Bus und Bahn in Chemnitz: Hinter angeblicher 6-Monat-Karte für 2,35 Euro steckt Phishing

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Faktencheck

Bus und Bahn in Chemnitz: Hinter angeblicher 6-Monat-Karte für 2,35 Euro steckt Phishing

Eine Facebook-Seite wirbt für ein Nahverkehrsticket in Chemnitz, die Anzeige richtet sich an Menschen vor Ort. Es gebe 500 Karten zu je sechs Monaten für 2,35 Euro. Die Karten gibt es nicht, dahinter steckt Betrug.

von Sarah Thust

22. Juli 2025

Passagiere steigen in einen Bus der CVAG in Chemnitz (Symbolfoto: Jan Woitas / DPA / Picture Alliance) Behauptung

Zum Jubiläum der CVAG in Chemnitz würden 500 Fahrkarten für nur je 2,35 Euro verkauft, mit denen man sechs Monate den öffentlichen Nahverkehr nutzen könne.

Aufgestellt von: Beiträgen auf Facebook Datum:
02.06.2025

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Falsch. Das angebliche Angebot der CVAG ist erfunden. Hinter den Beiträgen steckt eine internationale Betrugsmasche, durch die persönliche Daten und Kreditkarten-Informationen erbeutet werden sollen.

„6 Monate unbegrenzte Fahrten für nur 2,35 €“, heißt es in einem Beitrag der Facebook-Seite „ÖPNV Chemnitz“. Angeblich verkaufe das Verkehrsunternehmen CVAG anlässlich eines Jubiläums 500 Abo-Karten für den örtlichen Nahverkehr zum Sonderpreis. Das klingt zu gut, um wahr zu sein – und das ist es auch.

Der Beitrag zu Chemnitz wurde zwischen 3. und 7. Juni immer wieder über Werbeanzeigen auf Facebook verbreitet, die gezielt Menschen im Raum Chemnitz erreichen sollten. Ein Blick in die Werbebibliothek von Meta zeigt, dass diese Anzeigen oft nur wenige Stunden aktiv sind und dann abgeschaltet werden. Doch in der Zwischenzeit erreichten sie hunderte Nutzerinnen und Nutzer. Die Seite ist auch im Juli noch online. 

Ein Sprecher der CVAG schrieb CORRECTIV.Faktencheck, dass das Ticket nicht existiert. Man habe rechtliche Schritte eingeleitet. Die Werbeanzeigen passen aus mehreren Gründen zu einer Phishing-Masche, die es auf Zahlungsinformationen abgesehen hat.

Fake-Anzeigen zu Berlin und zu Düsseldorf im Vergleich (Quelle: Facebook; Grafik: CORRECTIV.Faktencheck)

Facebook-Seite hinter Werbeanzeige hat nichts mit CVAG in Chemnitz zu tun

Der Beitrag verlinkt nicht die CVAG in Chemnitz, sondern eine unseriöse Webseite. Die ist Teil einer Betrugsmasche, über die die Faktencheck-Redaktion . CORRECTIV.Faktencheck entdeckte ähnliche Fälle in Berlin, Heilbronn und Düsseldorf

Sie alle gleichen dem Fall Chemnitz: Hinter dem Fake-Beitrag steckt nicht das offizielle Facebook-Profil des Verkehrsunternehmens. Der Seite folgen nur 248 Nutzer, während die echte Facebook-Seite 7.770 Follower hat. Auch wurde die Fake-Seite mehrfach umbenannt, wie ein Blick auf den Abschnitt „Seitentransparenz“ zeigt. Die E-Mail-Adresse hat nichts mit den Verkehrsbetrieben in Chemnitz zu tun. Die Telefon-Nummer existiert nicht.

