In dem neuen Buch von Vince Ebert wird ein offensichtlicher Kategoriefehler gemacht, um das BGE zu diskreditieren.
Es wird auf eine Studie verwiesen, in der zufällig ausgewählte Personen, mit einem mittleren Einkommen, über einen bestimmten Zeitraum 1.000 € geschenkt bekommen. Diese Studie untersucht also die Auswirkungen von Helikoptergeld und kommt zu dem Ergebnis, dass das keinen langfristig positiven Einfluss auf das Verhalten der untersuchten Personen hat, was durchaus plausibel ist.
Beim BGE geht es aber um etwas ganz anderes. Man möchte die Menschen dadurch von Ängsten befreien, die oft dazu führen, dass sie in prekären finanziellen Verhältnissen verharren.
Eine mögliche Idee dahinter ist folgende: Immer wenn das Einkommen unter eine von der Gesellschaft festgelegte Grenze fällt, die für ein würdevolles Leben notwendig ist, wird die Differenz vom Staat übernommen. Dabei gibt es keine Bedingungen für die Auszahlung, außer der Unterschreitung der Grenze.
Das größte Problem dabei ist: Wie stellt man diese Grenze fest? Die heutigen Sozialsysteme verwenden den Großteil ihrer organisatorischen Kosten darauf, das Einkommen der Personen zu bestimmen, die Hilfen anfordern. Das machen sie bei jedem Antrag immer wieder und wiederholen es Jahr für Jahr.
Ein BGE ist deshalb nur dann sinnvoll anwendbar, wenn es maximale Transparenz darüber gibt, was jeder in einer Gesellschaft besitzt.
Wenn diese Hürde einmal genommen ist, dann sind die Kosten für ein BGE vermutlich sogar nicht wesentlich höher als die für unser aktuelles Sozialsystem, denn die Kosten für die notwendige Bürokratie fallen vollständig weg.
Natürlich hat das BGE viele Auswirkungen auf eine Gesellschaft, die uns aktuell noch unbekannt sind, aber meine Meinung dazu ist: Diese Auswirkungen werden in Summe positiv sein und unserer Wirtschaft vermutlich weniger schaden, als viele behaupten.
#Helikoptergeld
#BedingungsloseGrundeinkommen
#BGE
Wot Se Fack, Deutschland? von Vince Ebert - Paperback | dtv Verlag
Der Zeitgeist nimmt Fakten nicht mehr wahr, diskreditiert die Experten und Politik und stellt Ideologie über Wissen und Tatsachen. Vince Ebert nimmt diese Entwicklung aufs Korn, ordnet sie historisch ein und fordert eine Renaissance der Aufklärung.

