Heute früh wurden zwei Kinder auf dem Weg zur Schule von einer Autofahrerin getötet. Die beiden 12-jährigen waren zusammen mit einem dritten auf Fahrrädern unterwegs. Auf der Strasse, an der eine Kita und eine Schule liegen, gilt Tempo 30.

Eine Anwohnerin erzählt der NRZ: „Mich wundert, dass bisher noch nichts Schlimmes passiert war,“ denn morgens sei da immer viel Verkehr.

Wann wird endlich dafür gesorgt, dass Kinder sicher zur Schule fahren können?

#autokorrektur

https://www.nrz.de/lokales/dinslaken-huenxe-voerde/article412105030/schwerer-unfall-nahe-dinslakener-grundschule-zwei-kinder-verletzt.html

Schock in Dinslaken: Auto erfasst drei Kinder aus Duisburg – 12-Jähriger stirbt

Schwerer Unfall nahe der Hagenschule in Dinslaken: Eine Autofahrerin ist in mehrere Radfahrer gefahren. Zwei Kinder sind schwerstverletzt.

Neue Rhein/Neue Ruhr Zeitung

Update zum tödlichen Unfall in #Dinslaken mit 2 Toten.

Laut NRZ ermittelt die Staatsanwaltschaft inzwischen wegen fahrlässiger Tötung gegen die Autofahrerin. Diese hatte wohl schonmal nach einen Unfall verursacht, infolgedessen ihr ein EKG-Monitor implantiert wurde. Ob diesmal ein medizinisches Problem die Ursache für den Unfall war wird sich zeigen. Die Frage, warum sie noch eine Fahrerlaubnis hatte bzw. nicht aufs Auto verzichtete besteht weiter.

#autokorrektur

https://www.nrz.de/lokales/duisburg/article412116171/zwei-kinder-sterben-bei-unfall-autofahrerin-hatte-wohl-gesundheitliche-probleme.html

Zwei Kinder (12) sterben bei Unfall: Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung

Nach dem Unfall am Mittwoch in Dinslaken erinnert ein Meer von Kuscheltieren an die verstorbenen Schüler aus Duisburg.

Neue Rhein/Neue Ruhr Zeitung

@radundtat

Leider fehlt in #Autoland DE die Rechtsgrundlage, Menschen aus medizinischen Gründen ggf. dauerhaft die #licenseToKill zu entziehen. Die #Autojustiz ist ans #Autorecht gebunden.

Ein Epileptiker, der 2004, 2005 und 2008 schwere Crashes verursacht hatte, wurde der #Führerschein schließlich entzogen. Aber er klagte dagegen und erhielt ihn per Gerichtsbeschluß 2009 zurück.

2011 verursachte der Mann wieder einen Crash: Vier Tote!

Dann 3.5 Jahre Haft, aber nur 5 Jahre Führerscheinentzug. Entgültiger Entzug der #Fahrerlaubnis sollte die Regel sein, wenn
1. Menschen getötet wurden
2. #Alkohol o.a. #Drogen (hier: #THC) im Spiel waren
3. Erkrankung vorliegt

https://www.ndr.de/geschichte/chronologie/eppendorfer-todesfahrer-toetet-vor-15-jahren-vier-menschen,urteil666.html

https://taz.de/Prozess-um-Unfallfahrer/!5096086/

#DietmarMues #GünterAmendt #Hamburg #Eppendorf #Autogewalt #motorisierteGewalt

Eppendorfer "Todesfahrer": Krampfanfall am Steuer - Vier Menschen sterben bei schwerem Unfall

Am 12. März 2011 fährt ein Epileptiker in Hamburg-Eppendorf in eine Gruppe Menschen. Vier von ihnen sterben, darunter Dietmar Mues und Günter Amendt. Hamburg steht unter Schock. Durfte der Mann überhaupt fahren?

ndr.de

@lerk @radundtat
Einerseits richtig, aber:

Nun versetzt euch mal in die Lage eines solchen Menschens: er muss für seinen Lebensunterhalt sorgen u. Arzttermine wahrnehmen. In einem System (!) was auf Individualverkehr ausgelegt ist. Solange das so ist, muss man abwägen.

Ohne Auto ist man (leider) ziemlich aufgeschmissen.

Was macht man also mit betroff. Menschen?

@Khovergirl @lerk Die Lösung hier ist sicher nicht zu sagen: ok, bist fahruntüchtig aber wir lassen dich trotzdem fahren weil das System dich dazu zwingt.
@radundtat @lerk
Nein, aber die Lösung kann auch nicht sein "Pech gehabt" oder Bürgergeld. Oder anders, chronisch kranke komplett auszuschliessen.

@Khovergirl @radundtat

Soll man zu den Angehörigen der vier Toten sagen "Pech gehabt"?

Von "komplett ausschließen" kann keine Rede sein. Viele Menschen leben #autofrei. Wir sind deswegen nicht "ausgeschlossen".

Autofahren ist nunmal generell verboten. Es sei denn, man hat eine spezielle Erlaubnis. Diese ist aber kein Grundrecht und es ist gut und richtig, sie zu entziehen, wenn andere sonst gefährdet werden, was leider bei bestimmten Krankheiten der Fall ist, darunter Epilepsie, starke Sehschwäche, bestimmte Herzerkrankungen.

@lerk @radundtat
Ich verstehe deinen Punkt.

