Video von Papst-Besuch in Osttimor fälschlich den Protesten in der Türkei zugeordnet

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Faktencheck

Video von Papst-Besuch in Osttimor fälschlich den Protesten in der Türkei zugeordnet

Tausende gehen aktuell in der Türkei auf die Straße, um gegen die Festnahme des Istanbuler Bürgermeisters Ekrem İmamoğlu zu demonstrieren. Doch unter authentische Videos mischen sich auch Aufnahmen, die mit den Protesten nichts zu tun haben.

von Sophie Timmermann

28. März 2025

March 26, 2025, Ankara, Turkey: A woman protester resists during the water cannon intervention. The protests that started after the arrest of the Republican People’s Party (CHP) Istanbul Metropolitan Mayor Ekrem Imamoglu continue. The police prevented the march of the mass gathered in Kizilay Square and Middle East University (ODTU) in Ankara. (Credit Image: © Tunahan Turhan/SOPA Images via ZUMA Press Wire Behauptung

Ein Video zeige aktuelle Massenproteste in der Türkei.

Aufgestellt von: Beiträgen in Sozialen Netzwerken Datum:
19.03.2025

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Falsch
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Falsch. Das Video stammt aus Osttimor und zeigt Menschen im September 2024 während eines Besuches von Papst Franziskus.

Tausende Menschen demonstrieren seit dem 19. März in der Türkei gegen die Regierung von Recep Tayyip Erdoğan, nachdem der Istanbuler Bürgermeister Ekrem İmamoğlu festgenommen wurde – wenige Tage vor seiner geplanten Nominierung als Präsidentschaftskandidat der größten Oppositionspartei CHP.

In diesem Zusammenhang verbreitet sich international ein Video, das Szenen der aktuellen Proteste zeigen soll. Menschenmassen strömen darin auf eine große Straße, es ist Gehupe und lautes Gerede zu hören. Auf Tiktok, X, Instagram und Facebook, unter anderem auf Englisch, Russisch oder Deutsch heißt es zu dem Video: „Demonstranten in der Türkei fordern den Rücktritt Erdogans“ oder „Massenproteste in Istanbul“. Einzelne Beiträge wurden hunderttausendfach angezeigt.

Richtig ist, dass Protestierende in der Türkei einen Rücktritt von Erdoğan fordern – das Video hat damit jedoch nichts zu tun und wird nicht zum ersten Mal in einen falschen Kontext gesetzt.

Bilder-Rückwärtssuche liefert Beiträge von September 2024 

Eine Bilder-Rückwärtssuche mit einem Standbild aus dem Video liefert mehrere Beiträge von September 2024. In den Beiträgen heißt es, die Aufnahme stamme aus Osttimor und es wird auf einen Besuch von Papst Franziskus verwiesen. 

Tatsächlich berichtete Vaticannews, ein offizielles Nachrichtenportal des Vatikan, am 9. September 2024 von einer dreitägigen Reise des Papstes in den kleinen Staat in Südostasien. Medien berichteten international, dass rund 600.000 Menschen seiner Messe beigewohnt hätten. In einem Bericht der Catholic News Agency heißt es zudem: „Die örtliche Regierung erklärte die drei Tage des Papstbesuchs zu einem nationalen Feiertag, an dem fast alle Straßen und örtlichen Geschäfte geschlossen waren und die Menschen zur Esplanade von Tasitolu in der Hauptstadt Dili strömten, um an der Papstmesse teilzunehmen.“

Video stammt von Papst-Besuch in Osttimor

Durch den Hinweis auf Tasitolu in der Hauptstadt Dili können wir den Aufnahmeort bestätigen. In dem Video lassen sich Wandbemalungen, wie eine Zeichnung von Papst Franziskus oder bunt bemalte Häuser entlang der Straße erkennen. An den Straßenlaternen hängen rote Objekte. 

Nach diesen Merkmalen suchen wir mit Hilfe öffentlich zugänglicher Straßenbilder von September 2024 auf Google Streetview und finden ein Bild von Papst Franziskus.

