Essen ist für ihn ein Mittel zum Zweck, um am Leben zu bleiben, um nicht zu verhungern. Einzig Instantnudeln könnte man als sein Lieblingsessen bezeichnen. Man könnte sogar einen Schritt weiter gehen, etwas zu essen (außer Instantnudeln) ist ihm sogar weitgehend zu wider.
Das Gewese, dass die Menschen in seiner Bürogemeinschaft ums Essen und vor allem ums gemeinsame Essen machen, nervt ihn merklich, da es wichtig ist, nicht außen vor zu sein. Mit seiner Kollegin Ashikawa hat er was laufen und eine ihrer Leidenschaften ist das Backen, worüber sich die Kolleg*innen freuen, Nitani sich nur mit Müh und Not überwinden kann, ihr dafür zu danken.
Insgesamt scheint es ihm schwer zu fallen, sich mit den sozialen Regeln des menschlichen Zusammenseins zu arrangieren. Mit Ashikawa ist er hauptsächlich zusammen, weil sie in seinen Augen die perfekte Ehefrau sein wird, angepasst, ruhig und nett.
Sie hat null Ehrgeiz im Job und eigentlich verachtet er solche Menschen, die pünktlich gehen, da er dann für sie mit arbeiten muss. Auch wollte er gar nicht im Büro arbeiten, sondern lieber Literatur studieren, was er dann aber gelassen hat.
Sympathisch ist mir Nitani mal so gar nicht, aber das Buch hat mir trotzdem ganz gut gefallen, weil es diese Zerrissenheit zwischen anders sein zu wollen und angepasst zu sein zeigt und auch einen Einblick in eine mir völlig fremde Kultur gibt. Das hat mich wirklich fasziniert. Die zurückhaltende Sprache unterstreicht das.
Ausführlicher gibt es das auf meinem Blog: https://das-buchzuhause.de/richtig-gutes-essen-von-junko-takase/
Übersetzt wurde es von Yoko Ann Hamann und ich bedanke mich beim DuMont Buchverlag für das Rezensionsexemplar!
#RichtigGutesEssen #JunkoTakase #YokoAnnHamann #JapanischeLiteratur #BooksOfPixelfed

