Mir fĂ€llt auf, wie aggressiv Heute‱de in seinen Textartikeln alle zwei AbsĂ€tze irgendeinen 'einigermaßen' thematisch relevanten Videobeitrag einbettet. Wieso das eigentlich?

Ich glaube, ich habe die ErklÀrung: #Sendungsbezug & #PresseÀhnlichkeit!
Das ZDF versucht offenbar, seine Artikel so wenig nach Zeitung aussehen zu lassen wie nur möglich und bettet wie gedopt Videoclips ein, wahrscheinlich auch mit dem Gedanken, eine Art reziproken, weiterfĂŒhrenden Sendungbezug zu insinuieren.

#KRITIS Sektor #Medien und #Kultur

Das planen die BundeslĂ€nder fĂŒr ZDF und ARD

"FĂŒr die Online-Angebote der Öffentlich-Rechtlichen sollen strenge #BeschrĂ€nkungen gelten. Das Verbot der #PresseĂ€hnlichkeit muss strikter umgesetzt werden. Konkret heißt das: weniger Text und mehr Video bei den Internetangeboten von ZDF und ARD."

"Von den vier Sendern Phoenix, tagesschau24, ARD-alpha und ZDF-Info sollen nur zwei ĂŒbrig bleiben."

😔😔😔
https://www.zdf.de/nachrichten/politik/deutschland/reformplaene-ministerpraesidenten-ard-zdf-100.html

Einsparungen bei ARD und ZDF: Die PlÀne der LÀnderchefs

Anfang Oktober haben die MinisterprĂ€sidenten ihre PlĂ€ne zu Einsparungen bei ARD und ZDF vorgestellt. Jetzt beraten sie darĂŒber in Leipzig. Was planen die LĂ€nderchefs konkret?

ZDFheute

Das der #ÖRR nicht in Konkurrenz zu den privaten Angebot treten darf ( #PresseĂ€hnlichkeit ), ist genau die gleiche Vorstellung wie bei der #WohngemeinnĂŒtzigkeit im #Koalitionsvertrag:

"Sie soll nach den GrundsÀtzen der Wirtschaftlichkeit die Struktur der etablierten Wohnungswirtschaft ergÀnzen, ohne diese zu benachteiligen".

TatsĂ€chlich kann man mit einer gut ausgestalteten Alternative in ganz erheblichen Maße Einfluss auf das ("wirtschaftliche") Angebot nehmen.

Die Rundfunkreform: Die Bayern und Sachsen, Herr Söder und Herr Kretschmer (und wohl auch andere) sind dagegen, dass der Rundfunkbeitrag, den wir alle zahlen, erhöht wird. Genau eine solche Erhöhung um 58 Cent auf 18,94 Euro monatlich ab Januar 2025 hat die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs (KEF) empfohlen. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk genießt zwar sehr viel Vertrauen, aber: „Die einzige Frage ist: Was kostet er?„

Im Lage der Nation-Podcast arbeiten die Hosts Philip Banse und Ulf Buermeyer mit Stefan Niggemeier sehr schön heraus, dass die Entscheidung ĂŒber die Höhe des Rundfunkbeitrags jedoch keine politische, sondern eine rein rechnerische Angelegenheit ist. Die Parlamente haben demnach verfassungsrechtlich keine echte Entscheidungsbefugnis – sie mĂŒssten der Empfehlung der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs (KEF) im Grunde zustimmen. Die Abstimmung in den Landesparlamenten suggeriert den Parlamentariern fĂ€lschlicherweise eine Mitwirkungsmöglichkeit, die sie nicht haben.

Hier werden unzulÀssigerweise zwei getrennte Aspekte vermischt und bewusst politisch instrumentalisiert: die politische Festlegung des Programmauftrags durch die LÀnder und die davon unabhÀngige Berechnung der notwendigen Finanzmittel durch die KEF.

Sender streichen, Kosten reduzieren (nur wann greift es?)

Doch es geht nicht nur um den Rundfunkbeitrag. Der Reformstaatsvertrag, mit dem sich die MinisterprÀsidenten gerade beschÀftigen, sieht drastische Einschnitte vor. Mindestens 16 ARD-HörfunkkanÀle und etwa die HÀlfte der zehn Fernseh-Spartensender von ARD und ZDF sollen wegfallen. Durch diese Streichung von Sendern soll primÀr eine Kostenreduktion erreicht werden. Man suggeriert, dass durch diese Einsparungen die anstehende Erhöhung des Rundfunkbeitrags zum 1.1.2025 vermieden werden kann.

