„Tutto nel mondo è burla“ als Summe aller Erfahrungen – „Falstaff“ an der Opera Narodowa in Warschau
Elena Deinhammer
Mit „Falstaff“ bringt die Opera Narodowa am Teatr Wielki in Warschau Giuseppe Verdis zweite – und einzige erfolgreiche – komische, zugleich letzte Oper auf die Bühne, die einen beeindruckenden, durchaus kuriosen Höhepunkt des Schaffens des Komponisten darstellt und eine neue Form der Opera buffa erstehen ließ. Während das Werk in der Musikgeschichte eine neue Entwicklung eröffnete, stellte es für Verdi einen Abschied dar, das durch die bittersüße Ironie des Librettos hinter allem Witz eine tiefgründige Traurigkeit durchscheinen lässt. In Warschau bildet diese Neuproduktion des „Falstaff“ zugleich einen weiteren Abschied, denn es soll die letzte des Opernregisseurs Marek Weiss sein, der sich hiermit nach 153 Inszenierungen, davon 24 am Teatr Wielki, aus dem Theater verabschiedet. Nachdenklich und melancholisch gefärbt wird so auch dieses Ende, denn Weiss erzählt „Falstaff“ nicht als ironische Komödie über eine groteske Witzfigur, sondern als Geschichte eines gefallenen Mannes, der aufgrund einer erschütternden Erfahrung in immer nihilistischerem Zynismus versinkt und schließlich sein einsames Ende findet. Durch diese düstere Färbung, ein gleichermaßen spritzig wie elegisch musizierendes Orchester und eine Besetzung, aus der einige Stimmen glanzvoll hervorstechen, gelingt eine immer noch unterhaltsame, doch ebenso tiefgründige Aufführung. (Kritik zur Premiere am 17. April 2026 und zur Vorstellung am 18. April 2026) […]







