OMR: Reizüberflutung statt Inklusion – so bringt das Festival Betroffene an ihre Grenzen

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OMR: Reizüberflutung statt Inklusion – so bringt das Festival Betroffene an ihre Grenzen

„Laut, grell, überfordernd“ – so beschreiben uns neurodivergente Besucherinnen und Besucher das OMR-Festival. Dabei positioniert sich das Event gern als Vorreiter in Sachen Awareness und Diversität. Die Kritik wirft eine grundsätzliche Frage auf: Wie ernst ist es den Veranstaltern wirklich mit Inklusion, wenn sie unsichtbare Einschränkungen nicht ausreichend mitdenken?

von Samira Frauwallner

09. Mai 2025

Das OMR-Festival gilt als Vorreiter für Awareness und Vielfalt – doch viele neurodivergente Menschen fühlen sich ausgeschlossen.

Es ist ein Leuchtturm-Event der Digitalbranche: Jedes Jahr zieht das Festival OMR („Online Marketing Rockstars“) fast 70.000 Besucherinnen und Besucher an, außerdem über 800 Speaker und prominente Gäste wie Kim Kardashian, Quentin Tarantino und Ryan Reynolds. Auf dem Karriereportal Linkedin dominiert Hochstimmung während der Veranstaltung: Selfies, Erfahrungsberichte und Live-Kommentare überschwemmen die Timeline.

OMR inszeniert sich gern als Plattform für Vielfalt und Awareness – mit Initiativen wie „5050“, sowie Keynotes, Panels und Interviews zu Diversity, Equality und Inclusion (DEI, auf Deutsch: Diversität, Gleichheit und Inklusion) auf den Hauptbühnen. Das unterstrich auch Geschäftsführerin Isabelle Gardt im Februar im Gespräch mit „Hamburg Business“.

Doch ausgerechnet diese Zielgruppe fühlt sich übersehen: neurodivergente Menschen. Dazu zählen etwa Autistinnen und Autisten, Menschen mit ADHS, Hochsensibilität, Dyskalkulie, Tourette-Syndrom, Legasthenie oder posttraumatischer Belastungsstörung. Laut „Hochschulforum Digitalisierung“ sind 15 bis 20 Prozent der Bevölkerung neurodivergent – statistisch also jede fünfte Person.

CORRECTIV hat mit fünf Betroffenen gesprochen, die sich öffentlich auf Linkedin dazu äußerten. Ihre Aussagen werfen Fragen auf: Wie inklusiv ist die OMR tatsächlich?

Von „Reizhölle“ bis zu „nicht machbar“

Die Betroffenen beschrieben die meisten Großevents als „Reizhölle voller Lärm, grellem Licht und Menschenmassen“. Auch „OMR“ fiel dabei immer wieder. „Die meisten Mega-Events sind so, wie sie gerade ablaufen, nicht machbar“, sagt etwa Social-Media-Managerin und Aktivistin Nala Wahle. „Ich habe mich schon oft in Mengen wiedergefunden, in denen gedrückt, geschubst und gestoßen wird.“ Zwar werben viele Veranstalter mit Inklusion, sagt Wahle. Doch das betreffe meist nur Menschen mit sichtbaren Behinderungen.

Sarah Eichler, Speakerin für Neurodivergenz, beschreibt: „Ich habe mich schon auf Parkdecks oder neben Müllcontainern in Hinterhöfen zurückgezogen, weil es keine geeigneten Ruheräume gab.“ Auf einem Panel im Januar habe sie eine Networking-Session abgebrochen: „Keine Pausen zwischen den Slots. Null Rücksicht auf Reizverarbeitung. Begrüßung mit Umarmung war selbstverständlich. Ich war also völlig reizüberflutet und kurz vor einer Panikattacke.“ Jasmin Benn-Maksimovic, Co-Host des Podcasts „Unverschämt & Unbequem“, meide Events wie OMR aus Selbstschutz gleich ganz: „Für mich ist vor allem die Reizüberflutung ein Problem.“

