Migrantenjagd

US-Einwanderungsbehörde: Mit Palantir und Paragon auf Migrantenjagd

Die US-Einwanderungsbehörde ICE nutzt für ihre Massenfestnahmen zunehmend digitale Überwachungstechnologie. Ein berüchtigter Konzern liefert dafür das „ImmigrationOS“. Doch es gibt Ideen für eine Kampagne, die sich gegen diese Beihilfe zur Menschenjagd richtet.

Eine der Kritiken an neuen Überwachungswerkzeugen für Verfolgungsbehörden lautet, dass diese zunehmend auch zweckentfremdet eingesetzt werden. Oder dass autoritäre Regierungen sie nach einer Machtübernahme gegen unliebsame Gruppen oder Personen richten.

Wie real diese Befürchtungen sind, lässt sich derzeit in den USA beobachten. Dort versieht Präsident Donald Trump die Einwanderungsbehörde ICE mit immer mehr Ressourcen für ihre Jagd auf Migrant*innen, sichert ihr für Verbrechen Straffreiheit zu und schafft sich so eine eigene brutale Präsidentengarde mit modernster technischer Ausrüstung.

Mapping von Deportationskandidat*innen

Über die digitalen Überwachungsmethoden des ICE berichtet häufig das US-Investigativportal „404 Media“. Dessen jüngste Recherche zeigt, wie etwa Palantir in die Massenfestnahmen eingebunden ist. Demnach entwickelt der berüchtigte Technologiekonzern ein Werkzeug namens ELITE, mit dem die Einwanderungsbehörde eine Karte mit Adressen von potenziellen Deportationskandidat*innen erstellen kann. Die Daten stammen unter anderem vom Gesundheitsministerium, von der US-Migrationsbehörde USCIS und vom Datenanbieter Thomson Reuters.

ICE nutzt die Software angeblich, um Orte zu identifizieren, an denen möglichst viele Personen auf einen Schlag festgenommen werden könnten. Zu jeder Person kann ein Dossier sowie ein „Confidence Score“ abgerufen werden – also eine Bewertung, wie verlässlich die angegebene aktuelle Adresse einer gesuchten Person ist.

„404 Media“ stützt ihre Recherche auf interne ICE-Materialien, öffentliche Beschaffungsunterlagen und Aussagen eines ICE-Beamten. Ihre Veröffentlichung erfolgte kurz nachdem Kristi Noem, die Chefin des Heimatschutzministeriums, angekündigt hatte, Hunderte weitere Bundesagent*innen nach Minneapolis zu entsenden. Vergangene Woche erschoss der ICE-Beamte Jonathan Ross dort die 37-jährige US-Bürgerin Renee Nicole Good, als diese ihr Auto wenden und die Szenerie einer Razzia und Protesten dagegen verlassen wollte.

Daten aus Online-Werbegeschäft

Zusätzlich zur Palantir-Software kaufte ICE zwei Überwachungssysteme namens Tangles und Webloc der Firma Penlink, die Zugriff auf Standortdaten von Hunderten Millionen Handys bieten. Darüber berichtete „404 Media“ vergangene Woche in einer weiteren Recherche.

Die Systeme nutzen GPS-Koordinaten sowie WLAN- und IP-Daten. Sie stammen aus dem Online-Werbegeschäft und werden über sogenannte Software Development Kits bei der Nutzung von Apps hinterlassen. Von Datenbrokern werden sie angeblich für personalisierte Werbung gesammelt, dann aber auch mit anderem Zweck verkauft.

Ermittler*innen können in Webloc ebenfalls Gebiete auf einer Karte markieren. Das System zeigt dann alle Handys an, die sich zu diesem Zeitpunkt dort befinden. Anschließend lassen sich die Bewegungen einzelner Geräte verfolgen. So stellen die Beamt*innen fest, wohin eine bestimmte Person nach der Arbeit fährt oder wo sich nachts ihr Handy befindet, was beides auf den Standort ihrer Wohnung schließen lässt. Die Software kann auch mehrere Orte gleichzeitig überwachen und anzeigen, welche Geräte an zwei oder mehr Orten waren, etwa bei einer politischen Versammlung.

Laut einer internen ICE-Rechtsanalyse, die die Bürgerrechtsorganisation ACLU durch eine Informationsfreiheitsklage erhielt, braucht die US-Behörde für die Nutzung dieser Daten aus ihrer Sicht keine richterliche Anordnung. Die Begründung: Menschen hätten die Informationen „freiwillig“ an Dritte weitergegeben, indem sie Apps nutzten.

Spyware „Graphite“ jetzt im US-Besitz

Bekannt ist außerdem, dass ICE die Spyware „Graphite“ des Unternehmens Paragon einsetzen darf. Die Trump-Regierung genehmigte einen Vertrag, den die Biden-Administration noch blockiert hatte.

Die Software gilt als eines der leistungsfähigsten Hacking-Werkzeuge weltweit und kann sämtliche Daten auf Smartphones auslesen, einschließlich der ansonsten verschlüsselten Kommunikation über Signal oder WhatsApp. Zudem lässt sich ein Telefon durch heimliches Aktivieren des Mikrofons zur Wanze umfunktionieren.

