Neulich in der Bahn: sitze hinter 2 jungen Leuten, 1x männlich gelesen, 1x weiblich/enby gelesen, ungefähr im selben Alter, Anfang 20.
M: "Ich gehe lieber nachts spazieren. Da ist es kühler."
W: "Würd ich auch gern. Aber als Frau ist es nachts einfach zu gefährlich."
M: "Ach, setz einfach dein Käppi auf, dann passt es schon."
W: *Augenrollen und tiefes Einatmen*
Mein erster Gedanke: "Uff, schon wieder so ein previligiertes Männlein, das die Ängste von Frauen* ignoriert." Gleich mit Augen gerollt und Kopf geschüttelt. Beinahe mich eingemischt.
Später habe ich nochmal darüber nachgedacht. Die Person sah relativ androgyn aus, hatte eine Regenbogenflagge am Rucksack hängen und ja, mit dem Käppi könnte sie* schon als Mann gelesen werden. Mein erster Gedanke muss nicht falsch gewesen sein, aber vielleicht war es ja auch ein Kompliment. Dass sie* sich als Frau bezeichnet hat, muss nicht bedeuten, dass sie* sich nicht als nicht-binär oder Mann identifiziert (war halt ein voller Zug). 🤔
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