Heute ist #Nationalratswahl in #Österreich. Es werden 183 Sitze per #DHondt verteilt; #Sperrklausel liegt bei 4 ⁠% oder 1 #Grundmandat in einem der 39 Regionalwahlkreise, die unterschiedlich große #Mehrerwahlkreise ohne feste Sitzzahl sind. Im Bild #Wahlkreisprognose dazu. Das beruht auf groben Umfragewerten ÖVP 24⅔, SPÖ 20⅔, FPÖ 27, Grüne 8⅔, NEOS 10, KPÖ 3, Bier 3½, Rest 2½ Prozent. #Wahlbeteiligung wie 2019 unterstellt (hier ohne ungültige Stimmen). #WahlThread #nrw2024 #nrw24 [1/9]
#Wahlberechtigte werden in #Österreich löblicherweise schon vor der #Wahl veröffentlicht. Deren Wachstum ist relativ zu 2019 in Prozent. Die nominellen Sitzzahlen haben nur auf Landesebene reale Bedeutung; da werden tatsächlich diese Sitze verteilt, aber pro Partei nur abgerundete volle Sitze (ohne ein richtiges #Sitzverteilungsverfahren). Die Reste sowie das, was dabei auf Parteien unterhalb der #Sperrklausel entfällt, bleibt dann für den #Verhältnisausgleich per #Bundeslisten übrig. [2/9]
#Überhangmandate sind dabei theoretisch möglich, aber sehr unwahrscheinlich. Gegebenenfalls würden sie den anderen Parteien abgezogen. Überhängen können nur die #Landeslisten; die Regionalwahlkreise kriegen faktisch nur unterverteilte volle Sitze. Real hängen die lokal verfügbaren Sitze also auch von der gültigen #Wahlbeteiligung relativ zum Schnitt im Bundesland ab. In der Spalte danach daraus der prozentuale Stimmenanteil, der für je 1 #Grundmandat nötig ist. [3/9]

Für die #Landeslisten ergibt sich der nötige Anteil unmittelbar aus der nach der letzten #Volkszählung festgelegten Sitzzahl. Die erzielten #Grundmandate werden halt jeweils davon abgezogen.

#Bier war im Frühjahr schon bei 8 ⁠%, wird aber inzwischen überwiegend unter 4 ⁠% gesehn. Das Problem, dass sie nur 17 Kandidaten haben, hat sich damit erledigt. Vorallem ist es in #Oberösterreich nur 1, aber dass sie da 2 kriegen könnten, ist inzwischen praktisch ausgeschlossen. [4/9]

#Nachrücker können zwar zwischen den Listen umverteilt werden, aber ob das auch für originäre Sitze gilt, ist unklar. Eigentlich sind in #Österreich sehr lange Listen üblich; das Maximum der Kandidatenzahl pro Partei ist 3'408 (über 18 pro zu vergebendem Sitz), wenn es auf Bundes-, Landes- und Regionallisten keine Überschneidungen gibt. Bei Landes- und Regionallisten ist es das Doppelte der zur vergebenden Sitzzahl (ausschließlich dafür … [5/9]
… sind die nominellen Sitzzahlen der Regionalwahlkreise gut), mindestens aber je 12. Das schöpfen die größeren Parteien meistens aus. Bundeslisten das Dreifache der sonstigen Kandidaten. Die #SPÖ hat real immerhin 440 Kandidaten auf der Bundesliste, die #KPÖ 335. Praktisch kann so eine #Bundesliste eher nur 5 Sitze erwarten (pro Bundesland grob ½ Restsitz), und wenn für österreichische Verhältnisse so viel an der #Sperrklausel scheitert, die größeren Parteien davon nochmal 5. [6/9]

Bei der #KPÖ darf man nicht nur auf die 4 ⁠% schaun. Der größte #Wahlkreis #Graz ist ihre #Hochburg und ein #Grundmandat dort mit gut 11 ⁠% ähnlich wahrscheinlich.

Außer der 1 Stimme für alle 3 Ebenen zusammen gibts noch #Vorzugsstimmen für jede Ebene. Vorzugsstimmen sind primär nur Schönheitswettbewerb. Damit sie was bringen, müssen sie bei den Bundeslisten 7 ⁠% der Parteistimmen ausmachen. Bei den Landeslisten sind es 10 ⁠% (oder rechnerisch 1 ganzer Sitz, … [7/9]

… was vorallem in #Niederösterreich weniger sein kann), bei den Regionallisten 14 ⁠%. Nur dann bekommen die Bewerber Vorrang vor der Listenreihenfolge (insofern ähnlich wie jetzt bei #Bundestagswahlen bei Wahlkreisgewinn, wobei Voraussetzung für eine gültige #Vorzugsstimme ist, die Partei des Kandidaten gewählt zu haben). Diese Hürde schaffen normalerweise nur Leute, die ohnehin gewählt wären.

#Briefwahl wird neuerdings überwiegend schon am Wahlabend … [8/9]

… in den #Wahlsprengel⁠n (Wahlbezirken) der jeweiligen #Wähler ausgezählt. Spät angekommene #Wahlkarten und in fremden #Wahllokale⁠n abgegebene werden morgen von den Bezirkswahlbehörden ausgezählt. Was aus anderen #Wahlkreise⁠n war, wird am Donnerstag ausgezählt.

