(Quelle: WESTFÄLISCHE NACHRICHTEN vom 11apr26)
Die Eskalationen zwischen den USA, Israel und dem Iran sowie die neuen Kampfhandlungen zwischen Pakistan und Afghanistan zeigen, wie zerbrechlich Frieden ist.
Für die Zivilbevölkerung bedeutet jeder bewaffnete Konflikt Angst, Verlust und Unsicherheit. Krankenhäuser geraten an ihre Grenzen. Familien verlieren Schutz. Kinder verlieren Zukunft.
Gerade jetzt gilt: Selbst im Krieg gibt es Regeln. Das Humanitäre Völkerrecht verpflichtet alle Konfliktparteien, zwischen Kombattanten und Zivilpersonen zu unterscheiden, unverhältnismäßige Angriffe zu unterlassen und medizinisches Personal sowie humanitäre Einrichtungen zu schützen.
Das IHL ist kein politisches Instrument. Es ist der minimale zivilisatorische Konsens in Zeiten maximaler Gewalt.
Als Rotes Kreuz handeln wir auf Grundlage unserer sieben Grundsätze – insbesondere der Neutralität. Diese Neutralität ist keine Distanz zum Leid. Sie ist die Voraussetzung dafür, dass wir auf allen Seiten Zugang erhalten, Verwundete versorgen und Schutz gewährleisten können.
Neutralität ermöglicht Vertrauen.
Vertrauen ermöglicht Zugang.
Zugang rettet Leben.
(Andreas Hanna-Krahl, Bayrisches Rotes Kreuz)
Die Karikatur zeigt ein Risikoszenario: Abhängigkeiten werden zu Gefahren, wenn Zugänge zu Plattformdiensten durch Jurisdiktion eingeschränkt werden können. Spätestens dann haben wir ein Sicherheitsthema. Genau dort wird es für die Gefahrenabwehr ernst, da wir längst digitale Kernprozesse und Abhängigkeiten haben: beispielsweise bei Alarmierung, Kommunikation, Lageführung.
Einige typische Abhängigkeiten, die man als Risikokette prüfen sollte:
📱 Alarmierungs-Apps, die auf Apple Push oder Google Push als Plattformkanal angewiesen sind: Was ist die Redundanz, wenn Zustellung, Priorisierung oder Verfügbarkeit regional eingeschränkt werden oder Rahmenbedingungen sich ändern?
☁️ Fachanwendungen und Daten-/Geoinformationsplattformen, die auf US-Hyperscaler-Infrastruktur betrieben werden und/oder im Zweifelsfall als US-amerikanisches Unternehmen dortigen politischen Realitäten Rechnung tragen müssen (z.B. AWS, Google): Was ist der Notbetrieb, wenn Services in bestimmten Regionen limitiert werden? Reicht die Zusicherung der Unternehmen vor dem Hintergrund des Cloud-Acts, alle Daten und Prozesse auf europäischem Boden abzubilden, aus?
💻 Cloud-Desktop- oder Identity-Abhängigkeiten in der Verwaltung (z.B. Windows 365 bzw. zentrale Microsoft-Cloud-Dienste): Was ist der handlungsfähige Offline-/Degraded Mode, wenn Kernservices nicht mehr verfügbar sind?
🛰️ Redundante digitale Kommunikationskanäle: dürfen Kostengründe der Hauptausschlag sein, sich von einem US-amerikanischen Anbieter für Satellitenkommunikation abhängig zu machen?
Gefahrenabwehr braucht digitale Souveränität als Architekturprinzip. Beginnend beim Hosting über die Datenversorgung bis zur Kommunikation. Kritische Prozesse müssen auch dann funktionieren, wenn einzelne externe Plattformen plötzlich neue Leitplanken setzen.
Auch die Hersteller müssen sich in meinen Augen mit der Fragestellung beschäftigen, inwieweit man sich durch Integration kritischer, da beeinfluss- oder einschränkbarer Technikkomponenten, in Abhängigkeiten begibt oder ob man beispielsweise Geoinformationssysteme nicht besser selbst entwickelt und nicht den Core des eigenen Produkts um einen amerikanischen Datenprovider herum aufbaut.
Klar ist: Die Realität auf Hersteller- und Bedarfsträgerseite ist vielfach durch genau diese skizzierten Abhängigkeiten geprägt. Nachvollziehbar, aber die Fragen sind: Kann/muss/darf/soll das so bleiben?
Prüffrage an jede Organisation:
Welche Funktion darf bei Dir niemals von einem externen Ökosystem abhängen und wie sieht die geübte Redundanz aus?
