Am 27. März treffen wir uns wieder in Kahla. Es stehen ein paar Events an und wir wollen unser Profil etwas schärfen und diskutieren.

Meldet euch per DM an. Für alle, die nicht vor Ort sein können, gibt es auch die Möglichkeit, online teilzunehmen.

#SaaleHolzlandKreis #Demokratie #Thueringen #Kahla

3/4 Katja Bütow ist seit mindestens 15 Jahren in der Naziszene in #Kahla aktiv. Ebenso lange dürfte sie schon für die Diakonie Sozialstation der evangelischen Kirche arbeiten, die seit spätestens 2017 über den Nazi-Aktivismus Bescheid weiß.

https://rechercheportaljenashk.noblogs.org/post/2023/10/25/katja-buetow-kahla-wochentags-im-dienste-der-kirche-feiertags-naziversammlung-im-kleingarten/

2/4 In der Neonaziszene #Kahla|s gab es lange drei aktive LiedermacherInnen, die zu Katja Bütows (weiß) KameradInnen zählten: Franzy „Varghona“ Rößler (l.), Tobias „Bienenmann“ Winter und Max „Liedermacher Max“ Lemke (r.). Es liegt nahe, dass eineR von ihnen auch letzte Woche spielen sollte.
Lemke wohnt noch in Kahla, Winter wohnt in #Saalfeld und Rößler in Brandenburg. Alle sind noch regelmäßig in Kahla anzutreffen.

1/4 In #Reinstädt bei #Kahla wurde am 28.2. ein Rechtsrockkonzert mit Merch-Verkauf im Sportverein verhindert. Wir haben Anhaltspunkte dafür, dass die Organisation auf die altbekannte Aktivistin Katja Bütow zurückgeht, die trotz Outings bis heute für die Diakonie arbeitet.

https://www.otz.de/lokales/saale-holzland-kreis/article411342613/polizei-verhindert-rechte-musikveranstaltung-im-saale-holzland-kreis.html

Anne Rabe, die Prügelstrafe und Jugendwerkhöfe und die unglaubliche „tatsächliche Armut“ in der DDR

Dass ich das Buch Die Möglichkeit von Glück für einen Skandal halte, habe ich ja schon in diversen Posts hier und in einem Artikel in der Berliner Zeitung kundgetan (siehe die Übersichtsseite zu Anne Rabe). Anne Rabes neues Buch über Moral wollte ich deshalb gar nicht lesen. Nun bin ich aber über Mastodon auf den Denkangebot-Podcast von Katharina Nocun aufmerksam geworden, in dem sie mit Anne Rabe über Moral, den Osten und die AfD spricht. Das Interview hat mir recht gut gefallen, aber […]

https://so-isser-der-ossi.de/2026/01/06/anne-rabe-die-pruegelstrafe-und-jugendwerkhoefe-und-die-unglaubliche-armut-in-der-ddr/

1/ Liebe Follower, ich hab mal ne Frage. Im #Denkangebot geht es um #Moral und das, was ich bisher gehört habe, ist ganz gut. Aber bei 40:14 behauptet #AnneRabe, es habe in der #DDR echte tatsächliche Armut gegeben. Mit Lebensmittelknappheit und so. Außer in Berlin.

„Gerade insbesondere so in den 80er Jahren der DDR. Da haben wir einerseits eben diese Agonie der DDR, dass klar ist, hier geht es irgendwie nicht mal voran. Dieses ganze Heilsversprechen, das ist irgendwie Quatsch, das wird nichts mehr. Wir haben eine zunehmende Armut. Wir sehen halt die DDR-Bilder dann immer aus Berlin. Aber das Provinzleben im Osten, so am Rande der Republik, war ganz anders als in Berlin. Also, weiter man wegkam sozusagen von der Hauptstadt, umso schlechter war die Versorgung. Und da sprechen wir wirklich von tatsächlicher Armut, auch von Lebensmittelknappheit zum Teil. Also, das sind alles Dinge, die gab es in den 80er Jahren. Oder man wollte irgendwelche Produkte haben und dann kam man auf die Warteliste oder man kannte wen. So, so kann ich das aus meiner Familie in Polen. Also, da war überhaupt nicht die Erwartungshaltung. Ich kann Dinge irgendwie kaufen, das sei denn, irgendjemand hat mir Devisen gegeben. Sowas, aber auch tatsächlich, wo ich sage, also es gibt zum Beispiel Berichte, das ist ganz interessant, so aus Briefen oder so, wo dann Leute, gerade Frauen, so was schreiben, wie ich habe wieder keine Winterjacken für meine Kinder gekriegt. Oder im Konsum gab es wieder nur Milch und Nudeln. So, also ich spreche von einer tatsächlichen Armut, nicht nur von einem kargen Leben, sondern von Armut.“