Nach Überwachungsskandalen in mehreren EU-Staaten wurde die bis dahin israelische Spyware-Firma Paragon Solutions Ende 2024 vom US-Private-Equity-Fund AE Industrial Partners übernommen, der dafür eine halbe Milliarde US-Dollar gezahlt haben soll. Dieser Wechsel erleichtert US-Behörden wie ICE den Einsatz der Software, obwohl größere Teile der Belegschaft weiterhin in Israel ansässig sind.

Kampagne gegen beteiligte Firmen

Weitere digitale Werkzeuge der US-Einwanderungsbehörde haben der Arbeitswissenschaftler Eric Blanc von der Rutgers University, der Gewerkschaftsorganisator Wes McEnany und Claire Sandberg, ehemalige nationale Organisationsdirektorin von Bernie Sanders’ Präsidentschaftskampagne 2020, in der US-Wochenzeitschrift „The Nation“ dokumentiert. Darin rufen sie zu einer Kampagne gegen die Firmen auf.

Als besonders verwundbar gelten den drei Autor*innen jene Unternehmen, deren Verträge mit ICE vor einer möglichen Verlängerung stehen. Dazu zählt etwa Dell mit einem Auftrag über umgerechnet 16 Millionen Euro für Microsoft-Software-Lizenzen, der im März ausläuft. Auch kleinere Verträge mit dem Paketdienst UPS und FedEx sowie dem Kommunikationsausrüster Motorola Solutions enden im Frühjahr.

Einen längerfristigen Vertrag hat ICE beispielsweise mit dem Kommunikationsdienstleister AT&T geschlossen. Er umfasst rund 70,5 Millionen Euro und könnte bis Juli 2032 laufen. Der Datenanbieter LexisNexis ermöglicht Trumps Milizen für 18 Millionen Euro Zugriff auf umfangreiche personenbezogene Daten aus öffentlichen und privaten Quellen, einschließlich Haftdaten.

Palantir liefert „ImmigrationOS“

Als einen der bedeutendsten Akteure in der ICE-Infrastruktur nennt „The Nation“ Amazon, dessen Web Services für die Daten- und Überwachungsoperationen der Behörde unerlässlich seien.

Eine besondere Rolle spielt laut Blanc, McEnany und Sandberg aber Palantir: Der Konzern stellt den US-Migrationsbehörden unter dem Namen „ImmigrationOS“ ein Rückgrat bereit, das Informationen aus verschiedenen Datenbanken und Anwendungen zusammenführt.

Mithilfe der Software können ICE-Beamt*innen ihre Operationen automatisieren – zu den Features gehören die KI-gestützte Zielpersonenpriorisierung, die Echtzeitüberwachung der Person sowie die Koordination von Festnahmen und Abschiebungen.

„ImmigrationOS“ greift dazu auf Daten der Sozialversicherungs-, der Steuer- und der Migrationsbehörden sowie staatlicher Wählerverzeichnisse zu. Für die Entwicklung des Systems Plattform erhielt Palantir 25,5 Millionen Euro.

„Außer Kontrolle geratener Zug“

Nach den jüngsten Enthüllungen von „404 Media“ hat sich die Electronic Frontier Foundation zu Wort gemeldet. Die US-Bürgerrechtsorganisation erklärt, dass sie bereits mehrere juristische Schritte gegen die Datensammelwut der Migrationsbehörden unternommen habe – darunter Klagen gegen den Zugriff von ICE auf Gesundheits- oder Steuerdaten.

Doch diese allein reichten nicht aus: Menschen müssten im öffentlichen Diskurs weiterhin Bedenken und Protest äußern, so die Electronic Frontier Foundation. Auch müsse der Kongress umgehend handeln, „um diesem außer Kontrolle geratenen Zug Einhalt zu gebieten, der die Privatsphäre und Sicherheit jeder einzelnen Person in Amerika zu zermalmen droht“.

Jedoch ist die Datensammelwut für diesen „außer Kontrolle geratenen Zug“ nicht auf die USA beschränkt. Die Regierung in Washington fordert von den mehr als 40 Teilnehmern ihres Visa-Waiver-Programms einen direkten Zugriff auf nationale Polizeidatenbanken mit biometrischen Informationen.

In Deutschland wäre dies die INPOL-Datei, in der auch weit über zwei Millionen Asylsuchende oder Ausreisepflichtige mit Fingerabdrücken und Gesichtsbildern gespeichert sind. Die EU-Staaten sind zu diesem US-Zugriff grundsätzlich bereit und haben die Kommission mit Verhandlungen über ein Rahmenabkommen beauftragt.

Matthias Monroy, Wissensarbeiter, Aktivist und Mitglied der Redaktion der Zeitschrift Bürgerrechte & Polizei/CILIP. Außerdem Redakteur für Innenpolitik der Zeitung nd.Der Tag. Texte auf Englisch unter digit.site36.net, auf Twitter @matthimon. Dieser Beitrag ist eine Übernahme von netzpolitik, gemäss Lizenz Creative Commons BY-NC-SA 4.0.