ÖPNV-Fakes: Dahinter steckt ein internationaler Ring aus Kreditkartenbetrügern

Die hat im Juli 2025 über die Vorgehensweise der Betrüger hinter den Facebook-Seiten berichtet. Sie fand dabei mehr als 1.000 Facebook-Seiten, die regionale Verkehrsdienstleister in über 60 Ländern weltweit imitierten. Sie gehen alle nach demselben Prinzip vor und verwenden nahezu identische Beitragstexte. Ziel ist es, Kontodaten zu erbeuten. 

Bei Phishing versuchen Betrüger an Geld oder Identität von Nutzern zu stehlen, indem sie sie dazu bewegen, persönliche Informationen wie Zahlungsdaten oder Kennwörter auf Webseiten einzugeben, die sich als seriös ausgeben. Phishing ist in Deutschland strafbar.

Dahinter steckt ein internationales Betrugsnetzwerk, das schwer zu fassen ist: Laut Maldita sitzt ein Teil der Administratoren der Facebook-Seiten in Vietnam. Im Fall Chemnitz ist dem nicht so. Doch es finden sich andere Parallelen: So läuft – auch im Fall Chemnitz – die Fake-Webseite über den russischen Server-Anbieter JSC Selectel.

Das Profil der Fake-Adresse zeigt: Die Webseite läuft über Rechenzentren in Russland (Quelle: Domaintools; Screenshot: CORRECTIV.Faktencheck)

Berichte von Betroffenen zeigen, dass die Betrüger nach den ersten 2,35 Euro weitere Zahlungsaufforderungen über größere Summen stellen. Ein Ticket wird nicht versandt. 

Transparenzhinweis: CORRECTIV ist seit 2017 in einer Kooperation mit dem Facebook-Konzern Meta, um Desinformation auf dem Sozialen Netzwerk zu bekämpfen. Mehr Informationen zu der Kooperation erhalten Sie hier.

Mitarbeit: Johannes Gille
Redigatur: Steffen Kutzner, Sophie Timmermann 

Die wichtigsten, öffentlichen Quellen für diesen Faktencheck:

  • Recherche zum weltweiten Netzwerk aus Betrugsseiten, Maldita, 16. Juli 2025: Link (Englisch)

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Author: Sarah Thust

#angeblicher #chemnitz #hinter #karte #monat #phishing #steckt

Angeblicher EU-Austritt Italiens – Videos erreichen Hunderttausende mit Falschmeldung

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Faktencheck

Angeblicher EU-Austritt Italiens – Videos erreichen Hunderttausende mit Falschmeldung

Auf Youtube verbreiten sich mehrere Videos mit derselben Falschmeldung: Italien verlasse die Europäische Union. Dieselben Kanäle veröffentlichten noch vor wenigen Monaten unpolitische Videos auf Vietnamesisch.

von Viktor Marinov

20. November 2024

Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni bei einer Veranstaltung im Oktober 2024 mit der italienischen und europäischen Flagge im Hintergrund (Quelle: Picture Alliance / Photoshot) Behauptung

Italien verlasse die Europäische Union.

Aufgestellt von: Beiträgen auf Youtube und Tiktok Datum:
11.11.2024

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Falsch. Die Youtube-Kanäle, die die Behauptung verbreiten, sind nicht seriös. Es gibt keine vertrauenswürdigen Berichte oder Meldungen über einen Austritt Italiens aus der EU.

„Super Entscheidung“, „Danke an Italien“ und „Wir müssen raus aus der EU“: Das kommentieren Nutzerinnen und Nutzer unter einem Tiktok-Video mit mehr als 400.000 Aufrufen. Italien verlasse die Europäische Union, heißt es in dem Video. Auch auf Youtube haben Hunderttausende diese Behauptung gesehen. Doch sie stimmt nicht.

Rund 260.000 Ansichten hat dieses Youtube-Video mit der Falschmeldung über Italiens Ausstieg aus der EU (Quelle: Youtube: Screenshot: CORRECTIV.Faktencheck)

Italien tritt nicht aus der Europäischen Union aus

Die Youtube-Kanäle, die die angebliche Meldung als erste verbreiten, liefern weder eine Quelle noch sonstige Belege für ihre Behauptungen. Google-Suchen auf Deutsch, Italienisch und Englisch führen zu keinen Hinweisen, dass Italien wirklich einen Austritt aus der EU verkündet hat. Auch auf der offiziellen Seite der EU findet sich keine solche Nachricht. Auf Nachfrage bei der italienischen Regierung erhielten wir bis zur Veröffentlichung keine Antwort.   

