Was für ein Wind!

Einer hat wirklich was zu sagen – er ist jetzt tot

mit Update mittags

Die FAZ schlagzeilt (Paywall) von “Die Selbstaufgabe des DFB”. Und ich dachte, Zeitungen würden Neuigkeiten verbreiten. Der britische “Independent” hat bei Mister Infantino “Trumpsches Geschwafel” (“Trumpian ramble”) gehört. Das weltweit zu verbreiten, ist strategische Absicht.

Die dpa verbreitet Zitate von Christian Streich aus einem eingemauerten Kicker-Interview: “Eine solche Inszenierung von wenigen Menschen an der Macht, die sich dann teilweise noch die Behauptung erlauben, sie würden demokratische Werte schützen, ist natürlich eine Unverfrorenheit, die einen sprachlos macht … Andererseits wundert einen inzwischen ja fast nichts mehr. … Wir können als große Fußballnation, die sich bisher immer für die WM qualifiziert hat, nicht den Anspruch ableiten, nur mit 16 oder 24 spielen zu wollen. Das wäre Herrschaftsdenken der Mächtigen. … Was da aktuell bei der WM mit den Tickets passiert, ist pervers: Profitmaximierung um jeden Preis und eben auf Kosten vieler Menschen … Das ist so dermaßen elitär, und ich denke nicht, dass die Leute, die das bezahlen können, sagen: super, dass die anderen nicht reinkommen. Wo kommen denn noch verschiedene Gesellschaftsschichten zusammen? Beim Sport oder allenfalls noch in Einrichtungen wie einem Schwimmbad. … Ich habe irgendwann gedacht: Wem gehört eigentlich das Spiel? Allen! Und ich bin einer davon. Soll ich mir das jetzt alles, diese Freude an diesem tollen Spiel, das weiterhin so die Menschen auf der Welt verbindet, vermiesen lassen wegen einiger weniger?” Und darum wurde er “WM-TV-Experte” – mann muss ja auch an die Versorgung der Kinder und Enkel denken …

Wenn Sie bis hierher drangeblieben sind, haben Sie sich den Tipp auf einen, der wirklich was zu sagen hat, redlich verdient. Jean Ziegler ist gestern Im Alter von 92 Jahren gestorben. Ich glaube, ihn habe ich das erste Mal im Namenspatron dieses Blogs, dem “Berliner Extradienst” wahrgenommen. Ein taz-Text von Christian Jakob ist mit “Weltgewissen” überschrieben, was in mir die Reaktion auslöste “Hamses nich ‘ne Nummer kleiner?” Vielleicht ist es als Kontrast zu seinem schwerkriminellen Landsmann Infantino gedacht – immerhin hatte die taz den Trump-/Infantino-Festspielen eine ganze ihrer nur noch wöchentlich erscheinenden Druckausgaben gewidmet. Schlagzeilen-Ablass? Produkt internen Ärgers?

Das ist nicht wichtig. Wichtig ist bis heute geblieben, was Jean Ziegler selbst zu sagen hatte. Das hat die LeMonde diplomatique richtig erkannt, und republiziert einen Text aus dem Jahre 2008 von ihm selbst:

Europas Gier ist Afrikas Hunger – Die Nacht ist schwarz und mondlos, der Sturm peitscht fast in Orkanstärke übers Meer. Haushohe Wellen stürzen krachend auf das hölzerne Fischerboot herunter. Zehn Tage zuvor hat das Boot in einer kleinen Bucht in Mauretanien mit über hundert afrikanischen Hungerflüchtlingen abgelegt. Wunderbarerweise wird es am Ende auf ein Riff vor der kleinen kanarischen Insel El Medano geworfen. Im Boot findet die spanische Guardia Civil die Leichen von drei jungen Männern und einer Frau, die an Hunger und Durst gestorben sind.”

