#Tausalz #Extremwetter Doof - doofer - FDP(-Chef Dürr). Der Bundesvorsitzende der Kleinpartei FDP streut ostentativ und freiheitskämpfend Tausalz vor der Berliner Parteizentrale. Ein Video davon wird auf Instagram veröffentlicht. Das kann ein Bußgeld von bis zu 10.000 € nach sich ziehen.

Bußgeld bis zu 10.000 Euro dro...
Bußgeld bis zu 10.000 Euro droht: FDP-Chef Dürr streut verbotenes Tausalz in Berlin

Der Bundesvorsitzende der FDP streut für ein Video in Berlin verbotenes Tausalz – und wettert gegen den Senat. Ihm könnte jetzt ein Bußgeld drohen.

t-online – Berlin

Berlin ist schon im Normalfall am Limit

Berlin hat es wieder bundesweit in die Schlagzeilen geschafft. Und zwar im beliebten Genre „Berlin kann es nicht“. Mit einer Mischung aus Fassungslosigkeit und Spott wurde berichtet über spiegelglatte Bürgersteige und eine Straßenbahn, die von einem nächtlichen Eisregen tagelang schachmatt gesetzt wird.

Beide Dinge gehören zusammen, nicht nur, weil sie mit dem Winterwetter zusammenhängen. Denn sie sind Ergebnisse des Prinzips Hoffnung, nach dem in Berlin viel zu oft gehandelt wird. Die vereisten Gehwege sind die Folge eines überkommenden Systems der Schneeräumung, das bereits seit vielen Jahren seine Schwäche zeigt. Zuständig für die Räumung der Bürgersteige sind die Eigentümer der anliegenden Grundstücke, die – zumindest bei Mietshäusern – in der Regel private Räumdienste beauftragen.

Wer frühmorgens nach Schneefall auf den Straßen der Hauptstadt unterwegs ist, kann das absurde Ballett der verschiedenen Räumdienste beobachten. Schneeräumfahrzeug fährt auf dem Bürgersteig zur Hausfront des Auftraggebers, verlangsamt und senkt die Bürste oder den Schneeräumer. Nach ein paar Metern Schneebürsterei wird die Räumtechnik wieder angehoben, das Fahrzeug legt wieder an Tempo zu und fährt zum nächsten Auftraggeber. Das Spektakel wiederholt sich mehrfach in einer Straße, je nachdem, wie viele Räumdienste aktiv sind.

Das ineffiziente System führt zu teils stundenlangen Verzögerungen, bis der Schnee dann oft schlecht geräumt ist. Zeit, in der die weiße Pracht festgetreten werden kann und dann vereist. Vor einigen Grundstücken wird auch gar nicht geräumt. Eigentlich müssten die Ordnungsämter der Bezirke das kontrollieren und im Zweifelsfall sanktionieren oder eine Ersatzvornahme durchführen, die dem Grundstückseigentümer in Rechnung gestellt wird. Aber natürlich haben die gar nicht das Personal dafür.

Das geht in den meisten Berliner Wintern durch, denn schließlich taut es in der Regel nach einigen Tagen. Doch dann gibt es die Winter wie gerade eben, wo der Frost so lange anhält, dass das Problem nicht nach kurzer Zeit wieder wegschmilzt.

„Wir sind hier nicht in Haiti, wir sind in Berlin!“, beschied vor 16 Jahren der damalige Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) angesichts einer vergleichbaren Glättelage auf den Bürgersteigen. Auch dieser Winter verging und an den Zuständigkeiten für die Schneeräumung änderte sich nichts.

Der aktuelle Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) zog es vor, sich mit einem Instagram-Beitrag zum Gespött der Nation zu machen, in dem er die Abgeordneten seiner Koalition bat, schnell eine Änderung des Winterdienst-Gesetzes auf den Weg zu bringen. Der Plan: der großzügige Einsatz von Tausalz sollte die Folgen der unterlassenen Schneeräumung und Eisbeseitigung auf den Bürgersteigen beseitigen. Zu diesem Zeitpunkt waren die Gehwege bereits rund drei Wochen vereist.

Irgendjemand hat ihm dann erklärt, dass das bereits im kommenden Winter hilfreich sein könnte. Schließlich wies er seine Verkehrs- und Umweltsenatorin Ute Bonde (CDU) an, eine rechtlich äußerst fragwürdige Allgemeinverfügung zu erlassen, die bis Mitte Februar ausnahmsweise den Einsatz von Streusalz auf Bürgersteigen zulässt.

Geschenkt, dass selbst die Berliner Stadtreinigung (BSR) darauf hinweist, dass Tausalz bei den zentimeterdicken Eisschichten und sehr niedrigen Temperaturen wenig bis gar nicht hilft. Zudem ist das Salz ein Frontalangriff auf die bereits im Zuge der Klimakrise durch jahrelange Dürren und hohe Sommertemperaturen stark gestressten Straßenbäume. Das haben wir hier und hier genauer beschrieben. Wir fordern nach der Frostperiode eine Intensivkur für Straßenbäume mit Wässern und Düngen, um die Schädigungen möglichst zu reduzieren.

Kommen wir zur Straßenbahn. In der Nacht vom 25. auf den 26. Januar (Sonntag auf Montag) sorgte stundenlanger Eisregen für vereiste Oberleitungen und eine komplette Stilllegung des Betriebs. Durch die Eisschicht auf den Oberleitungen verloren die Bahnen den Kontakt zur Stromversorgung. Dutzende Bahnen, die im regulären Nachtverkehr unterwegs waren, blieben auf der Strecke stehen.

