Das #Vertrauen in den #Staat und seine #Fähigkeit, #Probleme zu lösen, #fällt nämlich ins #Bodenlose.
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Medizinische Versorgung in NRWFünf Jahre Landarztquote – Laumanns Bilanz fällt positiv aus
Von Susanne Rohlfing19.09.2024, 16:21 Uhr
Lesezeit 3 MinutenIn vielen ländlichen Regionen in NRW werden dringend junge Hausärzte gesucht.
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Nicht nur in ländlichen Gebieten wie Eifel oder Bergischem Land zeichnet sich ein Hausarzt-Mangel ab, auch Köln Chorweiler ist betroffen.
In vielen ländlichen Regionen werden dringend junge Hausärzte gesucht, denn es deutet sich bereits ein Mangel an, der in den nächsten Jahren dramatisch werden könnte. Mehr als die Hälfte der 11.000 Hausärztinnen und -ärzte in NRW ist nach Angaben der Landesregierung über 55 Jahre alt. Um dem drohenden Notstand entgegenzuwirken, hat NRW daher vor fünf Jahren die sogenannte „Landarztquote“ eingeführt. Rund 180 Medizinstudienplätze pro Jahr werden seither nicht allein auf Basis der Abiturnote vergeben. Wer einen solchen Quotenplatz erhält, verpflichtet sich im Gegenzug, eine Facharzt-Weiterbildung als Allgemeinmediziner oder Internist zu machen und anschließend für mindestens zehn Jahre in einer mit Hausärzten unterversorgten oder von Unterversorgung bedrohten Region zu arbeiten.
„Die Landarztquote ist sehr gefragt und nicht mehr wegzudenken“, sagte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU). Er zog am Donnerstag eine positive Bilanz.
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Seit der Einführung zum Wintersemester 2019/2020 wurden so 1043 Studienplätze vergeben, dafür hatte es 4825 Bewerbungen gegeben. Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann zog am Donnerstag in Bochum ein positives Zwischenfazit und sagte: „Die Landarztquote ist sehr gefragt und nicht mehr wegzudenken.“ Aus den hohen Bewerberzahlen schließt er, „dass es viele junge Menschen gibt, die später einmal als Hausärztin oder Hausarzt auf dem Land arbeiten wollen“.
Wo die Mediziner fehlen: Eifel, Bergisches Land, Köln Chorweiler
Laumann betonte: „Neben dem Hausarztaktionsprogramm, der Gründung der neuen Medizinischen Fakultät OWL an der Universität Bielefeld sowie der Verdopplung von Medizinstudienplätzen an der Universität Witten-Herdecke ist die Landarztquote ein weiterer wichtiger Baustein, um eine möglichst wohnortnahe hausärztliche Versorgung auch in Zukunft zu erhalten.“
Alles zum Thema Karl-Josef Laumann
Die in NRW zuständigen Kassenärztlichen Vereinigungen Nordrhein und Westfalen-Lippe haben jeweils Gebiete identifiziert, in denen bereits ein Mangel besteht oder sich auf Grund der Altersstruktur der ansässigen Hausärzte für die Zukunft abzeichnet. Wer sich dort als Hausarzt niederlässt, kann eine Förderung beantragen. In Nordrhein gilt das vor allem für Gemeinden am linken Niederrhein, in der Eifel und im Bergischen Land. Aber auch in Köln Chorweiler, Wesseling oder Brühl können Hausärzte, die eine Praxis eröffnen wollen, mit Unterstützung rechnen. In Westfalen-Lippe sind unter anderem Gemeinden im Sauerland und zwischen Oelde und Gütersloh als Fördergebiete ausgewiesen.
NRW war Vorreiter bei der Landarztquote
NRW war bei der Landarztquote Vorreiter. Inzwischen haben zehn andere Bundesländer eigene Programme dieser Art eingeführt. In NRW werden die ersten Quoten-Studentinnen und -Studenten in etwas mehr als einem Jahr ihren Abschluss machen. Bis sie ausgebildete Fachärzte sind, wird es allerdings mindestens weitere fünf Jahre dauern. Studentinnen und Studenten, die über die Landarztquote einen Medizinstudienplatz bekommen haben, äußern auch Kritik an dem Programm (siehe nebenstehendes Protokoll). Sie fühlen sich nicht gut begleitet und zu wenig über das weitere Prozedere nach der Facharztausbildung informiert.
Für sie ist der Vertrag mit dem Land oft die einzige Möglichkeit, ein Medizinstudium zu beginnen, da bei der Studienplatzvergabe neben der Abiturnote und dem Ergebnis des Medizinertests auch Vorerfahrungen im medizinischen, pflegerischen oder therapeutischen Bereich zählen. In einer zweiten Auswahlstufe werden dann personale und sozial-kommunikativen Kompetenzen sowie die Motivation geprüft. Der allgemeinmedizinische oder internistische Facharzt und ein Leben auf dem Land sind damit nicht unbedingt der Traum der Landarztquoten-Studentinnen und -Studenten. Viele wollen einfach nur Ärztin oder Arzt werden, haben aber eben kein Abitur mit 1,0 und kein herausragendes Ergebnis beim Medizinertest geschafft.
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Nach Jahren als freie (Sport-)Reporterin und der Berichterstattung von sechs Olympischen Spielen und so mancher Box-WM als Redakteurin in der Kölner Lokalredaktion angekommen und seither vor allem interessierte Beobachterin der Kommunalpolitik. Schreibt auch zu Gesundheits-, Umwelt-, Familien- und Sportthemen, ist Mutter von drei großartigen (was sonst?) Kindern und liebt Städte mit Fluss, besonders Köln und Wien.
