1/10 Sehr geehrter Herr Bundeskanzler Merz,
wenn ich morgens zur Arbeit gehe, betrete ich keine Statistik. Ich betrete keine Haushaltsplanung. Ich betrete keine Excel-Tabelle.
Ich betrete die Welt von Kindern.
Ich sehe Kinder, die nicht laufen können. Kinder, die nicht sprechen können. Kinder, die blind sind. Kinder, die von vielen Menschen viel zu früh unterschätzt wurden.
2/10 Mein täglich Brot besteht darin, diesen Kindern zu zeigen, dass sie mehr sind als ein Aktenzeichen.
Ich halte kleine Hände fest, wenn die Welt zu groß wird.
Ich tröste Kinder, die nicht verstehen, warum andere Dinge können, die ihnen schwerfallen.
Ich feiere jeden kleinen Erfolg.
Einen Blick.
Ein Wort.
Einen Schritt.
Einen neuen Freund.
3/10 Manche Menschen bauen Häuser.
Manche Menschen bauen Unternehmen.
Ich versuche jeden Tag, Menschen aufzubauen.
Das ist meine Arbeit.
Das ist mein Leben.
Und deshalb trifft mich Ihre Politik nicht nur politisch.
Sie trifft mich persönlich.
Ich habe mein ganzes Berufsleben dem Abbau von Barrieren gewidmet. Daher bin ich zutiefst besorgt darüber, dass Sie heute in Ihrer Partei, und nicht nur dort, die Idee erwägen, die Brandmauer zur rechtsextremen AfD zu durchbrechen. Also eine Mauer einreißen die genau diese, meine Kinder schützt.
4/10 Ihre Politik schafft Mauern zwischen Kindern mit und ohne Behinderung.
Mauern die trennen. Und Ausgrenzung und Teilhabe gegenüberstellen. .
Mauern zwischen Angst und Hoffnung. ich erlebe, dass Menschen in der Politik wieder anfangen, Ziegelsteine zu stapeln.
Stein für Stein.
Antrag für Antrag.
Kürzung für Kürzung.
Bis aus einer offenen Tür wieder eine Mauer geworden ist.
5/10 Sie sehen vielleicht Haushaltszahlen.
Ich sehe das Mädchen im Rollstuhl, das plötzlich nicht mehr selbstverständlich mit ihren Freunden lernen darf.
Ich sehe den Jungen, der blind ist und dessen Welt ohnehin schon voller Hindernisse steckt.
Ich sehe Eltern, die nachts wach liegen und sich fragen, ob ihr Kind morgen noch dazugehören darf.
6/10 Ich sehe Tränen.
Ich sehe Angst.
Ich sehe Verzweiflung.
Und ich sehe etwas, das mich wütend macht.
Denn all das wäre vermeidbar.
Inklusion ist kein Luxus.
Sie ist keine Wohltat.
Sie ist kein Geschenk des Staates.
Sie ist ein Menschenrecht.
7/10 Menschenrechte gelten nur dann, wenn sie Geld kosten.
Alles andere sind keine Menschenrechte.
Alles andere sind Sonderangebote.
Die Gesellschaft, von der ich träume, erkennt den Wert eines Menschen nicht an seiner Geschwindigkeit, seiner Produktivität oder seiner Diagnose.
Sie erkennt ihn einfach als Mensch an.
8/10 Deshalb werde ich nicht schweigen.
Nicht heute.
Nicht morgen.
Und auch nicht dann, wenn es unbequem wird.
Ich werde weiter erklären.
Weiter schreiben.
Weiter widersprechen.
Und weiter für die Kinder eintreten, die selbst keine starke Stimme haben und von der Partei ihres Bundeskanzlers verraten wurden.
9/10 Denn ich schulde ihnen Loyalität.
Nicht irgendeiner Partei.
Nicht den Ideologien.
Nicht den Machtspielen in Berlin.
Sondern den Kindern.
Wenn eines dieser Kinder mich eines Tages fragt, was ich getan habe, als seine Rechte infrage gestellt wurden, möchte ich ihm in die Augen sehen können.

10/10 Und sagen:
Ich habe nicht weggesehen.
Ich habe nicht geschwiegen.
Ich habe nicht aufgegeben.
Denn eine Gesellschaft zeigt ihren Charakter nicht daran, wie sie mit den Starken umgeht.
Sondern daran, wie sie mit den Schwächsten umgeht.

Ihre Partei erklärt gerade der Inklusion und damit jedem anständigen Bürger den Krieg, ich bin bereit, den Kampf gegen Sie und ihre Menschenverachtende Politik aufzunehmen. Im Namen der Menschenwürde.

Mit achtsamen Grüßen

Florian Lancker

#Inklusion #UNBRK #Menschenrechte #Kinderrechte #Teilhabe #Bildung #Barrierefreiheit #EchteInklusion #FriedrichMerz #Politik #Deutschland #Zusammenhalt

@Lancker Sie schafft auch Mauern zwischen Kindern von Eltern, die hier geboren sind, und solchen, deren Eltern in Deutschland Zuflucht suchen, aber von irgendwelchen Ministerialbeamten als "irregulär" eingestuft werden. Und die in ständiger Angst leben, in unzumutbare Verhältnisse abgeschoben zu werden.
@Lancker
Vielen Dank für deine Arbeit und deine klaren Worte.
Ich hoffe wirklich, dass sie Gehör finden.
@Lancker
Bitte reagiert auf diesen langen Thread, liebe
@Bundesregierung

@Lancker
Ein ganz großes Danke! auch von mir. Ich unterschreibe jedes Wort in Deinem thread.

Ich könnte jetzt so viele Beispiele nennen, aber die kennst Du sicher schon alle oder bist ihnen in veränderter Form begegnet.

Wir haben #Inklusion noch gar nicht verstanden. Und den meisten von uns wird das nicht einmal gelingen, wenn sie selbst betroffen sind. Bei ihnen bleibt nur das Gefühl, auf der Strecke geblieben zu sein. Ohne das Verständnis für das "Warum".

Andererseits kämpfen so viele täglich darum, es irgendwie zu schaffen. Das Kind, die Oma, die Partnerin oder den Freund irgendwie "im Leben" zu halten. Sie haben oft keine Kraft mehr.
Danke, dass Du ihnen und uns eine Stimme gibst. Möge sie gut gehört werden.

@Lancker Sehr geehrte Mitmenschen, ich betrete jeden Tag diese Welt, dieses Land ohne Mitgefühl.