„Maria Stuarda“ bei den Salzburger Festspielen: Ein tragischer Tanz zur Musik der Zeit
Elena Deinhammer
[caption id="attachment_30855" align="alignleft" width="300"] Salzburger Festspiele 2025/Maria Stuarda/Kate Lindsey (Elisabetta), Lisette Oropesa (Maria Stuarda)/Foto:© SF/Monika Rittershaus[/caption]
„Maria Stuarda“ – ein Drama über zwei rivalisierende Königinnen in großer Gegensätzlichkeit, die historisch für Unruhen sorgte und Anlass für zahlreiche literarisch-künstlerische Bearbeitungen bot. Während die katholische Maria von den ersten Lebenstagen an der Regentschaft zugedacht war, Anspruch auf mehrere Kronen hatte, diesen jedoch durch ihre Impulsivität und drei eingegangene Ehen gefährdete, musste sich die protestantische Elisabeth, rational handelnd und als „Virgin Queen“ allein ihrem Volke vermählt, die Herrschaft erkämpfen, nicht zuletzt gegen die vorübergehende Illegitimität ihrer Geburt verteidigen. Doch sind es letztlich ihre Gemeinsamkeiten, die den in der Hinrichtung Marias endenden Konflikt herbeirufen: Trotz ihres Herrschaftsanspruchs sehen sich beide mit nicht unbedeutenden Einwänden gegen diesen konfrontiert, zudem lieben sie denselben Mann, den Grafen von Leicester – ein Aspekt, der seit Friedrich Schillers „Maria Stuart“ besonders in den Vordergrund gerückt wurde. In Gaetano Donizettis Opernbearbeitung des Dramenstoffes stellt dieses Liebesdreieck den Kern des Geschehens dar, stärker als politische Erwägungen wirkt Eifersucht, um Elisabetta die Hinrichtung Marias beschließen zu lassen. Bei den Salzburger Festspielen feierte diese Belcanto-Oper – ein in diesem Rahmen seltenes Genre – unter Regie von Ulrich Rasche mit beeindruckender Ästhetik Premiere und zeigt so, getragen von herausragenden gesanglichen Darbietungen, die auf das Elementare reduzierten Dynamiken hinter der Konfrontation der beiden Königinnen. (Rezension der Premiere v. 1. August 2025)
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