Im schon zitierten Im Lage der Nation-Podcast wird deutlich, dass diese Logik nicht aufgeht: Die Einsparungseffekte durch die Streichung von Sendern wĂŒrden erst mittel- bis langfristig eintreten und könnten nicht die kurzfristig anstehende Beitragserhöhung ersetzen. Effekte wĂŒrden frĂŒhestens erst mittel- und langfristig auftreten. Doch es gibt natĂŒrlich auch inhaltliche Kritik: Am Beispiel von 3sat wird moniert, dass wichtige Kulturformate möglicherweise verloren gehen könnten. Und es gibt Stimmen, die fordern, an anderen Stellen zu kĂŒrzen: Man solle beispielsweise an Florian Silbereisen und den vielen Krimiserien sparen. Doch das wĂŒrde wohl dann Einschaltquoten kosten 


Verlagslobby gegen Texte der Öffentlich-Rechtlichen

Doch es gibt noch einen anderen Punkt, den ich besonders abstrus finde: die Diskussion um „PresseĂ€hnlichkeit“ der Textangebote der Öffentlich-Rechtlichen im Internet. Laut neuem Reformstaatsvertrag sollen die textbasierten Angebote der Öffentlich-Rechtlichen stark eingeschrĂ€nkt werden. Textinhalte sollen nur noch erlaubt sein, wenn sie einen direkten Sendungsbezug haben – mit Ausnahme einfacher Schlagzeilen.

Anna Biselli kritisiert auf netzpolitik.org völlig zu Recht, dass die strikte Unterscheidung zwischen Text-, Video- und Audioinhalten heutzutage völlig veraltet ist. In der digitalen Medienwelt ist diese Trennung nicht mehr zeitgemĂ€ĂŸ – und wird auch von privaten Anbietern und Verlagen nicht eingehalten. Doch die Verlagslobby, die Paywall- und Aboschrankenverfechter und ihre VerbĂŒndeten pochen darauf.

Liebe Verlags-Fuzzis: Nein, wir schließen keine weiteren Abos ab

Dabei wird eine EinschrÀnkung öffentlich-rechtlicher Textangebote die Probleme der Verlage nicht lösen. Auch ich bezweifle sehr stark, dass dadurch mehr Abonnements abgeschlossen werden. Stattdessen droht eine Situation, in der noch mehr wichtige Informationen hinter Bezahlschranken verschwinden, wÀhrend Desinformation und populistische Inhalte weiterhin leicht zugÀnglich bleiben.

Journalismus, gerade der sogenannte QualitĂ€tsjournalismus, muss finanziert werden, und Verlage dĂŒrfen natĂŒrlich Geld verdienen. Eine Kastration der Textangebote der Öffentlich-Rechtlichen hilft dabei ebensowenig wie das Beharren auf althergebrachten Abonnementmodellen. Mich persönlich schrecken Paywalls nicht ab. Ich bin bereit, fĂŒr journalistische QualitĂ€t zu zahlen. Ich bin aber nicht bereit, Abonnements bei x verschiedenen Publikationen abzuschließen.

Eure Paywalls frustrieren nur und treiben Leute dahin, wo nicht demokratisch informiert wird

Mich interessieren bestimmte Themen und Themengebiete. FĂŒr Informationen dazu zahle ich gerne. Doch werde ich nicht wegen des Interesses an einzelnen Schwerpunkten oder Artikeln in der SĂŒddeutschen, dem Handelsblatt, der Zeit oder dem Spiegel all diese Publikationen abonnieren und mich dadurch mittelfristig binden. Ich denke immer noch, dass Micropayment, Bezahlung fĂŒr einzelne Artikel oder Schwerpunkte, sinnvoll ist und zur Finanzierung beitragen kann.

Ich bin ein Nutzer von Flipboard. Die App sammelt und aggregiert Inhalte von sozialen Medien und Websites und prĂ€sentiert diese in einem magazinĂ€hnlichen Layout, durch das Nutzer „flippen“ (blĂ€ttern) können. Flipboard generiert personalisierte Nachrichtenfeeds basierend auf den von mir eingegebenen Interessen und Likes.

Seit wenigen Wochen bin ich extrem genervt, dass in „meinem“ Flipboard vermehrt Artikel oben genannter „QualitĂ€tsmedien“ auftauchen, die eben hinter einer Paywall liegen. An die komme ich nur heran, wenn ich ein Abo abschließe. Ja, ich wĂŒrde einzelne BeitrĂ€ge bezahlen, wenn ich es könnte. Geht aber nicht. Es muss laut Vorgabe der Verlage ein Abo sein.