(Aus einem Beitrag von Björn Vetter)
#Resilienz #Bevölkerungsschutz #Gefahrenabwehr #DigitalSovereignty #Krisenmanagement #ITSecurity #Unabhängigkeit #DRK #Feuerwehr #THW #BOS #KRITIS
Erfolgreiche, sehr kurzfristige WDR-Aufnahmen zum Thema #Katastrophenvorsorge durchgeführt ✅
Eine heute sehr kurzfristig eingegangene Anfrage des WDR zum Thema „Katastrophenvorsorge bei Blackout“ konnte erfolgreich umgesetzt werden. Die Anfrage erreichte den DRK-Landesverband gegen 14:00 Uhr; die Dreharbeiten konnten bereits zwischen 16:00 Uhr und 17:45 Uhr realisiert werden.
Hintergrund der Berichterstattung ist der aktuelle Stromausfall in Berlin. Der Dreh fand in der Geschäftsstelle des DRK-Kreisverbandes Wattenscheid statt. Der Kreisverband stellte kurzfristig und spontan die notwendigen Räumlichkeiten sowie Materialien zur Verfügung und ermöglichte damit die zeitnahe Umsetzung der Anfrage.
Inhaltlich lag der Fokus auf der Frage, wie sich Privatpersonen auf einen möglichen Blackout vorbereiten können – unter anderem in den Bereichen Erste Hilfe, Essen, Trinken, Stromversorgung, Heizen und Mobilität.
Als Verantwortliche für das Krisenmanagement stand Landesrotkreuzleiterin/stv. Bundesbereitschaftsleiterin Tanja Knopp dem WDR als Interviewpartnerin zur Verfügung und ordnete die Inhalte fachlich ein. Vom Kreisverband Wattenscheid organisierte Thorsten Junker die schnelle Koordination des Drehtermins vor Ort und Ralf Frede erklärte sich umgehend und spontan als Experte bereit, unter anderem einen Notfallrucksack zur Veranschaulichung zu demonstrieren.
Die Ausstrahlung des Beitrags soll heute, 5. Januar, um 21:45 Uhr im Rahmen von WDR aktuell geschehen. Eine erneute Ausstrahlung am morgigen Tag ist vorgesehen. Ein Link zur Mediathek wird nach Veröffentlichung nachgereicht.
#DRK #WDR #Bevölkerungsschutz. #Stromausfall
Es gibt tatsächlich Leute, die der „Heiligen Familie" Josef, Maria und Baby Jesus die Eigenschaft als „Geflüchtete" absprechen wollen mit der Begründung, sie seien ja lediglich innerhalb ihres Staates „Römisches Reich" (SPQR) von A nach B gereist und auch die sog. „Flucht nach Ägypten“ sei eigentlich keine Flucht gewesen, da ja auch Ägypten zum römischen Reich gehört habe.
Die Leute, die dies behaupten, wollen - aus fadenscheinigen politischen Gründen, so sehe ich das - eine Vergleichbarkeit der biblischen Erzählung mit der Situation heutiger Migration negieren. Allerdings: diese Leute liegen aus heutiger völkerrechtlicher Sicht falsch (und moralisch aus meiner Sicht sowieso)!
Es gibt sogar einen Fachbegriff dafür: „Internal Displaced Persons" (IDP) - übrigens eine Gruppe, die auf Grund der Tatsache, dass sie wie die „Heilige Familie“ keine internationale Grenze überschritten haben, rechtlich nicht unter der Obhut des UNHCR stehen (können), sondern auf Grund der „Kompetenz-Kompetenz" der Rotkreuz-/Rothalbmondbewegung durch die jeweilige nationale Rotkreuz-/Rothalbmondgesellschaft unter Aufsicht des ICRC betreut werden. Leider gab es zu Jesu Zeiten die Rotkreuzbewegung noch nicht…
Ich finde: gerade auch die Weihnachtserzählung sollte für uns im Roten Kreuz Ansporn sein, uns immer und überall, ob am eigenen Wohnort, im Inland oder im Ausland für Menschen in Not einzusetzen. Josef, Maria und Baby Jesus wären wahrscheinlich über Hilfe vom Roten Kreuz (oder wie das im römischen Reich immer auch geheißen hätte) froh gewesen.
Allen Kameradinnen und Kameraden, die wo auch immer weltweit Hilfe unter dem Zeichen des Roten Kreuzes, des Roten Halbmonds oder des Roten Davidsterns/Roten Kristalls bringen, wünsche ich ein gesegnetes Weihnachtsfest!