Wenn ihr Freiwillige sucht für Ehrenamt, Politik, Bäumepflanzen, was auch immer: Denkt dran, dass es Leute gibt, die einfach nicht so gern mit anderen, schon gar nicht mit Unbekannten, reden. Sagt explizit, wie man sich dann beteiligen kann. Wenn es weitgehend redefreie Tätigkeiten gibt, bewerbt die. Sagt vorher deutlich, welche Optionen es gibt. Nicht nur "komm einfach mal vorbei und finde es dann raus", und auch nicht nur "keine Angst, wir sind alle ganz nett".
@kathrinpassig Danke, das ist ein sehr guter Hinweis.

@kathrinpassig

"Ja wir machen keine online events, weil der persönliche Kontakt ist immer so nett."

😑

* Fahrweg
* Halbe Stunde mit Bullshit Gelaber zuhören verbringen, weil man will ja konstruktiv sein und nicht meckern.
* Fahrweg zurück

@bmaxv @kathrinpassig Sagen wir mal so: Leute die gern ratschen abzuwerten ist auch nicht so der Knaller.
@Labonitamascota @bmaxv @kathrinpassig plaudern kann man nach einem Plenum, wer das wärend verabredet treffen tut ist einfach maximal unrespektvoll meiner Zeit Gegenüber
@hausaffe @bmaxv @kathrinpassig Lieber 10 Stunden GESA als eine Stunde Plenum. BammBammBamm.

@hausaffe @bmaxv @kathrinpassig Ein kleiner Witz. Ich wusste ja nicht, dass es um Plena ging.

https://www.youtube.com/watch?v=za8Vyh9Oj0s

Gesa

YouTube
@Labonitamascota @bmaxv @kathrinpassig
ging um konstruktive treffen die auch online stattfinden können, plena sind da ein Beispiel für
@kathrinpassig Grund warum ich nirgends so richtig organisiert bin einfach irgendwo hinkommen klappt nur wenn ich dort schon Leute kenne
@kathrinpassig "komm doch einfach zum Stammtisch"
Danke, nein, tschüss....
@kathrinpassig
Ganz genau! Danke für diesen Hinweis!

@kathrinpassig Ich hab ja nicht mal ein Problem damit, mit Leuten zu reden, aber dieses unspezifische "komm halt mal vorbei" packt halt auch erstmal ganz viel Arbeit von deinem Projekt auf mich.
Und mir ist dein Projekt relativ egal, auch wenn ich es theoretisch gut finde.

Sag mir was es bei euch zu tun gibt und was ich dafür mitbringen soll, dann weiß ich auch direkt ob sich der Aufwand für uns lohnt.

@odium___ @kathrinpassig Hm interessant, ist jetzt ein bisschen ab vom Thema, aber ich suche ständig Kletterpartner*innen. Ist immer schwierig, aber unter Senioren erst recht. Wenn ich dann am schwarzen Brett allgemein formuliere, meldet sich wer, man geht 1x klettern, kann sich nicht leiden, und das war's dann. Oder ich formuliere präzise mein Vorstellungen, dann meldet sich erst gar keiner.

Wie man's macht macht man's falsch.

@Labonitamascota Wobei Kletterpartner auch eine andere Situation ist als ein Freiwilligenprojekt.
Da suchst du ja wenn für dich, und du kannst vermutlich flexibeler sein als eine Unternehmung mit x Leuten.

Aber ja Kletterpartner zu finden ist schwierig. Dafür ist es umso schöner wenns klappt 😃

@kathrinpassig Und wenn man Freiwillige sucht sollte man auch dran denken, das die meisten Leute Werktags um 11 keine Zeit haben...
(Die Austräger meiner Viertelzeitung wundern sich immer noch, warum sie niemanden unter 70 dafür gewinnen können...)

@kathrinpassig Ich habe da meine eigene Meinung. Jemand der nur kritisiert selber nicht gesellschaftlich aktiv ist in Vereinen, Politik, Sozialverbänden bekommt nur seine Sichtweise mit. Aktiv zu sein mit nur "Seinesgleichen" lebt dann in einer Blase und führt zur Arroganz anderen gegenüber. Demokratie ist aber eine Auseinandersetzung mit anderen Meinungen und Sichtweisen. Das Ergebniss dann ist eher demokratisch. Dabei müssen halt Kompromisse eingegangen, welche wichtig sind. Nur so kann man die Mitte mitnehmen und Extreme bleiben am Rande.
Man sollte Bedenken, das unterschiedliche Lebensrealitäten zu unterschiedlichen Meinungen kommen.