Sie trauen sich an Micropayment pro Artikel oder Heft nicht heran

Es gibt viel zu wenige löbliche Ausnahmen, wie beispielsweise die monatlich erscheinenden BlĂ€tter fĂŒr deutsche und internationale Politik. Dort kann ich online ein ganzes Heft in Print oder digital kaufen, aber auch einzelne Artikel erwerben. Das tue ich dann auch. Und mir sind natĂŒrlich – und da schließt sich der Kreis – die freien Textangebote von T-Online oder eben der Öffentlich-Rechtlichen wichtig. Und deshalb hoffe ich, dass die Texte im Web und in den Apps von ARD und ZDF erhalten bleiben. Schließlich zahle ich meinen Rundfunkbeitrag. Doch sollte dieser nicht anders heißen? Aber das wĂ€re jetzt eine andere Diskussion.

Texte im Web, Aboschranken beim Spiegel. Heute bin ich ĂŒber diesen frei zugĂ€nglichen Beitrag auf Spiegel Online gestolpert. Demzufolge gab es vor 30 Jahren den Online-Urknall: „Am 25. Oktober 1994 ging der SPIEGEL als weltweit erstes Nachrichtenmagazin ins World Wide Web. Die Website wurde zum Treiber eines Prozesses, der die Medienlandschaft von Grund auf verĂ€ndern sollte.“

Die Berichterstattung ĂŒber 9/11 markiert laut Beitrag einen Wendepunkt: Online-Medien etablierten sich als primĂ€re Nachrichtenquelle. Die Kombination aus Schnelligkeit und Hintergrundberichterstattung sei zum neuen Standard geworden, und die traditionelle Medienlandschaft musste sich neu orientieren. Diese Entwicklung, die mit dem Start von Spiegel Online 1994 begann, habe die Medienlandschaft grundlegend verĂ€ndert und das Zeitalter des digitalen Journalismus eingelĂ€utet.

Putin, Musk und Konsorten lachen sich ins FĂ€ustchen

Vielleicht befinden wir uns heute wieder an einem Wendepunkt. Vielleicht fĂŒhren alte MĂ€nner und Frauen Scheingefechte ĂŒber Textangebote im Netz, wĂ€hrend sich „die Jungen“ primĂ€r ĂŒber Videos und Audio, ĂŒber TikTok, YouTube und Instagram informieren? Kann durchaus sein. Doch aufgrund der unterschiedlichen Weisen, wie sich Leute informieren, ist es besonders wichtig, dass möglichst einfach Texte, Audio und Video mit hohem Informations- und AufklĂ€rungsgehalt verfĂŒgbar sind, frei oder einfach zu bezahlen, ohne in Kosten- und Abofallen zu laufen. Fake News, Desinformation und LĂŒgen stellen Putins Kolonnen, China und der Iran, aber auch Demokratiefeinde wie Trump und Murks kostenlos zur VerfĂŒgung. Deshalb brauchen wir die Öffentlich-Rechtlichen auch weiterhin. Und wir brauchen deren presseĂ€hnliche Text und sollten die Beitragserhöhung bewusst mittragen.

https://stefanpfeiffer.blog/2024/10/27/presseahnliche-texte-und-paywalls-kummern-putin-trump-musk-co-einen-dreck/

#ARD #ÖRR #Micropayment #Paywalls #PresseĂ€hnlichkeit #Propaganda #Rundfunk #Rundfunkreform #Spiegel #ZDF

Rundfunkbeitrag soll 2025 um 58 Cent steigen

ARD, ZDF und Deutschlandradio werden ĂŒber den Rundfunkbeitrag finanziert. Ab 2025 soll der auf 18,94 Euro pro Monat steigen. Das empfiehlt die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten - kurz KEF. Nun entscheiden die LĂ€nder.

tagesschau.de
"Denn neben dem #Journalismus kriselt auch noch etwas anderes: die #Demokratie. Dass Menschen sich niedrigschwellig verlĂ€sslich darĂŒber informieren können, was um sie herum aus welchen GrĂŒnden passiert, ist eine Grundvoraussetzung fĂŒr eine demokratische #Gesellschaft. Wenn nun ĂŒberall wichtige Informationen hinter #Paywall|s stecken, fĂŒllen #Demagoge|n die LĂŒcken im Sinne ihrer eigenen Agenda" #netzpolitik #ÖRR #presseahnlichkeit #rundfunkreform #rundfunkstaatsvertrag
https://netzpolitik.org/2024/streit-um-ard-zdf-und-co-wir-muessen-ueber-journalismus-fuer-alle-reden/?via=nl#netzpolitik-pw
Streit um ARD, ZDF und Co.: Wir mĂŒssen ĂŒber Journalismus fĂŒr alle reden