Seitdem verweist die BVG auf die außergewöhnliche Wetterlage, die dem Landesunternehmen keine Chance auf Weiterbetrieb gelassen hatte. Während in Potsdam die Straßenbahn fuhr, hatten auch die Betriebe im östlichen Berliner Umland erhebliche Probleme. Am schnellsten kehrte die Woltersdorfer Straßenbahn noch am Montagvormittag zum regulären Verkehr zurück, bei der Schöneicher-Rüdersdorfer Straßenbahn war am frühen Nachmittag die Gesamtstrecke wieder befahrbar, allerdings gab es Abstriche beim Angebot. Nur die Strausberger Eisenbahn fuhr erst wieder am Dienstag. Dokumentiert ist das hier. Große Probleme gab es auch bei der Tram im polnischen Stettin.

Erst am Dienstag fuhr überhaupt die erste BVG-Straßenbahnlinie wieder – die Linie M5 war im Zehn-Minuten-Takt auf einem veränderten Linienweg zwischen Hackescher Markt und Betriebshof Lichtenberg unterwegs. Am Dienstagnachmittag waren zehn Straßenbahnlinien meist nur auf Teilstrecken und mit eingeschränktem Fahrplanangebot unterwegs. Erst am Samstag war wieder das komplette Netz in Betrieb. Bereits am Montag kritisierte der BUND Berlin den Totalausfall des Straßenbahnbetriebs.

Die BVG reagierte indirekt, in dem sie erklärte, dass Vergleiche mit anderen Regionen und Netzen nicht zielführend seien und mit dem Berliner Standardargument, dass das Netz mit rund 200 Kilometern ja so groß sei.

Gespräche mit mehreren fachkundigen BVG-Beschäftigten in den letzten Tagen bestärken den BUND Berlin allerdings in seiner Feststellung, dass die Verkehrsbetriebe weder organisatorisch und personell noch von der vorhandenen Technik her auf solche Situationen eingestellt sind.

„Schlussendlich ist das eine Folge der Sparpolitik, die Personal und Technik bis aufs Mindestmaß gekürzt hat wodurch man auf solche extremen Situationen nicht mehr reagieren kann, geschweige denn vorbeugen“, schätzte ein Insider ein.

Viel hätte sich verhindern lassen, wenn in der Nacht zusätzliche Fahrten zum regulären 30-Minuten-Takt durchgeführt worden wären, so die allgemeine Einschätzung. Auch Strecken jenseits der Metrolinien, die nicht regulär nachts befahren werden, hätten von in diese sogenannten Bügelfahrten befahren werden müssen. Die Stromabnehmer kratzen dabei mechanisch Eisschichten ab.

Die BVG hat sogar einen besonders dafür geeigneten Wagentyp, nämlich die zwischen 1999 und 2001 in Betrieb genommenen Zweirichtungswagen vom Typ GTZ. Sie haben zwei Stromabnehmer. Während der vordere das Eis von der Oberleitung kratzt, sorgt der hintere für eine kontinuierliche Stromversorgung des Fahrzeugs.

„Aber es gab schlichtweg kein Fahrpersonal dafür. Die sind ja erst alle Montag früh zu Betriebsbeginn erschienen und da war es schon zu spät“, so ein weiterer Insider. Es gebe keine Regularien in der BVG, um so etwas zu ermöglichen. „Faktisch ist das unmöglich, in den engen Grenzen der Personalverfügbarkeit und dem Abstimmungswirrwarr irgendwelche Fahrerreserven abzurufen“, wird er deutlicher.

Auch jenseits von Eisregen muss bei Minustemperaturen der Bildung einer Eisschicht an der Oberleitung vorgebeugt werden. Viele Verkehrsbetriebe bundesweit benetzten ihre Oberleitung mit speziellen Fahrzeugen dafür mit Glycerin oder ähnlichen Substanzen, um Eisbildung zu unterbinden. Auch die BVG verfügte über ein entsprechendes Fahrzeug. Im Zuge der 2023 abgeschlossenen Erhöhung der Fahrspannung von 600 auf 750 Volt hätte die Straßenbahn umgerüstet werden müssen. Das ist für zu teuer befunden worden. Stattdessen mussten am Streiktag Montag im ganzen Netz Geisterstraßenbahnen eingesetzt werden, die keine Fahrgäste beförderten.

 

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      #Baumschutz #Berlin #BVG #Eisregen #Glatteis #KaiWegner #Mobilitätswende #ÖPNV #Straßenbahn #Streusalz #Tausalz #Tram #UteBonde

Nur, weil der #senat von #berlin das benutzen von #tausalz erlaubt hat, heisst das nicht, dass jetzt auch welches eingesetzt wird. Das Foto zeigt einen kleinen Teil an der #karlmarxallee vor unserem Haus.

#winter #eisglatte #eiskunstlauf #bsrberlin

@Geisseltierchen
Hier die Allgemeinverfügung, welche aktuell Salz gegen die Glätte auch in Berlin erlaubt

Zitat:
- nicht ausreichen, werden die - zum Winterdienst verpflichteten Anliegerinnen und Anlieger - bis zum Ablauf des 14. Februar 2026 von dem Verbot - von Tausalz und weitere Auftaumittel - befreit
Die sofortige Vollziehung der Anordnungen - wird gemäß § 80 Absatz 2 Satz 1 Nummer 4 der Verwaltungsgerichtsordnung (VwGO) angeordnet

https://www.berlin.de/sen/uvk/presse/weitere-meldungen/2026/allgemeinverfuegung-1639339.php

#Berlin #Streusalz #Tausalz

Allgemeinverfügung - Berlin.de

Gefährliche Glätte: Hamburg hebt für zwei Wochen das Streusalz-Verbot auf

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Gucken wir's uns morgen das gekloppe im Baumarkt an? 🙄

Hamburg setzt das Tausalzverbot aus.
#hamburg #winter #glatteStraßen #tausalz