Darum würde ich immer sagen, komm vorbei. Wenn's passt ok, wenn nicht auch gut. Reden gehört einfach dazu, gerade mit Fremden.

@Baumfalke @kathrinpassig "reden gehört einfach dazu, auch mit Fremden" - eben darum geht es ja, dass diese Haltung ganz vielen introvertierten Menschen eher der Abschreckung dient denn der Einladung. Wenn ich nicht mit fremden reden will, weil mich das tierisch unter Stress setzt, komme ich nicht einfach vorbei.
@Nephele @kathrinpassig Ich verstehe dich schon. Darum würde ich ja gerade sage entweder es passt oder nicht. Schließlich Rede ich ja gerade mit ihm. Man kann ja auch zusammen hingehen. Mein Gedanke ist ja, wenn man was verändern bzw. aktiv sein möchte, muss man auf Menschen zu gehen. Das sollte man so klar machen und dazu anregen aktiv zu werden.

@Baumfalke Nein.
Gerade in dem Bereich, wo eins was bewegen will gibt es sehr viele Jobs, in denen gar nicht geredet wird, die im Hintergrund ablaufen und für die oft Leute fehlen.
Klassische Fleissarbeiten, wie Plakate kleben, Flyer verteilen, Schnittchen schmieren, Ordnershirts bügeln...
Und oft sitzen da nur wenige, weil das der Kram ist, auf den die Redner eben wenig Lust haben.

@Nephele @kathrinpassig

@zynmaster @Baumfalke @Nephele @kathrinpassig und das kennenlernen kommt dann auch von ganz alleine, wenn man zusammen in Aktion ist.

@Baumfalke
Wenn ich Dinge bewegen will, brauche ich kein Gemeinschaftgefühl und Reden halte ich zu 80% für Zeit- und Atemluftverschwendung.

Es gibt viel "Kleines", was ich im privaten Dunstkreis tun kann, warum soll ich meine Energie ("Löffel") darauf verschwenden, jemandem nachzulaufen?
Ein Gespräch mit Unbekannten kostet mich mehr als würde ich mir einfach nen Sack schnappen und ganz alleine im Viertel Müll einsammeln.

@Nephele @kathrinpassig

@zynmaster @Nephele @kathrinpassig Da bin ich dabei. Ich dachte, es geht darum, das man andere bewegt sich einzubringen, gerade die, die eher introvertiert sind. Ich bin in einigen Vereinen/Initiativen und komunalpolitisch aktiv. Ich vertrete nur die Meinung, das man selber aktiv sein sollte und nicht darauf wartet an die Hand genommen zu werden. Wer nichts macht sollte dann aber auch nicht kritisieren. Jeder darf und sollte auch.

@Baumfalke @Nephele @kathrinpassig

Es gibt eben viele nichtsoziale, unkommunikative Menschen, oder einfach Introvertierte, die sich auch gerne einbringen würden.

Mit einer allgemeinen Einladung, dass eins sich immer über neue Leute freut, holt eins die nicht ab.
Mit dem Aufruf, wer an Tag x nen Straßenzug zum Flyerverteilen übernehmen würde oder jeden Sonntag für das Seniorenkränzchen die Servietten faltet schon eher.
Emailaddi für Vorabinfos dazu: nearly perfect...

@Baumfalke @zynmaster @kathrinpassig es fehlt aber diesen Introvertierten auch einfach an niedrigschwelligen Einstiegen. Wenn ich immer erst in ne total stressige soziale Situation muss, um mitzumachen, hält das solche Leute ab. Allein schon ein "wenn du dich beteiligen willst, ob vor oder hinter den Kulissen, komm vorbei oder melde dich unter [Mail/Messenger]" setzt diese Schwelle stark herab.

Edit: Gut wäre auch n Newsletter für Interessierte zu Aktionen, wo bestimmte Rollen zu vergeben sind.