Ich habe Erfahrungsberichte von #Wernigerode, #Derenburg, #Triptis und #Kahla. Dass es nur Nudeln und Milch gegeben habe, war nicht der Fall. Es gab Schulspeisung. Teils hat ein richtiger Fleischer für die Kaufhalle gearbeitet und es gab gute lokal gemachte Wurst.

Es gab nicht immer alles und es ist kein Vergleich zum Überfluss jetzt. Eine Kiwi habe ich zum ersten Mal bei einem Jungen mit Westverwandten gesehen.

Das Preisgefüge war so, dass man von 200 Mark Stipendium hervorragend leben konnte. Miete war bei 20–30 Mark. Stereoanlage und Fernseher waren allerdings im Vergleich zu Lebensmitteln sehr teuer. Die niedrigen Gehälter lagen immer noch über den 200 Mark. Gehaltsstufen und Lohngruppen waren staatlich geregelt. Und alle haben gearbeitet. Das war Pflicht. Männer und Frauen. Es gab Unterstützung für Kinder und für kinderreiche Familien.

Mich würde jetzt interessieren: Wie war es bei Euch? Gern Ort dazuschreiben bzw. Land vs. Stadt, Berlin vs. Rest. Gab es zu essen? Fühltet Ihr Euch arm? Eure Eltern?

#Followerpower

Die Stelle ist 40:14:
https://www.denkangebot.org/allgemein/anne-rabe-ueber-moral-die-afd-und-ostalgie/

Anne Rabe über Moral, die AfD und Ostalgie

Rechtsextreme lassen keine Gelegenheit aus, um Appelle für moralisches Handeln in der Politik in ein möglichst schlechtes Licht zu rücken. Warum verfängt das gerade bei einigen Menschen derart gut? Und was hat DDR-Ostalgie damit zu tun? Moralapostel, Moralpredigt, Moralin – Und warum kann die AfD mit diesen und ähnliche Narrativen gerade im Osten Deutschlands derart effektiv Menschen mobilisieren? Darüber spreche ich heute mit Anne Rabe. Sie ist Schriftstellerin und beschäftigt sich in ihrer Arbeit mit der Gewaltgeschichte Ostdeutschlands und dem Aufstieg der Rechtsextremen. Ihr Roman “Die Möglichkeit von Glück” war auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis und wurde zum Bestseller. Kürzlich erschien ihr erstes Sachbuch mit dem Titel “Das M-Wort. Gegen die Verachtung der Moral”. Diesen Podcast unterstützen IBAN: DE84100500001066335547 BIC: BELADEBEXXX (Katharina Nocun) Paypal: https://www.paypal.me/kattascha KO-FI: https://ko-fi.com/kattascha Dauerauftrag einrichten über Steady: https://steadyhq.com/de/kattascha

Denkangebot Podcast
7/ Und noch mal, weil ich es so mag, dieses Bild aus #Kahla in #Thüringen: „#Nazis nehmen uns die Arbeitsplätze weg!“ von 2013.

4/ Karl-Heinz Hoffmann ging dann irgendwann ins Gefängnis.

„Im September 1983 wurde Hoffmann als Auftraggeber des Erlanger Doppelmords angeklagt. Das Landgericht Nürnberg-Fürth begann die Hauptverhandlung erst im September 1984. Es verurteilte Hoffmann am 30. Juni 1986 wegen Geldfälschung, Freiheitsberaubung, gefährlicher Körperverletzung sowie Vergehen gegen das Waffen- und Sprengstoffgesetz zu neuneinhalb Jahren Freiheitsstrafe, sprach ihn aber vom Verdacht einer Mordbeteiligung frei.“

https://de.wikipedia.org/wiki/Karl-Heinz_Hoffmann_(Rechtsextremist)

Rechtzeitig 1989 wurde er wegen guter Führung und günstiger Sozialprognose vorzeitig entlassen:

