Wenn es in den Abendstunden im Gebüsch schnauft und faucht, handelt es sich zu dieser Jahreszeit vermutlich um liebestolle Igel 🦔. Während ihrer Fortpflanzungszeit von Ende April bis Ende August begeben sich die Männchen des heimischen Braunbrustigels auf Partnerinnensuche.

Außerhalb der Paarungszeit sind Igel Einzelgänger und verteidigen ihr Territorium gegenüber Artgenossen. Auf der Suche nach einer Partnerin legen Igelmännchen bis zu fünf Kilometer pro Nacht zurück 🐾.

Hat das Männchen eine Igeldame gefunden, umwirbt es sie heftig. Dabei gibt er eine Vielzahl von Geräuschen von sich und umkreist das Weibchen teilweise stundenlang. Dieses Balzverhalten wird auch als „Igelkarussell“ bezeichnet.

Häufig lässt die Igelin den Verehrer zunächst abblitzen und hält ihn mit ihren Stirnstacheln auf Abstand. Sobald sie nachgibt, beginnt die eigentliche Paarung.

War die Paarung erfolgreich, bekommt das Igelweibchen nach ca. 30 bis 40 Tagen zwei bis sieben Junge. Die kleinen Igel haben bereits etwa 100 Stacheln, die noch sehr weich und weiß sind. Ausgewachsene Igel tragen rund 8000 braungelbe bis graue Stacheln. Die Igeljungen werden rund 42 Tage gesäugt, bevor sie selbständig auf Futtersuche gehen und ihre Mutter Ende September verlassen, um sich ein eigenes Gebiet zu suchen.

Leider lässt der Paarungstrieb vor allem die Igelmännchen oft unvorsichtig werden, auch beim Überqueren von Straßen. Seid also in dieser Zeit bitte besonders vorsichtig und achtet auf die kleinen Stachelkugeln 💚.

Habt ihr schon einmal ein Igelkarussel gesehen? 🦔🎠

#lbv_bayern #artenschutz #natur #naturschutz #igel

Falls ihr in letzter Zeit beim Spazierengehen oder im #Garten solche an #Halloween erinnernden eingewebten Sträucher gesehen habt: keine Sorge! Die Verantwortlichen dieser Webkunst sind absolut harmlos.

Auch wenn die silbrig glänzenden Schleier, die derzeit wieder vielerorts über Bäumen und Sträuchern liegen, gespenstisch aussehen, sind sie nicht gefährlich. 👻

Die fleißigen Spinner sind die geselligen Raupen der Gespinstmotte. 🐛 Zum Schutz vor Fressfeinden und Wetter spinnen sie sich großflächig ein. Unter dieser Schutzhülle fressen sie die Gehölze vollständig ab.

🌳Am liebsten gehen die kleinen Tiere dabei auf Traubenkirschen. Aber auch Weißdorn, Pfaffenhütchen, Pappeln oder Weiden sind bisweilen mit einem dichten Gespinst überzogen. In Ausnahmefällen werden auch Obstbäume befallen.

Den befallenen Gehölzen schadet der Kahlfraß nicht. Noch im gleichen Jahr treiben sie mit dem sogenannten Johannistrieb um den 26. Juni herum wieder aus. Zu diesem Zeitpunkt haben sich die Raupen bereits verpuppt oder sind als Falter schon ausgeflogen. 🦋🌱

Im Gegensatz zu den hochallergenen Raupen der #Eichenprozessionsspinner sind die der Gespinstmotte für den Menschen vollkommen unschädlich! Harmlose Spinner also. 😉

Außerdem sind sie Nahrung für etwa 80 verschiedene Insektenarten und auch für Singvögel ein gefundenes Fressen. 🐦

Wer diese Raupen also in seinem Garten findet, sollte sie auf keinen Fall mit Pestiziden vergiften, da sich das auch negativ auf ihre natürlichen Feinde auswirkt. Besser ist es, die Raupen vor dem Ausbilden der Gespinste abzusammeln. Falls Obstbäume befallen sind, besteht keine Gefahr eines flächendeckenden Kahlfraßes, denn die Tiere sind speziell an ihre Futterpflanzen angepasst und verhungern, wenn sie von anderen Strauch- und Baumarten fressen.

