Gestern war Europäischer Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung.
Ich habe lange überlegt, was ich dazu schreiben soll. Am Ende habe ich geschwiegen.
Weil ich müde bin. Weil es Jahr für Jahr dasselbe ist. Weil es diesen Tag längst schon nicht mehr geben sollte.
Ich lebe. Atme. Lache. Weine. Arbeite – ja, für richtiges Geld. Ich habe Familie. Freunde. Fahre Zug. Genieße mein Leben. Ärgere mich über mein Leben. Gewinne. Verliere. Mache Urlaub. Wie alle anderen. Nur mit Rampe.
Mitleid brauche ich nicht. Mitleid ersetzt keine Rampe. Und Mitleid und Almosen ersetzen keine echte Inklusion – auch wenn sie das oft versuchen.
Was ich brauche, ist die Selbstverständlichkeit: Barrierefreiheit ist kein Sonderwunsch, der erfüllt wird, wenn Geld da ist, wenn es gerade passt, wenn man halt mal dran denkt. Sondern Teil der Grundausstattung einer solidarischen Gesellschaft.
Wenn du wissen willst, was du tun kannst – stell nicht die Frage „Wie kann ich dir helfen?". Stell die Frage: „Warum ist es eigentlich nicht normal, dass es barrierefrei ist?"
Gleichstellung und Telhabe für alle ist kein Extra. Kein Bonus. Kein Nice-to-Have. Kein Papierparagraph, den wir noch 30 Jahre diskutieren.
Es ist unser verdammtes Recht. Und es ist längst überfällig.
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