Pirahã, determinismo linguístico e balela | Rebatendo João Carvalho
https://www.youtube.com/watch?v=s-sWYaC4Yyw
#joãocarvalho #pirahã #piraha #AndréMachado #linguística #linguistica #Chomsky #Everett


@peer Also mir ging es im ursprüngliche Tröt um Hausarbeiten und darum, was zukünftige Wissenschaftler*innen gelernt haben sollten. Da ist jetzt gängige wissenschaftliche Praxis überhaupt noch nicht mit dabei. Natürlich gab es gerade in der Chomskyschen Richtung immer Menschen, die gesagt haben, alles was Chomsky sagt, ist richtig. Das hilft der Wissenschaft nicht unbedingt weiter, aber Chomsky hat seine Community immerhin von 1957 bis zu seinen letzten Veröffentlichungen (2013?) getragen. Es war auch ein Arbeitsbeschaffungsprogramm, weil man seine Theorie alle fünf Jahre ändern konnte, weil sich die Grundannahmen wieder geändert hatten. So konnte man sein ganzes Leben an Partikelverben forschen. Zum Beispiel.
Ich hatte vorhin meinen Tröt abgeändert und Dummheit durch Unwissenheit ergänzt. Man kann ja erst mal niemandem vorwerfen, dass er vor dem Studium nichts weiß. Dumm wird es dann nur, wenn er oder sie versucht, das Lernen zu umgehen. Und wenn man dann so wenig über das Fach selbst und über die Tools, die man verwendet, weiß, dass man einfach Leichtgläubig annimmt, dass die KI das schon weiß und man einen schwachen, inkonsistenten und offensichtlich zusammenfantasierten Text abgibt, tja, dann gibt es ein Problem.
Solche Texte werden übrigens auch zu Konferenzen eingereicht. Das wird in Laberfächern zunehmend zum Problem werden. HPSG ist eher wie Mathe. Da kann man diese Submissions leicht aussortieren.
Zu Wissenschaftlern habe ich sonst gar nichts geschrieben. Ich weiß nicht, was Du da meinst.
#Everett ist als Missionar zu den #Piraha gegangen. Die Missionare kriegen eine sehr gute linguistische Ausbildung vom Linguistic Summer Institute, so dass sie dann Sprachen ohne gemeinsame Sprache lernen können. Everett war lange vor Ort und kennt die Sprache und Kultur.
Nach dem großen Skandal mit #Chomsky waren auch Ted Gibson und Uli Sauerland dort. Aber das ist nicht vergleichbar mit dem, was Everett gemacht hat. Ich denke, dass weder Sauerland noch Gibson die Sprache können. Vielleicht haben Sie mit Informanten gearbeitet, die inzwischen Portugiesisch können. Das weiß ich nicht genau. Müsste man mal nachlesen. Jetzt ist das Gebiet, so weit ich weiß dicht und es darf gar keiner mehr hinfahren.
Was das alles jetzt aber mit ChatGPT zu tun haben soll, verstehe ich nicht.
Ansonsten: Danke für den Link! Sicher sind die Gründe für Betrug zahlreich. Die Unwissenheit spielt dann nach der Anwendung der Tools eine Rolle: Wenn sie etwas wüssten, könnten sie sehen, dass der Text Mist ist. Dazu müssten sie aber Texte lesen. Das versuchen sie aber gerade zu vermeiden. Also eine paradoxe Situation.
Und letzter Punkt: Es macht Spaß, alternative Theorien zu zerlegen. Den Fehler zu finden, einer Intuition zu folgen und dann nachweisen zu können, dass die Theorie XY nicht funktioniert. Das ist der große Vorteil an Chomskyschen Theorien und allem, was sich daraus entwickelt hat. Es ist formal (sollte es jedenfalls sein) und kann widerlegt werden. Das ist Fortschritt.
Es macht aber keinen Spaß mit LLMs zu diskutieren. Das ist sinnlos. Ihre Schöpfer werden nur sagen: Ja, ok, danke: Warte auf das nächste Update, da haben wir noch ein Terrabyte mehr Daten berücksichtigt, dann wird das besser.
1/ Ich schaue ja jedes Jahr mit den Student*innen zu Weihnachten den Film The #Grammar
of Happiness.
https://youtu.be/5NyB4fIZHeU?si=ougAx25nT5DvNBB0
Ein toller Film über Dan Everett und die #Piraha, ein Volk, das in #Brasilien im Amazonasgebiet lebt. Sie leben dort an einem Fluss und haben Fisch und Wildschweine und Affen. Über Nahrung brauchten sie sich keine Sorgen zu machen.
Doch wer die Nachrichten über die Klimakatastrophe verfolgt hat, wird sich erinnern, dass die Flüsse in Brasilien dieses Jahr extrem wenig Wasser hatten.
Die Happiness trocknet einfach aus, die Fische sterben.