In einem Instagram-Beitrag vom 11. September 2024 (oben) lassen sich Merkmale im Video erkennen, zum Beispiel ein Bild von Papst Franziskus. Damit konnten wir den Aufnahmeort (unten) in Dili, der Hauptstadt von Osttimor, finden (Quelle: Instagram, Google Streetview; Screenshot: CORRECTIV.Faktencheck).

Entlang der Straße Avenida da Restauração konnten wir weitere Gebäude links (rot) und rechts (grün) des Papstbildes abgleichen. Bei der roten Markierung an den Straßenlaternen handelt es sich jeweils um die Flagge von Osttimor. 

Diese Gebäude aus dem Video (jeweils rechts) lassen sich mit Bildern auf Google Street View (jeweils links) abgleichen und bestätigen, dass der Aufnahmeort Dili in Osttimor ist, nicht die Türkei. (Quelle: Instagram, Google Street View; Screenshots, Markierungen und Collage: CORRECTIV.Faktencheck)

Video schon mehrfach fälschlich verbreitet

Das Video hat also keinen Bezug zur Türkei, sondern zu Osttimor und stammt mutmaßlich vom 10. September 2024, dem Tag der Messe von Papst Franziskus. Es ist nicht das erste Mal, dass die Aufnahme in falschem Zusammenhang verbreitet wird. In der Vergangenheit wurde das Video fälschlich Mumbai in Indien oder den Philippinen zugeordnet.

Redigatur: Steffen Kutzner, Max Bernhard

Die wichtigsten, öffentlichen Quellen für diesen Faktencheck:

  • Bericht von Vaticannews über die Reise nach Osttimor, 9, September 2024: Link (archiviert)
  • Bilder von Google Street View von Dali, Osttimor: Link (archiviert)

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Author: Sophie Timmermann

#besuch #falschlich #osttimor #papst #protesten #turkei #video

„Wir müssen mehr arbeiten“: Aussage von Friedrich Merz fälschlich auf Ukraine bezogen

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Bundestagswahl 2025

„Wir müssen mehr arbeiten“: Aussage von Friedrich Merz fälschlich auf Ukraine bezogen

Auf Tiktok wird eine Aussage von CDU-Kanzlerkandidat Friedrich Merz fälschlich in Zusammenhang mit der Ukraine gestellt. Merz sprach im Bundestag bei der Abstimmung über die Vertrauensfrage von notwendiger Mehrarbeit, um die deutsche Wirtschaft zu stärken. Die Ukraine erwähnte er dabei nicht.

von Kimberly Nicolaus

06. Januar 2025

CDU-Kanzlerkandidat Friedrich Merz bei seiner Rede im Deutschen Bundestag zur Abstimmung über die Vertrauensfrage am 16. Dezember 2024 (Foto: Kay Nietfeld / DPA / Picture Alliance) Behauptung

Friedrich Merz habe bei einer Rede im Deutschen Bundestag gesagt: „Wir müssen mehr arbeiten, weil die Ukraine Geld braucht.“

Aufgestellt von: viralem Tiktok-Beitrag Datum:
17.12.2024

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Falsch. Der Videoausschnitt stammt von der Rede von Friedrich Merz zur Abstimmung über die Vertrauensfrage am 16. Dezember 2024. Darin sagte Merz, wir müssten mehr arbeiten, um die deutsche Wirtschaft zu stärken. Die Ukraine erwähnte er in dem Zusammenhang nicht.

Seit Ende Dezember kursiert auf Tiktok und bei Whatsapp ein sechssekündiges Video, das eine Rede des CDU-Kanzlerkandidaten Friedrich Merz im Deutschen Bundestag zeigt. Zu hören ist, wie Merz sagt: „Wir werden uns alle ein bisschen mehr anstrengen müssen, wir werden alle mehr arbeiten müssen.“ In einer Kachel auf dem Video heißt es dazu: „Wir müssen mehr arbeiten, weil die Ukraine Geld braucht.“ 

Nutzerinnen und Nutzer interpretieren das als ein Zitat von Merz. Jemand fragt: „Hat er das wirklich gesagt?“, worauf ein Account antwortet: „Ja hat er.“ Ein anderer kommentiert: „Ja genau, alles für die Ukraine, aber nicht für sein Land.“ Das Video erreichte knapp 250.000 Ansichten. 