„Chaos Computer Club“-Kongress zeigt: Es geht auch anders

DEIB-Berater*in Daniela Schubert sei „jedes Mal krank nach einem Großevent.“ Schubert nennt den Kongress „Chaos Computer Club“ als positives Beispiel. Dort habe es ausgeschilderte Ruheräume mit Hängematten gegeben, große Awareness-Teams auf dem Gelände und sogar die Möglichkeit, Vorträge im Ruheraum per Stream zu verfolgen. Schuberts Forderungen an Großveranstaltungen: Luftfilter, Ampelsystem-Sticker für Begrüßungen, Sunflower-Lanyards, Sensibilisierung. „Auch [Long] COVID verschärft neurodivergente Symptome – das muss man bei der Eventplanung mitdenken.“

„Sunflower-Lanyards“ sind seit 2016 gängig und bezeichnen grüne Schlüsselbänder mit Sonnenblumenmuster, die als diskretes Zeichen für nicht sichtbare Behinderungen dienen. Sie sollen es Trägern ermöglichen, darauf hinzuweisen, dass sie möglicherweise zusätzliche Unterstützung, Verständnis oder mehr Zeit benötigen.

Die Reaktion der OMR: bemüht, aber begrenzt

CORRECTIV hat das Großevent OMR mit der Kritik und den Forderungen konfrontiert. Eine Sprecherin nimmt das Feedback „sehr ernst“. Seit 2023 gebe es ein Awareness-Konzept, das laufend weiterentwickelt werde, erklärt sie. Die OMR schreibe sich jedoch nicht „Inklusion“ zu: „Wir sprechen bewusst von ,Awareness‘ und schreiben uns nicht auf die Fahne, dass das OMR Festival inklusiv ist.“

Genannt werden als Maßnahme unter anderem zwei abgedunkelte Rückzugsräume auf dem Indoor-Gelände, ausgestattet mit Couch, Kissen und ausleihbaren Noise-Cancelling-Kopfhörern: Zwei Stück in den Safer Spaces, erklärt die Sprecherin.

Auf Nachfrage von CORRECTIV sollen die Ruheräume 14 und 20 Quadratmeter haben. Gemessen an der potenziellen Zahl neurodivergenter Menschen in der Gesellschaft – rein rechnerisch zwischen 10.500 und 14.000 bei 70.000 Besuchern – erscheint das ausgesprochen wenig. Selbst bei vier Ruheräumen würde das bis zu 0,04 Ruheräume pro 100 neurodivergente Personen bedeuten.

Bei genauerem Hinsehen zeigt sich also: Viele der von CORRECTIV recherchierten Forderungen bleiben unerfüllt. OMR verweist zudem auf eine Awareness-Landingpage. Dort werden jedoch keine Angaben zur Ausstattung der Rückzugsräume gemacht. Auf die Forderungen nach „Sunflower Lanyards“ schreibt die Sprecherin: „Das war mir bisher nicht bekannt“. Sie führt aus: „Die eigene unsichtbare Behinderung sichtbar zu machen, sei eine persönliche Entscheidung.“ Betroffene könnten dies laut der Sprecherin gerne selbstbestimmt auf der OMR umsetzen.

Auf die Frage nach Apps zur Reiznavigation („Wo ist es gerade leer/leise?“) schreibt die Sprecherin: „Die Idee wurde aus sicherheitsrelevanten Aspekten verworfen.“ Bei der Frage nach CO2-Messung, Luftfilterung und Frischluftzufuhr zur Minimierung von Gesundheitsrisiken heißt es: „Das Messegelände umfasst einen großzügigen Außenraum.“ Frei nach dem Motto: Frischluft gibt es auch draußen. Die Hallen seien aber belüftet und FFP2-Masken sollen kostenlos beim Awareness-Team besorgt werden können.

Die OMR verweist zudem auf ein geschultes Awareness-Team in lila Westen, erreichbar per Telefon oder Codewort „Ist SOFIA da?

Ein Anfang – aber reicht das?

Die OMR hat Schritte unternommen, die über den Branchendurchschnitt hinausgehen. Doch viele der recherchierten Forderungen bleiben bislang unerfüllt. Die Reaktionen auf konkrete Vorschläge zeigen, wie groß der Handlungsbedarf ist – vor allem, wenn Inklusion und Diversität mehr sein soll als gute Absicht und Namen im Timetable. Wenn laut Statistik jede fünfte Person in Deutschland neurodivergent ist, stellt sich eine entscheidende Frage: Wer fühlt sich wirklich eingeladen?

