yuls

@yul_f
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at home in philosophy and communication studies, familiar with scientific libraries, highly interested in open access, transformation of scientific practices, developments in academic publishing, tracking and surveilance of science, and a lot of other stuff‹#openaccess #OpenScience #digitalhumanities #wissenschaftspolitik #ScholarlyCommunication
Was ist Digitaler Kolonialismus, was hat er mit KI, Datenextraktivismus und "Geisterarbeiter*innen" tun? Dies & viele weitere Themen diskutieren Ingo Dachwitz (@roofjoke) & Sven Hilbig in der 3. Folge “Die Wissensarchitekt*innen”.
❀ 🙏 fĂŒr's Retröten und Boosten!
#digitalerkolonialismus
#datentracking #transfer #podcast #informationswissenschaft|en #digitalhumanities #wissenschaftskommunikation
🎧 Zur Folge: https://podcasts.homes/@Die_Wissensarchitekt_innen/episodes/digitaler-kolonialismus
Digitaler Kolonialismus

In der dritten Folge des Podcasts “Die Wissensarchitekt*innen” betrachten Sven Hilbig (bei Brot fĂŒr die Welt verantwortlich fĂŒr die Themen Handelspolitik und Digitalisierung) und Ingo Dachwitz (politischer Tech-Journalist bei netzpolitik.org), die beiden Autoren des Buchs Digitaler Kolonialismus: Wie Tech-Konzerne und GroßmĂ€chte die Welt unter sich aufteilen (Beck 2025), gemeinsam mit Hostin Ulrike Wuttke das Thema Digitaler Kolonialismus. Die beiden Autoren diskutieren kritisch die Ausbeutungsmechanismen von Tech-Konzernen, die gesellschaftlichen Folgen der aktuellen Digitalpolitik und welche Rolle u.a. Datenextraktivismus spielt. Die Folge endet mit Ausschnitten aus der Lesung ihres Buchs Digitaler Kolonialismus und der Diskussion mit Studierenden im November 2025 an der FH Potsdam. Weitere Informationen: Sven Hilbig und Ingo Dachwitz, Digitaler Kolonialismus: Wie Tech-Konzerne und GroßmĂ€chte die Welt unter sich aufteilen (Beck 2025), auch bei der Bundeszentrale fĂŒr Politische Bildung als Sonderedition erhĂ€ltlich. Brot fĂŒr die Welt netzpolitik.org Podcast Off/On von Netzpolitik.org Folge #293 On the record: Digitaler Kolonialismus Weitere Links findet ihr in der Transkription der Folge auf meinem Blog.

podcasts.homes

Neu in der ARTE-Mediathek:
„GefĂ€hrliche Apps - Im Netz der DatenhĂ€ndler“

Die Dokumentation zeigt eindrucksvoll, welche Daten von privaten Unternehmen ĂŒber Apps und Tracker erfasst, aggregiert und spĂ€ter völlig frei gehandelt und sehr wahrscheinlich auch von Staaten weltweit fĂŒr Überwachungszwecke genutzt werden.

Sehr empfehlenswert. Mit Ingo (@roofjoke) und Sebastian (@sebmeineck) von @netzpolitik_feed

#Überwachung #Tracking #Datenschutz #Apptracking

https://www.arte.tv/de/videos/123951-000-A/gefaehrliche-apps-im-netz-der-datenhaendler/

GefÀhrliche Apps - Im Netz der DatenhÀndler - Die ganze Doku | ARTE

Apps sammeln detaillierte Standortdaten. Die Informationen landen in einem weltweiten Netzwerk aus DatenhĂ€ndlern und Werbefirmen. Sie verraten Wohnorte und ArbeitsplĂ€tze – bis hin zu Bordellbesuchen oder Klinikaufenthalten. Die Dokumentation zeigt, wie leicht Nutzer ins Visier von Stalkern, Kriminellen oder Geheimdiensten geraten können.

ARTE

Die bayerische Polizei nutzt ihre Datenanalyse-Software von #Palantir "zu schnell und zu weit im Vorfeld" sagt GFF-Juristin Franziska Görlitz im @derStandard:

https://www.derstandard.de/story/3000000312041/wenn-der-polizist-nicht-weiss-wo-die-entscheidung-herkommt-der-kampf-gegen-palantir-in-bayern

"Wenn der Polizist nicht weiß, wo die Entscheidung herkommt": Der Kampf gegen Palantir in Bayern

Der STANDARD hat mit der Gesellschaft fĂŒr Freiheitsrechte gesprochen, die in Karlsruhe eine Verfassungsbeschwerde eingelegt hat

DER STANDARD

RE: https://openbiblio.social/@hsozkult/116251264011182700

Passend zur #Buchmesse in Leipzig ist bei @hsozkult gerade mein Rezessionsessay zu "The Gutenberg Parenthesis" von @jeffjarvis erschienen.

