Thorsten Nagelschmidt "Der Abfall der Herzen"
Neulich hatte ich noch gepostet, dass mich Ende der Neunziger Muff Potter oft auf dem Plattenteller begleitet hat. Es lag also nahe, endlich mal dieses Buch zu lesen, in dem der Sänger von Muff Potter - damals noch Nagel genannt - autobiographisch vom Sommer 1999 berichtet.
2015 blickt er anhand seiner Tagebücher und Interviews mit damaligen Freund:innen auf diesen prägenden Sommer zurück. Auf die zusätzliche 2015-Reflektionsebene hätte ich gut verzichten können, umso besser finde ich das, was er von 1999 erzählt: Wie er und sein Freundeskreis in den Tag hineinleben, auf Punk-Konzerte gehen und gegenüber jeglicher Zukunft völlig sorg- und planlos sind. Und wie die Liebe Freundschaften auf eine (zu) harte Probe stellt.
Was Nagel in diesem Buch schildert hat in mir viele Erinnerungen geweckt, denn was ich mit meiner Crew in besagtem Sommer erlebt habe, hat erstaunlich viele Parallelen zu der Handlung im Buch. Wir hatten bspw. auch einen zentralen Treffpunkt (im Buch ist es die WG von Nagel), wo alle kamen und gingen, wie es grad passte. Es gab eine Band (leider bei weitem nicht so gut und bekannt wie Muff Potter) und wir waren ständig zusammen auf Konzerten unterwegs. Und auch bei uns gab es amouröse Verwicklungen, die wie im Buch nicht gut ausgingen...
Thorsten Nagelschmidt hat einen Schreibstil, den ich sehr mag. Er vermittelt in diesem Roman gekonnt das Lebensgefühl der Zeit kurz vor der Jahrtausendwende.









