Seit vielen Jahren gibt es die ARD/ZDF-Onlinestudie, die nun Medienstudie heißt. Ich habe mir die Studie 2025 mal im Hinblick auf soziale Medien angeschaut mit besonderem Fokus auf das #Fediverse. Erhoben wird dabei allerdings nur der Dienst #Mastodon. Wir schauen uns näher an, wer es wie nutzt!

Ein Thread. 🧵

Kurz noch vorab zur Studie selbst: die Grundgesamtheit ist die deutschsprechende Wohnbevölkerung ab 14 Jahren in Deutschland, Feldzeit war im Frühjahr 2025, n= 2.512, Dual Frame-Stichprobe (d.h. es wurde per Telefon und Online befragt).

#Kommunikationswissenschaft #Science #Medien #SocialMedia #ARD #ZDF #Empirie #Befragung

Zunächst zur Nutzung von sozialen Medien insgesamt. Hier sieht man erwartungsgemäß, dass die junge Gruppe von 14-29-Jahren die intensivsten Nutzer sind: 70 Prozent von ihnen nutzen täglich soziale Plattformen.

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#Kommunikationswissenschaft #Medien #Science #Befragung

Und nun zu den genutzen Diensten. Am meisten genutzt wird #Instagram, gefolgt von Facebook, was im Vergleich zum Vorjahr weiter Nutzer verliert. #TikTok auf Platz legt ebenfalls zu.
Mastodon taucht hier ganz unten auf, mit 1 Prozent der Nutzer, die es täglich nutzen und weiteren 2 Prozent, die es wöchentlich nutzen. Die Nutzung ist im Vergleich zum Vorjahr konstant geblieben.

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Obwohl ich an mehreren Stellen schon gehört habe, dass die Nutzung sozialer Medien rückläufig sei (z.B. bei @hakendran) lässt sich das zumindest für Deutschland nicht bestätigen. In 2024 gab es einen Anstieg in der Nutzung von 8 Prozentpunkten, in 2025 schwächt sich dieser Anstieg ab, stieg aber weiter um 3 Prozentpunkte. 63 Prozent der deutschsprachigen Bevölkerung nutzen hier mindestens wöchentlich Social Media.
Interessant: der Zuwachs kommt vor allem von den älteren Bevölkerungsgruppen!

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Schaut man sich die Nutzung von 2020 bis 2025 an, sieht man den Anstieg bei #Instagram und #TikTok deutlich. #Mastodon wurde in vorherigen Studien teilweise noch nicht mit erfasst. Es liegt hier stabil bei 2 Prozent, die den Dienst mindestens 1x/Woche nutzen.

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Schaut man nur die Altersgruppe von 20-29 Jahren an, so steht #Mastodon vor #Bluesky. Hier nutzen insgesamt 8 Prozent Mastodon mindestens 1x/Woche.

Und ein letztes Diagramm für euch, weil ich das besonders spannend finde: #Mastodon erreicht eine eher jüngere, eher männliche Nutzerschaft. Die größeren Kreise bedeuten hier mehr Reichweite, kleinere eine geringere. Die Skalen sind dann der Frauenanteil (x-Achse) und das Alter (y-Achse).

🧵 -Ende!

#Kommunikationswissenschaft #Science #Befragung #Fakten #Daten #Empirie

@DresdnerForschungswerk
Ach, mal wieder nur Mastodon ausgewertet ...

Interessant ist allerdings, dass die absolute Mehrheit der FediVerse (und damit auch Mastodon-Nutzenden) Ü40 sind, was mehrere Umfragen immer wieder und wieder bestätigen.

@fasnix @DresdnerForschungswerk vermutlich ist alles andere im fediverse, noch nischiger als Mastodon.

Ich finde es ja schon cool, dass Mastodon inzwischen so eine Verbreitung hat, dass es in solchen Studien überhaupt betrachtet wird.

@fasnix Tatsächlich sieht man es anhand der Studie nicht ganz genau, wenn du hier die Zahlen vergleichst, ist die größte Nutzerschaft 20-29 Jahre alt:

Nutzeranteil täglich/wöchentlich:
14-19 Jahre: 0%/1%
20-29 Jahre: 2%/6%
30-39 Jahre: 1%/4%
40-49 Jahre: 0%/1%

Bei den Gruppen >50 Jahre ist der Wert allerdings leider nicht einzeln aufgeschlüsselt... Ich suche nochmal, ob das in einer anderen Publikation ausgewiesen ist und ergänze es ggf.

