Dass Chat-GPT einen Großteil der Aufgaben von Schüler*innen spielend lösen kann, sagt nicht nur viel über die Entwicklung von Maschinellem Lernen, sondern mindestens genauso viel über die Aufgabenkultur an Schulen in Deutschland. Aufgaben sind zu wenig komplex, erfordern zu selten authentische Auseinandersetzung und Kreativität. #FediLZ

@bildungsluecken ich glaube kaum, dass man eine Aufgabe so komplex stellen könnte, dass sie nicht von einer Maschine, die das gesamte Internet zur Recherche hat, lösen könnte.

Was sollen denn Schüler:innen noch alles können im Fächern, die sie vielleicht 0 interessieren, die sie aber wegen der Noten beherrschen müssen?

Und selbst wenn es keine Noten sind, muss es ja wiederholbar sein, also lern- und abrufbar - das kann eine AI mit Links!

@bildungsluecken und auch wenn ich noch so komplex lernen, wie man in einem Dschungel überlebt, echte Erfahrungen, wie es ist, dort zu leben, wird man auch mit mehr Komplexität nicht bekommen.

Also bleibt es Theorie und Theorie kann jede AI irgendwo abrufen

@DerSteh Deswegen geht es um Aufgaben, die echte Erfahrung, echte Handlungen ermöglichen. Dann kommt die Komplexität fast von alleine.

@bildungsluecken verstehe ich in vielen Bereichen, Handlungsorientierung ist super.

Eine Textanalyse eine Interpretation kann man aber schlecht so machen… und das sind eben die Stärken der KI

@DerSteh @bildungsluecken Wäre es dann nicht auch eine Frage, ob wir stets Textanalysen und Interpretationen benötigen?
@bildungsluecken @hi_mue @DerSteh Ja, brauchen wir (evtl. aber nicht mehr schriftlich), denn zumindest müssen wir die Ergebnisse prüfen können (dazu müssen wir die Kompetenz aber selbst besitzen) und wir müssen auf Texte adäquat reagieren können, auf die wir in unserem Leben treffen. Das erfordert aber Analyse- und Interpretationskompetenz. Das Erlernen dieser kann uns die KI nicht abnehmen, vielleicht aber dabei unterstützen.
@chrvanell @bildungsluecken @DerSteh Unbestritten benötigen wir die Kompetenz, Texte & Textstrukturen zu hinterfragen & zu analysieren - und zwar jede:r, sind es doch Texte (in vielerlei Form), über die wir manipulativ gesteuert werden können. Frage ist, ob wir diese Kompetenz nur in Form bestehender, monotoner Klausurformaten trainieren bzw überprüfen wollen/können. Ich denke, mit Kreativität ließe sich da mehr finden, was auch eine KI nicht einfach so mit links schafft.
@DerSteh @hi_mue @bildungsluecken Beim ersten und zweiten Satz bin ich natürlich absolut bei dir. An der letzten Aussage zweifle ich perspektivisch leider etwas.
@chrvanell @DerSteh @bildungsluecken … weil du bezweifelst, dass es solche (praxistauglichen) Formate gibt, weil du glaubst, dass wir sie nicht finden oder weil du weißt, dass sie sich in der Breite nie und nimmer durchsetzen werden?

@bildungsluecken @DerSteh da bin ich komplett bei dir, das ist genau der Punkt.

Im Durchschnitt interessieren den gewöhnlichen S 2-3 Fächer (natürlich gibt es Ausnahmen).

Wenn ich da anfange komplexe Aufgabe zu stellen, wird das ganze „es müssen möglichst alle Abi machen“ unfassbar vor die Wand fahren.

Sollte das passieren, fänd ich es als Schüler tatsächlich auch extrem besch…eiden.

@bildungsluecken @DerSteh Ich fand’s damals super, dass ich nichts groß machen musste um in all den Fächern 2-3 zu stehen, die mich ca so doll interessiert haben wie mein Horoskop
@liebero3 @bildungsluecken kenn ich. Aber eine AI hätte in den Fächern 15Punkte bekommen

@DerSteh @bildungsluecken in Reli, Philo, Englisch und Französisch war es mit Klausuren unserer Q1 bei den Erwartungshorizonten 3-4, französisch eher 5.