Ein Blick auf die Youtube-Kanäle selbst zeigt, dass sie keine seriöse Quelle sind. Zwei der Kanäle, die die vermeintliche Meldung als erstes verbreiteten, ähneln sich sehr stark. Sie nutzen beide ein dramatisches Layout mit Feuern und Blitzen für ihre Videos, und heißen ähnlich: „Der Weitblick“ und „Der Durchblick“. Beide sind laut Beschreibung Kanäle für aktuelle Perspektiven und Analysen und beide veröffentlichten seit dem 11. November mehrere Videos mit der Behauptung über den angeblichen EU-Austritt Italiens. Sie haben kein Impressum und nennen weder Kontaktdaten noch eine offiziell verantwortliche Person.

Youtube-Kanäle veröffentlichten bis vor wenigen Monaten Videos auf Vietnamesisch, nun werben sie für die AfD 

Die älteren Videos der Kanäle haben eine weitere Gemeinsamkeit – sie sind nicht auf Deutsch, sondern auf Vietnamesisch. Und sie zeigen gar keine Nachrichten. Auf dem Kanal „Der Weitblick“ waren noch vor drei Monaten Bastelarbeiten zu sehen, auf dem Kanal „Der Durchblick“ Aufnahmen von einer Frau, meistens beim Essen. 

Im September veränderte sich plötzlich der Inhalt der Kanäle. Seitdem gibt es dort Videos auf Deutsch mit vermeintlichen Nachrichten – sie richten sich meist gegen die Grünen, die SPD und die EU mit Überschriften wie „Eilmeldung! Ricarda Lang droht, ganz Deutschland zu verklagen?“ oder „Betrunken! Habecks unglaubliche Aktion schockiert die ganze Nation!“

Von vietnamesischen Videos zu Grünen-Bashing innerhalb weniger Monaten – der kuriose Inhaltswechsel von dem Youtube-Kanal „Der Durchblick“ (Quelle: Youtube; Screenshot und Unkenntlichmachung: CORRECTIV.Faktencheck)

Manche Videos werben für die AfD mit Titeln wie „Weidel zerschmettert Habeck: Ganz Deutschland ist fassungslos!“ oder „AfD zerschmettert alle Gegner: Die Grünen und die Präsidentin verlieren völlig die Kontrolle!“ Die Kanäle sammelten damit bislang zusammen mehr als 1,4 Millionen Aufrufe. Doch eine verlässliche Quelle sind sie nicht.

Italiens aktuelle Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hat sich in der Vergangenheit immer wieder gegen die EU geäußert. Als Ministerpräsidentin verfolgt sie aber seit 2022 die Strategie, konservative und rechte Kräfte in der EU stärker zu machen. Aktuell versucht Meloni, ihren Parteikollegen Raffaele Fitto zum Vizepräsidenten der EU-Kommission zu machen.

Redigatur: Matthias Bau, Paulina Thom

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Author: Viktor Marinov

#angeblicher #austritt #erreichen #falschmeldung #hunderttausende #italiens #videos

Angeblicher EU-Austritt Italiens – Videos erreichen Hunderttausende mit Falschmeldung

Auf Tiktok und Youtube verbreitet sich die Meldung: Italien verlasse die Europäische Union. Das ist frei erfunden.

correctiv.org

Falschbehauptungen zu angeblicher Abschaffung des Kindergeldes im Umlauf

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Falschbehauptungen zu angeblicher Abschaffung des Kindergeldes im Umlauf

In Sozialen Netzwerken kursiert die Behauptung, das Kindergeld werde im Januar 2025 abgeschafft. Doch geplant war lediglich eine Reform und Umbenennung – und selbst die wackelt nach dem Aus der Koalition.

von Gabriele Scherndl

12. November 2024

Die Bundesregierung plante, ab 2025 das Kindergeld zu reformieren, es sollte zur Kindergrundsicherung werden – das war online Anlass für Falschbehauptungen (Quelle: Hannes P Albert / DPA / Picture Alliance) Behauptung

Im Januar 2025 werde das Kindergeld in Deutschland abgeschafft.