@DresdnerForschungswerk
Danke, ich meinte auch Umfragen, die hier *im* FediVerse durchgeführt werden, keine "offiziellen" Untersuchungen.
@fasnix Ach so, das habe ich missverstanden. Methodisch kannst du auf die Umfragen hier leider nichts geben, da die Stichprobe keinen wissenschaftlichen Kriterien entspricht. Ist also mehr ein Gimmick als ein echter Einblick...
@DresdnerForschungswerk
Schon klar, aber wenn - zwischenzeitlich wirklich viele - Umfragen, die im Prinzip die gleiche Fragestellung beinhalten ("Wie alt seid ihr?") wirklich *immer* die meisten Antworten in den Kategorien 40+ enhalten, dann kann man zumindest von einer Tendenz ausgehen, dass das FediVerse eher von älteren Nutzenden genutzt wird.
(Einzig die eingeteilten Altersgruppen unterscheiden sich, u.a. weil manche ja lediglich 4 Umfrage-Optionen setzen können.)
@fasnix Das ist eine intuitive Vermutung, die auch nachvollziehbar ist, aber nicht stimmt bzw. nicht stimmen muss.
Das Stichprobenprinzip setzt für eine Repräsentativität voraus, dass die Teilnehmer absolut zufällig sind, d.h. jeder eine von Null verschiedene Wahrscheinlichkeit hat, befragt zu werden. Eine solche Stichprobe kann hier im Fediverse nicht gezogen werden.
Eine große Anzahl an Befragten ändert das auch leider nicht. Es gibt interessante Methodenexperimente, die zeigen, dass Befragungen mit 1.000 Personen akkurater sind als Befragungen mit 100.000 Leuten, wenn die 1.000 nach wissenschaftlichen Kriterien ausgewählt wurden, und die anderen nicht.
@DresdnerForschungswerk
Dass du das Ganze aus wissenschaftlicher Sicht betrachtest, ist ja klar.

Natürlich sind die Antworten unterschiedlich, ob du nun
a) dich auf den Altmarkt stellst und "absolut zufällig" die Menschen befragst, die gerade vorbei gelaufen kommen:
"Kennen Sie das FediVerse? Nutzen Sie es selbst? Welcher Altersgruppe gehören Sie an?, usw."
Mit einiger Wahrscheinlichkeit antworten die meisten Menschen mit "Nein".

oder

b) *im* FediVerse eine entsprechende Umfrage zur Altersgruppe startest, wo die Menschen ja *sind*, die erreicht werden sollen (wenn es um eine Umfrage speziell zur Nutzung des FediVerses geht).

Hm, b könntest du doch eigentlich mal machen, oder? ;)

@fasnix Mit *Zufall* ist hier sogar der mathematische Zufall gemeint, den erreicht man auch nicht auf dem Altmarkt ;-) Aber ich will dich damit auch nicht nerven, also lasse ich jetzt mal das klugsch*ßen  

Spannend wäre natürlich zu schauen, wie sich die Nutzerschaft im Fedi dann zusammensetzt. Ich würde sowas total gerne mal machen, aber aufgrund der dezentralen Struktur fällt mir tatsächlich gar kein methodisch sauberes Studiendesign ein, mit dem man dann auch wirklich verlässliche Aussagen machen könnte... Ich müsste ja sicherstellen, dass jeder einzelne im Fediverse die Möglichkeit hat, an der Befragung teilzunehmen, da es aber ja bewusst keinen zentralen Ort gibt, kann ich nirgends die Grundgesamtheit auffinden oder eine sinnvolle Stichprobe ziehen... muss ich mal mit fellow science nerds diskutieren, aber das könnte wirklich schwer umsetzbar sein... Ich schaue mal, ob das schonmal jemand versucht hat und wie derjenige vorgegangen ist.

@DresdnerForschungswerk
Nein, die Grundgesamtheit *aller* Fedi-Nutzenden wird nicht möglich sein, allein schon dadurch, dass zB über PeerTube sicherlich keine textlichen Umfragen geteilt werden würden, oder Pixelfed, Loops, usw.

D.h. *alle* Fedizens werden nicht erreicht werden *können*.

Aber muss das denn zwangsläufig so sein?
@fasnix Na ja, das müsste so sein, wenn man am Ende verlässliche Aussagen treffen möchte wie "X Prozent aller Fediverse-User sind ...". Das geht sonst nicht, bzw. wären die Aussagen eben verzerrt, und davon haben wir ja nicht wirklich was. Man müsste wohl einen Weg finden, die User außerhalb vom Fedi zu befragen, also die Rekrutierung müsste außerhalb laufen. Dann wäre aber das Screening wohl sehr kostenintensiv.
Möglicherweise eignet sich qualitative Forschung fürs Fediverse mehr. Da geht man in die Tiefe statt in die Breite, spricht mit wenigen Personen und versucht, Muster zu erkennen. Da kommen aber dann eben keine Zahlen und Prozente bei raus...
@fasnix Ja, ist kompliziert...🤷‍♀️

@DresdnerForschungswerk

Womit wurden die Zahlen bei „Hakendran“ begründet ?

