Katja Diehl

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📚 Bestsellerautorin @sfischerverlage 🏆 mehrfach ausgezeichnet 📣 Speakerin @london.speaker.bureau 🚲 Mobilitätsexpertin 🎙️ Podcast #SheDrivesMobility
Letzter Podcast in 2022. Wen einladen? Über was reden? Ich habe relativ schnell an Carlo Masala gedacht, weil er so gar nix mit der Verkehrswende zu tun hat, aber a. ein Mensch ist, mit dem ich mich gern unterhalte, und b. die Dinge, die wir so bearbeiten, unterschiedlicher nicht sein könnten, die Reaktionen auf uns sich jedoch recht stark ähneln.
Dies ist die längste Podcastepisode so far.

Schnell kamen wir zum ersten Aha für mich: Carlo wollte mal Koch werden nach der mittleren Reife. Er spricht über Freunde, die diesen Weg gegangen sind. Wir sprechen über diese handwerklichen Jobs, für die wir beide viel Wertschätzung haben. So auch ich durch den Teil meiner Verwandtschaft, der eine Bäckerei betreibt.
Wir sprechen über intrinsische Motivation, die Carlo und mich manchmal zu Getriebenen macht. Carlo hat aus dieser Ausgebranntheit Konsequenzen gezogen, Podcastformate abgegeben und macht nicht mehr so viele Interviews und Talkshows.

Und dann gehen wir durch unsere aktuelle Bundesregierung. Wir sprechen über feministische Außenpolitik, über die Arbeit von Anna-Lena Baerbock und das Elitebewusstsein des Auswärtigen Amtes. Hier ist es natürlich total spannend, da Carlo ein wenig von seiner Wahrnehmung berichten kann. Dann sprechen wir über Olaf Scholz, den ich als Hamburgerin weniger neutral betrachten kann als Carlo. Wir besprechen die erfolgreiche Oppositionsarbeit der FDO und final dann auch Robert Habeck und sein erstes Jahr im Job.

Wir sprechen über die Themen außerhalb unserer Kernthemen, die uns 2022 beschäftigt bis besorgt haben. Carlo nennt hier den Kulturkampf, die Tendenz, kleine Themen nahezu lustvoll hochzustilisieren, als ob diese echte Konfliktlinien seien.

Wir sprechen über selbsternannte Kritker:innen (ich gendere mal großzügig), denen es überhaupt nicht um echten Diskurs geht, sondern darum, dem Gegenüber zu zeigen, dass es Unrecht und man selbst Recht hat.

https://tube.tchncs.de/w/7V62oiSfbWmc7pNow6egKm
Auf drei Rotwein mit Carlo Masala

PeerTube
Januar.
Anfang des Monats war ich zu Gast bei Gabor #Steingart. Sein Redakteur rief mich an und wollte, dass ich noch am selben Abend mit ihnen eine Aufnahme mache. Das ging mir aber zu fix. Über diese Anfrage musste ich nachdenken. Denn ihr wisst, dass ich nicht mit dem Axel-Springer-Verlag zusammenarbeite, das Unternehmen Pioneer gehört aber zu 46 Prozent genau diesem.
Ich ließ also sacken. Hab mich ausgetauscht mit anderen, deren Meinung ich schätze. Denn mein Bauchgefühl sagte: Machen!
Und auf dieses höre ich normalerweise ad hoc.

Naja, die Auflösung ist eh schon da :)
Ich habs gemacht.
Weil ich Deutschlands reichweitenstärksten Morgenpodcast nutzen wollte, um Kreise unserer Gesellschaft zu erreichen, die mir sonst nie freiwillig zuhören würden.

Das Gespräch war wertschätzend und vor allem mit genug Raum, um auf meine Gedanken eingehen zu können, ohne nur Hauptsätze platzieren zu müssen.
Danke!

“Wir leben in einer #Autokratie.”

„Mobilitäts-Expertin Katja #Diehl über notwendige Veränderungen auf Deutschlands Straßen.

Im Interview: Katja Diehl, Mobilitäts-Aktivistin und Autorin, spricht mit Gabor Steingart über eine notwendige Verkehrswende und warum das #Auto in seiner jetzigen Form aus der Zeit gefallen ist. Buch: “#Autokorrektur – Mobilität für eine lebenswerte Welt”.“

Was habt ihr 2022 außerhalb Eurer Komfortzone getan, um die Dinge zu verändern, die heute noch im Argen liegen?