Aufgestellt von: Beiträgen auf Tiktok und X Datum:
08.10.2024

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Fehlender Kontext
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Fehlender Kontext. Die Bundesregierung plante, das Kindergeld ab 2025 zu reformieren und in „Kindergrundsicherung“ umzubenennen. Kindergeld-Beziehende hätten nach den Plänen aber weiter mindestens dieselbe finanzielle Unterstützung bekommen. Nach dem Aus der Regierung wackelt die Reform.

Ein „echter Schock“ dürfte das für Familien sein, heißt es im Tiktok-Beitrag eines angeblichen News-Kanals vom 10. November 2024: Das Kindergeld in Deutschland werde im Januar abgeschafft, das Aus der finanziellen Unterstützung sei bereits besiegelt. Auch in weiteren Beiträgen auf X und Tiktok wird behauptet, dass es bald kein Kindergeld mehr gebe.

Doch den Beiträgen fehlt entscheidender Kontext: Das Kindergeld sollte nach den ursprünglichen Plänen der Ampel-Regierung zwar abgeschafft werden, Leistungen sollte es aber weiterhin geben – als sogenannte Kindergrundsicherung.

Die Behauptung zur angeblichen Kindergeld-Abschaffung erreichte auf Tiktok Zehntausende – doch es wird weiter Geld für Eltern geben (Quelle: Tiktok; Screenshot und Schwärzung: CORRECTIV.Faktencheck)

Kindergeld sollte laut Plänen der Bundesregierung zur Kindergrundsicherung werden

Im September 2023 hatte die Bundesregierung einen Gesetzesentwurf zur Einführung der Kindergrundsicherung beschlossen. Er sah vor, dass bisherige Förderungen, wie etwa das Kindergeld, Leistungen für Kinder und Jugendliche im Bürgergeld und in der Sozialhilfe und der Kinderzuschlag durch die sogenannte Kindergrundsicherung ersetzt werden sollen, um unter anderem deren Beantragung zu vereinfachen. 

Das Kindergeld umfasst aktuell 250 Euro pro Monat für Eltern, deren Kinder unter 18 Jahre alt sind, die sie regelmäßig versorgen und die bei ihnen leben. Der Wohnort der Familie muss in der EU, in Norwegen, Liechtenstein, Island oder der Schweiz sein. In bestimmten Fällen, etwa während einer Ausbildung, gibt es Kindergeld auch bis einschließlich dem 25. Lebensjahr. 

An den Leistungen des Kindergeldes sollte sich laut Bundesregierung durch die Reform nichts ändern. „Die Kindergrundsicherung soll aus einem für alle Kinder gleich hohen Kindergarantiebetrag bestehen, der das heutige Kindergeld ablöst – außer dem Namen ändert sich nichts“, schrieb das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im August 2023

Tiktok-Beiträge lassen Kontext weg, dass Leistungen weiter geflossen wären

In den Beiträgen in Sozialen Netzwerken fehlt dieser Kontext jedoch. Und das, obwohl sie teilweise Screenshots aus Artikeln teilen, in denen erklärt wird, dass es weiter Leistungen für Eltern geben werde. Die Artikel werden online verkürzt dargestellt und bilden so die Grundlage für Falschbehauptungen. 

Nach einer Anfrage von CORRECTIV.Faktencheck löschte der Tiktok-Kanal, der die Falschbehauptung zur Kindergeld-Abschaffung teilte, das Video. Stattdessen teilte er ein neues, aus dem der gesamte Kontext hervorgeht.