Habt ihr die Gespinstmotten schon bei euch gesehen? 🩷

#lbv_bayern #artenschutz #naturschutz #vogelschutz #gespinstmotten

Nationalparke sind die wildesten Orte, die wir in #Deutschland noch haben. Orte, an denen der Mensch nicht alles kontrolliert. An denen Wälder alt werden, Flüsse sich verändern dürfen und #Natur wieder ihren eigenen Rhythmus findet.

Unter dem Leitsatz „Natur Natur sein lassen“ schützen Bayerns Nationalparke nicht nur seltene Arten und Lebensräume — sie zeigen auch, wie widerstandsfähig Natur sein kann, wenn wir ihr Raum geben.

🌲 Der #Nationalpark Bayerischer Wald liegt im größten zusammenhängenden Waldgebiet Mitteleuropas entlang des Grenzgebirgskamms zwischen Bayern und Böhmen. Trotz jahrhundertelanger Nutzung haben viele Wälder hier bis heute einen erstaunlich hohen Grad an Naturnähe bewahrt.

Zwischen Fichtenwäldern, Bergmischwäldern, Mooren, Bächen und ehemaligen Hochweiden leben Luchs, Wanderfalke, Auerhuhn sowie Dreizehen- und Schwarzspecht und der kleine Rauhfußkauz.

Besonders spannend: Als der Borkenkäfer in den 1990er Jahren große Teile der Hochlagenwälder befiel, entschied man sich nach heftigen Diskussionen vielerorts gegen menschliche Eingriffe. Heute zeigt sich dort eindrucksvoll, was das bedeutet: Junge Wälder wachsen nach, Totholz schafft Lebensräume und vielerorts entstehen wieder urwaldartige Strukturen.

Mit rund 24.000 Hektar ist der Nationalpark #BayerischerWald heute Deutschlands größter Waldnationalpark.

⛰️ Der Nationalpark #Berchtesgaden schützt als einziger Alpen-Nationalpark Deutschlands eine einzigartige Hochgebirgslandschaft mit steilen Felswänden, tiefen Tälern und kristallklaren Gebirgsbächen.

Nationalparke sind die Kronjuwelen des Naturschutzes.

Sie bewahren nicht nur Natur, sie schaffen auch Orte des Staunens, Lernens und Durchatmens. Und vielleicht braucht Bayern genau deshalb den Mut für einen dritten Nationalpark. Großflächige Schutzgebiete sind eine Investition in #Artenvielfalt, #Klimaresilienz und in kommende Generationen.

Denn manche Orte sind zu wertvoll, um sie nur nach ihrem Nutzen zu beurteilen.

Welcher Ort in der Natur fühlt sich für euch noch wirklich wild an?

#lbv_bayern #Nationalpark #TagDesParks

🌞 Am Pfingstwochenende verschlägt es besonders viele Naturfreundinnen und Naturfreunde ins Grüne und damit auch häufig an und auf heimische #Gewässer. Besonders groß ist der Besucherdruck in Bayern dann im Voralpenland.

Was für uns Menschen eine angenehme Erholung vom hektischen Alltag ist, bedeutet für viele #Vögel genau das Gegenteil. Bedrohte bodenbrütende Vogelarten wie der Flussuferläufer und der Flussregenpfeifer werden durch Wanderer, Paddler, Badegäste oder Hunde aufgeschreckt. Das ist besonders problematisch, da um diese Zeit die Küken aus den Eiern schlüpfen.

In den betroffenen Gebieten sind daher sensible Bereiche mit Hinweisschildern gekennzeichnet. Durch einige einfache Verhaltensregeln könnt ihr die Schönheit der Flüsse erleben, ohne die Vögel zu stören:

🚶 Bleibt auf den Wegen, beachtet Hinweisschilder und Sperrungen.
🐶 Führt Hunde an der Leine.
😶 Verhaltet euch ruhig und vermeidet unnötigen Lärm.