Im Text bespreche ich Jarvis' hervorragende Arbeit und durchdenke das Konzept an der Schwelle von Druck-basierten Medien zu Daten-getriebenen GeschÀftsmodellen in den Medienindustrien.

Dabei versuche ich Walter Benjamins Stichwort "technische Reproduzierbarkeit" in drei analytischen Ebenen weiterzuentwickeln: ReprÀsentation, Replikation & ReferentialitÀt.

Barbara Helwing zur neuen Vorsitzenden des Rates fĂŒr Informationsinfrastrukturen gewĂ€hlt https://idw-online.de/de/news866979
Barbara Helwing zur neuen Vorsitzenden des Rates fĂŒr Informationsinfrastrukturen gewĂ€hlt

Docs Expose CBP’s Use Of Ad Data To Track People’s Movements

Every phone is a narc whether you realize it or not. The private sector certainly knows what information a cell phone can divulge and has leveraged the always-on nature of these devices to maximize


Techdirt

#Palantir CEO Makes Shocking Confession on Disrupting #Democratic Power

Palantir CEO #AlexKarp thinks his #AI tech will lessen the power of “highly educated, often female voters, who #vote mostly #Democrat ” while increasing the power of working-class men

“This tech disrupts humanities-trained—largely Democratic—voters, & makes their economic power less. & increases the economic power of vocationally trained, working-class, often male, working-class #voters ”
#privacy

https://newrepublic.com/post/207693/palantir-ceo-karp-disrupting-democratic-power

Palantir CEO Makes Shocking Confession on Disrupting Democratic Power

They’re saying the quiet part out loud now.

The New Republic

Brilliant European women powered progress, but the credit did not always go to them.

Melitta Bentz invented the coffee filter. History called her a ‘housewife’.
Marthe Gautier found Down Syndrome’s extra chromosome. Her boss took the spotlight.
Maria Anna Mozart composed masterpieces. Wolfgang Amadeus’ name survived, hers vanished.
Janet Sobel pioneered drip painting. Jackson Pollock was the genius.

This International Women’s Day, let’s restore their stories and give the credit they deserve!

Und genau das ist es, was die Ex-Verlage charakterisiert, die Umkehr des Datenflusses:

"die Daten fließen nur in eine Richtung, nĂ€mlich von der Wissenschaft zu Elsevier."

Als diese Überwachungskonzerne noch Verlage waren, war das noch die andere Richtung.

"#Datentracking bei Elsevier: Yuliya Fadeeva im Interview"

https://irights.info/artikel/datentracking-elsevier-yuliya-fadeeva-interview/32777

Mittlerweile macht, nach eigener Aussage, die VerlagstÀtigkeit nur noch einen Bruchteil des Umsatzes bei #Elsevier aus:

https://bjoern.brembs.net/2023/03/should-you-trust-elsevier/#comment-5670

Datentracking bei Elsevier: Yuliya Fadeeva im Interview

Das wissenschaftliche Publikationswesen ist fest in der Hand einiger Großverlage. Als Data Analytics-Firmen spionieren sie Forschende aus.

iRights.info

Paper Mills: Publikationen per Prompt

Zu wenige Publikationen fĂŒr die nĂ€chste Bewerbung? h-Index zu niedrig? Kein Problem. Wissenschaftliche Artikel kann man zwar nicht bei Amazon oder Temu, aber bei sogenannten Paper Mills bestellen. Diese Unternehmen erstellen gegen Bezahlung gefĂ€lschte wissenschaftliche Artikel, um sie in Fachzeitschriften zu veröffentlichen. Wissenschaftler:innen mĂŒssen also nicht erst mĂŒhsam Experimente durchfĂŒhren oder Daten analysieren, um eine Veröffentlichung auf ihre Publikationsliste setzen zu können. Ganz billig ist das nicht, die Kosten reichen von einigen hundert US-Dollar fĂŒr Zeitschriften mit niedrigem Impact Factor bis zu 20.000 US-Dollar fĂŒr renommierte Zeitschriften. Damit der Artikel auch tatsĂ€chlich veröffentlicht wird, wird hĂ€ufig auch der Peer-Review-Prozess manipuliert, zum Beispiel durch Gutachter:innen, die mit im Boot sind.

Studien zu Artikeln aus Paper Mills

Eine im August 2025 veröffentlichte und viel beachtete Studie hat versucht, das Ausmaß dieser fragwĂŒrdigen Praktiken abzuschĂ€tzen. Die Autor:innen untersuchten rund 277.000 Artikel im Megajournal PLOS One, identifizierten offensichtlich gefĂ€lschte Artikel und fanden heraus, dass eine kleine Anzahl von Editors fĂŒr einen signifikanten Anteil an spĂ€ter zurĂŒckgezogenen Artikeln zustĂ€ndig war. Diese bildeten offenbar ein regelrechtes Netzwerk, um mutmaßliche Erzeugnisse von Paper Mills einzuschleusen.

