Christoph Brodesser

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Rotkreuzler seit 1970, ehrenamtlich Vorsitzender des DRK-OV Nordwalde. Besonders interessiert an Bevölkerungsschutz und humanitärem Völkerrecht

Die Eskalationen zwischen den USA, Israel und dem Iran sowie die neuen Kampfhandlungen zwischen Pakistan und Afghanistan zeigen, wie zerbrechlich Frieden ist.

Für die Zivilbevölkerung bedeutet jeder bewaffnete Konflikt Angst, Verlust und Unsicherheit. Krankenhäuser geraten an ihre Grenzen. Familien verlieren Schutz. Kinder verlieren Zukunft.

Gerade jetzt gilt: Selbst im Krieg gibt es Regeln. Das Humanitäre Völkerrecht verpflichtet alle Konfliktparteien, zwischen Kombattanten und Zivilpersonen zu unterscheiden, unverhältnismäßige Angriffe zu unterlassen und medizinisches Personal sowie humanitäre Einrichtungen zu schützen.

Das IHL ist kein politisches Instrument. Es ist der minimale zivilisatorische Konsens in Zeiten maximaler Gewalt.

Als Rotes Kreuz handeln wir auf Grundlage unserer sieben Grundsätze – insbesondere der Neutralität. Diese Neutralität ist keine Distanz zum Leid. Sie ist die Voraussetzung dafür, dass wir auf allen Seiten Zugang erhalten, Verwundete versorgen und Schutz gewährleisten können.

Neutralität ermöglicht Vertrauen.
Vertrauen ermöglicht Zugang.
Zugang rettet Leben.

(Andreas Hanna-Krahl, Bayrisches Rotes Kreuz)

Der @bundestag will auf den deutschen Messengerdienst „WIRE" umstellen - Grund: Wire ist derzeit der einzige Messenger, der durch das @bsi auch für Verschlusssachen zertifiziert ist. Das könnte eine gute Entscheidung sein.
Übrigens: auch ich bin per Wire erreichbar (QR-Code anhängend).

Die Karikatur zeigt ein Risikoszenario: Abhängigkeiten werden zu Gefahren, wenn Zugänge zu Plattformdiensten durch Jurisdiktion eingeschränkt werden können. Spätestens dann haben wir ein Sicherheitsthema. Genau dort wird es für die Gefahrenabwehr ernst, da wir längst digitale Kernprozesse und Abhängigkeiten haben: beispielsweise bei Alarmierung, Kommunikation, Lageführung.

Einige typische Abhängigkeiten, die man als Risikokette prüfen sollte:

📱 Alarmierungs-Apps, die auf Apple Push oder Google Push als Plattformkanal angewiesen sind: Was ist die Redundanz, wenn Zustellung, Priorisierung oder Verfügbarkeit regional eingeschränkt werden oder Rahmenbedingungen sich ändern?

☁️ Fachanwendungen und Daten-/Geoinformationsplattformen, die auf US-Hyperscaler-Infrastruktur betrieben werden und/oder im Zweifelsfall als US-amerikanisches Unternehmen dortigen politischen Realitäten Rechnung tragen müssen (z.B. AWS, Google): Was ist der Notbetrieb, wenn Services in bestimmten Regionen limitiert werden? Reicht die Zusicherung der Unternehmen vor dem Hintergrund des Cloud-Acts, alle Daten und Prozesse auf europäischem Boden abzubilden, aus?

💻 Cloud-Desktop- oder Identity-Abhängigkeiten in der Verwaltung (z.B. Windows 365 bzw. zentrale Microsoft-Cloud-Dienste): Was ist der handlungsfähige Offline-/Degraded Mode, wenn Kernservices nicht mehr verfügbar sind?

🛰️ Redundante digitale Kommunikationskanäle: dürfen Kostengründe der Hauptausschlag sein, sich von einem US-amerikanischen Anbieter für Satellitenkommunikation abhängig zu machen?

Gefahrenabwehr braucht digitale Souveränität als Architekturprinzip. Beginnend beim Hosting über die Datenversorgung bis zur Kommunikation. Kritische Prozesse müssen auch dann funktionieren, wenn einzelne externe Plattformen plötzlich neue Leitplanken setzen.

Auch die Hersteller müssen sich in meinen Augen mit der Fragestellung beschäftigen, inwieweit man sich durch Integration kritischer, da beeinfluss- oder einschränkbarer Technikkomponenten, in Abhängigkeiten begibt oder ob man beispielsweise Geoinformationssysteme nicht besser selbst entwickelt und nicht den Core des eigenen Produkts um einen amerikanischen Datenprovider herum aufbaut.

Klar ist: Die Realität auf Hersteller- und Bedarfsträgerseite ist vielfach durch genau diese skizzierten Abhängigkeiten geprägt. Nachvollziehbar, aber die Fragen sind: Kann/muss/darf/soll das so bleiben?

Prüffrage an jede Organisation:
Welche Funktion darf bei Dir niemals von einem externen Ökosystem abhängen und wie sieht die geübte Redundanz aus?