3sat, das ist der TV-Sender, den die 16 medieninkompetenten deutschen Ministerpräsident*inn*en so gerne dichtmachen würden, hat für morgen Vormittag 11.25 h eine Sondersendung (Wiederholung) ins Programm gerückt: “Vis-à-vis: Jean Ziegler – In ‘Vis-à-vis’ befragt der Publizist Frank A. Meyer einen prominenten Gast zu seiner Person und aktuellen Themen. Diesmal dabei: Jean Ziegler.” (Noch?) Ohne Mediathekangebot. So kennen wir sie … Update 12.6.: Jetzt doch verfügbar bis 12.12.

Update mittags

WM und Windmacherei

Eine recht ausgereifte Gesamteinstellung zur WM, darin ein gelehriger Schüler von Christian Streich (s.o.) – und nicht zufällig, dass er Österreicher ist – bietet Gabriel Kuhn/Junge Welt: Das Ganze verschwindet – Eine noch so korrupte FIFA konnte den Geist der Fußballweltmeisterschaft bisher nicht zerstören. Wenn jetzt das Turnier vor allem in den USA ausgetragen wird, ist selbst das nicht mehr sicher”.

Ein hohes Risiko für seine eigene geistige Gesundheit ist mal wieder Stefan Niggemeier/uebermedien eingegangen, indem er sich gründlicher, als es gesund sein kann, mit dem grössten Windbeutel der an Windbeuteln wahrlich nicht armen Bundesregierung beschäftigt hat. Ehrlich – ich konnte es bei aller Zuneigung zum Autor nicht komplett lesen, aber wenn Sie wollen, versuchen Sie es: Wolfram Weimer baut der Eigentlichkeit ein Gehäuse – Kulturstaatsminister Wolfram Weimer lässt Journalisten mit seiner intellektuell scheinenden Wortwahl mitunter ratlos zurück. Sind wir tatsächlich zu doof – oder ist Weimer eigentlich nur ein rhetorisches Heißluftgebläse?”

Was für ein Wind! – Beueler-Extradienst

Werbung in einem informativen Rahmen


Auch gute Aktivitäten brauchen Geld, um durchgeführt werden zu können. Beispiel: Der gestrige Aufruf von #Campact zur Teilnahme an der (erhofften Groß-)Demonstration gegen die laufende Politik der Wiederauferstehung des #Fossilismus. Als kleiner, unbekannter Emailschreiber kommt man an entscheidende Politiker:innen nicht ran. Vielleicht wirkt eine solche Demonstration, wenn sie durch die Medien geht. VIELLEICHT und HOFFENTLICH.

Nun müssen auch erstmal diejenigen nach #Hamm kommen, die die menschengemachte Darstellung eines Windrads bilden wollen https://climatejustice.social/@NichtVielZuSagen/116647489988805759 .
#Campact organisiert dafür Shuttle-Busse vom Bahnhof Hamm zum Kraftwerksgelände in Uentrop.
Wer kein #Deutschlandticket besitzt und sich keine #Zugfahrt leisten kann oder will ("Bin doch nicht blöd, mit der Bahn zu fahren!" oder so. Späßchen!), mag ja mit dem #Auto kommen. Anything goes.

Bei der medialen Berichterstattung wird sich dann die Spreu vom Weizen trennen.

Die immergleichen Leute werden schreiben: "Eine winzige Minderheit der Deutschen, allesamt linksgrüne Spinner, machte eine alberne Aktion, um die Rückkehr zu bezahlbarer Energie zu verhindern." Tralala...

Einige Zeitungen, Ferseh- und Radiosendungen werden neutral berichten und einzelne Hintergründe beleuchten. Wer wach herumläuft, weiß ja schon bescheid.

Andere werden die Demonstration bejubeln als großartiges Zeichen gegen die zukunftsvergessene und rückwärtsgewandte Politik der Bundesregierung mit den Exponenten #KatherinaReiche und #FriedrichMerz.

Meine Erwartung:
Keine entscheidende Richtungsänderung von Reiche und Merz, vielleicht leichter Rückenwind für #CarstenSchneider, den anfangs in der zweiten Reihe versteckten #Umweltminister, der auch mal Reiche zu widersprechen wagt.

