"Eigentlich begrüßen wir die Unabhängigkeit von Microsoft. Aber das Tempo ist viel zu hoch." Das sagt Michael Burmeister von der @NeueRichter, Neuen Richtervereinigung, Schleswig-Holstein morgen (8.4.) in den Kieler Nachrichten über meinen klaren Kurs Schritt für Schritt Linux einzuführen. Im Gegenteil, es geht darum, schneller digitale Souveränität zu erreichen. Gerade über Justizdaten und IT-Systeme der Justiz sollten wir volle Kontrolle haben - ohne Abstriche.

@dirkschroedter "Gib mir Linux, aber bitte langsam."

Ja, ne, sorry. So funktioniert ein OS nicht. Aber Juristen, was will man erwarten...

(Quelle: selbst im öD tätig, Justiz-IT)

@tron

@dirkschroedter

Wasch mich, aber mach mich nicht nass.

@h2owasser @tron @dirkschroedter Vielleicht erstmal die Os, und dann langsam doppelt so viele Hs nachgießen? 🤔
@h2owasser @tron @dirkschroedter Nasses Wasser, aber die Moleküle erst beim Waschen zusammensetzen. Also, aus Wasserstoff und Sauerstoff. Ganz behutsam... 🙈

@tron @dirkschroedter

Irgendwie gibts ja auch bei jeder Umstellung in der IT eine große Welle der Empörung. Ich denke, das muss man aushalten und das Richtige tun - und dieser Kurs ist goldrichtig. Als ehemaliger Justizler (Richter u. Staatsanwalt) kann ich bestätigen, dass ich außer einem Schreibprogramm und einer Tabellenkalkulation nichts benötige. Die eiegentliche Arbeit läuft ohnehin in Fachverfahren und eAkte. Daher viel Aufregung um nichts aus Gründen ...

@BjoernBeck
Vielleicht ist die Welle 🌊 gar nicht so groß sondern nur laut und findet bei einigen Medien aber großen Anklang. Ich habe Bekannte in der Justiz, die amüsieren sich über die Beschwerden ihrer Kollegen auch ein wenig.
@tron @dirkschroedter

@dirkschroedter vielleicht bedarf es einfach einiger Übungsrechner und Betüddelung vor Ort (alias Floorwalker). Dass die Leute immer so ängstlich sind.

Einfach mal machen. Könnte ja gut werden.

@prefec2 @dirkschroedter Ja, aber halt auch einfach mal die Ansage, dass ein glaubwürdiger Rechtsstaat längst nicht mehr bei den US-Konzernen einkaufen darf. Es gibt für die Justiz nur FOSS oder alte Schreibmaschinen 🤷
@dirkschroedter Wenn das Tempo als zu schnell empfunden wird, wurden möglicherweise die Anwender nicht in der richtigen Geschwindigkeit „mitgenommen“. Souveränität basiert eben nicht nur auf korrekter Technik und Software, sondern auch darauf, dass diese Mittel angenommen und gelernt sind. So ganz ohne Abstriche wird das also doch nicht vonstatten gegangen sein. Na, mal sehen, was morgen noch in der Zeitung steht :)
@tomkyle @dirkschroedter das wird doch sowieso schrittweise eingeführt. Man kann also aus den Erfahrungen der ersten Nutzer lernen.

@tomkyle @dirkschroedter

Meine Erfahrung in der öffentlichen Verwaltung sagt: Ganz viele Anwender wollen nicht mitgenommen werden. Die sitzen wie ein 3-Jähriger auf dem Hosenboden und plärren: "Will nicht!". Die könnte man nur mitnehmen, wenn man sie trägt.
Manchmal muss man die Leute ins Wasser werfen, damit sie schwimmen lernen.
Bei der zwangsweisen Umstellung auf eine neue Windoof-Version ist auch Umgewöhnung nötig, da droht aber niemand mit Klagen...