Da die Morningbriefings immer hinter die Bezahlschranke rutschen, habe ich euch eine Version mit Untertiteln gemacht :)
https://tube.tchncs.de/w/uJT2mMRag5Kv22qbhsiSU9
“Wir leben in einer Autokratie.” - über notwendige Veränderungen auf Deutschlands Straßen.

PeerTube
Das RedaktionsNetzwerk Deutschland hat ein "Weihnachtsinterview" mit mir gemacht!

Frage:
In sozialen Netzwerken bekommen Sie regelmäßig Shitstorms ab. Einige Kommentatoren scheinen sich von Ihren Thesen angegriffen zu fühlen. Warum ist Autofahren für viele so ein emotionales Thema?

Deutsche #Autofahreri:nnen haben aktuell unheimlich viele Privilegien: Alles um sie herum ist auf das Auto zugeschnitten. Das zu erkennen fällt vielen schwer. Ein Auto oder ein Wohnmobil zu haben ist mehr als Mobilität, um von A nach B zu kommen.
Für viele ist das Auto ein Statussymbol, das finanzielle Erfolge darstellt. Dieses Symbol nehme ich Menschen vermeintlich weg.

Frage: Autos sind auch ein Safe Space? Können Sie das erklären?
Unser aktuelles Verkehrssystem ist queer- und #behindertenfeindlich, rassistisch und sexistisch. Für mein Buch „#Autokorrektur“ habe ich u. a. mit einer trans Frau, die eine Frau liebt, gesprochen. Sie wurde zweimal im öffentlichen Raum richtig doll zusammengeschlagen. Ihr Auto ist ihr Safe Space: Damit kann sie sich „unsichtbar“ und sicherer in der Öffentlichkeit bewegen als im ÖPNV. So ähnlich geht es vielen queeren Menschen, People of Color oder behinderten Menschen. Und viele Frauen fahren zum Beispiel abends lieber Auto, als dass sie sich in einen öffentlichen Bus setzen.

Frage: Warum ist das Auto Ihrer Meinung nach trotzdem nicht die Lösung für alle?

Weil 13 Millionen Erwachsene in Deutschland keinen #Führerschein und 45 Prozent der Menschen in #Armut kein Auto haben. Es ist keine Lösung, wenn nicht jeder von uns Zugriff auf diesen Safe Space hat. „Mobilitätswende“ bedeutet auch anzuerkennen, dass die Bedürfnisse an Mobilität in Sicherheit und Barrierefreiheit vielfältig sind. Wenn wir die berücksichtigen, tun wir etwas für uns alle. Aber die meisten wollen erst mal, dass es ihnen selbst gut geht.
https://www.rnd.de/mobilitaet/katja-diehl-beim-thema-autofahren-ist-ganz-viel-privileg-luege-und-selbstbetrug-dabei-OFTRJBFWOFHVFHALH42ALZY6DI.html
„Beim Thema Autofahren ist ganz viel Privileg, Lüge und Selbstbetrug dabei“

Katja Diehl kämpft seit Jahren für das Thema Verkehrswende, unter anderem auch in ihrem Podcast „She Drives Mobility“ und ihrem Buch „Autokorrektur“. Ihre Mission: Ein autofreies Leben für alle ermöglichen. Im RND-Interview erklärt sie, warum Abhängigkeit von einer einzigen Mobilitätsform immer toxisch ist.

RedaktionsNetzwerk Deutschland
Ich bin dabei.

Grad mit @kathrin.henneberger gesprochen.
Lasst uns viele sein.

Ich fahre am 14. Januar von Hamburg aus.
Ob mit Bus oder Bahn, klärt sich noch.

Freue mich, wenn viele aus meiner Perle sich auf den Weg machen.

Und schaut immer wieder mal hier vorbei:

https://luetzerathlebt.info/
Lützerath Lebt

Ein Highlight 2022?

Insa Eich und Torsten Sträter waren zwei meiner Ankermenschen in diesem Jahr. Während ich Torsten bisher noch nicht in real treffen durfte, was hoffentlich noch geschieht, hat mir Eckart von Hirschhausen bei seinem Abschied von der Bühne im Tempodrom die Begegnung mit Insa und ihrem fantastischen Mann vorweihnachtlich geschenkt.
Geschenkt wurde mir auch, dass diese beiden Herzensmenschen über MEIN Buch sprachen.
Kreiiiisch!
Sorry, geht wieder 🫣😅🙃
Ich danke euch.
So sehr 🙏
Nie hätte ich gedacht, dass Zulassungszahlen UND Emissionen im Sektor Verkehr 2022 so außer Kontrolle bleiben.