Doch Friedrich Merz hat sich so nicht geäußert. Das schrieb auch der Tiktok-Nutzer auf unsere Anfrage. Er habe mit dem Video nur seine Meinung ausdrücken wollen und habe vor, den Tiktok-Beitrag zu korrigieren. Bis zur Veröffentlichung dieses Faktenchecks tat er das nicht.

Anders als von Nutzerinnen und Nutzern behauptet, erwähnte Friedrich Merz bei seiner Rede zur Abstimmung über die Vertrauensfrage im Bundestag am 16. Dezember 2024 nicht, dass wir mehr arbeiten müssen, weil die Ukraine Geld braucht (Quelle: Tiktok; Screenshot und Schwärzung: CORRECTIV.Faktencheck)

Ausschnitt stammt von Friedrich Merz’ Rede zur Vertrauensfrage

Bei genauem Blick ist erkennbar, dass in der oberen rechten Ecke des Videos der abgeschnittene Wortteil „Vertraue“ steht. Das erinnert an die Vertrauensfrage, die Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) am 11. Dezember 2024 stellte und über die der Deutsche Bundestag am 16. Dezember abstimmte. Scholz verlor und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier löste infolgedessen den Bundestag auf und setzte Neuwahlen für den 23. Februar 2025 fest.

Um zu prüfen, ob der Videoausschnitt vom 16. Dezember 2024 stammt, hilft eine Suche bei Youtube. Diese führt zu mehreren Treffern, darunter einem Video des Fernsehsenders Phoenix, in dem die etwa 20-minütige Rede von Friedrich Merz zur Vertrauensfrage vollständig zu sehen ist. Merz kritisierte darin die Arbeit von Scholz und sprach etwa davon, dieser hinterließe das Land „in einer der größten Wirtschaftskrisen der Nachkriegsgeschichte“.

Der Ausschnitt auf Tiktok taucht bei Minute 14:28 auf. Um ihn zu finden, kann man etwa im Transkript nach Stichworten suchen. Das Zitat von Friedrich Merz aus diesem Abschnitt seiner Rede lautet vollständig: 

„Schauen Sie mal in alle Länder um uns herum, die Schweiz 200 Stunden mehr im Jahr als wir, da kann man von sozialer Verelendung doch wohl nicht sprechen. Wir werden uns alle ein bisschen mehr anstrengen müssen, wir werden alle mehr arbeiten müssen. […] Alles, was wir an Steuersenkungen für die deutsche Wirtschaft in Aussicht stellen, ist für die deutsche Wirtschaft notwendig, dringend notwendig, überfällig. Aber das, meine Damen und Herren, muss erarbeitet werden, das müssen wir gemeinsam in Deutschland erarbeiten.“

Merz sagte, wir müssen mehr arbeiten, um die deutsche Wirtschaft zu stärken 

Die Mehrarbeit, die Merz forderte, hat er also nicht damit begründet, dass die Ukraine Geld bräuchte, sondern damit, dass die deutsche Wirtschaft unterstützt werden müsse. Das geht auch aus seinen Schilderungen hervor, die er wenige Minuten zuvor in seiner Rede äußerte. 

Die Ukraine erwähnt Merz in diesem Zusammenhang nicht. Auch Suchen in der Pressedatenbank Genios und mit Google liefern keine Hinweise für ein solches Zitat des CDU-Politikers.

In seiner Bundestagsrede sprach er aber von einem geeinten Wille, den russischen Angriffskrieg gegen das Land so schnell wie möglich beenden zu wollen. Die CDU und die CSU möchten die Ukraine „mit diplomatischen, finanziellen und humanitären Mitteln sowie mit Waffenlieferungen“ unterstützen, wie es in ihrem Wahlprogramm zur Bundestagswahl 2025 heißt. Die Gelder dafür werden regulär aus dem Bundeshaushalt entnommen, der vor allem aus Steuerabgaben besteht. Demnach würden auch unter einer CDU-geführten Regierung Steuergelder in die Ukraine fließen.