Ceterum censeo afdem esse damnandum

@dirkschroedter
Bin seit einem Jahr mit dem Firmenrechner (Laptop Framework 13' ) auf Ubuntu unterwegs.
Die zweithöchste Hürde ist - nach dem "Schock" der anderen Oberfläche - die Abhängigkeit von Software anderer Hersteller. CAD und Statik Software läuft nahezu ausschließlich noch auf Windows. Ich versuche die Brücke zu freecad, bin aber ansonsten eher leitend unterwegs und daher "frei". Afa und controlling nutze ich via remote desktop.
Am wichtigsten scheint mir aber, dass die User immer jemanden kontaktieren können, der ihnen spontan weiterhilft. Das ist sicher viel Personaleinsatz am Anfang, wird aber bestimmt einiges an Sorge nehmen 💪

Wir sind ein Ingenieurbüro aus Laboe. Ich finde es sehr gut, dass Ihr so voran geht!

@alikatze

wobei ich aus der Praxis sagen kann. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Und ein sehr faules noch dazu. Wenn ich mir anschaue, wieviele meiner Kunden es nicht mal schaffen im Outlook ihr Display auf dreispaltig zu stellen...

@dirkschroedter

@alikatze @dirkschroedter Einladungen zu Meetings kommen per Outlook und funktionieren auch nur damit.

@PatrikSchoenfeldt
Also, ich bekomme Einladungen per E-Mail (noch über einen Exchange Server - aber über IMAP) und öffne bzw. bearbeite diese in Thunderbird. Den Kalender, den ich dazu nutze, habe ich in unserer nextcloud.
Funktioniert alles prima.

(Es glauben viele, dass es Outlook sein muss. Das liegt ist auch an der traditionellen IT, die lieber bei MS bleibt, weil sie es oft besser kennt oder einfach gewohnt ist.
Unser IT Dienstleister unterstützt uns voll auf dem Weg weg von MS. Auch wenn es immer wieder mal eine neue Hürde zu überspringen gilt.)
@dirkschroedter

@alikatze @dirkschroedter Bei uns gibt es kein IMAP, nur Exchange über ein proprietäres Format. Andere Clients als Outlook habe ich schon damit verbunden, aber die Kalenderverwaltung (insbesondere Verfügbarkeitsstatus nach Kalender) ist leider nur mit Outlook zuverlässig.

Das ist eine extreme MS-Ausrichtung auf Serverseite, zeigt aber dass individuelle Umstiege auf Clientseite an mangelndem Support bei zentraler Unternehmens-Infrastruktur scheitern können. (Mein Workaround ist OWA im Browser.)

@dirkschroedter

Anbei der KN-Beitrag.

@nfk @dirkschroedter Da wird mehr Mitbestimmung bei der Systemauswahl gefordert, um ein System weiterhin nutzen zu dürfen, bei dem niemand der Anwendenden Mitbestimmung hat. 🙄

@dirkschroedter Bitte bleiben Sie unbeirrt auf Kurs.

Ausgerechnet SPD, Gewerkschaften und Personalräte sollten Ihren Kurs (den die CDU in anderen Ländern und im Bund leider vermissen lässt) voll und ganz unterstützen.

Es geht bei jedweder Souveränität um die Sicherung unserer demokratischen Werteordnung. Wir sitzen im selben Boot. Wer daran manipuliert, weil ihm die Nase (oder das Parteibuch) eines anderen Passagiers nicht passt, hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt. Oder handelt aus egoistischen Motiven korrupt.

Mein Aufruf an die Skeptiker: Lasst euch auf die Veränderung ein! Gestaltet mit!

@Knattodon
Das ist so wahr! Ich kann dieses Mimimi auch nicht mehr hören. Es ist einfach unprofessionell, sich so gegen eine vernünftige Veränderung zu wehren. Ich arbeite privat ausschließlich mit Open Office und musste beruflich lange Zeit Microsoft Office nutzen - sogar das ist möglich. So unterschiedlich sind die Systeme nicht, wenn man sich nicht absichtlich doof stellt. Und die Vorteile von Open Office / Linux liegen nun mal klar auf der Hand. Bleiben Sie dran, @dirkschroedter !

