Welche konkreten Dinge kann 1 tun, um sich auf den Kollaps vorzubereiten?

Wenn wir den Notfallrucksack gepackt, den Erste Hilfe-Selbsthilfe-Kurs durch und Vorräte und Dokumente gesichert haben, wird langsam klar: das reicht nicht aus.

Es folgen ein paar Antworten von Mitgliedern des Kollaps Café, wie sie sich vorbereiten. Ihr könnt gerne eure eigenen Vorstellungen auch beisteuern. Vollständig wird die Liste nie sein und auf vieles lässt sich einfach nicht vorbereiten. Aber lasst uns mal sehen, wie weit wir kommen:

- um psychische Stabilität kümmern (z.B. Traumarbeit, Meditation, genug Schlaf)

- Um die körperliche Gesundheit kümmern (z.B. Sport/Fitness, Vermeidung von Krankheiten)

- Insbesondere: Versuchen, kein #Corona zu bekommen (die Möglichkeiten, nach ein paar Corona-Infektionen im Kollaps noch irgendetwas zu reißen, sind wahrscheinlich sehr begrenzt. Dadurch sind viele hier genannte Aktivitäten leider nur in ausgewählten Covid-Safe-Spaces mit hohen Schutzmaßnahmen sinnvoll)

- Sprachen lernen (z.B. um Flüchtenden zu helfen oder um vorbereitet zu sein, wenn 1 selbst flüchten muss)

- möglichst wenig Zeit mit Arbeit oder Freizeitnonsens verschwenden #bullshitjobs

- Lebenswünsche umsetzen, solange es noch geht, und was davon nachhaltig ist (z.B. Nähe zu Menschen, Kreativität, Natur besuchen, aber keine Weltreise)

- Minimalismus und DIY üben (Reparieren oder kreativ basteln statt neu kaufen, mit wenig zurechtkommen, wissen was relevant ist und das dann in guter Qualität kaufen)

- digitale Absicherung (sichere Kommunikationskanäle, analoge Alternativen)

- sicheren Wohnort suchen und den Wohnort kennen (Katastrophentauglichkeit, „gute Nachbarschaft“, Fluchtrouten)

- Gärtnern üben und Ernährungsmöglichkeiten vor Ort verbessern, (z.B. Urban Gardening, #solidarischeLandwirtschaft, Permakultur)

- low-tech für basale Alltagsdinge lernen (z.B. Brot backen oder Heizen mit Holz, Essen haltbar machen, ohne Strom und fließend Wasser auskommen können)

- medizinisch-praktische Skills

- mental den Umgang mit Gefahren- oder Extremsituationen üben

- #Antifa - Arbeit

- Trainieren von Bewegen im Gelände und „Situational Awareness“ (z.B. Orientieren möglichst lange ohne Handy, erhöhte Aufmerksamkeit für Tiere oder Menschen)

- gemeinsame Möglichkeiten der demokratischen Entscheidungsfindung erproben

- Supportbeziehungen ausbauen, Netzwerke oder sogar eine möglichst stabile Gemeinschaft aufbauen, (z.B. im Klima-Kollaps-Café, wo auch Regiogruppen aufgebaut werden :) )

- Sterilisation (schützt auch in Zeiten schlechterer Reproduktionsrechte, verhindert Leid bei potenziellen Kindern, gibt mehr Raum und Ressourcen für die übrigen Leute (Flüchtende, ggf. Adoptivkinder) und Aufgaben die anstehen.)

- sich oder andere verteidigen lernen (und klären: wie weit soll das gehen?)

- Sterben lernen und Optionen schaffen, um im ernstfall wenig zu leiden

Photo by Lutz Blohm

#TalkCollapse #kollaps #KlimaKatastrophe #degrowth #overshoot #gemeinsamPreppen #solidarischesPreppen #klimantifa

Was heißt Vorbereiten?

Naive Vorstellungen über den #Kollaps und die Vorbereitung darauf (survival Prepping) sind normaler Bestandteil des Bewusstwerdungsprozesses. Irgendwann kommt 1 drauf, dass Wildkräuter kaum Kalorien haben und es sowieso in D nicht genug Wildnis für 80 Mio gibt; dass Kuscheltiere auf der Flucht wichtig sind, warme wasserdichte Sachen und Medikamente aber auch. Und die Frage ist, wohin überhaupt fliehen und vor welcher Bedrohung? Armut und fehlende Sicherheit wird an vielen Orten ein größeres, anhaltenderes Problem sein als Stürme und Brände.

Problematischer ist auch die kapitalistische, individualistische Verwertung des Kollaps. Der Kapitalismus vermarktet und verwässert alles, auch seinen eigenen Zusammenbruch. Vorgepackte Fluchtrucksäcke oder Notstromanlagen für Zuhause, usw.

Die ersten naiven Vorstellungen von Menschen (auch aus der Klimabubble) werden individualistisches Preppen sein. Diese Denke ist im Neoliberalismus einfach der Standard. Der solidarische Take ist für viele nicht so naheliegend, und wenn, dann geht er in Richtung ingroup. Wenn die Regierung anfängt mit dem Vorbereiten, ist es Vorbereitung für Deutsche (nichtprekäre), oder für Unternehmen.

Der Fokus auf ingroup ist zudem die Basis des Rechtsrucks, selbst nach dem Kapitalismus: es wird eine Gruppe geschaffen, die sich gegen andere Gruppen den Zugriff auf die verbliebenen Ressourcen sichern kann. Deswegen wird auch die Festung Europa ausgebaut. Deswegen wird überall aufgerüstet.

Welches „wir“ stellen wir uns also vor, das da solidarisch preppt und sich schützt? Und vor wem schützt es sich? Eine subkulturelle urbane Gemeinschaft, die vor allem von Nazis bedroht wird, wäre noch eine „gute“ Variante. Aber das wird vermutlich viel unklarer verlaufen.

Doch es geht nur gemeinsam.

#solidarischesPreppen #gemeinsamPreppen #KlimaKrise #klimakollaps #KlimaKatastrophe #rechtsruck

Mit dem Beginn des Kapitalismus war der Kollaps bereits besiegelt. Der Machtkampf läuft über den Mechanismus der Eskalation und diese ist sprunghaft. Es gibt keine Vernunft dabei und immer nur temporäre Gewinner. Das Ziel ist die Vernichtung und Einverleibung von allem anderen.

Wir können es nicht stoppen, wollen wir es also ausblenden? Das Private ist jedoch kein Rückzugsort mehr. Es ist eine Simulation, die Strom verliert. Es stirbt bald mit den übrigen Spezies aus.

Was machen wir also? Wir müssen da gemeinsam durch. Gemeinsam, nicht zurückgezogen alleine. Kunst, Menschlichkeit, Emotionen, Liebe und Schadensbegrenzung.

#gemeinsamPreppen
#faschismus
#Klimakatastrophe