@DresdnerForschungswerk Schauen wir mal auf das frühere Twitter mit 140 bzw. 280 Zeichen. Da ging es um den Austausch von kurzer Infos, Links etc. Besonders auf Demonstrationen oder Kundgebungen war das relevant. Oder der Fernsehabend, wo kurze Gedanken mit Hashtag ausgetauscht wurden, situativ.
Twitter hatte mit der Zeit seine Relevanz verloren. Auf Demos irrelevant, weil niemand mehr Twitter hatte. Für Hashtags bei anderen Veranstaltungen genau das gleiche.
Mit Mastodon, das sich als Twitteralternative etablierte, ging der Fokus mehr in Richtung eines grundsätzlichen Austauschs, die Zeichenbegrenzung wurde gelockert auf 500. Dass es mehr um eine Art Communityaustausch ging, lag sicher auch daran, dass Presse, Journalisten etc. noch nicht auf Mastodon waren und durch die Dezentralität/Föderation sowieso nicht mehr die Echtzeitübertragung mit entsprechender Reichweite möglich war.
Die Bluesky Bubble ist auch heute kein Twitter und wird es auch nicht werden. Die Typischen Nutzer*innen gehen auf keine Demo, sondern lesen dort Zeitungsmeldungen oder schreiben Kurzgedanken zu irgendeiner politischen Entscheidung. Das ist eine virtuelle Cocktailparty.
Bei Mastodon entwickelten sich Forks und die Zeichenbegrenzung haben auch viele normale Mastodon Instanzen abgeschaltet oder durch einen eigenen Wert ersetzt. Für mich passt das alles gut zu dem Bild, dass im Fediverse eher die Projekte Zulauf haben, die umfassendere Kommunikation ermöglichen.