#TVTipp: Zweiteilige Dokumentation von Axel Wagner über das massenhafte Töten und Verstümmeln von Tieren durch den Straßenverkehr und das Aussterben von Arten aufgrund der Zerschneidung der Natur durch ein immer engmaschigeres Straßennetz.

Die Dokumentation enthält teilweise drastische Bilder und Videoaufnahmen von totgefahrenen und erlegten Tieren. 1/3

@verkehrswende

https://www.3sat.de/wissen/wissen-aktuell/wissen-aktuell-artensterben-auf-der-strasse--keine-chance-fuer-wildtiere-100.html

#Roadkill #Traffication #Artensterben #BiologischeVielfalt #Biodiversitätskrise #GreatAcceleration #GroßeBeschleunigung #Autobahnbau #Landschaftszerschneidung #BVWP #Bundesverkehrswegeplan #KeineNeuenAutobahnen #Autobahnenstoppen #Autobahnmoratorium #WaldStattAsphalt #Straßenrückbau #UZVR
#Verkehrswende #VerkehrswendeJetzt #Mobilitätswende #Autokorrektur #RausAusDerAutokratie #BMDV #sehenswert #Mediathek

Artensterben auf der Straße - Keine Chance für Wildtiere?

Jedes Jahr gibt es Tausende Verletzte durch Wildunfälle, manche enden sogar tödlich. Aber nicht nur Menschen kommen zu Schaden: Alle 90 Sekunden stirbt ein Wildtier auf deutschen Straßen.

3sat

@verkehrswende

Teil 1: #Roadkill

Laut amtlicher Statistik verursachen Autofahrende jährlich zu etwa 2.500 Wildtierunfällen in Deutschland – jedoch gelten Unfälle nach amtlicher Defintiion nur dann als Wildtierunfälle, wenn dabei auch Menschen zu Schaden kommen [ab 5:35 in der verlinkten Dokumentation],

Laut Statistik des Deutschen Jagdverbands (#DJV) sterben ca. 100-mal mehr #Wildtiere auf deutschen Straßen als in der amtlichen Statistik erfasst werden. Der DJV schließt jedoch nur Wildtiere ein, die aus seiner Sicht "jagdbar" sind, wie Rehwild, Schwarzwild, Damwild und Rotwild. Rehe werden am häufigsten überfahren, aber auch Füchse, Waschbären, sowie geschützte bzw. gefährdete Arten wie #Wildkatzen und #Luchse. Allein entlang der #A5 zwischen Freiburg und Karlsruhe hat die Wildbiologin Sabrina Streif vom @FVABW bereits hunderte getötete Wildkatzen gefunden.

Die Zahl getöteter kleinerer Wirbeltiere wie Eichhörnchen, Hasen, Kaninchen, Dachsen, sowie allgemein von Reptilien, Amphibien und Vögeln dürfte noch deutlich höher liegen. Deren Opferzahlen werden aber nicht erfasst, auch nicht, wenn die Arten geschützt sind [27:02]. Eine an der University of Reading durchgeführte Studie zufolge sterben europaweit knapp 200 Millionen Vögel und fast 30 Millionen Säugetiere im Straßenverkehr [13:32], Deutschland gehört mit seinem dichten #Straßennetz zu den Hotspots der Todeszahlen. Im Unterschied zu größeren Wildtieren haben auch kleinere Tiere. wie Frösche und Kröten, die ebenfalls vom Aussterben bedroht sind, leider kaum keine Lobby und werden in noch größerer, ungezählter Zahl totgefahren. 2/3

Teil 1: Tod im Sekundentakt - Was tun gegen Wildunfälle?
https://www.ardmediathek.de/video/swr-wissen/tod-im-sekundentakt-was-tun-gegen-wildunfaelle/swr/Y3JpZDovL3N3ci5kZS9hZXgvbzIwMjU2NDM

SWR Wissen: Tod im Sekundentakt - Was tun gegen Wildunfälle? - hier anschauen

Die Bilanz ist erschreckend: weit über 250.000 Wildunfälle passieren Jahr für Jahr auf deutschen Straßen, schätzen Experten. Doch amtlich erfasst ist davon nur ein Prozent. Ein unterschätztes Drama für Mensch und Tier. Aber was tun gegen Wildunfälle?

@verkehrswende

Teil 2: #ZerschnitteneWelt

Das Problem wird zunehmend größer, weil es immer mehr #Straßen mit immer mehr #Autos gibt. Die Anzahl der Autos in Deutschland hat sich seit den 1950ern verzwanzigfacht, die Länge des Straßennetzes ist auf dem Weg der Verdreifachung [27:20]. Dies führt nicht nur zu mehr Tötungen, der #Straßenbau zerschneidet auch die Natur in immer kleinere Inseln. Tiere pflanzen sich oft nur noch innerhalb dieser Inseln fort [33:38]. Die Folgen sind genetische Verarmung aufgrund von Inzucht: z.B. verkürzte Unterkiefer und verdrehte Wirbelsäulen bei Rothirsche, Hirschkälber werden mit offenen Beinen geboren. Die betroffenen Tiere können sich häufig nicht mehr fortpflanzen, die Folge: die Tierart könnte aussterben [17:41, 22:02]

#Wildkatzen paaren sich aufgrund der Zerschneidung ihrer Lebenswelt und der daraus resultierenden Schwierigkeit, andere Wildkatzen für die Paarung zu finden, zunehmend mit Hauskatzen. Die Folge: Diese heimische Wildtierart verschwindet stillschweigend in Haustiermischlingen und könnte aussterben [19:29].

Um die Tierbestände zu erhalten, muss die Zerschneidung vermieden und zerschnittene Gebiete wieder miteinander verbunden werden. Ein aktuelles Negativbeispiel für eine weitere Zerschneidung ist der geplante Bau der #A20: Auf beiden Seiten der geplanten Strecke befinden sich Wälder mit Rotwildpopulationen, die zwischen den Wäldern hin- und herziehen können müssen. Das ist heute schon schwierig, da die Strecke relativ deckungsarm ist. Mit dem Bau der #A20 wird das unmöglich bzw. potenziell tödlich. Grün- bzw. Wildbrücken helfen nur bedingt, denn diese verlaufen sie oft zu nah an Raststätten oder Äckern statt Wäldern und werden häufig auch auch für landwirtschaftlichen oder anderen Verkehr genutzt. Wichtig sind zusammenhängende Waldbänder, so Wildbiologe Frank Zabel. Er fordert: Wo diese Wildkorridore verbaut sind, müssen wir sie wieder öffnen. Damit könnten wir nicht noch Jahre warten, denn auch unser Überleben sei von der biologischen Vielfalt abhängig [23:37]. 3/3

Teil 2: Gefangen im Straßennetz - Rettung für die Wildtiere?
https://www.ardmediathek.de/video/swr-wissen/gefangen-im-strassennetz-rettung-fuer-die-wildtiere/swr/Y3JpZDovL3N3ci5kZS9hZXgvbzIwMzU4OTc

SWR Wissen: Gefangen im Straßennetz - Rettung für die Wildtiere? - hier anschauen

Verkehr und Bebauung zerschneiden die Natur. Wildtiere wie der Rothirsch können im dichtesten Straßennetz Europas nicht mehr wandern, sie betreiben Inzucht. Wissenschaftsjournalist und Biologe Axel Wagner sucht nach Lösungen gegen das Artensterben auf Asphalt.