Im Film sieht man, wie die Regierung das Dorf verändert hat. Es gibt Fernsehen, einen Generator. Die Kinder lernen Portugiesisch. Ein Junge sagt zu seinem Vater. Mach Dir keine Sorgen. Ich werde bleiben. Ich kann schon mit dem Bogen schießen.
Der Junge wird früher oder später gehen müssen. Die Glückseligkeit ist vorbei. Wir haben sie zerstört. Die Piraha können nichts dafür. Sie haben nur immer an diesem Fluss gelebt.
3/ Wie in 1/ gesagt: #LinguisticWars. For nothing.
Das Ganze ist eine #Festschrift für Dan Everett. Language Science Press macht aber keine Festschriften. Das hatte ich den Herausgeber*innen auch so gesagt. Festschriften nerven. Sie verursachen viel Arbeit und enthalten merkwürdige Aufsätze einer merkwürdigen Textgattung von zweifelhaftem wissenschaftlichem Wert. (Diese hat natürlich nur tolle Beiträge …) Language Science Press hatte deshalb schon immer die Policy: Ihr könnt ein anständiges Buch machen und das jemandem schenken. Dieses Buch darf nicht Festschrift heißen, denn wir machen keine Festschriften. Das hat nicht so ganz geklappt, so dass es so einige Undercover-Festschriften gibt.
Im aktuellen Fall hat mir Geoff Pullum dann irgendwann einen Link auf eine Workshop-Seite zu Dan Everetts Festschrift-Workshop geschickt. Ich bin fast hintenüber gefallen.
Ich habe das gemacht, was ich immer mache: Absurde Aktion. Ich habe gesagt: Wir machen eine Festschrift. Die erste offizielle und die letzte und ich schreibe was dazu.
Das ist der Artikel:
https://zenodo.org/records/12665903/files/434-GibsonPoliak-2024-0.pdf?download=1
Über #Chomsky, den Machtmissbrauch des größten Anarchisten und seiner Kumpels und über Universalien. Das war ja der große Streit mit Everett um das #Pirahã. Chomsky: In allen Sprachen kann man prinzipiell beliebig lange Sätze bilden. Everett: Nee, im Piraha geht das nicht.
An den Universalien hängen ja Chomskys Behauptungen zur Universalgrammatik und angeborenem sprachspezifischen Wissen. Typolog*innen sagen, dass es keine gibt. Nur Tendenzen, für die sich aber andere Erklärungen finden lassen.
Ich habe jetzt ein Universal gefunden. Allerdings auf Text-Ebene: Festschriften erzeugen immer unendlich viel Arbeit. Nach meiner Vermutung gilt das auch für das Piraha. Das erkläre ich in meinem Aufsatz und auch wieso wir nie wieder eine machen und Dan Everett also der einzige Mensch auf diesem Planeten sein wird, der jemals eine offiziele Language Sciene Press-Festschrift bekommen hat.
Also. Lest den Artikel mal. Und schreibt keine Festschriften! Und wenn doch, veröffentlicht die bei #DeGruyter.
Viel Spaß!
1/ Hier, Ihr dürft schon mal gucken. Das ist die Festschrift für Dan Everett. Das ist der Mann, der bei den #Pirahã gelebt hat und ihre Sprache erforscht hat. Wir hatten hier mal über den Film gesprochen. Everett war Missionar, aber die Pirahã haben ihn dann zum Atheisten gemacht.
Everett hatte nach seinen Veröffentlichungen zu Pirahã und Rekursion ein bisschen Stress mit #Chomsky und friends. Wird im Buch ausführlich besprochen. Unter anderem von #Pullum. Die Geschichte ist schon haarsträubend.
Meiner Meinung nach ist diese ganze Geschichte unnötig gewesen. Merge gibt es auch in Chomskyschen Grammatiken für's Pirahã, fertig.
*What is "time," and why did anybody learn to measure or care about time, because, well, you don't actually have to #Piraha #atemporality #anumerality
1/ Heute gibt es einen Workshop zu Ehren von Dan Everett. Mit Starbesetzung: Gibson, Goldberg, Pullum, Van Valin, Marianne Mithun, Bob Levine, ...
https://tedlab.mit.edu/everett_festschrift_2023.html
(Wenn ich mich nicht verrechnet habe, müsste es 15:00 unserer Zeit anfangen. Es gibt einen Zoom-Link.)
Ich hatte ja vor einiger Zeit schon mal den Link zum Film über #Piraha gepostet. Darin kann man auch einige der Anwürfe und der Zerstörungsversuche sehen.
Demnächst wird bei @langscipress ein Buch erscheinen und ich habe Pullums Beitrag schon gelesen. Es ist erschütternd diese ganze Geschichte noch mal so zusammengefasst zu sehen.
Es geht um #Macht und Machtmissbrauch der Chomskianer und von #Chomsky selbst. Das alles ist so eklig. Es zeugt in keinem Fall von Größe. Und es ist auch armselig von den entsprechenden Chomsky-Fans.