GeschĂ€tzt 50.000 gefĂ€lschte wissenschaftliche Artikel stammen jĂ€hrlich aus Paper Mills. Foto: Nothing Ahead via Pexels, Pexels License

Das PhĂ€nomen wurde auch bei anderen Zeitschriften gefunden und die Autor:innen schĂ€tzen, dass mindestens 50.000 Artikel pro Jahr aus Paper Mills stammen. Dass gerade PLOS One fĂŒr die Studie ausgewĂ€hlt wurde, hat einen einfachen Grund: Die seit 2006 erscheinende Open-Access-Zeitschrift veröffentlicht umfangreiche, maschinenlesbare Metadaten und auch die Namen der verantwortlichen Editors. Das zeigt, dass Transparenz und Offenheit im Forschungs- und Publikationsprozess (zum Beispiel auch das Veröffentlichen der zugrundeliegenden Daten) betrĂŒgerische Praktiken zwar nicht verhindern können, aber fĂŒr die Aufdeckung essenziell sind.

Das Problem der Paper Mills ist freilich nicht neu. Derartige Praktiken sind seit mehr als zwanzig Jahren bekannt, dank generativer KI erleben sie in letzter Zeit aber einen regelrechten Boom. Kein Wunder, sind Sprachmodelle doch hervorragend dafĂŒr geeignet, auf den ersten Blick plausibel erscheinende Texte samt Abbildungen zu einem beliebigen Thema zu fabrizieren. Eine weitere Studie zeigt einen 17-fachen Anstieg von redundanten Publikationen in den Lebenswissenschaften zwischen November 2022 – als die erste Version von ChatGPT veröffentlicht wurde – und 2024. Was frĂŒher einiges an Aufwand bedeutet hat, lĂ€sst sich heute per Prompt in wenigen Minuten erledigen. Mit dem Draft Outline Research Assistant oder Prism gibt es sogar die passenden Tools dafĂŒr. Ein Test zeigt, wie einfach das geht.

Wie gefÀlschte Artikel der Wissenschaft schaden

Der Schaden durch Paper Mills ist enorm. Im besten Fall enthalten die gefĂ€lschten Artikel „nur“ redundante Informationen, im schlimmsten Fall aber Fehlinformationen, die die wissenschaftliche Literatur kontaminieren und – da hĂ€ufig klinische Studien betroffen sind – sogar Leben gefĂ€hrden können. Doch auch wenn der Betrug rechtzeitig entdeckt wird, beim Peer Review oder schon bei der Eingangskontrolle durch den Editor, entsteht ein Schaden. Die Einreichungen binden einerseits KapazitĂ€ten von Herausgeber:innen und Gutachter:innen, andererseits bringen abgelehnte Manuskripte dem Verlag keine Einnahmen. Eine SchĂ€tzung kommt auf Kosten von vielen Millionen US-Dollar durch Manuskripte aus Paper Mills – Kosten, die viele Verlage wohl ĂŒber APCs (Article Processing Charges) oder Subskriptionen wieder hereinholen wollen.

Stockholm Declaration: QualitÀt statt QuantitÀt

Wie bei Predatory Journals und anderen Fehlentwicklungen lĂ€uft es immer wieder auf das selbe grundlegende Problem hinaus: Eine Wissenschaftsbewertung, die zu großen Teilen auf QuantitĂ€t statt QualitĂ€t setzt, insbesondere auf problematische quantitative Metriken wie Publikations- und Zitationszahlen, den h-Index oder den Journal Impact Factor. Diese sagen einerseits wenig ĂŒber die QualitĂ€t der Forschung aus, sind aber andererseits, wie man sieht, manipulierbar. Auch das ist seit langem bekannt, und seit langem wird versucht, gegenzusteuern, formuliert etwa in der San Francisco Declaration on Research Assessment (DORA) oder durch die Coalition for Advancing Research Assessment (CoARA). Der neueste Aufruf ist die im November 2025 veröffentlichte Stockholm Declaration, entstanden aus einem Workshop an der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften (genau, die, die die Nobelpreise verleiht). Darin wird (wieder einmal) appelliert, akademische Anreizsysteme so zu gestalten, dass QualitĂ€t und nicht QuantitĂ€t belohnt wird. Ob es diesmal etwas bewirkt? Wir werden sehen.

#PaperMills #LizenzCCBY30DE #KI #WissenschaftlichesPublizieren #Wissenschaftsbetrug