@zotheca Das weiß ich leider nicht mehr, da müsste ich die Episode nochmal finden. Es bezog sich auf jeden Fall auf weltweite Daten. Soweit ich das in Erinnerung habe, stand da aber eine Studie dahinter, die im fraglichen Zeitraum ihre Methodik geändert hat, so dass es gut sein kann, dass die neueren Werte nur ein methodisches Artefakt sind - also wegen der anderen Erhebung niedriger ausfielen und kein tatsächlicher Rückgang dahinterstand.
@DresdnerForschungswerk Das ist so meine Erfahrung mit diesem Podcast, dass sich im Regelfall bei solchen Aussagen auf Studien bezogen wird.
Natürlich ist die Frage immer, wie gut das Studiendesign ist.

@zotheca Ich habe hier mal Daten für die USA rausgesucht, verlässliche Quelle (Pew Research Center), hier sieht man auch eine optische Markierung, die einen Wechsel des Studiendesigns verdeutlicht. Ob es diese allerdings war, die im Podcast erwähnt wurde, weiß ich nicht mehr. Ich kann hier aber auch keinen Rückgang erkennen...

Quelle: https://www.pewresearch.org/internet/fact-sheet/social-media/

@DresdnerForschungswerk Im Fediverse wurde mal festgestellt, dass es innerhalb des Fediverse einen Wechsel von den Kurznachrichtendiensten hin zu Formaten wie Friendica und Co. geben soll. Interessant wäre vielleicht zu untersuchen, welche Formate zu und abnehmen.

@zotheca Es gibt diverse Portale, die technische Messungen machen, wieviele User und Instanzen und so weiter es gibt. Ich habe mir das noch nicht näher angesehen, wie die das konkret machen (und wie aussagekräftig es folglich ist), aber da dürfte man solche Entwicklungen nachvollziehen können.

https://fedidb.com/
https://fediverse.observer/stats
https://fedi.wrm.sr/

fedidb.com - Informationen zum Thema fedidb.

fedidb.com ist die beste Quelle für alle Informationen die Sie suchen. Von allgemeinen Themen bis hin zu speziellen Sachverhalten, finden Sie auf fedidb.com alles. Wir hoffen, dass Sie hier das Gesuchte finden!

@DresdnerForschungswerk Wäre auf jeden Fall mal interessant. Ich glaube z.b., dass die Frage, ob Nutzer Bluesky oder ein Fediverse Projekt nutzen, manchmal mit ganz pragmatischen Fragen wie z.B. die Anzahl der zur Verfügung stehenden Zeichen zu tun hat. Häufig ist es eine Protokolldiskussion, obwohl das praktisch kaum Relevanz hat. Bei den kommerziellen Anbietern wäre auch interessant, ob es bestimmte Umverlagerungen gibt. Ob es nicht generell um Socialmedia geht, sondern sich vielleicht die Kommunikationsformen ändern.

@zotheca Ich fürchte ja, dass Bluesky einfach bekannter ist...

Was meinst du genau mit den Kommunikationsformen, die sich ändern?

@DresdnerForschungswerk Schauen wir mal auf das frühere Twitter mit 140 bzw. 280 Zeichen. Da ging es um den Austausch von kurzer Infos, Links etc. Besonders auf Demonstrationen oder Kundgebungen war das relevant. Oder der Fernsehabend, wo kurze Gedanken mit Hashtag ausgetauscht wurden, situativ.
Twitter hatte mit der Zeit seine Relevanz verloren. Auf Demos irrelevant, weil niemand mehr Twitter hatte. Für Hashtags bei anderen Veranstaltungen genau das gleiche.

Mit Mastodon, das sich als Twitteralternative etablierte, ging der Fokus mehr in Richtung eines grundsätzlichen Austauschs, die Zeichenbegrenzung wurde gelockert auf 500. Dass es mehr um eine Art Communityaustausch ging, lag sicher auch daran, dass Presse, Journalisten etc. noch nicht auf Mastodon waren und durch die Dezentralität/Föderation sowieso nicht mehr die Echtzeitübertragung mit entsprechender Reichweite möglich war.