Wenn es gut läuft, wird die #taz diesen vorsichtigen Optimismus in ihren Berichten danach teilen. Vielleicht werden Reporter:in vor Ort und Kommentator:in in Berlin andere Akzente setzen. Auf jeden Fall dürfte die taz die Demo wohlwollend begleiten. So gut meine ich sie zu kennen.

Aber nicht nur die Organisation so einer Aktion - der darüber berichtende #Journalismus muß erst recht finanziert werden.

Vom Verkauf papierner Zeitungen kann wohl kein Pressehaus auskömmlich leben.

Revolverblättter (ich sag mal: BLÖD & Co.,) , die mit ihrer großen Verbreitung weite Bevölkerungskreise erreichen, haben es leicht, sich als Werbeträger anzubieten. In Bäckereien liegen immer noch solche Blätter aus, wenn die Lokalzeitungen ausverkauft sind.

Doch selbst Pressehäuser wie Springer gehen mit der Zeit und ins Internet - dort ist nicht jeder gedruckte Artikel ist in voller Länge zu lesen.


Die "alternative Zeitung" taz macht bei der Umorientierung hin zum Internet kene Ausnahme - ermöglicht aber die Weitergabe von Links, damit möglichst viele Interessierte alle Artikel lesen können.

Die Geschichte dieser Zeitung ist reich an Spenden-/Aboaktionen, also Werbung in eigener Sache, um das Weiterbestehen zu sichern.
Erst die Gründung einer Genossenschaft scheint das dauerhaft erreicht zu haben (ich bin aber kein Insider).
https://taz.de/!vn6177887/


Als einmal eine seitenfüllende Werbung für die Bundeswehr erschien, ging mir das als Abonnenten schon sehr weit. Ich hab's damals gefressen, weil es kein Aufruf zum Krieg war und weil es wohl zum Überleben der taz beitragen konnte.
Die vielen guten Nachrichten und Kommentare sollten weiter geschrieben und veröffentlicht werden; und deren Verfasser:innen sollten dafür ihren Lohn bekommen.

Was allerdings das Faß der Verärgerumg fast zum Überlaufen brachte, war eine häufig erschienene Werbebeilage für Fernflüge. Das paßt nicht in die Zeit, in der man sich über die Klima-Auswirkung des Lebensstils Gedanken machen sollte - nicht nur in der Theorie und gedruckt, sondern in der täglich gelebten Praxis.

Mir ist klar, daß man zum Schnorcheln an der Küste von Mauritius oder am Great Barrier Reef nicht mit der Bahn anreist. Für die Bedienung der Wünsche von Lifestyle-Touristen sollte sich eine klimabewußte Zeitung nicht hergeben.

#StefanMüller, taz-Genosse und Kritiker der Werbung für Flugreisen, konnte darüber mit dem taz-Redakteur #ChristianJakob diskutieren. Das Gespräch erschien gedruckt für die Leser:innen zum Mitverfolgen https://taz.de/Streitgespraech-ueber-Klimaschutz/!6024962/ .

Viele Zeitungshäuser haben überhaupt keine Skrupel, Werbung für klimaschädliche Aktivitäten zu drucken. Die #tazzer sind hier zum Glück - relativ - "alternativ".
Was alles in der taz übers Fliegen zu lesen war, kann man u.a. hier herausfinden:
https://taz.de/Artikel-mit-flugreisen-auf-Seite-5/!s=flugreisen&Seite=5/

Es geht noch grundsätzlicher, wie die schwedische Zeitung „Dagens ETC“ ( https://www.etc.se/ ) zeigt:
https://taz.de/Verzicht-auf-fossile-Werbung/!5630656/
" Eine Glaubwürdigkeitsfrage"!


Nun fehlt nochwas.

Der Rückblick von Stefan Müller auf die Diskussion mit dem taz-Redakteur:
https://climatejustice.social/@stefanmuelller/115626558523210670

Und jetzt?

taz-Sicht:
https://taz.de/Debatte-zu-taz-Reisen/!vn6028004/

Müllers Sicht:
https://hot-climate-topics.net/2022/10/06/fluege-co2-verantwortung-und-mitschuld/

https://hot-climate-topics.net/2024/09/23/taz-reisen-auf-dem-persoenlichen-level/

Hochinteressant und hart.