Auf diese Art können wir an Pfingsten respektvoll mit der Natur umgehen🫶. Klärt auch gerne andere Erholungssuchende über Verhaltensregeln zum Schutz der Vögel auf.

Welche Naturerlebnisse habt ihr für Pfingsten geplant? 🌄

#lbv_bayern #vogelschutz #natur #naturschutz #pfingsten

Ein Tropfen Wasser. Ein kurzer Augenblick. Einer, den man nie vergisst. 💧

Der #Erlenzeisig im Bild hebt den Blick mitten im Alltag der #Natur. Oft übersehen wir solche Momente, die uns zeigen können, warum #Naturfotografie mehr ist als ein schönes Bild: Sie macht sichtbar, wie wertvoll und schützenswert die Vielfalt direkt vor unserer Haustür ist.

#Naturschutz wächst aus diesen Begegnungen. Aus Aufmerksamkeit. Aus dem Staunen über einen kleinen #Vogel am Brunnen. Und aus dem Wunsch, #Lebensräume zu erhalten, damit solche Augenblicke auch morgen noch möglich sind.

Diese besondere Momentaufnahme wurde beim #Fotowettbewerb zur #StundederGartenvögel eingereicht. Ohne lebendige Gärten und wilde Ecken für unsere Vogelwelt könnte ein so tolles Foto gar nicht entstehen. 🐦

Was war eure schönste Beobachtung im Garten oder allgemein in der Natur? 🤩🫶

#lbv_bayern #ornithologie #birdwatching

🐣 Momentan sieht man wieder häufig #Jungvögel auf dem Boden sitzen. Für unser Auge sehen diese kleinen gefiederten Tierchen vielleicht hilflos aus, aber das sind sie oft gar nicht.

Was für uns nach Hilfeschreien vermeintlich hilfloser Jungvögel klingt, sind in den meisten Fällen Bettelrufe an die Eltern. Denn diese befinden sich in der Regel in der Nähe und versorgen den Nachwuchs mit Futter. Die Kleinen lernen noch das Fliegen und halten sich daher häufiger als die #Altvögel in Bodennähe auf.

🚫Auch wenn man es gut meint, darf man niemals einen gesunden, jungen Vogel auf- oder mitnehmen. #Vögel sind #Wildtiere und durch das #Bundesnaturschutzgesetz geschützt. Außerdem suchen die Elterntiere noch bis zu 24 Stunden nach ihren vermissten Jungen.

ABER: Es gibt drei Ausnahmen, in denen menschliche Hilfe angebracht ist. Wenn der Vogel äußerlich verletzt ist, könnt ihr bei einer #Tierarztpraxis oder einer #Tierschutzorganisation um Rat fragen. Auch bei Vögeln, die noch nicht vollständig befiedert sind, ist Hilfe angesagt. Dann handelt es sich um einen #Nestling, der vermutlich aus dem Nest gefallen ist und noch nicht fliegen kann. Wenn ihr das Nest erreichen könnt, setzt ihn dorthin zurück. Falls das nicht geht, gilt auch hier wieder externe Hilfe einzuholen.

Bei flüggen Jungvögeln braucht man sich in der Regel keine Sorgen zu machen. Wartet ab und beobachtet mindestens eine Stunde lang, ob sich die Altvögel um das Kleine kümmern. Falls ihr aber Katzen in der Nähe bemerkt oder sich der Vogel an einer Straße befindet, könnt ihr ihn in Hörweite des Fundorts erhöht vorsichtig ins nächste Gebüsch setzen. Dort finden ihn die Elternvögel wieder.

Übrigens: Auch wenn sich das Gerücht hartnäckig hält: Vögel nehmen ihre Jungen trotz menschlicher Berührung wieder an.