Wir wollten von der CDU wissen, ob ihrer Ansicht nach mehr Steuereinnahmen nötig sind, um die Ukraine weiterhin finanziell zu unterstützen. Darauf erhielten wir bis zur Veröffentlichung keine Antwort.

Fest steht: Das angebliche Zitat von Friedrich Merz zur Ukraine ist in der Rede zur Vertrauensfrage nicht gefallen. 

Alle Faktenchecks rund um die Bundestagswahl 2025 lesen Sie hier.

Redigatur: Sophie Timmermann, Viktor Marinov

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Author: Kimberly Nicolaus

#arbeiten #aussage #bezogen #falschlich #friedrich #mussen #ukraine

„Wir müssen mehr arbeiten“: Aussage von Friedrich Merz fälschlich auf Ukraine bezogen

Ein Tiktok-Video setzt einen Teil der Rede von Friedrich Merz im Bundestag fälschlich mit der Ukraine in Zusammenhang.

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Hintergrund

Alice Weidel bringt Messerangriff in Siegen fälschlich mit IS in Verbindung

In einer Debatte bei Welt TV brachte AfD-Chefin Alice Weidel den Messerangriff Ende August in Siegen fälschlich mit dem IS in Zusammenhang. Auch online wird spekuliert, ob sich der IS dazu bekannt hat. Laut Polizei gibt es keinen Hinweis auf einen terroristischen Hintergrund.

von Paulina Thom

18. September 2024

Bei einer Debatte bei Welt TV setzte Weidel den Messerangriff in Siegen Ende August in Zusammenhang mit dem IS, doch dafür gibt es laut Polizei keine Hinweise (Quelle: M. Popow / Metodi Popow / Picture Alliance)

Nach dem Messerangriff in Solingen Ende August kursierten mehrere Falschmeldungen zur Tat. Doch auch über den nur kurze Zeit später erfolgten Angriff in einem Bus in Siegen verbreiteten sich falsche Informationen zum Hintergrund der Täterin. 

Bei einer Talkrunde des Senders Welt TV Anfang September kritisierte die AfD-Chefin Alice Weidel den bisherigen Kurs der Bundesregierungen in der Migrationspolitik. Es gäbe eine Problem mit der inneren Sicherheit, man wisse gar nicht mehr, wer eigentlich zu uns komme, sagte sie etwa (ab Minute 38 im Video): „Sind das Straftäter, sind das Terroristen, sind das Terroristen vom IS? Offensichtlich ja, die haben wir jetzt ja hier auf den Straßen: der Bus in Siegen, dann Mannheim möglicherweise auch, dann Solingen.“

Welt-Moderator Jan Philipp Burgard unterbrach Weidel und sagte, eine deutsche Frau sei verantwortlich für den Angriff in Siegen gewesen. Weidel antwortete, der IS habe die Tat aber für sich reklamiert. Auch der Grünen-Politiker Michael Kellner sagte zu Weidel, sie verwechsle Solingen und Siegen. Die AfD-Chefin dementiert und wechselt anschließend das Thema. 

Der Ausschnitt mit der Aussage Weidels kursiert auch online und unabhängig von Weidels Aussage wird spekuliert, ob sich der IS zur Tat bekannt hat.

Doch der IS hat zwar den Messerangriff in Solingen am 23. August 2024, bei dem drei Menschen getötet wurden, für sich reklamiert. Bei dem Angriff in einem Bus in Siegen haben die Ermittlungen laut Polizei jedoch „keine Hinweise auf ein politisches oder religiöses Tatmotiv ergeben“. 