Georg Nowak (@[email protected])

Endlich: Katherina Reiche taumelt! Die Gesetze, mit denen sie die erneuerbaren Energien angreift, hat das Kabinett diese Woche von der Tagesordnung genommen. Zu groß waren die Bedenken in der SPD und selbst in der Union.[1] Nächste Woche will Reiche noch einmal versuchen, ihren Plan durchs Kabinett zu drücken – doch vorher kommen wir ihr in die Quere. Diesen Samstag, dem 30. Mai, fordern wir mit einer Demo und einem Weltrekordversuch in Hamm: Hände weg von der Energiewende! Etliche haben schon zugesagt, jetzt fehlst noch Du. Bitte komm zur Demo nach Hamm.  Herzliche Grüße Christoph Bautz, Campact-Vorstand [1] Malte Kreutzfeldt auf Bluesky (‪@mkreutzfeldt.bsky.social‬) am 21. Mai 2026, eingesehen am 21. Mai 2026 Campact e.V. Friedrichstr. 155, 10117 Berlin Siehe dazu: https://www.zukunftstattgas.de/anreise/ https://aktion.campact.de/decisioncalls/mobis/spenden-zukunft-statt-gas-demo #Campact #Demo #Energiewende #ErneuerbareEnergien #KatherinaReiche #Erdgas #Kraftwerk #RWE #Hamm

Climate Justice Social

> »Auslöschung einer ganzen Zivilisation«: Seit Trump im Amt ist muss man eigentlich jeden Tag daran erinnern, dass der #CDU-Generalsekretär Carsten #Linnemann meinte, dass Trump »richtig gute Politik macht«

#ChristianJakob via Bluesky

https://www.merkur.de/deutschland/das-ist-richtig-gute-politik-cdu-will-genauso-wie-donald-trump-handeln-zr-93473227.html

„Das ist richtig gute Politik“ - CDU will genauso wie Donald Trump handeln

Bei einer Veranstaltung in Wolfenbüttel lobte CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann den Wahlkampf von Donald Trump.

#ChristianJakob über die #EU-#Asylpolitik

Hand­schrift der #Rechtsextrem​en

An 38 Stellen soll der Gesetzestext verändert worden sein, den Konservative und #Rechtsextreme am Donnerstag im EU-Parlament beschlossen haben. 38-mal verschärften sie gemeinsam die neuen #Abschieberegeln der EU. Teils wurden Forderungen der #ESN-Fraktion (Europa der Souveränen Nationen), zu der die #AfD gehört, direkt übernommen.
https://www.taz.de/!6166184

EU-Asylpolitik: Handschrift der Rechtsextremen

Das EU-Parlament stimmte für die fast schrankenlose Abschiebung in Drittstaaten. Konservative und extreme Rechte taten sich dafür zusammen.

TAZ Verlags- und Vertriebs GmbH

#rechtsruck

Globales autoritäres Ökosystem

#Macht­er­halt als wich­tigs­tes Ziel: Eine neue Studie zeigt, wie #autoritäre Akteure weltweit immer stärker zu­sam­me­n­a­r­bei­ten

Von #ChristianJakob l

„Auf dem Weg zum Sieg“ ist der Titel der Conservative Political Action Conference (#CPAC), zu der sich an diesem Wochenende in #Budapest das Who‘s who des globalen #Rechtspopulismus versammeln wird

https://www.taz.de/!6163672

Journalismus ist möglich

Sogar bei taz und faz – drei Perlen aus zehn Tagen – und bei der letzten die Frage, warum sich niemand aufregt

Majid Sattar war 2010-18 Korrespondent der FAZ im Berliner Parlamentsbüro, das damals noch vom konkurrenzlos fabelhaften Günter Bannas geleitet wurde. Obwohl selbst am Niederrhein geboren, kann er mit Bannas’ rheinisch temperierter Ironie nicht ganz mithalten. Das kompensiert er mit umso ausgeprägterer trockener Sachlichkeit. Und politischer Umsicht. Seit 2018 korrespondiert er nun bereits für die FAZ aus Washington, und diese Woche ist ihm ein – für dieses Blatt – sensationell gutes Werk gelungen.