Aber klar, lange dauert es nicht mehr

@bildungsluecken manchmal freut sich meine Frau auch einfach nur wenn sie es schafft für eine SchülerIn ein Platz in einer Wohngruppe zu organisieren... Vielleicht sind auch schwierigere Aufgaben gar nicht die Lösung.
@Xoanon Es geht gar nicht um schwierigere Aufgaben. Es geht um Aufgaben, die Schüler*innen sinnhaft erscheinen und die sie im positiven Sinne herausfordern. Aber klar - ist sicher nicht die einzige Baustelle im Schulsystem.

@bildungsluecken Was ChatGPT und zu erwartende stärkere AIs für Bildung bedeuten, ist DIE fundamentale Frage. AIs können (vor-) lesen, schreiben, übersetzen, rechnen. Wollen wir uns noch anstrengen, das zu lernen? Jetzt sehen wir, dass AIs komplexere Aufgaben lösen können. Wollen wir uns noch anstrengen, das zu lernen? Die Aufgabenkultur an Universitäten (z. B. bei mir in Übungen und Klausuren) lässt ebenfalls (oft oder hin und wieder - da bin ich nicht sicher) Lösungen mit ChatGPT zu. Ist das schlecht?

Ich verstehe die von mir gestellten (Übungs-) Aufgaben als Training für den Muskel Gehirn: Änderungen der Proteinstrukturen erfordern Übung und Wiederholung - beim Muskel Bizeps ist das allen klar. Nun liefert ChatGPT bei den von mir getesteten informatiknahen Aufgaben ausreichende bis sehr gute Ergebnisse. Da liegt es doch nahe, bei nahender Abgabefrist oder allgemeinem Zeitmangel auf die anstrengende Übung zu verzichten und stattdessen eine GPT-Antwort abzugeben, oder? Mündigkeit?

#chatgpt #bildung

@lechten Wichtig erscheint mir, neu darüber nachzudenken, welche Muskeln wir genau trainieren wollen. Aus meiner Sicht sind das eher Aufgaben, die auch künftig genuin menschlich sein werden und bei denen dann Chat GPT ein erlaubtes Hilfsmittel unter vielen ist.

@bildungsluecken Bei mir gibt es viele unbeaufsichtigt zu lösende Aufgaben. Solange ich nicht kontrollieren kann, ob #chatGPT eingesetzt wurde, erübrigt sich die Frage, ob das unerlaubt ist.

Gibt es Wege, um mentale Muskeln zu identifizieren, die wir angesichts von KI wie #chatGPT verstärkt oder gar nicht mehr benötigen? Für Lernmotivation wäre das hilfreich.

Ich glaube (!), dass in meinem Studium die Vorbereitungen zu (mündlichen) Mathematikprüfungen mein Denken nachhaltig positiv beeinflusst haben, auch wenn ich das Gelernte längst vergessen habe. In den Prüfungen ging es übrigens im Wesentlichen (nur) um Reproduktion. (Dazu passt Werner Heisenberg: „Bildung ist das, was übrig bleibt, wenn man alles vergessen hat, was man gelernt hat.“)

Das kann ich aber keinen Studierenden erklären, die meine Aufgaben zu anstrengend finden und „Praxisrelevanz“ vermissen...

#Bildung #Lernen

@lechten Allein, dass wir an Schule und Universität noch einmal neu über die Sinnhaftigkeit von Aufgaben und Prüfungsformaten nachdenken - und mit Schüler*innen und Studierenden darüber ins Gespräch kommen - wäre aus meiner Sicht schon ein Gewinn.
@bildungsluecken Ich denke, die Kompetenzen verschieben sich. Zukünftig wird man viel weniger selber machen können müssen. Es ist aber wichtig, das Ergebnis von KI richtig zu interpretieren, in Frage zu stellen und (durch Rückfragen oder manuell) zu verbessern. Die KI erzählt erstmal irgendetwas - egal ob es die Wahrheit oder die Lüge wird. Der Empfänger benötigt die Fähigkeit, die Antwort einschätzen zu können. Da ist Grundwissen genauso wichtig wie ein (erlernter) skeptischer Blick.

@bildungsluecken
Genau das erlebe ich als Lerntherapeut täglich. Die SuS können kaum noch kreativ und selbstständig denken. Bei manchen Arbeitsblättern der Schule fehlen nur noch Anweisungen wie "Nimm einen Stift in die Hand" damit die Schritt für Schritt Anleitung perfekt ist...
@blume_bob

#FediLZ