Das RedaktionsNetzwerk Deutschland hat ein "Weihnachtsinterview" mit mir gemacht!

Frage:
In sozialen Netzwerken bekommen Sie regelmäßig Shitstorms ab. Einige Kommentatoren scheinen sich von Ihren Thesen angegriffen zu fühlen. Warum ist Autofahren für viele so ein emotionales Thema?

Deutsche #Autofahreri:nnen haben aktuell unheimlich viele Privilegien: Alles um sie herum ist auf das Auto zugeschnitten. Das zu erkennen fällt vielen schwer. Ein Auto oder ein Wohnmobil zu haben ist mehr als Mobilität, um von A nach B zu kommen.
Für viele ist das Auto ein Statussymbol, das finanzielle Erfolge darstellt. Dieses Symbol nehme ich Menschen vermeintlich weg.

Frage: Autos sind auch ein Safe Space? Können Sie das erklären?
Unser aktuelles Verkehrssystem ist queer- und #behindertenfeindlich, rassistisch und sexistisch. Für mein Buch „#Autokorrektur“ habe ich u. a. mit einer trans Frau, die eine Frau liebt, gesprochen. Sie wurde zweimal im öffentlichen Raum richtig doll zusammengeschlagen. Ihr Auto ist ihr Safe Space: Damit kann sie sich „unsichtbar“ und sicherer in der Öffentlichkeit bewegen als im ÖPNV. So ähnlich geht es vielen queeren Menschen, People of Color oder behinderten Menschen. Und viele Frauen fahren zum Beispiel abends lieber Auto, als dass sie sich in einen öffentlichen Bus setzen.

Frage: Warum ist das Auto Ihrer Meinung nach trotzdem nicht die Lösung für alle?

Weil 13 Millionen Erwachsene in Deutschland keinen #Führerschein und 45 Prozent der Menschen in #Armut kein Auto haben. Es ist keine Lösung, wenn nicht jeder von uns Zugriff auf diesen Safe Space hat. „Mobilitätswende“ bedeutet auch anzuerkennen, dass die Bedürfnisse an Mobilität in Sicherheit und Barrierefreiheit vielfältig sind. Wenn wir die berücksichtigen, tun wir etwas für uns alle. Aber die meisten wollen erst mal, dass es ihnen selbst gut geht.
https://www.rnd.de/mobilitaet/katja-diehl-beim-thema-autofahren-ist-ganz-viel-privileg-luege-und-selbstbetrug-dabei-OFTRJBFWOFHVFHALH42ALZY6DI.html
„Beim Thema Autofahren ist ganz viel Privileg, Lüge und Selbstbetrug dabei“

Katja Diehl kämpft seit Jahren für das Thema Verkehrswende, unter anderem auch in ihrem Podcast „She Drives Mobility“ und ihrem Buch „Autokorrektur“. Ihre Mission: Ein autofreies Leben für alle ermöglichen. Im RND-Interview erklärt sie, warum Abhängigkeit von einer einzigen Mobilitätsform immer toxisch ist.

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