@dirkschroedter

Hmm, "zu schnell"? War das aus der Nutzendenperspektive oder von den Entwickelnden? Klar, bestehende Software auf Linux umzustellen und das auch noch so, dass es so funktioniert wie vorher, braucht schon seine Zeit.

Aber wenn alles grundsätzlich auf Linux läuft, wozu dann noch warten? Was soll in der Zeit passieren, die man dann wartet?

@dirkschroedter ich glaube, so ein Wandel ist immer "zu schnell" bis der Fall eintritt, mit dem der Wandel zu langsam war.

There is glory in prevention, Herr Schrödter! Und ich bin sehr froh über den Weg auf den Sie uns und das Land bringen!

Ich hoffe, die Richter*innen finden Wege und Unterstützung, damit sie den Weg mitgehen können.

@dirkschroedter Bitte schreiten sie in gleicher Geschwindigkeit weiter voran 😀👍 Auch als gutes Beispiel für alle Gemeinden, Kommunen, Städte.

M. E. könnte man den meisten Leuten einen Wechsel zu #Linux als #Windows Update verkaufen, sie würden es sowieso nicht verstehen. Seit Windows 1 😆 gibt es für User so viele Änderungen, daß ein Wechsel zu Linux kein Problem darstellen sollte. Genug funktionierende Hardware gibt es auch. Und immer mehr behördliche Fachverfahren migrieren zudem zum webstack.

@Dirk Schrödter man müsste man konkret erfragen, was seiner meinung nach das richtige tempo sein soll. wie das genau aussehen muss, damit er nicht mehr meckert?

@dirkschroedter @NeueRichter Es schaut so aus, als ob die Microsoft-Lobbyisten in Schleswig-Holstein gerade Überstunden machen. Und ich könnte mir gut vorstellen, dass es für so einen KN-Artikel (einer aus einer ganzen Reihe in der gegen OSS geschossen wird) sogar eine Prämie gibt…

#schleswigholstein #schleswig_holstein #oss #kielernachrichten

@dirkschroedter @NeueRichter

Stimmt.

Da bleibt selbst mir nichts übrig, als den Post eines CDU-Politikers zu teilen :)

@dirkschroedter @NeueRichter
Wieso ist das Tempo zu hoch? Hat das mal wer recherchiert? Die eigentliche Umschaltung braucht 2 Sekunden. Man könnte auch eine Zeit +1 fahren und dann MS ausschleichen, aber was muss denn "langsamer" umgestellt werden? Haben die VBA Makros am Start ;) Oder funktioniert KI nicht mit #Thunderbird ? Da würde ich mal nachhaken.... Klingt sonst nach "Ich mag keine Veränderung." Da hilft dann die Dienstanweisung.

ist nur zu hoffen, dass da nicht IRGENDEINE x-beliebige Distro genommen wird, sondern eine, die auch RELATIV unabhängig entwickelt wird. Mit Leuten, die auch selbst Sicherheitslücken stopfen und damit digitale Souveränität schaffen.

Sonst wird es so eine Sackgasse, wie vor 2 Jahrzehnten in München

@dirkschroedter @NeueRichter

@dirkschroedter @NeueRichter
@dirkschroedter

Eine große Migration ist auf vielen Ebenen komplex und die Kommentare der Richtervereinigung hören sich an wie erwartbare und normale Reaktionen zu einer Veränderung. Weiterhin viel Erfolg. Jedoch hängt dieser mittelfristig davon ab, dass sich weitere Behörden anschließen.

