Karin Prien besinnungslos?

Die ohnehin irrlichternde Jugend- und Familienministerin Prien (als Bildungsministerin in Schleswig-Holstein hatte sie per Erlass das Gendern in Schulen verboten) hat ihre neue Weisheit verkündet: Kinder unter drei Jahren sollten keinen Kontakt zu digitalen Medien respektive Smartphones  haben. Wie bitte? DREI Jahre? Wer gibt um Himmels Willen Dreijährigen Smartphones in die Hand? Man wolle “rechtliche Regelungen nicht ausschließen”. Fügte sie hinzu. Wo, frage ich mich, lebt diese Ministerin und in welcher Welt? Was ist das für eine Amateur:innentruppe um Friedrich Merz? Schon die Nummer mit den Demokratie-, Antirassismus- und Antisemitismusprojekten, die Prien gestrichen, abgebrochen oder beendet hat, deutet auf massive Unfähigkeit und Verantwortungslosigkeit dieser Ministerin hin.

Alle Welt diskutiert derzeit die Möglichkeiten, Jugendliche von Smartphones auszuschließen. Von dreizehn und vierzehn Jahren ist dabei die Rede. Jenseits der Frage, ob ein solches Smartphone-Verbot überhaupt wirkungsvoll wäre, und der Frage, ob damit nicht auch das Grundrecht auf Informationsfreiheit Minderjähriger verletzt würde, spricht es doch nicht für die Kompetenz einer Jugendministerin, wenn sie ernsthaft erklärt, dass Kinder unter drei Jahren keinen Zugang zu digitalen Medien bekommen sollten. Ist das wirklich das eigentliche Problem? Gibt es eine relevante Zahl von Kleinkindern unter 3 Jahren, die schon Opfer digitaler Medien sind? Wäre dem wirklich so, wäre die Reaktion der Ministerin geradezu eine Verharmlosung und allein deswegen kritikwürdig und unangemessen.

Abstinenz ist nicht die Lösung!

Ich gebe zu, dass ich, trotz Datenschützer zu sein, meine eigene Tochter im Alter von sieben Jahren mit einem eigenen Handy ausgestattet habe. Das war ein blaues Ericsson T10 – mit dem konnte man telefonieren, SMS austauschen und 110 anrufen. Wir waren gerade nach Bornheim umgezogen, und sie ging weiter in Bonn in die Schule – unterwegs mit der Straßenbahn und auf dem Schulweg an Junkies vorbei.  Sie hat es nie für Notfälle benutzt – es war nur ein Backup, aber sie ging damit verantwortungsvoll um, wie später mit ihrem ersten Laptop. Aber von Datenabhängigkeit, asozialen Netzwerken, Manipulation durch Fake News war 1998 auch noch keine Rede und nichts in Sicht. Aber digitale Medien ab drei oder vier Jahre? In welchem Universum hält sich diese Ministerin auf? Welche Expert:innen im Ministerium lesen ihre Presseerklärungen gegen?

Digitale Unkenntnis und Hilflosigkeit prägt diese Bundesregierung

Die Gefahren asozialer Netzwerke, deren Opfer Kinder und Jugendliche werden können bzw. schon sind, steht diese Bundesregierung stümperhaft und völlig hilflos gegenüber. Weil sie sich nicht nur weigert, die asozialen Netzwerke der US-Tech-Oligarchen zu regulieren, sondern stattdessen die europäischen Bollwerke dagegen schwächt, indem sie den Digital Markets Act, AI-Act und DSGVO durchlöchert und abschwächt. Dank dem CSU-Strippenzieher im EU-Parlament, Herrn Manfred Weber mit Unterstützung der Ultrarechten um Meloni, Le Pen, AfD und Co.  mit den “Omnibus”-Gesetzen. Und in Deutschland betrachtet die rot-schwarze Koalition von Merz/Reiche Datenschutz sowieso als “Bürokratie” und arbeitet an seiner Abschaffung. Die Meldung über Frau Prien müsste also richtg heissen: “Prien will Kinder von 4 Jahren  an nicht mehr vor digitalen Medien schützen”. Was für eine Kapitulation vor den asozialen Netzwerken und Manipulationsapparaten der US-Tech-Oligarchen! J.D. Vance hätte seine reine Freude daran. Und Elon Musk und Mark Zuckerbarg sowieso. Die trinken darauf ein Eierlikörchen.

Fazit: Sie können es nicht

Ich bekomme regelmässig Pickel, wenn ich junge Mütter und Väter sehe, die mit ihren Säuglingen oder Kleinkindern im Kinderwagen unterwegs sind und dabei am Handy hängen. Das Kleine schreit, deutet, sabbert, gurgelt oder übt erste Laute und Mama chattet oder guckt irgendeinen Scheiß auf Instagram oder TikTok. Ich wage mir die Folgen nicht auszumalen. Mein Psychologe nennt das Schädigung durch Ignoranz. Wenn Kleinstkinder kein reales Gegenüber haben oder ständig ignoriert werden, keine Gefühläußerungen gespiegelt bekommen, können diese etwa die Borderline-Störung entwickeln. Was wäre die Aufgabe der Familienministerin wirklich: wissenschaftliche Untersuchungen, Feldstudien, Analysen zu beauftragen über Medienkonsum, mögliche Folgen, Auswirkungen auf die Gehirnleistung und Anhaltspunkte für Verhaltensänderungen. Um daraus Konsequenzen zu ziehen und entsprechende Initiativen zu ermöglichen.