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Author: Samira Frauwallner

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OMR: Reizüberflutung statt Inklusion – so bringt das Festival Betroffene an ihre Grenzen

Wie inklusiv ist das OMR-Festival? Besucher beschrieben es als „Reizhölle“. Wir haben das Festival konfrontiert.

correctiv.org

Gefälschtes Gewinnspiel: Dreibeinige Pferde zählen bringt (leider) keinen Preis

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Faktencheck

Gefälschtes Gewinnspiel: Dreibeinige Pferde zählen bringt (leider) keinen Preis

Dreibeinige Pferde zu zählen soll angeblich mit einem Überraschungspreis belohnt werden, wenn man einem gefälschten Gewinnspiel auf Facebook glauben möchte, das sich mit Logo und Namen als dem Unternehmen Action zugehörig ausgibt. Das Gewinnspiel führt wieder einmal zu einem dubiosen Unternehmen, vor dem Verbraucherschützer seit Jahren warnen.

von Steffen Kutzner

26. März 2025

Pferde zu zählen, egal wie viele Beine sie haben, bringt einem keinen Überraschungspreis von Action ein (Symbolbild: Claire Watts / Pixabay) Behauptung

Eine Facebook-Seite mit dem Namen „Action fans“ verlose einen Überraschungspreis an Personen, die bestimmte Pferde auf einem Bild richtig zählen.

Aufgestellt von: Facebook-Beitrag Datum:
13.02.2025

Quelle

Bewertung

Falsch
Über diese Bewertung

Falsch. Action hat mit dem Gewinnspiel nichts zu tun, es handelt sich um eine Fälschung. Das angebliche Gewinnspiel führt zu einem Unternehmen, das für Datendiebstahl bekannt ist.

Die niederländische Discounterkette Action ist erneut Opfer eines gefälschten Gewinnspiels geworden: Dieses Mal gibt es angeblich einen Überraschungspreis zu gewinnen, wenn man Pferde in einem Suchbild zählt. Aber diesem geschenkten Gaul sollte man sehr wohl ins Maul schauen, denn solche gefälschten Gewinnspiele wie zuletzt vom 10. März sind eine bekannte Masche, mit der Daten abgegriffen werden, um sie später für Werbeanrufe und dubiose Abonnements zu missbrauchen. Das Gewinnspiel wurde mehr als 1.000 Mal geteilt.

Das auf Facebook verbreitete Gewinnspiel soll von Action stammen, ist aber ein Phishing-Versuch (Quelle: Facebook; Screenshot: CORRECTIV.Faktencheck)

Mehrere Details verraten, dass die angebliche Action-Fan-Seite nicht seriös ist

Dass die Facebook-Seite „Action fans,“ nicht von Action stammt, lässt sich an einigen Details erkennen. So fehlt unter anderem der blaue Haken, mit dem Unternehmensprofile sich von Facebook verifizieren lassen können. Der echte Account von Action hat so einen Haken, wie auch viele andere etablierte Unternehmen. Von dem angeblichen Gewinnspiel ist dort aber nichts zu lesen. 

Zudem hat die Fake-Seite nur einen einzigen Beitrag veröffentlicht – das angebliche Gewinnspiel. Auch die für Gewinnspiele verpflichtenden Angaben wie ein Impressum und Kontaktmöglichkeiten fehlen auf der gefälschten Seite. 

Wer an dem gefälschten Action-Gewinnspiel teilnimmt, erhält über den Facebook-Messenger eine automatische Nachricht, in der es unter anderem heißt: „20 Minuten nach 100%iger Registrierung schicken wir den PREIS zu Ihnen nach Hause. Hinweis: Dies ist kein Betrug.“

Spoiler-Alarm: Es ist Betrug.

Action-Gewinnspiel ist erneut Fälschung

Klickt man in der Facebook-Nachricht auf den Link zum Registriervorgang, landet man auf einer Webseite, die kein Impressum hat, dafür aber teils wohl aus dem Internet gestohlene Fotos zeigt, die den Eindruck erwecken, die Seite habe etwas mit Action zu tun. In Wirklichkeit handelt es sich um eine Seite des Dienstes „Google Sites“, mit dem sich kostenlos Webseiten erstellen lassen und der immer wieder für genau solche Betrügereien genutzt wird.