Doch, die vom rechtsradikalen Ex-Verfassungsschutzchef Maaßen gerade erst gegründete WerteUnion, gibt es noch. Sie hat sich nicht wenige Tage nach ihrer Gründung schon wieder aufgelöst. Zwar gab es fast sofort einen großen Richtungsstreit und einige der prominentesten Mitglieder sind direkt wieder ausgetreten, aber die Partei glaubt noch an sich selbst. Der rechtsextremen AfD scheinen Fakten wie so oft allerdings völlig egal zu sein. Sie teilt einen SPIEGEL-Satirebeitrag, als sei der echt.
WerteUnion verliert noch rechtsradikalere Mitglieder
In der WerteUnion, die kürzlich auf dem Rheinschiff „Godesia“ bei Bonn offiziell als Partei gegründet wurde, herrscht ein Richtungsstreit, der bereits zu prominenten Austritten geführt hat. Der ehemalige Vereinsvorsitzende Max Otte und Markus Krall, beide eng mit Hans-Georg Maaßen verbunden, haben ihre Mitgliedschaft aufgekündigt. Max Otte wurde schon von der AfD als Kandidat für den Bundespräsidenten nominiert, Krall, der als „Crashprophet“ bekannt ist, verbreitet gerne Klimawandel-Fake News. Der Streit entzündete sich vor allem an der Frage, wie sich die neue Partei gegenüber der AfD positionieren soll.
Die Debatte um die politische Ausrichtung und die Beziehung zur AfD steht im Zentrum der Kontroverse. Parteichef Maaßen sieht die CDU als „Premiumpartner“, was zu erheblichem Unmut und einem Shitstorm in sozialen Medien führte. Niemand scheint etwas dagegen zu haben, theoretisch Mehrheitsbeschafferin für die rechtsextreme AfD zu sein, aber dass Maaßen im Zweifel lieber mit der CDU koalieren wolle, als mit den Rechtsextremen, war für Krall und Otte offenbar nicht extrem genug. Maaßen selbst wird vom Verfassungsschutz bereits als Rechtsextremist gespeichert.
SPIEGEL macht schlecht erkennbare Satire
Sich über diesen absurden Richtungsstreit der Rechtsaußen-Partei lustig zu machen, war für viele naheliegend. Der SPIEGEL wollte sich in einem Satire-Beitrag darüber lustig machen, dass die WerteUnion damit jetzt bereits gescheitert sei. Und ergänze dabei noch, dass Maaßen Böhmermann-Style sich als False Flag Geheimoperation enthüllt hätte, um die rechtsextreme Szene durch die Parteigründung zu spalten.
In dem Beitrag schrieb er das frei erfundene Zitat: »Ich habe die Parteigründung nur deshalb vorangetrieben, um rechtsextreme Gefährder dauerhaft zu binden und ihre Energie sinnlos verpuffen zu lassen.«
Leider ist die Satire sehr schlecht erkennbar und nirgendwo gekennzeichnet. Lediglich unten ist indirekt deutlich, dass es sich um eine wöchentliche Glosse handelt. Weder der Autor Kuzmany, der sonst auch sehr ernste Beiträge schreibt, noch der SPIEGEL sind allgemein für Satire bekannt. Viele Menschen sind deshalb auf den Beitrag hereingefallen, weil sie beim SPIEGEL einen seriösen Beitrag erwartet haben und nirgends ein „Satire“-Hinweis steht.
AfD Politiker scheint egal zu sein, dass es Satire ist
Der AfD-Rechtsextremist Jörg Donau, mit Landtagsmandat in Sachsen, scheint auf diese SPIEGEL-Satire hereingefallen zu sein. Die AfD Sachsen ist gesichert rechtsextrem und Dornau ist auch Mitglied des völkisch-nationalistischen Teils der AfD, dem auch Höcke angehört. In einem Tweet und in einem Facebook-Post zitierte er den Satire-Beitrag. Und präsentierte es gemeinsam mit einem eigenen Sharepic, als sei es eine Tatsache: „WerteUnion entpuppt sich als Geheimoperation“ behauptet er völlig wahrheitswidrig, ironischerweise mit einem Sharepic, auf dem er behauptet „Klartext“ zu reden.
Auch 21h nach Veröffentlichung und etlichen Hinweisen später darauf, dass es sich um einen Satire-Beitrag handelte, hat Dornau den Beitrag nicht gelöscht. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels ist der Beitrag immer noch sichtbar. Es ist durchaus wahrscheinlich, dass Dornau es auch ziemlich egal ist, dass es frei erfunden ist. Das stört die rechtsextreme AfD ja auch in allen anderen Themen auch nicht.
Es ist ja eine fiktive Botschaft, die der AfD nützt: Den potenziellen politischen Konkurrenten WerteUnion als „Geheimoperation“ darzustellen, um ihn dadurch für die eigene Zielgruppe unattraktiv zu machen. Der AfD ist ja auch sonst völlig egal, ob ihre Behauptungen der Wahrheit entsprechen oder frei erfundene Verschwörungsmythen sind. Sei es Corona oder Putins Invasion. Dornau plapperte auch russische Propaganda über die Ukraine über „Entnazifizierung“ nach.
Putins Propaganda-Mythos von „Entnazifizierung“ der Ukraine widerlegt
Egal, ob Dornau die Beiträge noch löscht oder nicht, wieder einmal ist klar: Der AfD sind Fakten völlig egal. Beiträge, die die eigene Agenda (vermeintlich) bestätigen, werden ohne Prüfung weiterverbreitet. Man schämt sich offenbar nicht, Lügen zu verbreiten, solange sie eine gewünschte Wirkung zu erzielen. Genau darum ist die AfD so gefährlich.
Artikelbild: canva.com / Screenshot twitter.com
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