Es kommt stark auf den Einzelfall an. Eine Familie im Umfeld ist chronisch krank, alle fahren Auto. Es gibt ein gewisses Risiko, aber durch Medi & andere Hilfsmittel unter Kontrolle. Trotzdem kann was passieren. Aber auch der vermeitlich junge gesunde kann einen medizinuschen Notfall haben & einen Unfall verursachen. Wo ziehst du die Grenze? Eine Kollegin hat Epilepsie & nur ein Auge - sie kommt mit dem Fahrrad. Hat sie einen mediz. Notfall kann..

@lerk @radundtat ...sie mit dem Fahrrad auch andere gefährden. ÖPNV existiert hier nicht. Sie MUSS arbeiten und Geld verdienen.

Ich bin nur gegen Pauschalisierungen. Und zwischen freiwillig autofrei & nicht freiwillig liegen Welten.

Ohne Auto würde meine schwer behinderte Mutter nicht mehr leben. Keine Angst, sie fährt nicht selbst. Sie nutzt in der Regel ein Taxi. Die Kosten werden nicht immer von der KK übernommen. Geht alles nur weil rechtzeitig vorgesorgt wurde. Kann leider nicht jeder.

@Khovergirl @[email protected] Wir wissen kaum etwas über diese Frau, es ist daher müssig zu spekulieren ob sie arbeiten muss und wenn ja, ob sie da zu Fuss hingehen kann oder nicht. Was aber klar ist: jemand der nicht sicher fahren kann sollte nicht fahren. Hier wurden zwei Kinder getötet (über die die arme-Fahrerin-Fraktion kein Wort verliert). Ich hoffe, die Versicherung der Fahrerin muss siebenstellig zahlen und andere Versicherungen ziehen entsprechend früher die Bremse.

#autokorrektur

@Khovergirl @radundtat

Natürlich ist es immer eine Abwägung im Einzelfall.

Ich weiß nicht, wo genau die Grenze sinnvollerweise zu ziehen ist, aber ganz sicher unterhalb der Grenze, die das Gericht in #Hamburg im Fall Caesar S. angewandt hat (und vermutlich leider anwenden mußte).

Die #Polizei hatte dem Mann die #licenseToKill ja schon abgenommen. Wäre es dabei geblieben, wären die vier Menschen in #Hamburg am Leben geblieben.

Auch die vier Toten in #Berlin wären vermeidbar gewesen, wenn der Arzt des Epileptikers Michael M. eine Handhabe gehabt hätte, für das Erlöschen der Fahrerlaubnis zu sorgen.

@lerk @radundtat
Die Ärzte schätzen das Risiko ein - zumindest meine Erfahrung.

Ärzte verweisen/appellieren aber auch auf die Eigenverantwortung der Patienten. Und da hapert es oft. Aber auch weil du dann als Betroffener "Pech gehabt" hast. Es gibt nicht immer Hilfe wie viele glauben, oft führt es direkt ins Bürgergeld.

@Khovergirl @radundtat

Appelle an die #Eigenverantwortung klappen zu selten. Es muß in solchen Fällen eine Möglichkeit für die Ärztinnen und Ärzte geben, für den Entzug der #licenseToKill zu sorgen. Wie auch im ähnlichen Fall #GermanWings für ein #Flugverbot.

#Bürgergeld ist natürlich schlimm, aber wenn die Alternative ist, daß vollkommen unbeteiligte Menschen totgefahren werden, ist es das bei Weitem kleinere Übel.

@lerk @Khovergirl @radundtat Vergesst die Ärzte. Sie unterliegen der ärztlichen Schweigepflicht. Sie können den Patienten beraten. Wenn sie mit Dritten kommunizieren stehen sie mit einem Bein im Gefängnis-203 StGB.

Es ist auch niemand geholfen, wenn Patienten aus Angst vor FE-rechtlichen Konsequenzen ihren Arzt nicht mehr aufsuchen.

@Khovergirl
Die Frage nach der Grenze kann man ja auch im Vergleich stellen: Leute, die gefährliche Maschinen bei einer Arbeit bedienen, werden streng mit Auflagen zu Gesundheit, Arbeitsweisen, Schulungspflichten usw. belegt. Warum sind im Wirkungsbereich der Berufsgenossenschaften die Maßstäbe so viel strikter als im öff. Raum?

Mein Plädoyer wäre: Rezertifizierung beim Führerschein für alle verpflichtend. Gesundheit, Regeln, Erste Hilfe.

@lerk @radundtat

@jakob_thoboell @Khovergirl @radundtat @khgu

Ja, das mit der verpflichtenden Rezertifizierung wie bei gefährlichen Maschinen oder Verkehrsflugzeugen ist wohl die beste Idee.

Auch da muß man eine Abwägung treffen: Man kann heute fahrtauglich sein, morgen einen unbemerkten Schlaganfall erleiden und übermorgen jemanden totfahren. Aber z.B. alle vier, fünf Jahre klingt wie ein guter Komprosmiss.

Und man muß nicht in die Schweigepflicht der Ärztʔinnʔen eingreifen, denn die ist ein sehr wertvolles Gut.

@lerk
letzteres ist ein verdammt wichtiger Punkt.
@Khovergirl @radundtat @khgu
@jakob_thoboell @lerk @Khovergirl @radundtat Nur am Rande: jetzt wird bei der Neuausstellung eines Führerscheins ein Sehtest verlangt. Anscheinend verlässt man sich darauf, dass Fahrschulen niemand zur Prüfung anmelden, der ungeeignet zum Führen eines Kfz wäre. Nachdem jetzt auch die Eltern Fahrstunden geben dürfen sollen machen wir da eher einen Schritt zurück als auf dem Weg zu einer vernünftigen Tauglichkeitsprüfung weiterzukommen.