Keine Hinweise auf terroristischen Hintergrund bei dem Messerangriff in Siegen

Bereits am Tag des Angriffs am 30. August schrieb die Polizei Siegen-Wittgenstein in einer Pressemitteilung: „Wir bitten die Bürgerinnen und Bürger darum, in sozialen Netzwerken oder auf anderen Kanälen keine Falschmeldungen zu verbreiten, insbesondere keinen Bezug zu einem Terroranschlag herzustellen. Der Polizei liegen dazu keine Erkenntnisse vor.“ 

Tatverdächtig sei eine deutsche Frau ohne Migrationshintergrund, stellte die Polizei NRW einen Tag später auf X klar, um „Spekulationen und Anfeindungen“ einzudämmen. In einer weiteren gemeinsamen Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Siegen und Polizei Hagen vom 4. September heißt es: „Die Ermittlungen zur Motivlage sowie einer möglichen psychischen Erkrankung der Frau dauern an.“ Es gibt keinerlei Hinweise, dass der IS den Angriff in Siegen für sich reklamiert hätte. 

Angriff in Mannheim laut Generalbundesanwalt „religiös motiviert“

Bei dem Angriff in Mannheim am  31. Mai 2024 – den Weidel ebenfalls erwähnt – ermittelt der Generalbundesanwalt Jens Rommel gegen einen afghanischen Tatverdächtigen wegen einer „religiös motivierten“ Straftat. Bei dem Angriff wurde ein Polizist schwer verletzt, er verstarb später. Der Beschuldigte habe zu massiver Gewalt gegriffen, vermutlich, um Kritik am Islam zu unterbinden, sagte Rommel beim Jahrespressegespräch am 18. Juni 2024.. Anhaltspunkte für eine „dschihadistische Einbindung des Täters“ gebe es nicht. Es handele sich um einen „individuellen Fall“, der sich von anderen islamistisch-geprägten Fällen unterscheide, so Rommel – also um einen Einzeltäter.

Auf unsere Nachfrage reagierten Alice Weidel und die Pressestelle der Bundestagsfraktion der AfD nicht. 

Redigatur: Gabriele Scherndl, Sophie Timmermann 

Die wichtigsten, öffentlichen Quellen:

  • Welt-TV-Talkrunde, 2. September 2024: Link (archiviert)
  • Pressemeldung der Polizei Siegen-Wittgenstein, 30. August 2024: Link (archiviert)
  • X-Beitrag der Polizei Nordrhein-Westfalen, 31. August 2024: Link (archiviert)
  • Gemeinsame Pressemeldung der Staatsanwaltschaft Siegen und der Polizei Dortmund, 31. August 2024: Link (archiviert)
  • Gemeinsame Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Siegen und Polizei Hagen, 4. September 2024: Link (archiviert)

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Author: Paulina Thom

https://www.bachhausen.de/alice-weidel-bringt-messerangriff-in-siegen-faelschlich-mit-is-in-verbindung/

#alice #bringt #falschlich #messerangriff #siegen #verbindung #weidel

Alice Weidel bringt Messerangriff in Siegen fälschlich mit IS in Verbindung

In einer TV-Debatte sagte die AfD-Chefin Weidel, der IS habe den Messerangriff in einem Bus in Siegen für sich reklamiert. Das stimmt nicht.

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Faktencheck

Italienischer Sportjournalist fälschlich als Trump-Attentäter beschuldigt

Angeblich soll ein Antifa-Mitglied namens „Mark Violets“ der mutmaßliche Trump-Attentäter sein. Das habe das Butler Police Department berichtet. Der Name ist jedoch erfunden und der Verdächtige sieht völlig anders aus.

von Steffen Kutzner

18. Juli 2024

Ex-US-Präsident Trump wurde am 13. Juli 2024 bei einer Kundgebung von einem Schuss gestreift. Ein italienischer Fußball-Journalist wurde der Tat fälschlich beschuldigt. (Quelle: Evan Vucci / Associated Press / Picture Alliance) Behauptung

Aufnahmen zeigten ein Antifa-Mitglied namens „Mark Violets“, der als Trump-Attentäter vom Butler Police Department identifiziert und verhaftet worden sei.