Folgt man dem Registrierungsvorgang weiter, landet man schließlich auf einer Seite, auf der es plötzlich nicht mehr um einen Überraschungspreis von Action geht, sondern auf der angeblich Schokolade verlost wird. Im Impressum steht die Bluescreen Media Limited, eine Firma, die für Phishing, also Datendiebstahl, bekannt ist und vor der Verbraucherschützer schon vor Jahren gewarnt haben.

Gefälschte Gewinnspiele tauchen immer wieder auf Facebook auf, besonders häufig mit dem Logo von Action. Das Unternehmen selbst warnte in der Vergangenheit vor ähnlichen Gewinnspielen. Auch im Namen von Ikea, Rossmann und Deichmann wurden in der Vergangenheit Gewinnspiele erstellt, die nicht von den Firmen stammten. 

Tipps, um gefälschte Facebook-Seiten zu erkennen:

  • Ist das Facebook-Profil mit einem blauen Haken verifiziert?
  • Gibt es ein Impressum?
  • Wie viele Follower hat die Seite?
  • Wann wurde die Seite erstellt?

Redigatur: Gabriele Scherndl, Sophie Timmermann 

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Author: Gabriele Scherndl

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RND: Trans Mann bringt Kinder zur Welt – Wie seine Söhne ihm das Leben retteten

Die Geschichte von Tanius Posey ist außergewöhnlich: Der Amerikaner kam als Mädchen zur Welt, lebt jetzt als Mann und brachte zwei Kinder zur Welt. Auf Tiktok und Instagram lässt er andere an seinem Alltag als Transgender-Papa teilhaben – und macht damit Millionen Menschen Mut.

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Trans Mann bringt Kinder zur Welt: Wie seine Söhne ihm das Leben retteten

Die Geschichte von Tanius Posey ist außergewöhnlich: Der Amerikaner kam als Mädchen zur Welt, lebt jetzt als Mann und brachte zwei Kinder zur Welt. Auf TikTok und Instagram lässt er andere an seinem Alltag als Transgender-Papa teilhaben – und macht damit Millionen Menschen Mut.

RedaktionsNetzwerk Deutschland

taz über Jens Spahn: Da bringt sich einer in Stellung

Jens Spahn gilt als Strippenzieher und Antreiber. Der Ex-Gesundheitsminister möchte in der nächsten Bundesregierung mitmischen. Viele sehen den CDUler als echte Gefahr.

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Jens Spahn: Da bringt sich einer in Stellung

Jens Spahn gilt als Strippenzieher und Antreiber. Der Ex-Gesundheitsminister möchte in der nächsten Bundesregierung mitmischen. Viele sehen den CDUler als echte Gefahr.

TAZ Verlags- und Vertriebs GmbH

Heute.at: Transmann (25) bringt Baby zur Welt

Im April gebar ein Transmann eine Tochter. 4 Jahre zuvor hatte er die Transformation begonnen – seine weiblichen Geschlechtsorgane aber noch behalten.

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Von Frau zu Mann - Transmann (25) bringt Baby zur Welt

Im April gebar ein Transmann eine Tochter. 4 Jahre zuvor hatte er die Transformation begonnen – seine weiblichen Geschlechtsorgane aber noch behalten.

heute.at
Die Neubrandenburger Entscheidung zur Regenbogenflagge findet überregional ein großes Echo. Sogar ein Ministerpräsident äußert sich und kritisiert vor allem eine Partei.

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https://www.bachhausen.de/nordkurier-diese-negativ-schlagzeilen-bringt-das-verbot-der-regenbogenflagge/

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Regenbogenflagge weg: Diskussion geht weiter

Die Neubrandenburger Entscheidung zur Regenbogenflagge findet überregional ein geteiltes Echo. Auch ein Ministerpräsident äußert sich und kritisiert vor allem eine Partei.

„Wir sind begeistert von Deutschland“„M.U. K. A. Project“ aus Südafrika bringt Chorweiler das Tanzen bei

Von

Christopher Dröge

13.10.2024, 11:02 Uhr

Lesezeit 3 Minuten

von links: John, Simi, Yolli, Ntando und Fanele bereisen mit ihrem Leiter Brian Pakathi (hinten) zwei Monate lang mehrere deutsche Städte.