Migrantenjagd – Beueler-Extradienst

Inside ICE’s Tool to Monitor Phones in Entire Neighborhoods

404 Media has obtained material that explains how Tangles and Webloc, two surveillance systems ICE recently purchased, work. Webloc can track phones without a warrant and follow their owners home or to their employer.

404 Media
Open Algebra and Knots

#ICE also reported a $2 million contract for #Penlink’s #Tangles & #Weblocs data systems on Sept. 25, which combine #socialmedia & #darkweb data to build detailed portraits of individuals. Weblocs allows clients to track the mobile phone location data of targeted individuals, information that government officials would otherwise need a #warrant to obtain. Penlink did not respond to a request for comment.

#Trump #law #4thAmendment #privacy #immigration #tech #SurveillanceState #fascism #NoKings

Q: Coming to the UK next? A: Under Labour - Yep!

“HAVE A #CELLPHONE? You might want to read this”

by Mark Taylor in DeMockRacy.Ink on Substack

“ICE is preparing to deploy a sweeping new surveillance system that would allow it to monitor the real-time movements and online activity of millions of people”

https://open.substack.com/pub/mark192/p/have-a-cell-phone-you-might-want

#Press #US #ICE #MassSurveillance #GeoFencing #Israel #TechnoFascists #ShowFaithByWorks #Tangles #WebLock #Cobbweb #Zionism #MobilePhone #Burner #SurveillanceState

HAVE A CELL PHONE? You Might Want To Read This

ICE is preparing to deploy a sweeping new surveillance system that would allow it to monitor the real-time movements and online activity of millions of people.

DeMOCKracy.Ink

My First Graphgan

My first attempt at using a crochet graphgan is now completed, and the process has taught me a few things.

The first thing I learned was how to read a graphgan. For those unfamiliar with the term, a graphgan is a diagram of a pattern within a grid, with each square on the grid representing one stitch. The graphgan I worked from is the Cat Silhouette Afghan from Mary Maxim, and it has 28,908 squares.

In order to follow the pattern, I learned to read the front of the afghan from right to left and the back from left to right. At first, that was mind-boggling, but I eventually got it. Instead of counting every stitch for every row, I used a yellow highlighter to identify the stitches I had completed adjacent to the stitches for the cats. That way, I only needed to count the stitches in and around those images. As backup, I also kept a row count.

Various YouTube videos taught me how to join yarn of differing colours mid-row. I also learned that I needed to turn my very large skeins of yarn into multiple golf-ball sized balls of yarn in order to limit the tangles. This was especially important for rows that required sometimes six or eight balls of yarn.

My first attempt to control tangles was to create a box with holes in it so that each thread of yarn would, in theory, stay separated from the others. It didn’t work at all! Complete failure.

By trial and error, I figured out that in order to reduce tangling it was best to turn the work upside down and dangle all the different yarn balls before turning the work and changing row direction. Regardless, I did spend a lot of time untangling yarn, but that is okay because it is a surprisingly soothing activity.

I also made a point of weaving in the yarn ends every ten or twenty rows so that I wouldn’t have such a big chore at the end of working the piece. Weaving in ends is my least favourite crafting thing.

After completing the graphgan pattern I worked eight rounds of border stitching to complete the afghan and happily put it in the mail to my youngest child who has four cats. When Canada Post ends their strike, sometime in the next who-knows-how-long, my work may reach its intended destination. Just like figuring out how to crochet from a graphgan, patience is the most important requirement.

#afghan #CanadaPost #CatSilhouette #cats #crochet #graphgan #humour #MaryMaxim #patience #tangles #yarn

‘Tangles’: Julia Louis-Dreyfus to Lead Voice Cast of Animated Dramedy!!

Julia Louis-Dreyfus is set to lead the cast of Tangles: A Story About Alzheimer’s, My Mother and Me, a new animated feature adapting Sarah Leavitt’s graphic novel memoir of the same name. Dea…

Welcome to Moviz Ark!

Julia Louis-Dreyfus, Point Grey Pictures, Monarch Media & More Explore Alzheimer’s Impact With Animated Pic ‘Tangles’
#News #BeanieFeldstein #BryanCranston #JuliaLouisDreyfus #MonarchMedia #PointGreyPictures #SethRogen #Tangles

https://deadline.com/2024/04/julia-louis-dreyfus-point-grey-pictures-tangles-1235874108/

Julia Louis-Dreyfus, Point Grey Pictures, Monarch Media & More Explore Alzheimer’s Impact With Animated Pic ‘Tangles’

Julia Louis-Dreyfus, Point Grey Pictures, Monarch Media & More team for animated movie 'Tangles' about Alzheimer’s based on graphic novel.

Deadline
I haven’t had much time to doodle this last week, but last weekend I did some more flowers. Really pleased with how they came out. Yesterday I finally got some time and started the December advent (following along with my favourite artist). Will share when it’s finished after the 24th. #tangles #FediArt