Das Wichtigste ist, zunächst gründlich abzuwägen, ob ein Handeln eurerseits notwendig und angemessen ist. Meist müsst ihr nichts tun. Es reicht Abstand zu halten und einfach zu beobachten. 🧡

Mehr Infos auf 👉 lbv.de/vogel-gefunden

#lbv_bayern #artenschutz #naturschutz #vogelschutz #birding #ornithologie

#wanderfalken
Vier Jungtiere in Lauf an der Pegnitz, erste tapsigse Erkundungen des späteren Ausgangs in die Freiheit, und immer wieder die liebevolle Mama, die mit mundgerechten Stücken füttert.
Webcam: https://nuernberg.lbv.de/kg-n%C3%BCrnberg-1/wanderfalken-webcam/
Video vom 30.04., jetzt sind sie schon wieder gewachsen.
#lbv_bayern

🦇 Wann kommt das erste Hufi-Baby zur Welt?

Zwischen Frühling und Sommer ist es so weit: In Hohenburg werden die ersten Jungtiere der Großen Hufeisennasen geboren – einer der seltensten Fledermausarten Deutschlands. Und ihr könnt mitfiebern!

👉 Macht mit bei unserem Gewinnspiel:

Schätzt das Geburtsdatum des ersten „Hufi“-Babys und sichert euch die Chance auf tolle Preise!

Das könnt ihr gewinnen:
🥇 Private Führung im LBV-Fledermaushaus in Hohenburg
🥈 Fledermauskasten aus unserem LBV-Naturshop
🥉 Kosmos Naturführer „Fledermäuse Europas“
✨ plus: eine LBV-Geschenkmitgliedschaft für alle Gewinnerinnen und Gewinner

Warum das wichtig ist: Die Große Hufeisennase ist stark gefährdet – in ganz Deutschland gibt es nur noch eine Wochenstube. Dank unserer Schutzmaßnahmen ist die Kolonie in Hohenburg von nur 37 Tieren im Jahr 1992 auf aktuell rund 800 gewachsen. Ein starkes Zeichen dafür, dass Naturschutz wirkt. 🖤

👀 Extra spannend: Über unsere Hufi-Webcams könnt ihr das Geschehen live verfolgen – Naturkino pur 👉 https://www.lbv.de/hufeisennase-webcam/

So macht ihr mit: Gebt euren Tipp über unsere Website ab 👉 https://www.lbv.de/hufi-gewinnspiel

#lbv_bayern #GroßeHufeisennase #Artenschutz #Naturschutz #Gewinnspiel #Fledermäuse

Jeden Frühling wiederholen sich erstaunliche Szenen an unseren Fenstern: Vogelmännchen fliegen immer wieder gegen Scheiben und zeigen dabei scheinbar aggressives Verhalten. Dieses Phänomen ist als „Spiegelfechter“ bekannt – und es hat seinen Ursprung in der Balz- und Brutzeit.

Während dieser Zeit verteidigen viele Männchen ihr Brutrevier vehement gegen Artgenossen. Das Spiegelbild in Fenstern wird dabei als Eindringling missverstanden und energisch attackiert – oft über Tage oder sogar Wochen hinweg. Besonders betroffen sind Arten wie Gimpel, Amseln oder Meisen, aber auch größere Vögel wie Elstern oder Krähen zeigen dieses Verhalten.

Obwohl sich die Tiere dabei in der Regel nicht verletzen, bedeutet das Verhalten Stress, kann zur Erschöpfung führen und ist auch für Hausbesitzer und -besitzerinnen nicht unproblematisch. Größere Vögel können durch ihre wiederholten Angriffe Scheiben oder Fensterdichtungen beschädigen.

Was hilft? Wirkungsvoll ist alles, was großflächige Spiegelungen verhindert. Ideal sind:
📦 Stoffe oder Kartons an der Außenseite der Scheibe,
🪟 außen angebrachte Fliegengitter,
🖼️ engmaschige Vorhänge oder Jalousien.

Weniger hilfreich sind Greifvogelsilhouetten oder punktuelle Aufkleber – sie verändern die Spiegelung nicht ausreichend. Der Vogel greift dann einfach eine andere Stelle an.

Ab Juni, wenn die Jungvögel geschlüpft sind, endet das Verhalten meist von selbst. Bis dahin kann jeder mit einfachen Mitteln dazu beitragen, Stress und unnötige Energieverluste bei den Vögeln zu vermeiden.

#lbv_bayern