Copyright: Christopher Dröge

Das südafrikanische Jugendtheaterprojekt war zum zweiten Mal in Chorweiler zu Gast. In verschiedenen Workshops trafen sie auf Kölner Jugendliche.

Vor zwei Jahren hatte das M.U.K.A. Project aus Südafrika Chorweiler zuletzt einen Besuch abgestattet, auf Einladung des Vereins Kinderkulturkarawane waren sie nun erneut für eine Woche im Kölner Norden zu Gast: Fünf Jugendliche zwischen 14 und 16 Jahren aus Hillbrow, einem Township von Johannesburg, die gemeinsam mit ihrem Leiter Brian Pakathi Deutschland bereisen, um Jugendlichen aus Deutschland zu begegnen.

Dazu hatten sie in Köln ausgiebig Gelegenheit: Neben der Henry-Ford-Realschule besuchten sie auch die Jugendzentren Seeberger Treff und Northside, sowie den Zirkus Linoluckynelli, wo sie mit Jugendlichen in Workshops Tanz-Choreographien erarbeiteten, die beim Schulfest der Henry-Ford-Realschule gezeigt wurden.

Auswirkungen des Klimawandels als Thema

Zum Abschluss ihres Aufenthalts in Köln führten sie in der Freien Waldorfschule ihr eigenes Tanztheater-Stück mit dem Titel „Tata Nelson Mandela from Beyond“ auf – darin setzten sie sich mit den Auswirkungen des Klimawandels auf ihr Heimatland und ihren Alltag auseinander.

Das M.U.K.A. Project existiert bereits seit 1995, Brian Pakathi ist als letztes verbliebenes Gründungsmitglied immer noch dabei. „Auf der Straße waren wir mit zahlreichen Problemen konfrontiert: Bandentum, Drogenmissbrauch, Kriminalität“, erzählt er, „Man hatte kaum eine andere Wahl, als Mitglied einer Gang zu werden, aber wir verweigerten uns diesem Zwang“.

Im Keller einer Kirche fand die christlich geprägte Gruppe Unterschlupf – da sie alle aus verschiedenen Volksgruppen Südafrikas stammten, begannen sie, ihre Tanz- und Musik-Traditionen zu kombinieren und gemeinsam Tanztheaterstücke zu entwickeln.

Ihre erste Auslandsreise führte sie 1998 in die USA – bei ihrem ersten Deutschlandaufenthalt Anfang der 2000er kam der Kontakt zur Kinderkulturkarawane zustande, die seit gut zwanzig Jahren den Austausch von Jugendgruppen aus Südamerika, Afrika und Asien mit deutschen Jugendlichen organisiert. „Das M.U.K.A. Project ist praktisch von Anfang an dabei“, sagt Ulla Theisling vom Verein, „Sie gehören zu unseren beständigsten Kooperationspartnern.“

Zwei der fünf Mitglieder, Yolli und Fanele, waren bereits beim Besuch vor zwei Jahren dabei, Simi, Ntando und John sind zum ersten Mail in Deutschland. „Bei unserem ersten Besuch hat mich vor allem überrascht, dass die Sonne erst um acht Uhr abends unterging“, erinnert sich Yolli – in Südafrika geht die Sonne nämlich auch im Sommer bereits um 18 Uhr unter.

Auch das viele Stadtgrün ist für sie etwas sehr Ungewohntes – und sie alle schätzen vor allem das Gefühl von Sicherheit: „Man kann sich auch nach Sonnenuntergang völlig frei draußen bewegen, das wäre bei uns zu Hause zu gefährlich“, sagt Fanele. „Es ist so ruhig in den Straßen und die Leute sind sehr nett, wir sind wirklich begeistert von Deutschland!“, meint Ntando.

https://www.bachhausen.de/wir-sind-begeistert-von-deutschland-m-u-k-a-project-aus-suedafrika-bringt-chorweiler-das-tanzen-bei/

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Christopher Dröge

schreibt für das Stadtteil-Ressort des „Kölner Stadt-Anzeiger“. Jahrgang 1979, studierte an der Universität zu Köln Sachen, die mit G anfangen (Germanistik, Geschichte und Geografie). Seit 2010 als freiberuflicher Journalist und Autor tätig, schreibt für verschiedene Kölner Lokalmedien. Seit 2020 auch für die KStA-Stadtteile, hier vor allem über den Kölner Norden.

