Aspekte der Männerhaltung – heute
Die grosse Frau des deutschsprachigen Kabaretts Gerburg Jahnke bevorzugt Gartenhaltung. Tage wie gestern stärken hingegen den Wunsch nach Haltung in fest verschlossenen Räumen, unter striktem Alkoholentzug. Obwohl: bei mir in Beuel hat der Sonnenschein alle Gefahren entschärft. Und die Kriminalstatistik weiss seit langem: am gefährlichsten sind Männer zuhause, wenn keiner zuguckt. Gerne auch verheiratet, hauptsache ein Opfer im Haus. Noch gefährlicher ist eine andere Sorte Mann.
Eine ebenfalls schon alte Erkenntnis der Kriminalistik ist, dass das, was wir, in das schöne Sizilien diskrimnierender Weise, Mafia nennen, seit Jahrzehnten erfolgreich bestrebt ist, in den legalen Kapitalismus überzugehen. So, als hätten Marx und Engels genau das vorhergesagt. Haben sie? Ich habe nicht allzuviel im Original gelesen, aber wurde mir erzählt. Von ihr z.B., als sie noch jung war. Oder von ihm, als er sich bei uns in der Beueler WG-Küche in sie verliebte. Aber ich will nicht abschweifen.
Frauen grübeln, seit es Männer gibt, wie sie diese Gefahren unter Kontrolle bringen können. Keine leichte Aufgabe. Mrs. Melania Trump befindet sich unumstritten im Auge des gefährlichen Sturms, und hat dazu unter Zuhilfenahme des Vermittlungsagenten Jeffrey Epstein, eine recht originelle Strategie entwickelt, die für die Mehrheit der Frauen nicht wirklich zu empfehlen ist.
Über die Charakteristik dieses Gefahrenzentrums gibt es eine kontroverse wissenschaftliche Debatte. In einem führenden Diskursorgan zur Aussenpolitik des – vielleicht noch – mächtigsten Landes der Welt, in der Zeitschrift Foreign Affairs, schreiben Alexander Cooley und Daniel Nexon: “The Age of Kleptocracy – Geopolitical Power, Private Gain”, im Original nur hinter Paywall.
Die Blätter haben den Text freundlicherweise übersetzt und paywallfrei online gestellt:
“Geopolitische Macht, privater Gewinn: Das Zeitalter der Kleptokratie”.
Da ist es mit Gartenhaltung wohl nicht getan. Ich habe das Lesen tagelang vor mir hergeschoben, weil ich auf das Thema keine Lust mehr habe. Gestern, am ereignisarmen Vatertag, nahm ich mir dann beim Mittagessen (Gnocchi mit Spargel in Currysauce) doch die Zeit.
Zu beachten ist, dass das beschriebene System seinen aktuellen Hauptprotagonisten überleben wird – so, wie es im Grundsatz auch vor ihm schon existierte. Das würde wieder bis zu den Herren Marx und Engels zurückführen … aber ich schweife ab.
Eine gute Ergänzung ist leider die ebenfalls jahrhundertealte Erkenntnis, dass sich die Feldherren diverser Kriege beim Massenmord an ihren Beherrschten auf das Praktischste gegenseitig die Herrschaft sichern:
Hamidreza Ahmadi/Jacobin: “Der Krieg hat Irans Öl-Elite weiter ermächtigt – Die Islamische Republik hat eine staatsnahe Oligarchie an öffentlichen Gütern bereichert und der Mehrheit Austerität verordnet. Durch den Irankrieg steht jener Teil der Elite, der sein Geld mit Öl verdient, auch innenpolitisch nur noch stärker da.”
Ich persönlich geniesse das Leben eines Rentners mit überlebtem Herzinfarkt. Trotz meines Charaktergrundzuges “historischer Optimismus” bin ich bewusst ohne biologische Nachkommen geblieben. Auch das war nicht immer einfach, war für mich persönlich aber das Richtige. Mein Engagement für das Gemeinwohl bestand in meinem Berufsweg und besteht in steuermindernden Spenden für ProAsyl und in diesem Blog. Ist das genug? Wahrscheinlich nicht. Aber darüber habe ich schon lang genug nachgedacht …
Wenn Sie nun unruhig wg. Ihrer Kinder oder Enkelkinder sind, dann seien Sie versichert: richtig! Sie sollten ihnen nicht nur zuhören, sondern sie nach Ihren Möglichkeiten und pädagogischen Fähigkeiten stark und widerstandsfähig machen. Denn, wie es ein Wissenschaftler in der hier empfohlenen China-Dokumentation richtig sagte: “Die Geschichte ist nie zuende.”