Nach Ampel-Aus wackeln einige Vorhaben, darunter die Reform des Kindergeldes

Der Gesetzesentwurf zum Reformvorhaben ging im November 2023 – nach Unstimmigkeiten zwischen Grünen und FDP – im ersten Durchgang durch den Bundesrat. Auch danach sprach sich die FDP gegen das Vorhaben aus.

Nachdem Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) am 6. November Finanzminister Christian Lindner (FDP) aus dessen Amt entließ und die Regierungskoalition aus SPD, FDP und Grüne zerbrach, werden jedoch ohnehin einige geplante Projekte auf der Strecke bleiben.

Dazu könnte auch die Kindergeld-Refom zählen. Diese sei, so erklärt etwa die Mainpost, an einen neuen Haushaltsplan geknüpft. Ein solcher wurde von der Regierung vor ihrem Bruch jedoch nicht beschlossen. CORRECTIV.Faktencheck fragte beim Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und beim Bundesfinanzministerium an, ob man nach einer Lösung suche, die Reform doch noch auf den Weg zu bekommen. Die beiden Ressorts verwiesen aufeinander, das BMFSFJ schrieb: „Vor dem Hintergrund der aktuellen politischen Lage wird der Umgang mit Gesetzesinitiativen neu bewertet. Dieser Vorgang dauert noch an“.

Redigatur: Kimberly Nicolaus, Paulina Thom

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Author: Gabriele Scherndl

#abschaffung #angeblicher #falschbehauptungen #kindergeldes #umlauf

Falschbehauptungen zu angeblicher Abschaffung des Kindergeldes im Umlauf

Online kursiert die Behauptung, das Kindergeld werde 2025 abgeschafft. Doch geplant war nur eine Reform und Umbenennung – selbst die wackelt.

correctiv.org

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In Rötha, einem Dorf vor den Toren von Leipzig, soll es in einem Wahllokal angeblich Hinweise auf Wahlbetrug bei der Landtagswahl in Sachsen am 1. September 2024 gegeben haben. Das zumindest wird auf Facebook und Telegram behauptet, unter anderem von dem AfD Kreisverband Leipziger Land: „Wahlbetrug in Rötha (nahe Leipzig)? Im Wahllokal ‚Mehrgenerationenhaus‘ in Rötha soll es große Ungereimtheiten geben. Aufmerksame Bürger haben die Polizei gerufen.“

Aber die Polizei wurde nicht von aufmerksamen Bürgern gerufen, sondern vom Wahlvorstand. Ein Wähler hatte während der Stimmabgabe für die Landtagswahl die Mitglieder des Wahlvorstands beschimpft und sich an der Wahlurne zu schaffen gemacht. 

Beiträge wie dieser zu einem angeblichen Wahlbetrug im sächsischen Rötha kursieren auf Facebook und Telegram. Es gab jedoch keinerlei Verdacht auf Wahlbetrug. Die einzige Unregelmäßigkeit war ein Wähler, der den Ablauf stören wollte. (Quelle: Telegram; Screenshot und Schwärzungen: CORRECTIV.Faktencheck)

Angebliche Unregelmäßigkeiten: Wähler löst Siegel einer Wahlurne und spricht von Wahlbetrug

Eine Sprecherin der Polizei Leipzig, Sandra Freitag, bestätigte uns, dass die Wahlleiterin des Wahllokals im Mehrgenerationenhaus in Rötha am Wahlsonntag um 16.10 Uhr Polizei gerufen hatte. 

Der Bürgermeister des Ortes, Pascal Németh, berichtet uns am Telefon, was passiert war: Ein Mann habe im Wahllokal mehrere Personen beleidigt. Außerdem habe er bemängelt, dass die Urne seiner Ansicht nach nicht richtig versiegelt sei und das demonstriert, indem er eines der drei Siegel abriss.

