Furcht vor der Freiheit (1. Kapitel - Kernaussagen)
Wir lesen grade gemeinsam in der Tertulia Freireana in München das Buch von Erich Fromm von 1941, auf dessen Gedanken sich auch Paulo Freire gelegentlich bezogen hat.
(01) Erich Fromm's Fokus
Das eigentliche Interesse Erich Fromms liegt darin, die Charakterstruktur des modernen Menschen und die Wechselwirkung zwischen Psyche und Gesellschaft zu begreifen. (Vorwort - S. 6)
(02) Befreiung versus Freiheit
Befreiung bedeutet nicht schon Freiheit, sondern nur Abwesenheit von äußerer Abhängigkeit. (Vorwort - S. 7)
Freiheit ist die positive Verwirklichung des individuellen Selbst (d.h. die Fähigkeit die eigenen intellektuellen, emotionalen und sinnlichen Möglichkeiten voll zum Ausdruck zu
bringen. Sie gründet sich auf die Einzigartigkeit und Individualität des Menschen). (Vorwort - S. 7)
(03) Die Kluft zwischen Befreiung und Freiheit
Die Überwindung der Kluft zwischen Befreiung und Freiheit ist begleitet von Angst und Ohnmacht. Sie ist eine Last und statt Freiheit zu erringen, ist auch die totalitäre Flucht
vor der Freiheit ein Ausweg. (Vorwort - S. 7)
Die Hoffnung, der erste Weltkrieg mit dem Zusammenbruch der Monarchien führe zum Reich der Freiheit des Individuums (1. Kapitel - S. 10),
wird durch den deutschen und italienischen Faschismus angesichts der Aufgabe der Freiheit und der völlige Unterwerfung aller unter die Autorität einer Handvoll von Menschen enttäuscht. (1. Kapitel - S. 11)
Dadurch wird die Kluft zwischen Befreiung und Freiheit sichtbar.
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