Im #Deutschland der Anderen: Jürgen Großes vergebliche #Suche nach dem Kern deutscher #Befindlichkeiten
https://www.l-iz.de/bildung/buecher/2026/02/im-deutschland-der-anderen-648476
#Rezensionen #Bücher #Essay
Im #Deutschland der Anderen: Jürgen Großes vergebliche #Suche nach dem Kern deutscher #Befindlichkeiten
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#Rezensionen #Bücher #Essay
(7)
Ich mache die Dinge größer, manchmal auch kleiner als sie sind. Nur die maßstabgerechten Größenverhältnisse gelingen mir nicht. Ich schreibe nicht mehr, scheinbar plötzlich ist sie weg diese Begabung aus Eindrücken Sätze zu machen, aus Überlegungen Geschichten. Immerhin halte ich mich an meine Vereinbarung mit mir selbst, täglich eine Zitatgeschichte zu schreiben. Das gelingt, weil die Geschichten nicht gut sein müssen, nicht lang, sie müssen gar nichts und diese Freiheit ermöglicht es mir dann tatsächlich ein paar Sätze zu schreiben. Und manchmal erstaunen sie mich und ich mag sie und denke: sieh an, das ist ja eine richtige kleine Geschichte. Und manchmal denke ich: okay, das ist jetzt nichts Besonderes, aber immerhin: es ist etwas mehr als nichts. Und dann sehe ich wie der Schnee von gestern schon wieder schmilzt und der Himmel beharrlich grau bleibt. Der Frühling wird also noch eine ganze Weile auf sich warten lassen. Aber kommen wird er doch. So wie jedes Mal. Wie jedes Jahr. Und manche werden ihn nicht mehr erleben und andere erleben ihn zum ersten Mal.
#Befindlichkeiten #Größenverhältnisse #SchreibenSprachlos
Das Los, das die Sprache dir zuteilt. Muttersprache oder Sprache des Vaterlandes. So wie du sprichst, begegnen dir die Dinge, oder sie entziehen sich. Die Sprache lenkt dich von Anfang an. Allerdings bist du, auch wenn du mit der Sprache lebst, mit der du aufgewachsen bist, von Zeit zu Zeit sprachlos. Es gibt Worte, die bedeuten dir so viel, dass du sie nicht aussprichst, und andere, die fallen dir einfach aus dem Mund, und erst nachdem du sie ausgesprochen hast, verstehst du, was sie bedeuten. Aber immer, wirklich immer, wissen die Worte mehr als du, und lassen dich unterlegen zurück.
#Befindlichkeiten #Sprache #sprachlos #Worteo.T.
Man hat dich erzogen mit Regeln und dem Auftrag unauffällig zu funktionieren. Jetzt passt der Gedanke der Freiheit nicht mehr in deinen Kopf.
In der Küche ist der Tisch gedeckt. Brot, Butter, Käse und Eier. Alles ordentlich angerichtet. Appetitlich, bunt und schön. Nur du bist längst satt. Hast in der Nacht alles in dich hineingestopft. Unordentlich, unsortiert und maßlos. Nahrung und Gedanken. Du hättest sie gerne so wie den Frühstückstisch; ordentlich, einladend und appetitlich. Aber sie fressen sich gegenseitig, sind unersättlich und nicht zu verdauen. Deine Gedanken kotzen dich aus, statt dir eine Art von Ordnung, von Sammlung zu ermöglichen.
#Befindlichkeiten #Gedanken #maßlosZweifel
Wenn ich sicher bin, wohin der Weg führt, bleibe ich stehen, verliere die Lust, ihn zu beschreiten. Dann warte ich auf die Dämmerung, auf Regen. Auf irgendeinen Umschwung. Einen Einfall. Aber eigentlich warte ich einzig und allein auf die Rückkehr des Zweifels. Auf alles, was in der Lage ist, die Gewissheit auszulöschen, damit das Feuer der Suche mich wieder vorantreibt. Aber wann gibt es das schon, Momente in denen ich genau zu wissen meine, wo es lang geht? Ist das nicht ein sicheres Zeichen dafür, das ich in die Irre laufe? Daher das Zögern. Zweifel und Zögern. Ein gutes Paar.
#Befindlichkeiten #Gewissheit #Wörterbuch #Zögern #ZweifelErleichterung
Ich träumte ich sei ein Vogel, der die Flügel ausgebreitet, spürt wie die Luft ihn aufnimmt und trägt. Jede einzelne Feder im Gespräch mit dem Wind, lebte ich in einem Himmel, in dem ich mich nicht auskannte. Die Luftströme sorgten für mich, solange ich es zuließ. Erwachend empfing mich das Verlassen Das ist die Art, wie ich die Tage begehe. Verankert auf dem Boden der Tatsachen. Während der Traum mich verliert an die älteren Schichten der Luft. Zwischen Traum und Tag so etwas wie ein Gespräch? Oder nur ein Wald aus Fragen? Eine geborgte Erleichterung, die verfliegt, sobald ich erwache?
#Befindlichkeiten #Erleichterung #TraumVerbittert
Kein Anschluss unter dieser Nummer. Vergeblich versuche ich das Weiche und Freundliche in mir anzurufen. Verbittert reimt sich nicht zufällig auf vergittert. Ich bin die vergitterte Frau. Mein Spiegelbild erinnert mich an Schneewittchens Mutter. Die sich Schönheit wünschte und als die Schönheit an der falschen Stelle erblühte, während die eigene verblasste, grausam wurde. Bin ich ihr ähnlich? Eine, die die eigene Freiheit überfordert? Die sich hinter den Gittern der Verbitterung verschanzt? Das Leben abwartet und aufgrund der dicken Stäbe nicht sieht, welche Möglichkeiten noch immer vom Himmel fallen, wie Blut in Schnee? Die Angst davor hat, dass Wünsche sich erfüllen?
#Angst #Befindlichkeiten #Schneewittchen #Verbittert2025 – 332: Störung gefunden
Der Abbruch, gefolgt vom Neubeginn des Lesens. Gut so.
Ich weiß jetzt, was mich an Ray Bradburys „Die Marschroniken” gestört hat.
Ich habe nämlich das Buch nochmal von Anfang an gelesen. Und da waren vier Seiten […]
2025 – 316: Ein Umschlag
Nur einer des Befindens. Und ein schöner Fund.
Am Morgen stellte ich fest: „Ich fühle mich.” Was bei mir immer etwas Gutes ist, denn in in der Depression war das viel zu oft nicht der Fall. […]
#bahnhof #befindlichkeiten #form #foto #lokomotive #unterwegs
Sorgfältig
Die Sorgen legten mich in Falten. Oder war ich es, die die Sorgen faltete? Unter den Falten, so hoffte ich lange Zeit, wäre immer noch die Sorglosigkeit vergangener Jahre. Blutrot sind meine Sorgen. Ich muss sie waschen. Vorsichtig nehme ich Sorge für Sorge in die Hand, lasse Wasser über sie laufen, bewege sie behutsam hin und her. Plötzlich ist die Sorge durchsichtig und klar wie das Wasser selbst. So mache ich es mit der nächsten und der übernächsten. Bis alle Sorgen gewaschen sind, und als unsichtbarer Stapel auf der Fensterbank liegen, um mich daran zu erinnern wie wichtig Sorgfalt ist.