Aufgestellt von: Beiträgen in Sozialen Netzwerken Datum:
14.07.2024

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Frei erfunden. Die Aufnahmen zeigen Marco Violi, einen Sportjournalisten aus Italien. Er hat sich nach dem Attentat auf Instagram zu Wort gemeldet und die Behauptung dementiert. Das FBI identifizierte den 20-jährigen Thomas Matthew Crooks als den mutmaßlichen Trump-Attentäter. Er wurde kurz nach dem Attentat erschossen – und sieht völlig anders aus als Violi.

Der mutmaßliche Schütze beim Attentat auf Ex-US-Präsident Donald Trump wurde unmittelbar nach den Schüssen am 13. Juli in der Nähe der Kleinstadt Butler in Pennsylvania vom Secret Service getötet. Ein Zuschauer starb, zwei weitere Männer im Publikum wurden schwer verletzt. 

Manche behaupten in Sozialen Netzwerken fälschlicherweise, der Schütze sei Ukrainer gewesen, andere schreiben, der Schütze sei ein Antifa-Mitglied namens „Mark Violets“. Ein Foto, das ihn zeigen soll, verbreitet sich international auf X, Telegram und Tiktok. Die meisten Beiträge, darunter einer auf dem deutschsprachigen Telegram-Kanal „Neues aus Russland“ von Alina Lipp, verweisen auf das Butler Police Department – angeblich habe die örtliche Polizei die Meldung veröffentlicht, Violets sei der mutmaßliche Schütze.

Ein X-Beitrag mit angeblichen Aufnahmen des Trump-Attentäters. Tatsächlich zeigen die Aufnahmen aber Marco Violi, einen Sportjournalisten in Italien. (Quelle: X; Screenshot und Unkenntlichmachung: CORRECTIV.Faktencheck)

Aufnahmen zeigen nicht mutmaßlichen Trump-Attentäter, sondern italienischen Sportjournalisten 

Eine Bilder-Rückwärtssuche mit dem Foto von dem vermeintlichen „Mark Violets“ führt zu mehreren Beiträgen in Sozialen Netzwerken und Artikel, die die Behauptung widerlegen. Auch der BBC-Journalist Shayan Sardarizadeh schreibt auf X, das Foto zeige einen Mann namens Marco Violi, der mit dem Attentat nichts zu tun habe.

Tatsächlich veröffentlichte Marco Violi am 14. Juli einen Instagram-Beitrag, in dem er seine Verwicklung in das Attentat zurückweist. Die Behauptungen seien „völlig unbegründet“ und stammten laut Violi von einer Gruppe Hatern, die ihn schon seit 2018 bedränge. 

Violi ist Sportjournalist in Italien und betreibt einen Youtube-Kanal mit Inhalten über das Fußballteam AS Roma. Auf seinem Instagram-Account sind mehrere Bilder und Videos zu sehen, die zeigen, dass er der Mann auf dem verbreiteten Bild ist. „Mark Violets“ soll wohl eine englische Übersetzung oder Abwandlung seines Namens sein. Eine ähnliche alternative Schreibweise nutzten die falschen Beiträge zu dem US-Comedian Sam Hyde – sie nannten ihn „Semen Hydenko“

In einer Meldung des Secret Service vom 13. Juli um 21 Uhr (US-Ortszeit) steht, dass der Schütze getötet wurde. Violi veröffentlichte sein Statement erst mehrere Stunden nach dem Attentat, also zu einem Zeitpunkt, an dem der Verdächtige schon tot war. 

Keine Ähnlichkeit zwischen Marco Violi und Thomas Matthew Crooks

Das FBI identifizierte den 20-jährigen Thomas Matthew Crooks aus Bethel Park, Pennsylvania, als den Verdächtigen. In einer Mitteilung vom 14. Juli bestätigte der Schulbezirk Bethel Park, dass Crooks die Bethel Park High School 2022 absolvierte. Ein Foto, das der Schulbezirk der Associated Press zur Verfügung stellte, soll Crooks im Jahr 2021 zeigen. 

Ein Vergleich des Fotos von Crooks mit dem von Marco Violi zeigt eindeutig, dass es sich um verschiedene Personen handelt. 