“Epstein” kompakt

Abgründe der globalen Elite: Die Epstein-Verschwörung – Wie konnte ein Studienabbrecher aus Brooklyn zur Spinne in einem kriminellen Netzwerk werden, in dem es um Geld, Macht, Sexsklavinnen und Geheimdienste ging? Eine Spurensuche in seiner Lebensgeschichte.”

Paywall-Gebrauchsanweisung: auf meinem Samsung-Handy im Krankenhaus mit Googles Internetbrowser Chrome war dieser Text diese Woche paywallfrei. An meinem Apple-Desktop zuhause ist er es nicht. Auch wenn es für viele unbequem sein mag: die Anwendung eines Paywallbohrers ist (bei Bedarf) für diesen Text empfehlenswert. Auch wenn, je nach Anwendung welchen Bohrers, “der Russe” dann über Ihre Daten herfallen mag – Samsung und Google haben das in meinem Fall gewiss auch getan.

Warum lohnt sich das? Zunächst, weil Sattar immer bestens informiert und recherchiert schreibt. Zweitens, weil er das kann, ohne übermässig geschwätzig oder gar agitatorisch zu werden. Das ist schon daran zu erkennen, dass er “Verschwörung” nicht in Anführungsstriche setzt, dass er korrekt von einer “Spinne im Netzwerk” schreibt (die Spinne stirbt, das Netzwerk bleibt), und dass seine Aufzählung richtigerweise “Geld, Macht, Sexsklavinnen und Geheimdienste” umfasst, also analytisch weit über clickträchtigen angeblichen Sex hinausreicht.

Gut gemacht. Habe ich so – gleichzeitig kompakt und umfassend – in unserer Sprache noch nirgends gelesen.

Drogenkrieg in Mexiko

Dass das Trump- und das Netanyahu-Regime aktuell – nicht das Mullahregime, sondern – den Iran bombardieren, dient, neben seinem vielfach bezweifelten militärischen Zweck, mit Sicherheit der Zeichensetzung an widerspenstige Gesprächs- und Verhandlungspartner in aller Welt.

Niemand ist dieser Gefahr so nah wie Mexiko und seine demokratisch gewählte und im eigenen Land mit beneidenswerter Zustimmung ausgestattete linke Präsidentin Claudia Sheinbaum Pardo. Und halten Sie, sagen wir mal nur so als Beispiel, dieses Bild hier, gegen das, von, sagen wir mal nur so als Beispiel, ihn hier.

Sind Sie Bürger*in in einem Nato-Mitgliedsland? Überwältigt Sie wie mich die Fremdscham? Dann verstehen wir uns. Wie schön wäre eine Präsidentin wie Sheinbaum – und ich meine das nicht ästhetisch sondern politisch.

Senora Sheinbaum ist kein Idol, kein Vorbild, sondern eine realistische harte politische Strategin. Sonst wäre sie nicht da, wo sie ist. Und wenn sie sich nur für einen PR-trächtigen Wahlkampf aufgeblasen hätte, könnte sie sich dort, wo sie ist, nicht sehr lange aufhalten. Das macht eine sehr gute Reportage von Christian Jakob, einem der wenigen richtig Guten bei der taz, deutlich:

Gewalt in Mexiko: Präsidentin gegen Drogenboss – Nach der Tötung des Kartell-Anführers ‘El Mencho’ eskaliert die Gewalt der Narcos. Gelingt Claudia Sheinbaum, woran vor ihr alle scheiterten?”

Bundesliga-Wettskandal regt niemand mehr auf – Kriminalität ist normal

1971 drehte ein gewisser Horst Gregorio Canellas, seinerzeit Präsident der Offenbacher Kickers, die deutsche Fussballwelt auf links. Oder rechts? Jedenfalls war danach nichts mehr wie vorher. Jedenfalls wurde fast das gesamte mühevoll aufgebaute Spitzenteam des FC Schalke 04, der noch 1965 nur durch eine Manipulation des DFB vor dem Bundesligaabstieg gerettet worden war, rechtskräftig verurteilt, sein Starspieler Reinhard Libuda für den kümmerlichen Rest seines Lebens endgültig gebrochen.