Kölner Stadt-Anzeiger

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Hintergrund

Alice Weidel bringt Messerangriff in Siegen fälschlich mit IS in Verbindung

In einer Debatte bei Welt TV brachte AfD-Chefin Alice Weidel den Messerangriff Ende August in Siegen fälschlich mit dem IS in Zusammenhang. Auch online wird spekuliert, ob sich der IS dazu bekannt hat. Laut Polizei gibt es keinen Hinweis auf einen terroristischen Hintergrund.

von Paulina Thom

18. September 2024

Bei einer Debatte bei Welt TV setzte Weidel den Messerangriff in Siegen Ende August in Zusammenhang mit dem IS, doch dafür gibt es laut Polizei keine Hinweise (Quelle: M. Popow / Metodi Popow / Picture Alliance)

Nach dem Messerangriff in Solingen Ende August kursierten mehrere Falschmeldungen zur Tat. Doch auch über den nur kurze Zeit später erfolgten Angriff in einem Bus in Siegen verbreiteten sich falsche Informationen zum Hintergrund der Täterin. 

Bei einer Talkrunde des Senders Welt TV Anfang September kritisierte die AfD-Chefin Alice Weidel den bisherigen Kurs der Bundesregierungen in der Migrationspolitik. Es gäbe eine Problem mit der inneren Sicherheit, man wisse gar nicht mehr, wer eigentlich zu uns komme, sagte sie etwa (ab Minute 38 im Video): „Sind das Straftäter, sind das Terroristen, sind das Terroristen vom IS? Offensichtlich ja, die haben wir jetzt ja hier auf den Straßen: der Bus in Siegen, dann Mannheim möglicherweise auch, dann Solingen.“

Welt-Moderator Jan Philipp Burgard unterbrach Weidel und sagte, eine deutsche Frau sei verantwortlich für den Angriff in Siegen gewesen. Weidel antwortete, der IS habe die Tat aber für sich reklamiert. Auch der Grünen-Politiker Michael Kellner sagte zu Weidel, sie verwechsle Solingen und Siegen. Die AfD-Chefin dementiert und wechselt anschließend das Thema. 

Der Ausschnitt mit der Aussage Weidels kursiert auch online und unabhängig von Weidels Aussage wird spekuliert, ob sich der IS zur Tat bekannt hat.

Doch der IS hat zwar den Messerangriff in Solingen am 23. August 2024, bei dem drei Menschen getötet wurden, für sich reklamiert. Bei dem Angriff in einem Bus in Siegen haben die Ermittlungen laut Polizei jedoch „keine Hinweise auf ein politisches oder religiöses Tatmotiv ergeben“. 

Keine Hinweise auf terroristischen Hintergrund bei dem Messerangriff in Siegen

Bereits am Tag des Angriffs am 30. August schrieb die Polizei Siegen-Wittgenstein in einer Pressemitteilung: „Wir bitten die Bürgerinnen und Bürger darum, in sozialen Netzwerken oder auf anderen Kanälen keine Falschmeldungen zu verbreiten, insbesondere keinen Bezug zu einem Terroranschlag herzustellen. Der Polizei liegen dazu keine Erkenntnisse vor.“ 

Tatverdächtig sei eine deutsche Frau ohne Migrationshintergrund, stellte die Polizei NRW einen Tag später auf X klar, um „Spekulationen und Anfeindungen“ einzudämmen. In einer weiteren gemeinsamen Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Siegen und Polizei Hagen vom 4. September heißt es: „Die Ermittlungen zur Motivlage sowie einer möglichen psychischen Erkrankung der Frau dauern an.“ Es gibt keinerlei Hinweise, dass der IS den Angriff in Siegen für sich reklamiert hätte. 