Die Bluesky Bubble ist auch heute kein Twitter und wird es auch nicht werden. Die Typischen Nutzer*innen gehen auf keine Demo, sondern lesen dort Zeitungsmeldungen oder schreiben Kurzgedanken zu irgendeiner politischen Entscheidung. Das ist eine virtuelle Cocktailparty.

Bei Mastodon entwickelten sich Forks und die Zeichenbegrenzung haben auch viele normale Mastodon Instanzen abgeschaltet oder durch einen eigenen Wert ersetzt. Für mich passt das alles gut zu dem Bild, dass im Fediverse eher die Projekte Zulauf haben, die umfassendere Kommunikation ermöglichen.

@zotheca Da ich auf einer Instanz bin, die 1.000 Zeichen anbietet, liegst du wohl nicht ganz falsch 
@DresdnerForschungswerk Warum nur Mastodon? Wie unterscheidet ihr das ob ein beitrag von einem mastodon server kommt und nicht von einem friendica, pixelfed, hubzilla, funkwhale, peertube, sharkey, misskey oder writefreely node?
@DresdnerForschungswerk P.s.: Euer mastodon thread kommt hier nicht durch ..... irgendwas habt ihr da beim posten falsch gemacht.
@hackbyte Hmh, ich weiß nicht, wie Friendica das macht. Ich habe immer auf meine eigene letzte Nachricht geantwortet, da ich las, dass man das für Threads so machen soll. Wie hätte ich es denn anders machen sollen/können?
@DresdnerForschungswerk Uff, sry da bin ich überfragt .. also wie threads auf mastodon "sinnvoll funktionieren".
@hackbyte Aber was hast du denn genau gesehen? Nur den ersten Beitrag? Und die anderen drunter oder die anderen dann gar nicht?
@hackbyte In der Studie wurde eben nur Mastodon abgefragt. Da es der größte Dienst im Fediverse ist, liegt das aus Sicht der Forscher sicher nahe, bei allem anderen dürften die Werte zu klein sein. Selbst Mastodon ist noch nicht lange in der Erhebung, weil es vorher zu unbekannt/wenig genutzt war. Aber ich freue mich, dass es nun dabei ist, damit wir die Zahlen verfolgen können.
@DresdnerForschungswerk Die Medienstudie ist eine der wenigen Möglichkeiten Daten über Social Media in Deutschland zu bekommen - von daher gut dass es sie gibt! - 2 Ergänzungen aber dazu:
1. Man sollte beachten, dass der Erhebungszeitraum 2025 im Zeitraum der Bundestagswahl liegt, das verfälscht möglicherweise das 'Jahresergebnis'.
Besonders beim Blick auf Bluesky sehr mit Vorsicht zu genießen, weil Erhebungszeitraum im Hype liegt https://bsky.jazco.dev/stats
Atlas - Engagement-Based Social Graph for Bluesky by Jaz (jaz.bsky.social)

@DresdnerForschungswerk 2. Unter Nutzung fällt bei der Erhebung 'auch' der passive Konsum. Also einmal auf die App geklickt zählt. Das trifft das, was wir im Alltag als 'etwas nutzen' bezeichnen, nicht so genau. Da der passive Konsum bei X sicherlich einen extrem hohen Anteil hat, ist das nicht die einzige Metrik die man betrachten sollte!
@maxpfe Hmh, das kann ich nicht ganz nachvollziehen. Ein Klick ist eine aktive Handlung, das ist schon kein passiver Konsum. Den Reichweiten liegt hier zudem eine Aufteilung des Tages in 15-Minuten-Intervalle zugrunde, "täglich" kann daher auch mehrmals täglich bedeuten. Wenn dann X bei 3 % Tagesreichweite liegt, ist das kein besonders hoher Wert, oder?
@DresdnerForschungswerk eventuell ein Missverständnis - ich finde das keinen besonders hohen Wert bei X. Ich halte es nur für plausibel, dass wenn wir über das ganze Jahr 2025 schauen welche Anzahl an Menschen innerhalb der App wirklich etwas klickt (also liked, interagiert, schreibt) der Wert bei X noch deutlich niedriger sein könnte.
(was nicht das ist, was die Studie untersucht hat - also keine Kritik daran - wie gesagt nur als einordnende Ergänzung)
@maxpfe Ja, solche saisonalen Effekte gibt es natürlich. Die Feldzeit lag hier aber von Januar bis April, da ließ der Hype auch schon wieder etwas nach. Wir werden in den kommenden Jahren sehen, wie es sich weiter entwickelt.