Meine Tante geht auf die 80 Jahre zu. Mein Onkel ist vor einiger Zeit leider verstorben. Seit 21 Jahren fährt sie einen VW Golf Plus, welcher damals als Jahreswagen gekauft wurde. Die Reparaturen wurden immer kostspieliger und ich schimpfe schon seit einiger Zeit, dass ich erst so spät über die großen Ausgaben informiert wurde. Nun stand der TÜV an und prompt kam der Anruf, dass wieder 800 Euro investiert werden müssten, um die Plakette zu bekommen. An dieser Stelle habe ich ein Veto eingelegt und gesagt, dass es so nicht mehr geht. Feierabend. Es muss ein neues Fahrzeug her.
Natürlich kleiner als der doch recht üppige Golf Plus und – für mich selbstverständlich – ein Elektroauto. Das gab schon vor Monaten einiges an Gezeter, als ich einen Elektroantrieb für den Fall der Fälle ins Gespräch brachte. Und auch jetzt, wo es akut und dringend wurde, stand die Freude nicht ins Gesicht geschrieben. An einem Montag wurde der TÜV verweigert. Ich habe dann in den üblichen Onlinebörsen gesucht und an einem Freitagmorgen einen VW e-Up mit 14.000 Kilometern auf dem Tacho, Baujahr 06.2021 und CCS-Lademöglichkeit gefunden. Bei einem Händler vier Kilometer von unserer Haustür entfernt. Mit dem Händler telefoniert, mit der Tante telefoniert und für den Nachmittag einen Probefahrttermin vereinbart.
Endlich Abholung
Wir sind nicht ganz eine Dreiviertelstunde durch Bad Oeynhausens Norden gefahren und haben danach gleich den Kaufvertrag unterschrieben. Der Golf Plus wurde für einen Tausender in Zahlung genommen – alles problemlos. Sechs Tage später hatte der Up einen frischen Service, neuen TÜV und stand angemeldet zur Abholung bereit.
Der große Vorteil des UP zu allen möglichen anderen (vorher schon angesehenen) elektrischen Kleinwagen ist das Bedienkonzept. Das Cockpit sieht genauso vertraut aus, wie der ein Vierteljahrhundert alte VW Golf Plus. Die Lenkerhebel scheinen identisch! Lediglich die Klimaanlage wird mit Tasten statt Drehknöpfen bedient. Kein Touchscreen, kein Geschnickel. Funktioniert einfach. Im doppelten Sinne! Meine Tante, die sicherlich nicht übermäßig technikaffin ist, kam mit dem Fahrzeug auf Anhieb klar. Gleich am nächsten Tag ist sie zu ihrem Cousin in den Nachbarort gefahren. Auch das Aufladen in der eigenen Garage ist kein Problem. Klar, an Automatik muss man sich gewöhnen. Scheint aber auch alles nicht dramatisch zu sein. Und um die steigenden Benzinpreise muss sie sich auch keine Gedanken mehr machen.
Es gibt also einen Gebrauchtwagenmarkt für Elektrofahrezuge, haben wir beim Peugeot E 208 GT bereits festgestellt. Die vergleichbar alten VW up! mit ähnlicher Laufleistung und Verbrennermotor waren ungefähr gleich teuer. Auch Oma-80 kommt mit einem Elektroauto klar (und meine Tante ist technisch *wirklich* nicht versiert ;-)!
Völlig unverständlich, dass VW den Up eingestellt hat und nur sehr wenige Hersteller vergleichbare Fahrzeuge anbieten!
https://www.andreas-edler.de/blog/2026/03/weiteres-elektroauto-in-der-familie-vw-e-up/
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