@zynmaster @Nephele @kathrinpassig
Aktiv sein und vorleben ist gut. Aber auch der Austausch gehört dazu, das verstärkt ein Zusammengehörigkeitsgefühl, was ich für sehr wichtig halte. Derzeit reden scheinbar nur Gleichgesinnte. Wichtiger wäre aber eben auch mit Andersdenkende.
@Baumfalke @Nephele @kathrinpassig Tja nun. Wie bereits geschrieben - Reden und Socializing ist nicht mein Ding.
Egal ob ich anders oder gleich denke...

@kathrinpassig

Vielleicht auch Aspekte: wie viel ist alleine/draußen, wieviel ist drinnen/mit Leuten? Infektionsschutz?

Gibt es Tätigkeiten, die ohne festes Commitment gehen (zum Beispiel bei chronisch Kranken)?

@kathrinpassig

Inwieweit ist Essen involviert? (Unverträglichkeiten, Allergien, aber auch ethische und/oder religiöse Inkompatibilitäten)

@kathrinpassig danke für den Hinweis. Und danke auch an alle weiteren Antworten im Thread.

ich bin sehr froh hier von euch lernen zu können.

@kathrinpassig Betrifft nicht nur Ehrenämter. Bei mir in der Stadt werden immer wieder Veranstaltungen oder Aktivitäten beworben, aber anstatt klar zu schreiben was geboten wird, nennt man nur irgendein Motto und "Kommt vorbei!". Also weiß man nicht, was man anziehen soll und ob es einen interessieren könnte.

Bei Sportprogrammen einfach hinschreiben, ob es Umkleiden/Schließfächer gibt und welche Kleidung empfohlen wird. Bei Tanzkursen und lokalen Treffs für welche Altersgruppe (20-30 oder 60+).

@kathrinpassig oh ja, das fühle ich sehr. Der Gedanke an den Stammtisch macht mir so viel Stress, dann lieber nicht.
@kathrinpassig Ganz hilfreich wäre auch, wenn man vorher ne Handynummer anrufen könnte, einfach um mal jemanden zu „beschnuppern“ von da wo man hin will. Gerade im FOSS-Bereich ist es leider oft unmöglich, einfach mal jemanden anzurufen und anzusprechen, um zu sehen ob der „Vibe“ stimmt. Stattdessen muss man immer gleich in eine Mailingliste, und dann kommuniziert man nur mit der anonymen Mailingliste, sogar wenn man wieder raus möchte aus der Mailingliste. Leute das ist gruselig ☠️💀
@kathrinpassig
Einmal erlebt: "Tag der offenen Tür! Man muss keine Ahnung vom Thema haben! Wir sind für alle Interessierten offen!" Ich gehe hin: nur Nerds, die das auch noch beruflich machen. Alle gucken mich komisch an, keiner spricht mit mir. Danke, nie wieder.
@kathrinpassig Wenn einer will, kann er auch abseits der anderen alleine Bäume pflanzen. Das wird respektiert, auch wenn sich viele wundern, denen es um Gemeinschaftserlebnisse geht.
@Alter_Mann Ja, aber auch dann ist es hilfreich, das bei der Einladung gleich so anzukündigen. Und eine schriftliche Anleitung vorbereitet zu haben, die sich die, die das lieber mögen, einfach nehmen können.
@kathrinpassig Vermutlich ist die Zahl derjenigen, die lieber nicht reden wollen, niedriger als die Zahl derer, die nicht zuhören wollen. Was könnte und sollte man letzterer Zielgruppe idealerweise anbieten?
@111 @kathrinpassig Oder nicht können. Unter uns Senioren sind fast alle schwerhörig. (Unsere Eltern haben uns gewarnt vor der lauten Musik.)
@Labonitamascota Tipp: AirPods Pro 2 oder 3. Die Dinger schaffen es wirklich gut, gerade in lauteren Umgebungen die Stimme des Gegenübers rauszuisolieren. (Und wenn das Gegenüber nervt, kann man sich natürlich auch die gewohnt laute Musik in die Ohren pfeifen.)
@111 Ach, wir brabbeln alle durcheinander. Ist auch schön.
@Labonitamascota Klar, so machen wir das auch. Jeder erzählt irgendwas und glaubt, die anderen hätten zugehört. Dazu etwas Alkohol, und schon geht es allen bestens.

