"Mit Work-Life-Balance können wir nicht unseren Wohlstand erhalten"
Die Work-Life-Balance *ist* unser Wohlstand, nicht Zahlen auf dem Konto.
"Mit Work-Life-Balance können wir nicht unseren Wohlstand erhalten"
Die Work-Life-Balance *ist* unser Wohlstand, nicht Zahlen auf dem Konto.
Genau das!
Nicht gerechnet, dass es über 3 Millionen Menschen im Land gibt, die gerne arbeiten würden, aber keine Stelle finden.
So ist das.
Ich kenne solche Fälle.
Zum Beispiel der Chef, der mündlich von mir 200 unbezahlte Überstunden im Jahr forderte über das vertraglich Vereinbarte hinaus und bei anderer Gelegenheit klagte, dass er kaum eine Beziehung zu seiner kleinen Tochter habe und die Erziehung komplett der Mutter überlassen müsse.
Oder der andere Chef, der im Firmenchat eine Diskussion lostrat - am 23.12. abends. Der war 10 Jahre jünger als ich und ist schon tot, ich lebe noch (kann Zufall sein).
@Odradek @mina @StephanB seit Beginn der 80er, also in etwa seit meiner Geburt hat sich die Entwicklung der Löhne von der Arbeitsplatzfutter angekoppelt.
D.h. je nach Schätzung und Methodik ist die gesellschaftliche Produktivität um den Faktor 3 bis 10 gestiegen (ich vermute sogar deutlich mehr).
Die Reallöhne sind aber stagniert, Vermögen der Reichen explodiert.
Danke für nix.
Schiebt euch euren Wohlstand gerne dahin wo die Sonne nicht scheint, liebe Arbeitgeber.
@rhold @mina @StephanB und es ist ja nicht nur so, daß der mist hingenommen oder verschwiegen wird, es herrscht ja gerade wieder eine offensive im klassenkampf von oben, daß dieser zustand noch nicht schlecht genug sei, stärker von unten nach oben umverteilt werden müsse.
daß ein paar reiche und ihre bezahlclowns das gut finden - geschenkt, aber daß offenbar so viele dafür wählten …
Das ist komplex.
- Es hat viel mit Ideologie und Gehirnwäsche zu tun.
- Durch die Institutionalisierung politischer Bewegungen werden diese schnell weichgepüllt, werden irrelevant und enttäuschen ihre Basis.
- auch: Bequemlichkeit (glaube aber, die ist nur im Zusammenhang mit Frust wirklich mächtig)
lange konnte der Kapitalismus sein Wohlstandsversprechen ja (zumindest teilweise) einlösen: meistens ging es späteren Generationen materiell besser.
(Natürlich auch wegen der erfolgreichen sozialen Kämpfe, aber das wird schnell vergessen.)
Das hat sich aber seit ca. 20 langsam geändert. Momentan werden die Reserven und das Kapital der "Mittelschicht" abgebaut, weswegen die Verarmung noch nicht unmittelbar spürbar ist, aber die Abstiegsangst zunimmt.
Ich bin nicht dagegen.
Aber: Ich finde es absoluten Wahnsinn, wieviele diese Forderung Stellende die jährlichen Steuerhinterziehungssummen hinnehmen—das sind je nach Schätzung 70 und über 100 Milliarden Euro.
Das ist Rechtsbruch, der als total normal hingenommen wird.
Warum nicht erstmal fordern, geltendes Steuerrecht durchzusetzen und dann den weiteren Finanzbedarf anschauen?
Diese Reaktionäre verstehen die tatsächliche wörtliche Bedeutung von "Work-Life-Balance" ebenso wenig wie "Woke".
@mina Das ist eine verkürzte Formel von
"Mit Work-Life-Balance für alle können wir Reichen unseren Reichtum nicht weiter auf Kosten des Rests der Bevölkerung vergrößern."