Angriff in Mannheim laut Generalbundesanwalt „religiös motiviert“

Bei dem Angriff in Mannheim am  31. Mai 2024 – den Weidel ebenfalls erwähnt – ermittelt der Generalbundesanwalt Jens Rommel gegen einen afghanischen Tatverdächtigen wegen einer „religiös motivierten“ Straftat. Bei dem Angriff wurde ein Polizist schwer verletzt, er verstarb später. Der Beschuldigte habe zu massiver Gewalt gegriffen, vermutlich, um Kritik am Islam zu unterbinden, sagte Rommel beim Jahrespressegespräch am 18. Juni 2024.. Anhaltspunkte für eine „dschihadistische Einbindung des Täters“ gebe es nicht. Es handele sich um einen „individuellen Fall“, der sich von anderen islamistisch-geprägten Fällen unterscheide, so Rommel – also um einen Einzeltäter.

Auf unsere Nachfrage reagierten Alice Weidel und die Pressestelle der Bundestagsfraktion der AfD nicht. 

Redigatur: Gabriele Scherndl, Sophie Timmermann 

Die wichtigsten, öffentlichen Quellen:

  • Welt-TV-Talkrunde, 2. September 2024: Link (archiviert)
  • Pressemeldung der Polizei Siegen-Wittgenstein, 30. August 2024: Link (archiviert)
  • X-Beitrag der Polizei Nordrhein-Westfalen, 31. August 2024: Link (archiviert)
  • Gemeinsame Pressemeldung der Staatsanwaltschaft Siegen und der Polizei Dortmund, 31. August 2024: Link (archiviert)
  • Gemeinsame Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Siegen und Polizei Hagen, 4. September 2024: Link (archiviert)

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Author: Paulina Thom

https://www.bachhausen.de/alice-weidel-bringt-messerangriff-in-siegen-faelschlich-mit-is-in-verbindung/

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Alice Weidel bringt Messerangriff in Siegen fälschlich mit IS in Verbindung

In einer TV-Debatte sagte die AfD-Chefin Weidel, der IS habe den Messerangriff in einem Bus in Siegen für sich reklamiert. Das stimmt nicht.

correctiv.org

Doch für keines der genannten Probleme konnte Egerer den Bezirksvertretern eine Lösung in Aussicht stellen. Die Probleme der S-Bahnlinien seien ärgerlich und würden in Gesprächen mit dem VRS angesprochen. Sie würden sich „endgültig aber wohl erst mit dem S-Bahn-Ausbau im Rechtsrheinischen lösen lassen“. Eine Erweiterung des Busnetzes sei „eine Frage der Finanzierung“ – es gebe stadtweit viele Anträge, diese müssten der Reihe nach abgearbeitet und „im Gesamtkontext“ gesehen werden.

Einen echten Dämpfer aber hatte Egerer in Bezug auf den Blumenbergsweg parat: In Gesprächen mit dem Verkehrsminister des Landes NRW, Oliver Krischer, habe er erfahren, dass dessen Ausbau in der Prioritätenliste des Landes nach unten gerutscht sei. „Wir prüfen jetzt, ob der Ausbau wie bisher geplant weiterlaufen kann“ – eine Möglichkeit wäre, dass die Stadt Köln den Abschnitt des Anschlusses an die A57 zunächst selbst finanziere und sich das Geld später vom Land erstatten lasse. Als „K.O.-Schlag“ bezeichnete Bezirksbürgermeister Reinhard Zöllner (CDU) die Neuigkeit dennoch. „Die Rechte saß richtig gut“, fügte er trocken hinzu. „Der Bezirk wird in Jubel ausbrechen.“

https://www.bachhausen.de/schlappe-fuer-chorweiler-dezernent-egerer-bringt-keine-guten-nachrichten-fuer-den-verkehr-im-koelner-norden/

#bringt #chorweiler #dezernent #egerer #guten #keine #schlappe

Schlappe für Chorweiler: Dezernent Egerer bringt keine guten Nachrichten für den Verkehr im Kölner Norden

Doch für keines der genannten Probleme konnte Egerer den Bezirksvertretern eine Lösung in Aussicht stellen. Die Probleme der S-Bahnlinien seien ärgerlich und würden in Gesprächen mit dem VRS angesprochen. Sie würden sich „endgültig aber wohl erst mit dem S-Bahn-Ausbau im Rechtsrheinischen lösen lassen“. Eine Erweiterung des Busnetzes sei „eine Frage der Finanzierung“ – es gebe...

Dirk Bachhausen
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