Samstagmorgen.
Ich kämpfe noch immer
mit dem Blackout vom Donnerstag.
Und jetzt auch wieder
mit dieser Verkühlung,
eingefangen
durch Wärme und Schweißausbrüche.
Ich sage:
„Ich gehe nicht weg, auch nicht frühstücken, möchte mich erholen schlafen und die Verkühlung so schnell wie möglich wieder weg haben“
Und ihre Antwort:
„Ja ist gut“
Und gleich weiter,
im Redeschwall,
als wäre nichts davon angekommen:
„gehts du zum Bäcker und holst Semmeln, und ein weißes Mohnflesserl für mich“
Ja.
Irgendetwas von dem,
was ich gesagt hatte,
hat sie nicht erreicht.
Oder nicht interessiert.
Oder es ist einfach untergegangen
zwischen ihren Worten
und meinem Zustand.
Ich ziehe mich an.
Noch bevor ich das Haus verlasse,
schlägt sie durch,
Panik,
Druck,
Unruhe,
und ich habe Mühe,
beinahe die Geldbörse zu vergessen.
Es ist schon ein Erfolg,
dass ich es geschafft habe,
eine Hose anzuziehen.
Normal?
Nein.
Nicht in dieser Situation.
Nicht wenn der Körper schon davor sagt, dass nichts mehr geht.
Aber ich gehe.
Weil ich ein dummer Latsch bin.
Weil ich das Wohlbefinden anderer
über mein eigenes stelle.
Weil ich mich wieder einmal
selbst zuletzt behandle.
Weil mein Nein
zu oft nur ein leises Geräusch ist,
das niemand hört.
Oder das ich selbst
nicht verteidigen kann.
Und dann komme ich heim
nach dem Einkauf
und mein Gesichtsfeld
ist wieder mal eingeschränkt,
so wie 2023 schon einmal.
Der Kopf rotiert.
Nicht mit Gedanken.
Nicht mit Worten.
Nicht mit Lösungen.
Einfach nur
wie ein Ringelspiel.
Dieses Kreisen.
Dieses Wegkippen.
Dieses Gefühl,
dass innen alles fährt
und ich nicht aussteigen kann.
Zurück zu Hause
versuche ich,
meine Gedanken aufzuschreiben.
Um irgendetwas festzuhalten.
Um zu prüfen,
ob ich noch klar bin.
Ob ich noch weiß,
was gesagt wurde.
Was wirklich war.
Und dann sagt sie gerade,
ich hätte nichts zu ihr gesagt,
dass es mir nicht gut geht.
Und ich weiß nicht,
was schlimmer ist.
Dass es wirklich
nicht angekommen ist.
Oder dass ich jetzt
komplett durchdrehe
und meine Gedanken
meine Realität manipulieren.
Dass ich mir selbst
nicht mehr trauen kann.
Dass ich etwas gesagt habe
und es verschwindet.
Oder dass ich es nur glaubte
gesagt zu haben.
Und dann bleiben
Tränen.
Nicht groß.
Nicht schön.
Nicht erleichternd.
Einfach Tränen.
Weil etwas in mir
nicht mehr tragen kann,
was da seit Donnerstag hängt.
Weil ich krank bin.
Weil ich müde bin.
Weil ich funktioniere,
obwohl ich Ruhe brauche.
Weil selbst das Offensichtliche,
selbst ein Satz wie
ich kann nicht,
ich bin krank,
ich brauche Erholung,
anscheinend nicht reicht.
Und ich sitze da
mit Schwindel im Kopf,
mit Enge im Blick,
mit Tränen irgendwo zwischen Wut
und Erschöpfung,
und weiß nicht,
ob ich übergangen werde
oder mich selbst verliere.
#gedanken #gedankentanz