Keine Initiativen erkennbar

Die wissenschaftliche Untersuchung der Folgen einer immer rascheren Folge von Digitalisierungsschüben und ihrer Auswirkungen wäre das Gebot der Stunde, um zu klären, welche Auswirkungen auf das Individuum und die Gesellschaft und das Sozialverhalten, wie z.B. die steigende Gewaltbereitschaft, ebenso wie die das ständige Überschreiten von Grenzen des sozialen Verhaltens, der Achtung der Menschenwürde, der persönlichen Wertschätzung und desssen, was einmal “Sitte und Anstand” genannt wurde. Was bringt Menschen dazu, sich über das Internet zu radikalisieren, humane Maßstäbe zu ignorieren, faschistische und rassistische, homophobe oder frauenfeindliche Verhaltensweisen nicht nur zu tolerieren, sondern anzunehmen und zu verstärken? Wer profitiert von dieser Entwicklung, und welche Gesetze und Regulierungen wären notwendig, um diese für Jugendschutz und soziale Entwicklung gefährlichen Tendenzen zu verhindern oder ihnen aktiv entgegen zu wirken? – Bisher Fehlanzeige! Seit Angela Merkel hat die CDU/CSU nichts dazugelernt. Das Internet ist immer noch Neuland…

 

Karin Prien besinnungslos? – Beueler-Extradienst

@BremerHonig

Ist schon eine sehr steile These, dass Menschen nicht mehr auf #Phishing herein fallen, wenn sie zu Theema wechseln.

Das Idee dass Poltiker die trotz expliziter Warnung des #BSI einem bekannten #PhishingAngriff zum Opfer fallen, dann auf einmal mehrere Vertrauensstufen bei #Threema berücksichtigen ist gerade zu absurd.

Das Problem ist #DigitaleInkompetenz

Die #Sicherheitsluecke von #Signal sieht übrigens so aus...

Politiker die ihr PIN einfach an Angreifer weiter geben.

Das ist wie einem Dieb seinen Hausschlüssel zu geben und dann zu behaupten das das Türschloß sei unsicher.

#SignalHack #DigitaleInkompetenz

Auch großartig: schlägt die automatische Abbuchung der Maut fehl (weil da im Backend irgendwie alles kaputt ist), kann die Funktion "Anderes Zahlungsmittel hinterlegen" nicht genutzt werden, bis die ausstehende Zahlung beglichen ist 🤦‍♂️ 🤦‍♂️ 🤦‍♂️

#ASFINAG #DigitaleInkompetenz

CDU macht stümperhafte Webumfrage, die Teilnahme in einem Cookie speichert. Das ist natürlich weg, wenn man z.B. einen aktuellen Furefox zu und wieder aufmacht.

Dieses Cookie auf aktion.cdu.de wird übrigens einfach gesetzt und nicht per Cookie-Banner angekündigt (probiert’s aus, ganz unten gibt’s dann ein Icon).

#CDU so: “#MANIPULATIONSVERDACHT! Automatisiert abgegebene Stimmen!”

Ach was, wurden etwa IP-Adressen mitgeschrieben, ohne die Besuchys darauf hinzuweisen?

Ich würde sagen, das ist ein Fall für den #Datenschutz-beauftragten.

🎶🎵 Ja, das ist Admin Amthor, er hat’s nicht so mit Menschen! Dafür beherrscht er Squarespace wie kein Zweiter! …🎶🎵

#Umfragegate #DigitaleInkompetenz #Neuland

Toll gemacht, #Schweiz: «Wir möchten Sie darüber informieren, dass das Bundesamt für Statistik (BFS) den Betrieb der Anwendung #Salarium per 31. Dezember 2023 einstellt, da die technischen Komponenten und der Support durch den IT-Dienstleister auslaufen.»

«Der neue Lohnrechner des BFS dürfte im Herbst 2024 in Betrieb genommen werden.»

Eine simple Webseite nicht selber (weiter-)betreiben können/wollen. Finde ich doch ziemlich schwach.

#Fail #DigitaleInkompetenz

https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/home/statistiken/arbeit-erwerb/loehne-erwerbseinkommen-arbeitskosten/lohnniveau-schweiz/salarium.html

Salarium – Statistischer Lohnrechner

Salarium: Lohnrechner zur Bestimmung des Monatslohns für eine Arbeitsstelle (Region, Wirtschaftszweig, Berufsgruppe usw.) und anhand individueller Merkmale (Alter, Bildungsstand usw.).

@digitalcourage
Die #jungeunion zeigt durch ihre fehlende Unterstützung ihre #digitaleinkompetenz
@rince
Wie gesagt: #digitaleInkompetenz.
Kein Backup ist höchst sträflicher, aber tausendfach geübter Leichtsinn. Ein klassisches Lehrbeispiel, etwas reißerisch aufgemacht.
Aber auf MS zu setzen, ist pure Dummheit. Der ideale Nährboden für Ransomware. Hundertmal gepredigt: keine dubiosen Emailanhänge öffnen und trotzdem auf die Schnelle auf eine gefakte Emailadresse reingefallen. Und dann noch die Tore für den eigentlichen Spion MS weit offen ohne Möglichkeit, sie zu schließen laut DSK-Bericht.
@rince
Weil das heute leider der Standard ist. Und weil die #digitaleSouveränität komplett an Microsoft abgegeben wurde. Bei 95% MS-Clients ist das doch das ideale vielversprechende Einfallstor.
Was lernen wir daraus?
#digitaleInkompetenz führt zu unerwartet hohen Kosten.
@juliank
Konkretes Beispiel für #digitaleInkompetenz ist die Stellung der der meisten Kultusministerien, die nicht ohne Berechtigung mit KuMist abgekürzt werden. Sie bringen es weder mit Spionagewerkzeugen (besagtes MS365) noch mit guter freier Software auf die Reihe, eine vernünftige Schul-Cloud aufzubauen, die funktioniert.
Und das liegt nicht an der Software, sondern an falscher Kapazitätsplanung oder mangelhafter Serververteilung und Netzplanung.