Oben Marco Violi in einem seiner Instagram-Videos, unten links das verbreitete Bild des angeblichen Schützen, das ebenfalls Violi zeigt. Unten rechts der mutmaßliche Trump-Attentäter auf einem Schulfoto aus dem Jahr 2021. (Quellen: Instagram, X, Associated Press / Picture Alliance)

Es finden sich keine Hinweise, dass das Butler Police Department den Namen „Mark Violets“ in Zusammenhang mit dem Attentat auf Trump veröffentlicht hat. Auf der Webseite der Polizeistation heißt es zudem, dass der Vorfall nicht innerhalb des Stadtgebietes geschah. Das FBI, und nicht die örtliche Polizei, leite die Ermittlungen und veröffentliche das Pressematerial für die Öffentlichkeit. 

Wie , war es nicht das erste Mal, dass Violi fälschlich mit einem Attentat in Verbindung gebracht wurde. Seit Jahren soll Violi Zielscheibe einer übergriffigen X-Community aus dem Fußballbereich sein.

Redigatur: Kimberly Nicolaus, Viktor Marinov

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Author: Steffen Kutzner

https://www.bachhausen.de/italienischer-sportjournalist-faelschlich-als-trump-attentaeter-beschuldigt/

#attentater #beschuldigt #falschlich #italienischer #sportjournalist #trump

Italienischer Sportjournalist fälschlich als Trump-Attentäter beschuldigt

Angeblich zeigten Aufnahmen Antifa-Mitglied „Mark Violets“, er sei der Trump-Attentäter. Der Name ist erfunden und der Verdächtige ist ein anderer.

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Faktencheck

Konzertabsage von Westernhagen: Artikel wird fälschlich in Verbindung mit Corona-Impfung gebracht

Der deutsche Musiker Marius Müller-Westernhagen musste Ende Mai ein Konzert in Stuttgart aus gesundheitlichen Gründen absagen. Im Netz spinnen Nutzer mit Verweis auf einen Artikel einen Zusammenhang mit einer Corona-Impfung. Doch davon steht im Artikel nichts; auch sonst gibt es dafür keine Belege.

von Uschi Jonas

30. Mai 2024

Drei Tage nach der Konzertabsage in Stuttgart stand Rockmusiker Müller-Westernhagen am 24. Mai 2024 in Berlin bereits wieder auf der Bühne (Credit: Marten Ronneburg / NurPhoto / Picture Alliance) Behauptung

Ein Artikel von Der Westen, in dem Marius Müller-Westernhagen mit den Worten „weiß nicht, was mir durch meine Vene geschickt wurde“ nach einer Konzertabsage zitiert wird, belege, dass die Absage im Zusammenhang mit den Folgen einer Corona-Impfung stünde.

Aufgestellt von: Beiträgen auf Facebook, Telegram und X Datum:
23.05.2024

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Frei erfunden. Nichts dergleichen steht im Artikel von Der Westen. Westernhagen bezieht sich bei dem Zitat auf medizinische Infusionen, die er bekam und die ihn wieder fit gemacht hätten. Es gibt auch sonst keine Berichte oder sonstige Belege, die einen Zusammenhang mit der Corona-Impfung herstellen.

Marius Müller-Westernhagen war im Mai auf Deutschlandtournee. Doch am 21. Mai 2024 musste er ein geplantes Konzert in Stuttgart kurzfristig absagen. Wie die Stuttgarter Zeitung berichtet, sei der Musiker bereits in der Garderobe gewesen, die Besucherinnen und Besucher bereit fürs Konzert in der Stuttgarter Schleyerhalle. Auf ärztlichen Rat hin sei das Konzert des 75-Jährigen dann jedoch in letzter Minute abgesagt worden, so der Geschäftsführer des Veranstalters Music Circus, Hans-Peter Haag. 

