"Werdet Vorübergehende!" - Faszination Thomasevangelium - Religion - Die Dokumentation | BR Podcast

114 Jesus-Worte. Manche sehr knapp. Manche wie spirituelle Anweisungen, manche rätselhaft, manche Dialoge. Etwa die Hälfte davon hat parallele Überlieferungen in den Evangelien der Bibel. Als Autor dieses apokryphen (nichtbiblischen) Evangeliums wird der Jünger Thomas angegeben. Der echte wird es nicht gewesen sein. Doch aufregend: Viele Wissenschaftler meinen, in diesem Text sehr nahe an ursprüngliche Jesusworte heranzukommen. Trotzdem wurde er nicht in den Kanon der Bibel aufgenommen. Die Theologen der ersten Jahrhunderte kannten den Text, immer wieder wird auf ihn Bezug genommen. Danach galt er Jahrhunderte als verschollen. Erst 1945 wurde er vollständig wiederentdeckt. Seither ist das Thomasevangelium vielen christlichen Kreisen, Theologen und spirituell Interessierten eine ganz eigene Inspirationsquelle. Denn auf merkwürdige Weise baut das Evangelium Brücken zur modernen spirituellen Praxis, zu östlichen Traditionen und deren Suche nach Erleuchtung diesseits des Himmels. Als verriete Jesus darin einen gangbaren Pfad der Glückseligkeit. Sein kürzester Hinweis: "Werdet Vorübergehende!" Wie geht man mit dem Befund um? Ändert sich das christliche Selbstverständnis durch einen Text, der gar nicht Eingang in die Bibel gefunden hat? Und: Warum geht er so gut mit den spirituellen Erfahrungssuchen der Gegenwart in Resonanz - jenseits des Sonntagsgottesdiensts?

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Die #Bibel enthält vier Evangelien – doch es gibt weit mehr, die sogenannten #Apokryphen. Im #Interview spricht Tobias Nicklas über #Kirchenpolitik bei der Erstellung des Bibelkanons und darüber, warum sich die #Theologie mit diesen Texten befassen sollte: https://bit.ly/3Nn2mqt

Neutestamentler: Apokryphen he...
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Die Bibel, wie wir sie heute kennen, ist das Ergebnis eines langen und komplexen Prozesses der Kanonbildung. Dieser Prozess umfasste die Auswahl und Sammlung von Schriften, die als inspiriert und autoritativ für den Glauben und das Leben der christlichen Gemeinschaft anerkannt wurden. Während einige Schriften in den biblischen Kanon aufgenommen wurden, blieben andere außen vor. Diese ausgeschlossen Texte, bekannt als Apokryphen, wurden in einigen Bibelausgaben dennoch beigefügt und spielen eine bedeutende Rolle in der religiösen und kulturellen Geschichte.

Kriterien für die Kanonisierung

Die Auswahl der Schriften, die in den biblischen Kanon aufgenommen wurden, basierte auf mehreren wesentlichen Kriterien:

  • Apostolische Authentizität: Einer der wichtigsten Faktoren war die Frage, ob ein Text von einem Apostel oder einer Person aus ihrem direkten Umfeld verfasst wurde. Diese apostolische Verbindung garantierte eine Nähe zu den Ursprüngen des christlichen Glaubens und der Lehre Jesu Christi.
  • Orthodoxie: Die Übereinstimmung eines Textes mit der allgemein akzeptierten Lehre und Glaubensüberzeugungen der frühen Kirche war entscheidend. Schriften, die als häretisch oder widersprüchlich zu den etablierten Glaubenslehren angesehen wurden, fanden keinen Eingang in den Kanon.
  • Katholizität: Ein weiteres Kriterium war die breite Akzeptanz und Verwendung eines Textes in der gesamten christlichen Gemeinschaft. Texte, die in verschiedenen Regionen und Gemeinden als nützlich und autoritativ angesehen wurden, hatten eine höhere Wahrscheinlichkeit, kanonisiert zu werden.
  • Liturgische Verwendung: Die regelmäßige Verwendung eines Textes im Gottesdienst und in der liturgischen Praxis spielte ebenfalls eine Rolle. Schriften, die in der Liturgie und im Gemeindeleben zentral waren, wurden eher als kanonisch anerkannt.
  • Der Prozess der Kanonbildung

    Der Prozess der Kanonbildung war nicht linear und einheitlich, sondern erstreckte sich über mehrere Jahrhunderte und war von theologischen, politischen und kulturellen Faktoren beeinflusst.

    • Das Alte Testament: Die Schriften des Alten Testaments wurden im Judentum über einen längeren Zeitraum hinweg gesammelt und kanonisiert. Im Judentum gab es Diskussionen über die Aufnahme bestimmter Bücher, wie beispielsweise der Makkabäerbücher. Diese Bücher, die in der Septuaginta enthalten sind, wurden später von den frühen Christen übernommen und in die griechische Version des Alten Testaments aufgenommen.
    • Das Neue Testament: Der Kanon des Neuen Testaments formte sich allmählich im Laufe der ersten vier Jahrhunderte. Die Schriften der Kirchenväter, Synoden und Konzile spielten eine zentrale Rolle in der Festlegung des Neuen Testaments. Der Festschreibung des Kanons auf dem Konzil von Karthago im Jahr 397 ging eine lange Phase der Diskussion und des Konsenses voraus.

    Die Apokryphen

    Die Apokryphen sind eine Gruppe von Schriften, die es nicht in den endgültigen Kanon der hebräischen Bibel oder des Neuen Testaments geschafft haben, aber dennoch von großem historischem und theologischem Interesse sind. In der römisch-katholischen und orthodoxen Tradition werden einige dieser Schriften als „deuterokanonisch“ bezeichnet und in ihre Bibeln aufgenommen. Beispiele hierfür sind das Buch Tobit, Judith, Weisheit Salomos und das erste und zweite Buch der Makkabäer.

    Die Gründe, warum diese Schriften nicht in den hebräischen Kanon aufgenommen wurden, variieren. Einige wurden als nicht apostolisch oder nicht inspirierend genug angesehen, während andere aufgrund ihrer begrenzten Nutzung oder ihrer theologischen Ausrichtung ausgeschlossen wurden.

    Die Auswahl der Schriften, die in den biblischen Kanon aufgenommen wurden, war ein sorgfältiger und vielschichtiger Prozess, der von einer Reihe von Kriterien geleitet wurde. Die Apokryphen, obwohl nicht kanonisch, bieten dennoch wertvolle Einsichten und bereichern das Verständnis der religiösen und kulturellen Landschaft der Antike. Das Studium dieser Schriften und der Kanonbildung insgesamt ermöglicht ein tieferes Verständnis der Bibel und der Geschichte des christlichen Glaubens.

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    Die Auswahl der biblischen Schriften: Kriterien und Prozesse der Kanonbildung

    Erfahren Sie, wie die Bibel entstand und welche Kriterien bei der Auswahl der Schriften für den biblischen Kanon berücksichtigt wurden.

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    Das ganze Zitat von @marcuwekling passte zu meiner Überraschung nicht ins 500-Zeichen-Limit von chaos.social, deswegen habe ich es bei der Aufzählung kürzen müssen, konnte aber stattdessen einen Link zum ganzen Zitat einschließlich Angabe, aus welchem Buch und Kapitel es stammt, einfügen. Diese Infos kann ich aber auch hier grade noch nachreichen, dafür reichen dann die zweiten 500 Zeichen einschließlich diesem Gelaber 😉 doch noch: Die Känguru-#Apokryphen (2018), 19. Kapitel "Judgement Day".