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk soll weniger Textinhalte produzieren dĂŒrfen. So sieht es zumindest der Entwurf fĂŒr einen Reformstaatsvertrag vor. Dabei wĂ€re es höchste Zeit, das anachronistische Konzept der PresseĂ€hnlichkeit zu verbannen und ĂŒber ganz andere Fragen nachzudenken. Ein Kommentar.

netzpolitik.org
@annskaja Ich verlange vor allem mal eine #Aufarbeitung: Wer hat denen abermals die unsÀgliche VerschÀrfung bei der #PresseÀhnlichkeit und dem #Sendungsbezug in den Vertrag diktiert und warum kuschen die MinisterprÀsidenten davor?
Angebliche #presseahnlichkeit öffentlich-rechtlicher Digitalangebote zu unterbinden ist besonders vor dem Hintergrund von Desinformation, Propaganda und Rechtsextremismus im Internet ein Irrweg.
Weitere Infos in der PM: www.djv.de/news/blog/blog-detail/online-ohne-inhalte/

Wie viel Text dĂŒrfen öffentlich-rechtliche Sender online veröffentlichen?

LĂ€nder planen Regeln fĂŒr #ARD und #ZDF: Textangebote im Netz sollen eingeschrĂ€nkt werden
https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/reformstaatsvertrag-presseaehnlichkeit-online-100.html?at_medium=mastodon&at_campaign=tagesschau.de

#ÖRRbewegen #Reformstaatsvertrag #ÖRR #PresseĂ€hnlichkeit

LĂ€nder planen enge Regeln fĂŒr Online-Texte von ARD und ZDF

Wie viel Text dĂŒrfen öffentlich-rechtliche Sender online veröffentlichen? Die MinisterprĂ€sidenten beraten ĂŒber einen Reformentwurf, der enge Regeln vorsieht. FĂŒr <em>tagesschau.de</em>, <em>sportschau.de</em> und andere Angebote wĂ€ren die Auswirkungen massiv.

tagesschau.de
KĂŒhn: "Begriff 'PresseĂ€hnlichkeit' ist schwierig"

Die öffentlich-rechtlichen Medien haben vom Gesetzgeber den Auftrag bekommen, auch im Netz Inhalte anzubieten, so NDR Justiziar KĂŒhn. Das einengende Urteil des OLG Köln will er anfechten.

NDR Mediathek

#BR24 #MEDIEN:
#Reformstaatsvertrag: was sich bei #ARD und #ZDF Àndern soll
https://www.br.de/mediathek/podcast/br24-medien/reformstaatsvertrag-was-sich-bei-ard-und-zdf-aendern-soll/2098306
In der Sendung geht es um diese vier Hauptpunkte: #Finanzierung, #Streichungen, die #PresseÀhnlichkeit, die #Mediatheken.

Die Schlagzeilen waren groß: Einige ARD-Radiosender und TV-Spartensender sollen wegfallen, welche genau wird erst noch entschieden. #3Sat soll mit #Arte verschmelzen. Ob der höhere #Rundfunkbeitrag kommt, ist noch immer unklar. 


Reformstaatsvertrag: was sich bei ARD und ZDF Àndern soll - BR24 Medien | BR Podcast

In der Sendung geht es heute um diese vier Hauptpunkte: Finanzierung, Streichungen, die PresseĂ€hnlichkeit, die Mediatheken. Die Schlagzeilen waren groß: Einige ARD-Radiosender und TV-Spartensender sollen wegfallen, welche genau wird erst noch entschieden. 3Sat soll mit Arte verschmelzen. Ob der höhere Rundfunkbeitrag kommt, ist noch immer unklar. Geht es nach dem Entwurf zum Reformstaatsvertrag sollen sich die ÖRR in Zukunft im Digitalen auf Video und Audio konzentrieren, Text ist nur sendungsbegleitend möglich. Aber auch hier ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Und es soll eine große gemeinsame Techplattform entstehen, auf der man alle Inhalte findet, vielleicht sogar auch die von privaten Anbieter. In der Sendung sind unter anderem zu hören, Heike Raab, die StaatssekretĂ€rin in der Staatskanzlei Rheinland-Pfalz aber eben auch Koordinatorin der Rundfunkkommission. Außerdem Hubert Krech, Sprecher der Agra, der Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen RedakteursausschĂŒsse. Und auch Gurdun Riedl, Redaktionsleiterin BR24 Shownotes: https://rundfunkkommission.rlp.de/rundfunkkommission-der-laender/kontaktformular https://rundfunkkommission.rlp.de/fileadmin/rundfunkkommission/Dokumente/ReformStV/ENTWURF_Synopse_ReformStV_Anhoerungsfassung_09-26-2024_ofin26.pdf

BR Podcast