Weitere Details zu den konkreten gesundheitlichen Gründen wurden nicht bekannt. Auf Instagram meldete sich der Musiker am nächsten Morgen und gab Entwarnung: Es bestehe kein Grund zur Sorge, er habe mehrere Infusionen bekommen, die geholfen hätten. Doch ein Satz aus Westernhagens Beitrag führte zu Gerüchten und Behauptungen im Netz: „Ich weiß nicht, was mir durch meine Vene geschickt wurde, aber nach elf Stunden Schlaf fühle ich mich wieder wie ich selbst (…)“. 

Westernhagens Aussage „was durch meine Vene geschickt wurde“ hat keinen Zusammenhang mit Corona-Impfung

Auch das Newsportal Der Westen berichtete über die Konzertabsage, griff in der Überschrift die Aussage des Musikers im Titel auf. Nutzerinnen und Nutzer auf Facebook, Telegram und X verbreiteten daraufhin Screenshots des Artikels und fingen an zu spekulieren: „Ist da etwa Impfreue?“, „Mitgemacht bei der Bratwurst-Pandemie!“ oder „Der Impffanatiker Westernhagen zweifelt jetzt an der angeblich nebenwirkungsfreien Impfung“. Einige der Kommentare sind beleidigend oder gehässig.

Auch der Hashtag #plötzlichundunerwartet wird genutzt – er wurde während der Corona-Pandemie zur Chiffre der Impfgegner-Szene, um Behauptungen darüber zu streuen, dass unerwartete Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19-Imfpungen stünden.

Beiträge wie diese verbreiten sich mit hämischen Kommentaren im Netz und stellen fälschlicherweise einen Zusammenhang zwischen Westernhagens Gesundheitszustand und Folgen einer Corona-Impfung her (Quellen: X; Screenshots, Collage und Schwärzungen: CORRECTIV.Faktencheck)

Müller-Westernhagens Management antwortete nicht auf eine Anfrage von CORRECTIV.Faktencheck. Doch Tatsache ist: Es gibt keinerlei Berichte, dass Westernhagens Absage in irgendeinem Zusammenhang mit Folgen einer Corona-Impfung stünde. Davon ist auch an keiner Stelle im Artikel von Der Westen die Rede. Die Aussage „was mir durch meine Vene geschickt wurde“ bezieht sich auf die Infusionen, die der Musiker in Stuttgart erhielt und ihn nach eigenen Angaben schnell wieder fit machten. 

In dem Artikel heißt es vollständig, genauso wie in Westernhagens Instagram-Beitrag: „Ich weiß nicht, was mir durch meine Vene geschickt wurde, aber nach elf Stunden Schlaf fühle ich mich wieder wie ich selbst und bin mehr als positiv gestimmt, dass ich am Freitag in Berlin wieder auf der Bühne stehen werde. Dafür erst einmal danke, danke, danke für die medizinische Versorgung!“

Am 23. Mai schrieb Müller-Westernhagen zudem auf Instagram: „Es geht mir wieder gut und ich freue mich sehr auf die Show morgen Abend auf der Waldbühne.“ Am Tag darauf stand er wieder auf der Bühne und gab ein Konzert in Berlin

Redigatur: Gabriele Scherndl, Sophie Timmermann

Die wichtigsten, öffentlichen Quellen für diesen Faktencheck:

  • Westernhagen-Konzert abgesagt: „Weiß nicht, was mir durch meine Vene geschickt wurde“, Der Westen, 23. Mai 2024: Link (archiviert)
  • Statement von Marius Müller-Westernhagen, Instagram, 22. Mai 2024: Link

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Author: Uschi Jonas

https://www.bachhausen.de/konzertabsage-von-westernhagen-artikel-wird-faelschlich-in-verbindung-mit-corona-impfung-gebracht/

#artikel #corona #falschlich #impfung #konzertabsage #verbindung #westernhagen

Konzertabsage von Westernhagen: Artikel wird fälschlich in Verbindung mit Corona-Impfung gebracht

Im Netz wird mit Verweis auf einen Artikel behauptet, eine Konzertabsage von Marius Müller-Westernhagen hänge mit einer Covid-19-Impfung zusammen. Das stimmt nicht.

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