Oh, #NativeInstruments (einer DER Player im Software-Synth-, aber auch DJ-Bereich und übrigens auuuus Berlin) stellt Antrag auf #Insolvenz.
Das muss erstmal nicht das Ende sein - wenn der Antrag früh genug gestellt wurde, gibt es sicherlich reale Chancen auf Rettung - gerade bei DEM Laden.
Ich kenne sie seit Ende der 90er und mich haben sie NIE als Kunden gewinnen können. Obwohl ich ihr Zeugs SEHR lecker fand. Warum?
Selbst für ihre kostenlosen Instruments (Beigabe bei Zeitschriften wie Keyboards in den frühen 2000ern) musste man sich registrieren und die Software hat dann einen Online Server auf Gültigkeit abgefragt. Bei einem Kostenfreien Dringens. Hab ich trotzdem gemacht und wirklich coole Musik damit angefangen. Aber dann kam Leben und Liebe und Kind bei mir rein und ich hatte andere Prioritäten. Als ich 15 Jahre später (ja, so ist das manchmal) meine coolen Musikstücke fertig machen wollte, waren die Lizenzserver für die kostenlosen Instruments abgeschaltet und es kam kein Ton mehr raus. Alles umsonst (selbiges auch bei IK Sampletank, aber andere Firma).
Nee, Vertrauen geht so nicht. Ihr habt meine Musik sabotiert.
Dazu kommt die konsequente Weigerung, den Linux-Markt zu bedienen (und ja, da ist ein fetter Markt!, fragt U-HE).
Das I-Tüpfelchen in Zusammenhang mit der Linux-Verweigerung: Kontakt. Ihr Sampler. Der hat sich leider zum weltweiten und unhinterfragten Standard für Sample-Libraries entwickelt und alle, wirklich alle, die gute Sample-Libraries veröffentlichen, selbst Leute wie Hainbach, die es theoretisch besser wissen könnten mit ihren antikapitalistischen Hipster-Wollmützen, selbst die veröffentlichen für #Kontakt only. Ja wieso, es gibt ja den kostenlosen Kontakt-Player! Ja. Aber nicht für #Linux. Und das Schlimmste?
Anders als die durchaus guten und freien Sample-Formate SFZ und SF2 ist das Kontakt-File-Format komplett proprietär. Nichts daran ist irgendwie offen. Es gibt entsprechend auch keine Sampler auf dem Markt, die nicht von NI stammen oder Komponenten von NI lizenziert haben, die das Kontakt-Format importieren können.
Viel Spaß, wenn NI wirklich pleite geht, Windows 12 neues Application-Signing braucht oder sowas, oder MacOS nur noch 128bit Binaries startet (ich male mir das nur aus, sind keine Fakten!). Egal wie, irgendwann läuft der Krempel auf zukünftig aktuellen Plattformen nicht mehr, aber NI ist pleite, niemand kümmert sich. Schade um die schönen Sample-Libs.
Wie oben gesagt, muss ja nicht so kommen.
Aber das Sitzen auf selbst gebauten proprietären Standards mit Monopolstellung, wie bei NI Kontakt?
Nee, da werden wir keine Freunde, die und ich. Das alles jedenfalls Dinge, die mich als durchaus potentiellen Kunden dermaßen abgeschreckt haben, dass ich nie da gelandet bin.
Vielleicht bin ich nicht der Einzige, dem das so geht. Vielleicht ist das ein Teil des Dilemmas, was sich jetzt mit der Insolvenz aufzeigt.
#MusikProduktion
https://www.heise.de/news/Native-Instruments-meldet-Insolvenz-an-11156491.html