„Im November 1988 versuchte Hoffmann, mit einem Hungerstreik Hafterleichterungen zu erzwingen. Am 14. April 1989 lehnte das Landgericht Bayreuth seine vorzeitige Freilassung ab, weil eine „günstige Sozialprognose“ fehle. Zu befürchten sei, dass er sich danach wieder in die rechtsextreme Gemeinschaft einordnen werde. Der Hungerstreik gleiche einer Nötigung, also jener Handlungsweise, für die er unter anderem verurteilt worden war. Im Juli 1989 bescheinigte die Justizvollzugsanstalt St. Georgen-Bayreuth Hoffmann jedoch eine „beanstandungsfreie Führung“ und einen „zuverlässigen und fleißigen Arbeitseinsatz“ in der Haft. Nach Hoffmanns Anhörung entschied das Oberlandesgericht Bamberg, ihn auf vierjährige Bewährung vorzeitig zu entlassen. Sein Hungerstreik sei nur Ausdruck der „Verzweiflung“ über nicht gewährte Erleichterungen gewesen. Er habe geäußert, dass er „keine Uniformen mehr sehen“ könne, „in Ruhe zusammen mit seiner Frau leben“ wolle und sich seine Interessenlage genauso geändert habe wie „die seiner früheren Kameraden“. Somit habe er „glaubhaft zu erkennen gegeben“, dass er sich von seiner Vergangenheit losgesagt und eine günstige Sozialprognose habe. Er erhielt keine gerichtlichen Auflagen und musste keinen festen Wohnsitz nachweisen. Zwei Tage vor dem festgesetzten Termin ließ die Justizvollzugsanstalt ihn frei. Er wohnte zunächst wieder auf Schloss Ermreuth.“

1989 ging er zurück nach #Kahla in #Thüringen, kaufte die halbe Stadt auf und stellte Nazis Räume zur Verfügung und half beim Aufbau von Strukturen:

„Parallel zu seinen Geschäften nahm Hoffmann wieder Kontakt zu früheren WSG-Mitgliedern auf, darunter Bernd Grett und Anton Pfahler, die nun zur NPD gehörten. Pfahler war der frühere WSG-Waffenlieferant; auf seinem Privatgelände fand man 1998 Maschinenpistolen, Handgranaten, Munition und NS-Propaganda für einen politischen Umsturz. Ferner hatte Hoffmann Kontakt zum „Stahlhelm“-Mitglied Klaus Kämpf, der seine handsignierte Biografie „Verrat und Treue“ vertrieb.[4] In Hoffmanns „Gerberstube“ trafen sich junge Neonazis, darunter Ralf Wohlleben vom „Thüringer Heimatschutz“, aus dem die Terrorgruppe Nationalsozialistischer Untergrund (#NSU) hervorging.“

Niemand hat was gemerkt, keiner wollte was sehen. In Kahla wusste man aber, wer die Wohnungen vermietet, wem die Häuser gehören.

Karl-Heinz Hoffmann (Rechtsextremist) – Wikipedia

7/11 An der Auftaktkundgebung saß außerdem das #NoAfD-Stadtratsmitglied Joachim Sennewald, während sich im Hintergrund die militante Nazijugend aus dem Weimarer Land und #Kahla sammelte.

Mit einem Foto von unserem Blog (Credits: @PresseserviceRN ) bestätigt nun auch der Nordthüringer Heimat"-Kommunalpolitiker und #rechtsrocktnicht-Unternehmer Patrick Weber den Tod des Neonazikaders Ralph Oertel aus #Jena.

Oertel war der aktivste frühere Wegbegleiter des #NSU-Kerntrios, mit dem er sich In den Neunzigern in der Kameradschaft Jena politisierte. Als einer der letzten war er bis heute in der Region #Kahla-#Saalfeld sehr aktiv und überregional in verschiedene Spektren vernetzt.

Mit ihm endet das Neonazi-Kunstprojekt "WOR Arts" und seine ohnehin faktisch zum Erliegen gekommene Burschenschaft #Normannia dürfte sich von seinem Tod kaum erholen.

Den gemeinsamen Brückenkopf in #Uhlstädt werden seine engsten Kameraden jedoch weiter betreiben:

https://rechercheportaljenashk.noblogs.org/post/2023/12/22/das-braune-haus-von-uhlstaedt-normannia-nazis-uebernehmen-gasthof-zum-goldenen-ross/