Déjà-vu im Netz: Der Norwegen-Panoramazug ist wieder viral – und wieder fake
Es ist wieder so weit. Mein Postfach füllt sich, die Zugriffszahlen auf meinem Artikel vom Dezember 2025 steigen und im Instagram-Feed taucht er wieder auf: dieser traumhaft schöne Zug mit Glasdach, der durch die verschneite Arktis fährt, während über ihm die Nordlichter tanzen. Ein Bild, das alles verspricht, was Reiseträume brauchen und gleichzeitig eines, das es so schlicht nicht gibt. Ich habe das schon einmal erklärt. Aber weil Fake News kein Ablaufdatum haben, erkläre ich es […]https://weltenwanderer.blog/norwegen-panoramazug-ist-wieder-viral-fake-ki/
Und dann ist das Konzept #Nachtzug selbst auch nicht frei von Herausforderungen:
- Du brauchst Reisende welche ihre Termine/Urlaub so legen können, dass ein Nachtzug überhaupt in Frage kommt. Was nicht dadurch einfacher wird, dass die Anreise zum Bahnhof zu nachtschlafender Zeit mit dem ÖPNV oft deutlich schwieriger/langwieriger ist als tagsüber.
- Du brauchst Reisende welche den höheren Preis je km (siehe oben) und die längere Zeit (teilweise durch schlafen kompensierbar) akzeptieren wollen und können.
- Als mobiles "Hotel" unterliegt ein Zug erheblichen Einschränkungen da Platz äußerst begrenzt ist. Ob das "Jugendherbergsambiente" soviele Freunde zu diesem Preis findet ist zumindest fragwürdig.
- Die massiven Preissteigerungen bei den Nightjets haben viele potentielle Kunden desillusioniert.
- Viele Leute dürften auch mit dem Konzept "mit wildfremden Leuten" gemeinsam schlafen fremdeln. Zwar sind Mitfahrgäste auch in normalen Zügen teilweise ein Problem, allerdings werden dort die 👇
1.
Ja, aber ein grundsätzliches Problem nicht nur für Nachtzüge.
3.
Ja, wir arbeiten daran.💙 🇪🇺🚆 💛
4.
Ja
Trotzdem glaube ich das der #Nachtzug - wie im Video angesprochen - schon auch grundsätzliche Probleme hat, welche seinem Status als Massenverkehrsmittel unwahrscheinlich machen:
- Ein Nachtzug braucht relativ viel Platz pro Fahrgast = weniger Fahrgäste im gesamten Zug = höherer Anteil an den Kosten für jeden Fahrgast.
- Erhöhter Personalbedarf das auch noch für besonders lange Zeit benötigt wird. (+ Nachtzuschläge)
- Rollmaterial nur bedingt für andere Fahrten einsetzbar (erwirtschaftet tagsüber keinen Umsatz sondern muss eventuell sogar noch fürs Abstellen zahlen)
- Aufwendigere Versorgungslogistik
All das spricht grundsätzlich dagegen, dass ein Nachtzug (für die selbe Strecke) billiger sein kann, als ein normaler Zug.
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Hoffentlich klappt das:
"Eine Nord-Süd-Achse innerhalb Deutschlands, mehr will Constant nicht sagen. Es dürfte aber um eine Verbindung zwischen nachgefragten Knotenpunkten wie München oder Stuttgart im Süden und etwa Hamburg im Norden gehen."
München - Hamburg bin ich früher häufig Nachtzug gefahren, ich vermisse diese Verbindung sehr.
Der #Nachtzug hat vier Feinde und das sind nicht die Jahreszeiten, sondern:
1. Unterbesteuerte #Billigflieger. Könnte sich dank #Kerosinkrise teils erledigen.
2. #Auto. Leider noch immer viel zu billig, weil die Folgen für die #Umwelt nicht realistisch bepreist werden.
3. Die #EU. Dieser Flickenteppich von Kleinstaaten ist einfach nur furchtbar. Gerade die #Bahn muß europäisch organisiert werden.
4. #Deutschland. Hier ist die #Schiene so kaputt, daß man eigentlich immer außen herum fahren müßte.
PS: Ich habe #EuropeanSleeper mit einer kleinen Beteiligung unterstützt, wohlwissend, daß der Laden übermorgen pleite sein kann und meine Kohle futsch.