@[email protected] @[email protected] wie lange ist das jetzt her, dass Trump dem Chef des internationalen Strafgerichtshof in den Niederlanden die E-Mail abgedreht hat? Und die Kreditkarten und was noch? Glauben deutsche Richter sie sind da irgendwie immun? Haben einen Drachen erstochen und dann im Blut gebadet? Das ist schon für Siegfried nicht gut ausgegangen, der hatte da eine Sicherheitslücke, die von einem Threat Actor ausgenutzt wurde.

@dirkschroedter
Vielen Dank auch von mir für die schrittweise Einführung von Open-Source-Produkten in der Verwaltung, die nicht nur Kosten einsparen helfen, sondern und vor allem die Souveränität vieler Akteure, wie beispielsweise der EU, Deutschland und der Bundesländer gewährleisten soll und wird.

Nach meiner Auffassung sind die Diskussionen über das Tempo und die Größe der Änderungen einfach nur absurd, denn ich kann mich noch gut an die selben bzw. ähnlichen Diskussionen erinnern als es darum ging PCs in den Büros zu nutzen.
Und da waren die Änderungen wirklich riesig, wobei ich mich nicht entsinnen kann, dass da die Mitarbeiter*innen danach gefragt wurden, ob sie MS-DOS und MS-Word nutzen wollen. Das hatten sie einfach zu erlernen, basta, fertig, aus. Dann kam Windows und diverse andere Programme, E-Mails, das Internet und dann natürlich auch Social Media, die in den Büros genutzt wurden und werden, wobei die steten Versionsänderungen, die teilweise wirklich haarsträubend waren, nicht zu vergessen sind. Wurde da irgendjemand gefragt, ob er das nutzen will oder auch nicht - meines Wissens nach nicht.
Dagegen sind die Änderungen von Windows zu Linux marginal, wobei viele Nutzende nur in einem sehr geringen Maße mit dem Betriebssystem zu tun haben und zwar ganz unabhängig davon welches sie nutzen.
Deswegen könnte man den Wechsel auf Linux tatsächlich als einen Versionswechsel von Windows "verkaufen". 😉
Aber unabhängig davon, ob man Änderungen geil findet oder auch nicht - es geht hierbei um die Souveränität unseres Landes, der EU und den Schutz der Bürger*innen, die durch die Nutzung von Software aus der USA nicht gewährleistet ist.

@NeueRichter
Die Aussage von Dirk Schroedter
"Im Gegenteil, es geht darum, schneller digitale Souveränität zu erreichen. Gerade über Justizdaten und IT-Systeme der Justiz sollten wir volle Kontrolle haben - ohne Abstriche." kann ich nur zustimmen.
Und ich hoffe, dass die Neue Richtervereinigung in Kürze dieser ebenfalls nur voll zustimmen kann und wird. 😁

@dirkschroedter Um das noch mal ganz klarzumachen: unser schleswig-holsteinischer Landesverband steht 100-prozentig hinter dem Ziel, Landesverwaltung und Justiz unabhängig zu machen von den großen Digitalkonzernen! Aber bitte step by step! Jetzt gilt es erst mal, die nach wie vor bestehenden Baustellen in Sachen Open-Source-Software (und unbedingt auch die Dauerbaustelle eAkte, die immer noch viel Ressourcen bindet) zu beheben. 🙏
@NeueRichter @dirkschroedter die eAkte wurde mit Technik aus dem letzten Jahrhundert sowas von vor die Wand gefahren dass die Umstellung auf Open Source als Chance begriffen werden sollte, das endlich richtig zu machen.
@NeueRichter @dirkschroedter richtig machen heißt dabei den gleichen Erfolg bei 50% weniger Aufwand des Richters zu erzielen und mind. 2 neue Funktionalitäten anbieten zu können. Das ist condicio sine qua non für einen reformierten Zivilprozess
@NeueRichter @dirkschroedter BTW, falls jemand Zweifel haben sollte, dass das geht, halte ich gerne einen Vortrag als Vorstand des EDV-Gerichtstages.