In Österreich wird das #Doppelbudget 2027/2028 verhandelt. Passend dazu ist eine aktuelle Studie von Margit Schratzenstaller, Christine Mayrhuber und Julia Bock-Schappelwein, die sich mit der #Gleichstellungswirkung von Budgetkonsolidierungen auseinandersetzt. Miriam Frauenlob fasst zusammen. 1/
Dass Sparpolitik breite makroökonomische Folgen hat, ist unumstritten. Viele Studien befassen sich mit den Konsequenzen von Einsparungen auf #Investitionen, den #Arbeitsmarkt oder #Verteilung. Die Folgen für die Ungleichheit zwischen Männern und Frauen sind verhältnismäßig wenig beleuchtet. 2/
Das betrifft auch die aktuellen Debatten rund um die #Budgetkonsolidierung. Die Studienautorinnen betonen, dass im letzten Budget weder die Konsolidierungs- noch die Offensivmaßnahmen einer umfassenden Analyse hinsichtlich ihrer #Gleichstellungswirkung unterzogen wurden. 3/
Umso wichtiger ist der Beitrag der Studie: Die Autorinnen analysieren systematisch, wie sich ein- und ausgabenseitige #Maßnahmen auf #Geschlechterungleichheit auswirken. Dabei zeigen sie: Ausgabenseitige Maßnahmen haben besonders häufig negative Folgen für die Gleichstellung. 4/
Die Kanäle, über die Männer und Frauen von Budgetkonsolidierungen betroffen sind, sind vielfältig. Unterschiede zeigen sich beispielsweise in ihrer Stellung auf dem #Arbeitsmarkt: Frauen sind etwa häufiger in der öffentlichen Verwaltung und in öffentlichen Dienstleistungen tätig. 5/
Aber auch andere sozio-demographische Merkmale führen dazu, dass Frauen und Männer unterschiedlich von Konsolidierungsmaßnahmen getroffen werden. So haben Frauen im Schnitt weniger #Vermögen, leisten mehr unbezahlte #Arbeit und sind häufiger von #Armut betroffen. 6/
Auch bei der #Mobilität gibt es Unterschiede zwischen den Geschlechtern. So legen Frauen mehr Wege zu Fuß oder mit dem öffentlichen Verkehr zurück, während Männer deutlich mehr #Auto fahren und auch etwas häufiger Rad fahren. Kürzungen im #Verkehr treffen die Geschlechter demnach unterschiedlich. 7/
Die Studienautorinnen gliedern die #Sparmaßnahmen in Mehreinnahmen und Minderausgaben. Außerdem teilen sie Frauen und Männer entlang der folgenden Wirkungskanäle ein: Einkommensbezieher:innen, Vermögensbesitzer:innen, Beschäftigte, Nutzer:innen öffentlicher Leistungen sowie Ersatzleistende. 8/
Ausgehend von dieser Klassifizierung liefern die Autorinnen Beispiele. So haben etwa Erhöhungen des Spitzensteuersatzes eine positive Gleichstellungswirkung, während Steuererhöhungen in den unteren #Steuerklassen negativ wirken, da Frauen tendenziell niedrigere Einkommen haben. 9/
In einem anderen Beispiel analysieren die Autorinnen die Erhöhung der #Sozialversicherungsbeiträge. Beschäftigte sind davon am meisten betroffen, Frauen gleich auf vier Kanälen: Einkommen, Vermögen, Arbeitsbedingungen und soziale Absicherung. 10/
Auch hier hängt die genaue Wirkung von der #Ausgestaltung ab – eine Erhöhung der Höchstbeitragsgrundlage trifft eher Männer, während Sozialversicherungsbeiträge für untere #Einkommensgruppen Frauen stärker treffen. Auch gibt es mögliche negative Konsequenzen auf das Arbeitsangebot von Frauen. 11/
Ein anderes Beispiel betrifft den #Pflegebereich. Hier sind Frauen durch verschiedene Wirkungskanäle stärker betroffen als Männer: nämlich als Beschäftigte, als Ersatzleistende von unbezahlter Arbeit, und auch als Einkommensbezieher:innen. 12/
Die Studie bietet somit eine gute Orientierung, welche Kanäle analysiert werden müssen, um die #Gleichstellungswirkung von Sparmaßnahmen im Auge zu behalten. 13/
Das sollte die Regierung auch im Hinblick auf das kommende Doppelbudget machen und dafür sorgen, dass die Konsolidierung neben anderen negativen Konsequenzen nicht auch noch negative Effekte auf die #Gleichstellung hat. 14/
Das gesamte Paper der Woche gibt es hier: https://www.wifo.ac.at/publication/443304/
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Gleichstellungswirkungen von Budgetkonsolidierungen

WIFO