Denn die Lösung liegt auf der Hand - wenn ihr mich fragt:
Weg mit den Privilegien und Subventionen für den privaten Pkw, hin zu einer inklusiven, sozial gerechten Mobilität für alle in Stadt und Land.

Damit Minimum die 30 Millionen Menschen, die in Deutschland keinen Zugriff auf selbstbestimmte Auto-Mobilität haben (Führerscheinlose, Kinder, viele Menschen in Armut, Behinderte, Alte) endlich mobil sein können, ohne auf andere angewiesen zu sein.

In einer Welt, in der VW als Konzern in Produktion und Betrieb soviel CO2 emittiert wie Australien (gutes Kapitel dazu im neuen Buch von Frank Schätzing) kommt erst durch die Klimakatastrophe marginal Bewegung in die Debatte, die aus viel (Be-)Lügen, hoch professioneller Werbung und auch Status besteht.

„Von dem Geld, das wir nicht haben, kaufen wir Dinge, die wir nicht brauchen, um Leuten zu imponieren, die wir nicht mögen“ – dieses Zitat aus Fight Club steht auf den ersten Seiten meines Buches #Autokorrektur.
Und all das macht mich zum Ziel für Hass, weil ich am fossilen Hamsterrad an einer Stelle rüttle, die auf der einen Seite Abhängigkeit bedeutet, auf der anderen Seiten ein hoch individuelles Produkt, das, während es 45 Minuten am Tag von einer Person 40 Kilometer gefahren wird, das Zigfache mehr an Menschen unfrei macht.

Und es tut gut, wenn es da so einen kleinen feinen Shoutout von Felix Lobrecht gibt, der den Talk zwischen Tilo Jung und mir bei Jung und Naiv nicht nur scheinbar in Gänze gesehen, sondern auch für gut befunden hat.
Und dir Luisa Neubauer danke ich für dein Sisterhood, dein Herz und dein Hirn, deine Wärme und die scharfe Zunge mit wachem Verstand selbst in den unsäglichsten Talkshowmomenten.
Costa dei Trabocchi, Ortona, Abruzzo
Wir müssen reden.
Über den Fakt, dass wir 2022 in der Mobilitätsbranche ein massives Diversitätsproblem haben. Beginnend, dass nicht mal zehn Prozent der Menschen in Führung weiblich sind, endend, dass an den Tischen, an denen die so genannte Mobilität von morgen entworfen wird, Kinder, Behinderte, Alte (willkürlich herausgepickte Gruppen) nicht mitbestimmen.

Anlass dieses Posts, den ich zuerst bei LinkedIn platzierte: Ein junger, weißer Herr aus der Radbranche (ich nenne ihn hier nicht, weil ich dazu kein Einverständnis habe) schrieb:

„Ich weiß, alle Menschen, die nicht Katja´s Meinung entsprechen sind priviligierte weiße Männer.“
Die Rechtschreibe- und Apostroph-Fehler sind zitatbedingt.

Ich habe ihn um Aufklärung gebeten, woher denn seine Meinung stamme, da ich ihn noch nie zuvor gesehen oder gesprochen habe. Auf meine Frage wurde von ihm der gesamte Beitrag gelöscht.

Unzähligen anderen Frauen und mir passiert dies täglich.
📸 Es kommt nicht von ungefähr, so bitter es ist, dass ich stets sofort Screenshots mache
💀 Dieses Geraune über meine Person, dieses Zitat, begegnet mir mehrfach die Woche.

Sad but true:
🤑 Geld ist kein Zeichen von Erfolg, sondern zu oft noch Zeichen davon, dass unsere Welt immer noch „das Falsche“ mit Euro belohnt:
❌ Das Verharren in einer Welt von Machtstrukturen, die ganze Gruppe exkludieren.

🚫 Auch ich „liebe“ Kritik nicht, aber ich wachse mit ihr.

Vor allem im Mindern meiner -isms von Rassismus bis Sexismus, denn ich wurde in dieser Welt großgezogen, in der ich die Welt bin.
Ich kann mich „unsichtbar“ durch sie bewegen, denn ich bin die zweitprivilegierteste Gruppe nach dem mittelalten, weißen Mann.

Ich erkenne an, dass mein Erfolg nicht (nur :)) darauf beruht, dass ich so eine Hammerfrau bin, sondern dass ich in einem Land mit einem Pass geboren wurde, der Türen öffnet und nicht schließt.
Dieses Privileg nutze ich, um anderen die Türen zu öffnen.
Und es ist ok, wenn andere Türen deswegen zugeknallt werden.