@111

Das Reden tut dem Menschen gut;
Wenn man es nämlich selber tut;
Von Angstprodukten abgesehn,
Denn so etwas bekommt nicht schön.
Die Segelflotte der Gedanken,
Wie fröhlich fährt sie durch die Schranken
Der aufgesperrten Mundesschleuse
Bei gutem Winde auf die Reise
Und steuert auf des Schalles Wellen
Nach den bekannten offnen Stellen
Am Kopfe in des Ohres Hafen
Der Menschen, die mitunter schlafen

Wilhelm Busch

@Labonitamascota Haha, ich hatte den Maler Klecksel ewig nicht angeschaut. Danke für den Tipp!
@kathrinpassig Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass es am besten ist, ganz konkrete Aufgaben zu formulieren, für die jemand gebraucht wird.
@kathrinpassig Danke, ich fühle das so sehr. Ich würde wirklich gerne ein Ehrenamt machen, um mich einzubringen. Allerdings bin ich überhaupt nicht gut in Kontaktfindung und Smalltalk.
Ich kann auch nicht einfach irgendwo vorbeikommen, wenn ich nicht weiß, wie es vor Ort aussieht, was dort passiert, wie viele Menschen dort sein könnten, wen ich ansprechen muss… die Hürden sind für Drinnies (Introvertierte) oder Personen aus dem Spektrum hoch.
@kathrinpassig Die Meinungen zu diesem Trööt sind sehr hilfreich. Danke!

@kathrinpassig ich bin Autist
"komm einfach mal vorbei und finde es dann raus" ist für mich der beste Hinweis NICHT hinzugehen, weil das endet 100% sicher damit daß ich 30 Minuten am Rand sitze und dann wieder gehen muß weil ich mich als Außenseiter komplett fehlplaziert; ausgeschlossen; ignoriert fühle. Dutzende male reproduzierbar

Aber gib mir eine Stelle was es zu tun gibt, Plakate malen; Stand aufbauen; Technik betreuen; als Maskottchen gehen und ich bin voll dabei

Kann ich gut nachvollziehen, @kathrinpassig!
Was anderes:
Ich habe vor kurzem einen Anlauf für ein Ehrenamt gestartet und angefragt:
"Kann/darf ich mitmachen, wenn ich nicht bei Insta bin und auch kein Whatsapp machen will?"
Kam erst die Antwort "Ja." -
und dann zweimal: "Achso sorry, schreibe mich doch über Whatsapp an."
Da sage ich mir auch: So dringend brauchen die wohl keine Freiwilligen...
Verschiedene Möglichkeiten der Kontaktaufnahme und Austauschwege sind also ebenfalls ein Thema.

@kathrinpassig

Da denkt eine an uns Scheue. Das ist eine sehr gute Idee.

@kathrinpassig Schön, dass das mal angesprochen wird! Ich bin so einer. Mein Fokus ist da eher, die Aufgabe möglichst effizient zu erledigen, für die anderen Beteiligten steht häufig das Erzählen im Vordergrund. Ich habe aber auch meist keine Idee, worüber ich mich mit Leuten unterhalten kann, von denen ich annehmen muss, dass sie eher Ansichten vertreten, die so ziemlich das Gegenteil meiner Werte sind. Trotzdem engagiere ich mich in der Gemeinde im Rahmen meiner Möglichkeiten.

@kathrinpassig Auch wichtig: Von vorneherein mit Vorurteilen, Befürchtungen oder Ängsten aufräumen. Ich kann aus meiner Erfahrung bei der freiwilligen Feuerwehr sagen, dass viele Leute Bedenken haben. Z. B.:
- Sie trauen es sich körperlich nicht zu. V. A. Frauen haben diese Bedenken.
- Sie denken, dass sie häufig mit schlimmen Verkehrsunfällen konfrontiert werden.
- Sie haben eine sehr unruhige Vorstellung von einem Feuerwehreinsatz.
- Sie denken, sie müssen Alkohol trinken, wenn sie bei der Feuerwehr sind.

Wer Bedenken hat, wird auch nicht auf ein "Komm mal vorbei" reagieren.