"Das demonstriert Arthur am Beispiel der QWERTY-Tastatur. Im
19. Jahrhundert gab es bei Schreibmaschinen eine reiche Auswahl an unterschiedlichen Tastaturdesigns. Bei der meistverbreiteten Variante waren die Buchstaben schlicht in alphabetischer Reihenfolge angebracht. 1873 allerdings hat ein gewisser Christopher Latham Sholes Probleme mit seiner Schreibmaschine, weil sich bei schnellem Tippen häufig die Tastenarme miteinander verhaken. Er tüftelt so lange an dem Gerät herum, bis er die Tasten so angeordnet hatte, dass sie sich weniger häufig in die Quere kommen konnten. Dieses Design wies die heute immer noch gängige QWERTY-Anordnungs auf und wurde schließlich von der New Yorker Firma Remington als Standarddesign für ihre günstige, massenproduzierte Schreibmaschine übernommen. Die weite Verbreitung der Remington-Schreibmaschinen führt wiederum dazu, dass Sekretär*innen auf der QWERTY-Tastatur ausgebildet werden. Inzwischen hat sich das Problem der einander blockierenden Tastenarme zwar längst anderweitig gelöst, doch das Design ist geblieben. Die ineinandergreifenden Abhängigkeiten informieren sich gegenseitig und bilden so die Etappen auf dem Pfad der weiteren Entwicklung bis hin zu den Computertastaturen auf unseren Schreibtischen."
Dieses Beispiel mit den Tastaturbelegungen finde ich nach wie vor jedes mal wenn ich daran denke komplett absurd. (Gesendet von einer QWERTZ-Tastatur)
Es liegt allerdings eine gewisse Ironie darin, dass dieses Grund-Problem zweier sich in die Quere Kommender Tastenarme mit der Erfindung des Smartphones wieder aufgekommen ist - nur eben jetzt mit zwei Daumen, die einander beim tippen nicht in die Quere kommen sollen.
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