Die öffentliche Aufregung über diesen für alle Beteiligten beschämenden Vorgang war kaum zu toppen.

In der Gegenwart hat die türkische Fussballwelt für vergleichbares Aufsehen gesorgt. Weil unter dem Erdogan-Regime saubere polizeiliche Ermittlungen und juristische – gar menschenrechtliche – Spielregeln eine weniger wichtige Rolle spielen, wurden dort schon über 1000 Spieler und Schiris gesperrt und verhaftet, weil sie auf Spiele gewettet und manipuliert haben. Sport ist was Anderes. Und Erdogan versucht seine trumpähnlich sinkende Beliebtheit mit “Durchgreifen”, bzw. entsprechender Simulation, zu retten.

Hierzulande sieht es offenbar ganz ähnlich aus. Nur, dass es niemand verfolgt, weil alle es (mit)machen. Insbesondere sind die zahlenden Medien die, die es wollen und selbst daran teilhaben. Sie sind integrierter Teil der mafiösen Wettökonomie des real existierenden Kapitalismus. Die Unterscheidung zwischen “legal” und “illegal” entpuppt sich immer mehr als Kulissenschieberei für die dümmeren Teile der Öffentlichkeit.

Denn was den Bertelsmannmedien ein ängstlich anonym bleibender Ex-Fussballprofi erzählt hat, findet in der kapitalistischen Medienwelt, ganz anders als 1971, fast gar keinen Wiederhall. Aus seiner Schílderung ergibt sich, dass alle im professionellen Fussball- und Mediensystem davon wissen, und es sie nicht im geringsten stört – weil alle mitmachen. Das ist schon am ARD-Sportschau-Vorspann zu erkennen, in dem ein marktführender Wettveranstalter sich – gegen alle Gesetze, auf deren Basis die ARD zu arbeiten hat – prominent platziert hat.

Die was-mit-Medien-Fuzzys, die sich von diesen Kriminellen ökonomisch aushalten lassen, irren sich freilich, wenn sie glauben, die Macht zu besitzen, um solche Verbrechen am Sport “totschweigen” zu können. Die Fans wissen Bescheid. Nur die Dummen ahnen nichts.

Verschwörungstheorie? Oder Verschwörung? Entscheiden Sie selbst. Und lassen sich nicht davon runterziehen. Treffen Sie Freund*inn*e*n, gehen sie was Gutes essen und trinken (wie ich gleich mit einem befreundeten Journalisten, in einer Fussballkneipe!).

Gut ist doch, wenn es noch Journalist*inn*en gibt, die ihre Arbeit machen.

Journalismus ist möglich – Beueler-Extradienst

Am Rand der Welt, im Zentrum der Krisen

Das Eis der #Arktis taut, und mit ihm schwin­den alte Ge­wiss­hei­ten. In #Tromsø, der nörd­lichs­ten Groß­stadt der Welt, suchen #Wissenschaft­ler:innen, #Politik​er:innen und #Indigene nach einer neuen #Ordnung für die #Polarregion

Aus Tromsø #ChristianJakob

https://www.taz.de/!6150848

Am Rand der Welt, im Zentrum der Krisen

TAZ Verlags- und Vertriebs GmbH

Weiter mit den Folterern

Trotz Vor­wür­fen: #Deutschland und #Italien für Ko­ope­ra­ti­on mit #Libyen​s Küs­ten­wa­che

Aus Rom #ChristianJakob

#Schüsse auf Retter, #Folter von Migrant:innen, mafiöse Geschäfte: Seit Jahren häufen sich Berichte über schwerste #Menschenrechtsverletzungen der libyschen #Küstenwache (LCG) und der mit ihr verbundenen Milizen.
https://www.taz.de/!6115965

Flüchtlingsabwehr im Mittelmeer: Weiter mit den libyschen Folterern

Trotz anhaltender Menschenrechtsverletzungen: Deutschland und Italien entscheiden sich für weitere Kooperation mit Libyens Küstenwache.