(Aus einem Beitrag von Björn Vetter)

#Resilienz #Bevölkerungsschutz #Gefahrenabwehr #DigitalSovereignty #Krisenmanagement #ITSecurity #Unabhängigkeit #DRK #Feuerwehr #THW #BOS #KRITIS

Mein Rotkreuzkamerad und früherer Kollege Raimund Kortenjan ist verstorben.
Raimund Kortenjan hatte die Rotkreuzarbeit im damaligen Kreisverband Münster-Stadt begonnen. Später wechselte er von seinem Beruf als Verwaltungsangestellter beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe hauptberuflich zum DRK in das damalige Referat „Männerarbeit" des Landesverbandes. Erstmals habe ich Raimund in dieser Funktion vor einem halben Jahrhundert als Ehrenamtlicher in der damaligen „Führungstechnischen Ausbildung" an der Landesschule kennengelernt, bei der er Lehrgangsleiter war. Später im Hauptamt waren wir Kollegen in der Abteilung Einsatzdienste/Katastrophenschutz, Raimund als Referent für die KatS-Einheiten und die Auslandshilfe, ich als Referent für Organisation und Planung. Bei der Hilfszugübung „SPRINGENDE FLUT" in Hamburg war er mein stellvertretender Abteilungsführer der HZAbt. IV. Als ich später die Funktion als Abteilungsleiter übernahm, war Raimund wiederum mein Stellvertreter bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand. Auch in seinem Ruhestand blieb Raimund Kortenjan über viele Jahre der Rotkreuzarbeit eng verbunden und hat sich insbesondere um die Alterskameradschaft des Landesverbandes gekümmert. Die von ihm organisierten Fahrradtouren und auch die Grillabende im Kollegenkreis in seinem Garten waren legendär!
Viele Kameradinnen und Kameraden werden sich an Raimund Kortenjan als warmherzigen, engagierten Lehrgangsleiter in der Ausbildung von Leitungs- und Führungskräften erinnern. Er hat eine ganze Generation von Rotkreuzlerinnen und Rotkreuzlern in Westfalen-Lippe nachhaltig geprägt.
Ich werde Raimund Kortenjan stets in dankbarer Erinnerung behalten.
Er möge ruhen in Gottes Frieden!

Erfolgreiche, sehr kurzfristige WDR-Aufnahmen zum Thema #Katastrophenvorsorge durchgeführt ✅

Eine heute sehr kurzfristig eingegangene Anfrage des WDR zum Thema „Katastrophenvorsorge bei Blackout“ konnte erfolgreich umgesetzt werden. Die Anfrage erreichte den DRK-Landesverband gegen 14:00 Uhr; die Dreharbeiten konnten bereits zwischen 16:00 Uhr und 17:45 Uhr realisiert werden.

Hintergrund der Berichterstattung ist der aktuelle Stromausfall in Berlin. Der Dreh fand in der Geschäftsstelle des DRK-Kreisverbandes Wattenscheid statt. Der Kreisverband stellte kurzfristig und spontan die notwendigen Räumlichkeiten sowie Materialien zur Verfügung und ermöglichte damit die zeitnahe Umsetzung der Anfrage.

Inhaltlich lag der Fokus auf der Frage, wie sich Privatpersonen auf einen möglichen Blackout vorbereiten können – unter anderem in den Bereichen Erste Hilfe, Essen, Trinken, Stromversorgung, Heizen und Mobilität.

Als Verantwortliche für das Krisenmanagement stand Landesrotkreuzleiterin/stv. Bundesbereitschaftsleiterin Tanja Knopp dem WDR als Interviewpartnerin zur Verfügung und ordnete die Inhalte fachlich ein. Vom Kreisverband Wattenscheid organisierte Thorsten Junker die schnelle Koordination des Drehtermins vor Ort und Ralf Frede erklärte sich umgehend und spontan als Experte bereit, unter anderem einen Notfallrucksack zur Veranschaulichung zu demonstrieren.

Die Ausstrahlung des Beitrags soll heute, 5. Januar, um 21:45 Uhr im Rahmen von WDR aktuell geschehen. Eine erneute Ausstrahlung am morgigen Tag ist vorgesehen. Ein Link zur Mediathek wird nach Veröffentlichung nachgereicht.
#DRK #WDR #Bevölkerungsschutz. #Stromausfall

Es gibt tatsächlich Leute, die der „Heiligen Familie" Josef, Maria und Baby Jesus die Eigenschaft als „Geflüchtete" absprechen wollen mit der Begründung, sie seien ja lediglich innerhalb ihres Staates „Römisches Reich" (SPQR) von A nach B gereist und auch die sog. „Flucht nach Ägypten“ sei eigentlich keine Flucht gewesen, da ja auch Ägypten zum römischen Reich gehört habe.
Die Leute, die dies behaupten, wollen - aus fadenscheinigen politischen Gründen, so sehe ich das - eine Vergleichbarkeit der biblischen Erzählung mit der Situation heutiger Migration negieren. Allerdings: diese Leute liegen aus heutiger völkerrechtlicher Sicht falsch (und moralisch aus meiner Sicht sowieso)!
Es gibt sogar einen Fachbegriff dafür: „Internal Displaced Persons" (IDP) - übrigens eine Gruppe, die auf Grund der Tatsache, dass sie wie die „Heilige Familie“ keine internationale Grenze überschritten haben, rechtlich nicht unter der Obhut des UNHCR stehen (können), sondern auf Grund der „Kompetenz-Kompetenz" der Rotkreuz-/Rothalbmondbewegung durch die jeweilige nationale Rotkreuz-/Rothalbmondgesellschaft unter Aufsicht des ICRC betreut werden. Leider gab es zu Jesu Zeiten die Rotkreuzbewegung noch nicht…

