Odradek

@Odradek@chaos.social
769 Followers
170 Following
101.3K Posts
Nichtentität. Pizzaauslieferungs- & Wissenschaftstheorie, Plüschtierstudies. Arbeitsgruppe Philosoph*n gegen Realität. Team Kaffeehausdilettant*n. #Ohrwurmsharingiscaring Satire- & Interessanzblog Die Kulturelle Praxis.
Blaghttps://kulturellepraxis.wordpress.com/
WeihnachtszeitGrinch-Ultras
AvaFoucault, Derrida, Butler; besser vFoerster, Fleck, Foucault, Haraway?
Rhetorische FragenWerden beantwortet
also wenn wir anfangen geschichten ernster zu nehmen. anfangen bessere geschichten zu erzählen - auch über die geschichte, ich hatte einen lehrer, der aus frontalunterricht standup mit einem fachlichen niveau vieler univorlesungen machte -, die zukunft als gestaltet (derzeit schlecht) statt determiniert zu denken … ginge mehr, als derzeit denkbar erscheint.

aaaaber: notwendige bedingung für den ganzen mist ist die überzeugung die welt müsse so strukturiert sein wie es die eigenen geschichten nahelegen. und daß das keine geschaffenen strukturen seien, sondern irgendwie unvermeidlichkeiten, da dem individuellen und kurzfristigen zugriff entzogen.

die "aufhebnung" von "objektivität" ist nicht "subjektivität", die ist genau so hart zu kritisieren.

also verschont mich mit dem "nicht aus der geschichte lernen" - doch, genau das (schlecht) zu versuchen ist der grund für die übleren formen der wiederholung und warum uns so viel von dem müll bekannt vorkommt.
und nein, auch mit "klassenkampf" habt ihr nicht die eigentliche, "materielle" gruppenaufteilung, auch "race" aus antirassismusgebrauchstheorien ist es nicht. das sind für gewisse anwendungsbereiche nützliche modelle, keine platonischen ideen.

bei faschismen recht durchgängig findet sich eine erzählung von angeblich besserer vergangenheit, idr. in absurde länge gezogen - "ludwig der deutsche" wußte nicht, daß er "deutsch" 'war' -, im gegenteil, "deutschland" als konzept ist eines der jüngeren (siehe "verspätete nation")

daraus werden gruppen konstruiert (scheinbar bewiesen) und v.a. beweiräuchert. und idr. wird behauptet, genau diese so "beschriebene" ingroup sei bederoht, was all deren wünsche nach gemeinheit rechtfertigen soll.

aber auch sie kann nicht einfach faktenlisten schreiben, alleine um zu bestimmen was vom unüberschaubar vielen geschehenen nun als "geschichte" zu gelten habe braucht es eine struktur. die ist im weiteren sinne narrativ, das ist keine struktur in der "natur der dinge", zumal diese "dinge" in diesem fall menschengemacht sind; mit "konstruktivistischer" sophisterei: "fakten" sind auch gemacht, aber nicht fingiert.

A couple of little food snails! Which one would you eat?

#snail #krita #foodart

"die geschichte" ist eine konstruktion. immer. wir können aber eine ideologiegeladene daran erkennen, daß sie immer mit aussagen, für die wir eine kleinteilige methodik der überprüfung haben ("fakten") kollidiert. das - also solche kollisionen herbeiführen - ist m.e. die wichtigste aufgabe der "echten" geschichtswissenschaft.

also geschichte wiederholt sich ggf. nicht weil niemand aus ihr lernen will, sondern eben weil leute aus dem was sie für geschichte halten sinnstruktur gewinnen und diese zum vorteil einer eigenen ingroup einsetzen wollen.

also geschichte wiederholt "sich" - ein sammelbegriff handelt nicht - nicht, sie wird versucht zu wiederholen, um in der wiederholung einen vorteil zu erringen.

erstmal wiederholt sich geschichte nicht, nur geschichtsschreibung, denn wir sind nicht nur geschichtenerzählende, sondern auch denkfaule wesen.

dann haben - scheinbare? - wiederholungen den vorteil, gesetzesartige aussagen gewinnen zu können, implizite geschichtsphilosophie - zumal mangels erforschbarkeit des kontrafaktischen - also. d.h., "aus der geschichte lernen" setzt erstmal zumindest informelle, ungefähre regelmäßigkeiten voraus.