Die Polizei habe dann die Versiegelung der Urne überprüft. Die zuständige Polizeidienststelle schrieb uns, „dass alles ordnungsgemäß war und es keine Unregelmäßigkeiten im Wahlablauf gab“. 

Bürgermeister Németh berichtet weiter, dass kurzzeitig der Straftatbestand des Siegelbruchs im Raum gestanden habe. Da der Mann aber nur eines der drei Siegel gelöst hatte, betrachtete die Polizei die Urne weiterhin als versiegelt und verschlossen. Der Wähler sei, so Németh, explizit eingeladen worden, zur Auszählung der Stimmen als Wahlbeobachter wiederzukommen. Aufgetaucht sei er jedoch nicht.

Wahlurnen müssen nicht versiegelt sein

Ob und wie Wahlurnen versiegelt und/oder verschlossen sein müssen, ist immer wieder Teil von Desinformation. Die Landeswahlordnung von Sachsen ist in dieser Hinsicht genauso vage wie die Bundeswahlordnung. In der Landeswahlordnung steht in Paragraph 40 und 45 lediglich, dass die Urne einen verschließbaren Deckel haben muss und der Wahlvorstand die Urne vor der Wahl verschließen oder versiegeln muss. Wie genau, lässt die Wahlordnung allerdings offen. Es sind weder Vorhängeschlösser nötig, noch muss die Urne zwingend versiegelt sein. 

Wie wir in einem früheren Text bereits geschrieben haben, gilt eine Wahlurne laut Bundeswahlleiterin bereits dann als verschlossen, wenn der Deckel mit einem Streifen Tesafilm befestigt wird. Es geht lediglich darum, dass man nicht einfach so den Deckel abnehmen und Stimmzettel herausnehmen kann.

Die Landespolizei Sachsen erklärte auf Anfrage, dass es mehrere ähnliche Vorfälle am Wahltag gegeben habe: In Radebeul habe ebenfalls ein Mann herumgepöbelt und versucht, eine Wahlurne zu öffnen. Er war jedoch verschwunden, bevor die Polizei eintraf. In Riesa sei eine nicht versiegelte Wahlurne gemeldet worden. Die Polizei stellte vor Ort fest, dass die Urne regulär verschlossen war und es keinen Grund zur Beanstandung gab. Und in Plauen hätten zwei alkoholisierte Personen ebenfalls versucht, den Wahlvorgang zu stören, seien jedoch ebenfalls nicht mehr vor Ort gewesen, als die Polizei eintraf.

Wir haben bei dem AfD-Kreisverband nachgefragt, der die Behauptung verbreitet hatte. Auf welche Quelle bezog man sich? Eine Antwort erhielten wir jedoch nicht. 

Alle Faktenchecks rund um die Landtagswahlen 2024 finden Sie hier.

Redigatur: Gabriele Scherndl, Matthias Bau

Update, 05.09.2024: Wir haben die Angaben der Landespolizei Sachsen zu weiteren Einsätzen am Wahltag ergänzt.

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Author: Steffen Kutzner

https://www.bachhausen.de/landtagswahl-in-sachsen-angeblicher-wahlbetrug-in-roetha-ist-erfunden/

#angeblicher #erfunden #landtagswahl #rotha #sachsen #wahlbetrug

Landtagswahl in Sachsen: Angeblicher Wahlbetrug in Rötha ist erfunden

Angeblicher Betrug bei der Landtagswahl im sächsischen Rötha ist erfunden. Stattdessen machte sich ein Wähler an der Urne zu schaffen.

correctiv.org
Polizeieinsatz in Effretikon nach angeblicher Schussabgabe löst Evakuierung von rund fünf Dutzend Personen aus. Kantonspolizei Zürich findet verbotene Schusswaffe und Betäubungsmittel bei Durchsuc #Effretikon #Polizeieinsatz #Effretikon: #Entwarnung #angeblicher #Schussabgabe https://polizeireport.ch/news/135061/Blaulicht/Polizeieinsatz-in-Effretikon-Entwarnung-nach-angeblicher-Schussabgabe?utm_source=dlvr.it&utm_medium=mastodon
Polizeieinsatz in Effretikon: Entwarnung nach Schussabgaben-Meldung

Polizeieinsatz in Effretikon nach angeblicher Schussabgabe löst Evakuierung von rund fünf Dutzend Personen aus. Kantonspolizei Zürich findet verbotene Schusswaffe und Betäubungsmittel bei Durchsuchung.