Ich finde: gerade auch die Weihnachtserzählung sollte für uns im Roten Kreuz Ansporn sein, uns immer und überall, ob am eigenen Wohnort, im Inland oder im Ausland für Menschen in Not einzusetzen. Josef, Maria und Baby Jesus wären wahrscheinlich über Hilfe vom Roten Kreuz (oder wie das im römischen Reich immer auch geheißen hätte) froh gewesen.

Allen Kameradinnen und Kameraden, die wo auch immer weltweit Hilfe unter dem Zeichen des Roten Kreuzes, des Roten Halbmonds oder des Roten Davidsterns/Roten Kristalls bringen, wünsche ich ein gesegnetes Weihnachtsfest!

#NRW erleichtert den Zugang zur #Ehrenamtskarte
Die #Fiaccolata geht 2026 in eine neue Dimension!
#WirSehenUnsInSolferino #fiaccolata2026

❗️„Das erste Opfer des Kriegs ist die Wahrheit.“

💪 „Menschlichkeit im Krieg – Wie das Rote Kreuz in den aktuellen Konflikten Hilfe und Hoffnung bringt“ war das Thema des gestrigen Münsteraner Rotkreuzgesprächs, das erneut im Freiherr-von-Vincke-Haus der Bezirksregierung Münster stattfand.

🗣 Präsident Dr. Fritz Baur begrüßte die rund 70 Gäste, darunter auch den „Hausherrn“ Regierungspräsident Andreas Bothe. Danach sprachen die Vortragenden Josef Neumann MdL und Prof. Dr. Joachim Gardemann über die Auswirkungen von Kriegen und die Bedeutung, die humanitäres Handeln in diesen Zusammenhängen hat. Dabei konnten beide auf einen reichen Fundus langjähriger Erfahrungen zurückgreifen: Josef Neumann, Vorsitzender im Ausschuss für Arbeit, Gesundheit und Soziales im Landtag NRW, führten seine humanitären Missionen unter anderem in den Libanon, nach Syrien und in die Ukraine. Der ehemalige Leiter des Kompetenzzentrums Humanitäre Hilfe an der FH Münster, Prof. Dr. Joachim Gardemann, hatte als Kinderarzt im Auftrag des Roten Kreuzes bei elf Auslandseinsätzen Menschen in Kriegs- und Krisengebieten geholfen.

🚑 Josef Neumann hat dabei die internationale Präsenz des Roten Kreuzes oft erlebt: „Das Rote Kreuz als Krisenspezialist war jeweils vor Ort und beteiligt im Libanon, in Syrien, in der Ukraine und in Ägypten. Es waren Begegnungen, die mich tief beeindruckt haben und die für mich die humanitäre Hilfe greifbar machen.“ Als ein Beispiel nannte er die „Aktion Dorota“, bei der 64 Einsatzkräfte aus 17 DRK-Kreisverbänden in Westfalen-Lippe halfen, 37 teils schwerst- und mehrfachbehinderte Kinder aus einer zerstörten Einrichtung in der Ukraine vom polnischen Kolberg zur Stiftung Bethel in Bielefeld zu bringen.

👉 In der anschließenden Podiumsdiskussion mit Josef Neumann, Prof. Dr. Joachim Gardemann, Dr. Tobias Blasius, Landeskorrespondent der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung, und Florian Scheel, ehrenamtlichem Rettungssanitäter des DRK im Kreis Gütersloh, wurde das Thema des Abends vertieft. Scheel, der im Auftrag des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz mehrere Monate humanitäre Hilfseinsätze in der Ukraine und in Moldawien geleistet hat, beschrieb seine Beweggründe, mit Anfang zwanzig in Einsätze zu gehen, die auch für die Helfer gefährlich waren, mit einem Zitat: „Inter arma caritas“. Dieses Motto des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) bedeutet sinngemäß „Menschlichkeit zwischen Waffen“. Dies meint, dass selbst bei bewaffneten Konflikten ein Mindestmaß an Menschenwürde, Mitleid und Maßhaltung sichergestellt sein soll, und fasst damit das Prinzip des humanitären Völkerrechts zusammen. Neutrale Organisationen wie das IKRK seien wichtig für Medienschaffende, so Dr. Tobias Blasius. Denn: „Das erste Opfer des Kriegs ist die Wahrheit.“ (drklvwl)

#münster #münsteranerrotkreuzgespräch #drk