnspiel #hinter #steckt

    Kein Action-Gewinnspiel: Hinter Entenzählen steckt eine Betrugsmasche

    Regelmäßig wird auf Facebook mit einem angeblichen Action-Gewinnspiel gelockt. Doch auch wer die richtige Zahl Enten zählt, sollte nicht auf einen Gewinn hoffen

    correctiv.org