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Ein Tiktok-Account, der den Namen und das Logo des Jobcenters verwendet, verbreitet Desinformation: Es gibt keine Bonuszahlungen von 500 Euro an Menschen aus der Ukraine.

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Author: Gabriele Scherndl

https://www.bachhausen.de/500-euro-fuer-menschen-aus-der-ukraine-angeblicher-bonus-ist-frei-erfunden/

#angeblicher #bonus #erfunden #menschen #ukraine

500 Euro für Menschen aus der Ukraine? Angeblicher Bonus ist frei erfunden

Ein Tiktok-Account, der den Namen des Jobcenters verwendet, verbreitet Desinformation – ein 500-Euro-Bonus für Ukrainer ist nicht geplant.

correctiv.org

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In zahlreichen pro-russischen Beiträgen wird behauptet, aus der Ukraine seien 500.000 Euro Lösegeld für Shani Louk gefordert worden – die Deutsch-Israelin war auf jenem Musikfestival, das die Hamas am 7. Oktober stürmte, mittlerweile gilt sie als tot. Doch ein Artikel des WDR, der die Lösegeldforderung belegen soll, ist gefälscht.

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Author: Gabriele Scherndl

https://www.bachhausen.de/angeblicher-wdr-artikel-ueber-ukrainische-loesegeldforderung-fuer-shani-louk-ist-gefaelscht/

#angeblicher #artikel #gefalscht #losegeldforderung #shani #ukrainische

Angeblicher WDR-Artikel über ukrainische Lösegeldforderung für Shani Louk ist gefälscht

Ein angeblicher WDR-Artikel, der eine Lösegeldforderung für Shani Louk belegen soll, ist gefälscht. Louk war auf dem Festival, das die Hamas angriff.

correctiv.org

Polizei macht jagt auf #Wespe 🤣
Ein #angeblicher Angriff auf AfD-Chef #Chrupalla bei einem Wahlkampftermin gibt weiter Rätsel auf. Die #AfD spricht von einer Stichverletzung. Die #Ermittlungen der #Polizei dauern an.

https://www.zdf.de/nachrichten/politik/afd-chrupalla-weidel-wahlkampf-absage-100.html

Chrupalla ins Krankenhaus gebracht

AfD-Chef Chrupalla ist während eines Wahlkampftermins ins Krankenhaus gebracht worden. Die AfD spricht von einem Angriff, die Polizei hat keine Beweise. Der Staatsanwalt ermittelt.

Politik

FTX reicht Klage gegen ehemalige Führungskräfte wegen angeblicher Unterschlagung von über 1 Milliarde Dollar ein - Klage gegen ehemalige FTX-Exekutivmitglieder eingereicht zwecks Rückforderung von über 1 Milliarde US-Dollar

Die nun nicht mehr aktive Kryptowährungs... #Altcoins #Angeblicher #Dollar #ehem...
https://krypto-news.net/krypto-news/ftx-reicht-klage-gegen-ehemalige-fuehrungskraefte-wegen-angeblicher-unterschlagung-von-ueber-1-milliarde-dollar-ein/?feed_id=66151&_unique_id=64ba6ed91cedc

FTX reicht Klage gegen ehemalige Führungskräfte wegen angeblicher Unterschlagung von über 1 Milliarde Dollar ein

Klage gegen ehemalige FTX-Exekutivmitglieder eingereicht zwecks Rückforderung von über 1 Milliarde US-Dollar Die nun nicht mehr aktive Kryptowährungsbörse FTX hat eine Beschwerde gegen ihren früheren

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