TAZ Verlags- und Vertriebs GmbH

Ein Buch der Anklage

#Geflüchtete kri­ti­sie­ren im „#BookOfShame“ Ver­säum­nis­se von UN und EU – be­glei­tet von Aktionen zum 10. Jah­res­tag des „Summer of Mi­gra­ti­on“

Von #ChristianJakob

Der Einband ist UN-Blau, „Book of Shame“ (Buch der Schande) steht auf dem Titel: „Wie die UN dabei versagen, Geflüchtete in Libyen, Niger und Tunesien zu schützen“.
https://www.taz.de/!6110479

Ein Buch der Anklage

Geflüchtete kritisieren im „Book of Shame“ Versäumnisse von UN und EU – begleitet von Aktionen zum 10. Jahrestag des „Summer of Migration“

TAZ Verlags- und Vertriebs GmbH

Mörderpack

Im Rahmen meiner Mediendiät umgehe ich weitgehend den breitgetretenen Quark, den die meisten Medien zu Merkels “Wir schaffen das” ausbreiten. Eine Ausnahme habe ich nur bei taz-Redakteur Christian Jakob gemacht, dessen Würdigung jedoch in der Jungle World erschien:

Blick zurück auf zehn Jahre »Sommer der Migration« und »Wir schaffen das«: Willkommen war gestern – Das Jahr 2015 war in Deutschland geprägt durch den sogenannten Sommer der Migration und den Satz: »Wir schaffen das.« Zehn Jahre später ist von dem Taumel der damals beschworenen Willkommenskultur wenig geblieben.”

Jakob weiss, dass schon damals nichts so gülden glänzte, wie es medial gemalt wurde. Der mediale öffentliche Diskurs kreiste nie um die Flüchtlinge, sondern immer um das “Bild” von Deutschland selbst. Das tut er bis heute und ähnelt darin dem abstrusen Streit um den Nahostkonflikt und den Antisemitismus. Deutschland streitet selten um Tatsachen und Fakten, sondern vorzugsweise um sich.

Darum interessiert sich die hiesige Medienöffentlichkeit auch nicht wirklich – weil es sich für fast nichts instrumentalisieren lässt – für das, was Christian Jakob ebenfalls weiss, und uns über die Jungle World daran teilhaben lässt – wenn wir es denn überhaupt wissen wollen:

Mehr als zehn Millionen Menschen aus dem Bürgerkriegsland sind auf der Flucht: Sudan: Kein Ausweg – Die UN beschreiben die Lage im Sudan als die »schlimmste humanitäre Krise der Welt«. Über zehn Millionen Menschen sind dort auf der Flucht. Die EU arbeitet seit Jahren intensiv daran, zu verhindern, dass Flüchtlinge aus Ostafrika nach Europa gelangen.”

Dä.

Die EU zahlt also unzählige Milliarden an faschistische Militärdiktatoren, damit die für “uns” Flüchtlinge aufhalten, in Lager stecken, als Sklaven halten, selbstverständlich vergewaltigen und foltern, und notfalls eben auch verhungern lassen, also umbringen. Welche “Werte” sind das nochmal genau, auf denen das basiert? Deutschland, also “wir”, sind politisch und finanzierend das führende und mächtigste EU-Mitglied. Und selbstverständlich von alldem “überfordert”. Dann heult doch … aber Wölfe erschiessen wollen …

Was tun?

“Der mächtigste Mann der Welt” wies schon 2019 den Weg: “Detect Mass Shooters Before They Strike”“Massen-Erschießer erkennen, bevor sie zuschlagen”. Wie kommich drauf?

Telepolis-Autor Philipp Fess hat sich fleissig umgelesen: “Minority Report wird real: Melania Trump will Verbrechen vorhersagen”. Dort hat er auch herausgefunden, warum der grosse dicke Trump im Fall Epstein so rumeiert. Weil der wie auch immer verstorbene Kerl ihm seine Frau vermittelt hat, vielleicht auch direkt als Standesbeamter fungierte. Kommt, fürchte ich, als Story total blöd …

Mörderpack – Beueler-Extradienst