Die #Wahlzeit endet um 17 Uhr. Viele #Wahllokale vorallem in kleineren Gemeinden sind aber schon geschlossen und ausgezählt. Das wird dann um 17 Uhr veröffentlicht, ist aber noch entsprechend verzerrt. [9/9]

Stimmen werden offiziell nicht als Zwischenstände summiert, aber einige Stimmbezirke (= Landkreise) der #Nationalratswahl in #Österreich sind schon fertig ausgezählt: https://www.bundeswahlen.gv.at/2024/nr/

#Hochrechnungen u.Ä. gibts vorwiegend unter #nrw24.

Österreich - Nationalratswahl 2024

Relativ sichere Sitze sind bis jetzt #ÖVP 51, #SPÖ 41, #FPÖ 56, #Grüne 16, #NEOS 17. Das wär schon mindestens eine 1-Sitz-Mehrheit für ÖVP+SPÖ. Die 2 restlichen Sitze sind zwischen ÖVP, FPÖ und NEOS noch unsicher. #nrw24 #nrw2024 #nationalratswahl

#KPÖ in Graz (Stadt) nur bei 6 ⁠%. #Wien hat jetzt endlich auch Zahlen online (bis vor Kurzem nichts, obwohl weit ausgezählt). https://www.wien.gv.at/wahlergebnis/de/NR241/index.html

Nationalratswahl 2024, Ergebnisse der Wiener Wahlbehörden

Nationalratswahl 2024

Längst ist alles ausgezählt, aber offizielle Bundessumme gibts immernoch nicht. Wenn man es selber tut, sind die beiden letzten Sitze bei ÖVP und FPÖ. Außerdem nochmal einer von den Grünen bei der FPÖ. Zumindest Letzteres wird sich aber mit den #Wahlkarten wohl noch drehn. Nach #Wahlkartenprognose des ORF wären die letzten beiden Sitze bei NEOS und ÖVP, und die SPÖ hätte auch noch eine Chance. #nrw24 #nrw2024 #Nationalratswahl

Die restlichen #Wahlkarten machen angeblich doch noch Stimmen im Wert von fast 8 Sitzen aus. Wenn man diese Sitze abzieht, wären 175 Sitze sicher: ÖVP 50, SPÖ 39, FPÖ 55, Grüne 15, NEOS 16. Stimmengenaue Prognose hat Martin Thür hier: https://docs.google.com/spreadsheets/d/e/2PACX-1vTdYXYLBfz5THrkHHuA9vYgDf0Hme0byRCz_q4vBbTRGuFsyafMfHQnduW400ABqQTS2mXKUpayHNhi/pubhtml?gid=1449470513&single=true

Demnach letzter Sitz zwischen ÖVP & FPÖ so knapp, dass er praktisch offen ist. Könnten auch nur 51 Sitze für die ÖVP und 57 für die FPÖ werden. NEOS sind deutlich sicherer. Aber mindestens 1 Sitz Mehrheit für ÖVP+SPÖ ist wohl sicher. #nrw24

Mandatsberechnung 2024

Google Docs
Nach den #Wahlkarten von heute steht es jetzt #ÖVP 51, #SPÖ 41, #FPÖ 57, #Grüne 16, #NEOS 18 (von zusammen 183). Wenn die restlichen Wahlkarten genauso wie die heutigen verteilt sind, wird sich daran nichts mehr ändern. Die FPÖ hat da zwar nur 19.0 ⁠% gehabt (ÖVP 21.2, SPÖ 23.5), aber damit der 57. Sitz der FPÖ noch zur ÖVP kippt, müssten es beim noch zu erwartenden Rest (Wert: knapp 2 Sitze) z.B. 23 ⁠% ÖVP bei 18.5 ⁠% FPÖ sein. https://www.bundeswahlen.gv.at/2024/nr/bw_ov_0.html #nrw24 #nrw2024 #Nationalratswahl [1/2]
Wahlkarten - Nationalratswahl 2024

Die #SPÖ bräuchte da etwa 35 ⁠%; die #NEOS wären schon mit 8 ⁠% ziemlich sicher. Mit #SainteLaguë statt #DHondt würd der Sitz (und nur der) kippen, wenn die restlichen Wahlkarten genauso wie die heutigen verteilt sind. [2/2]
Nachdem jetzt auch #Wien die letzten #Wahlkarten ausgezählt hat, bleibt der letzte Sitz bei der #FPÖ. Es war am Ende nicht so knapp, vorallem weil das Volumen der restlichen Wahlkarten deutlich geringer war als geschätzt. Auch nach #SainteLaguë oder #HareNiemeyer wär das Ergebnis nicht anders. https://www.bundeswahlen.gv.at/2024/nr/ #nrw24 #nrw2024 #Nationalratswahl
Österreich - Nationalratswahl 2024

@mq86mq wird wohl nichts mit dem KPÖ-Grundmandat... ich finds ja immer wieder verblüffend wie sehr die innenpolitische Berichterstattung unser Wahlsystem ignoriert. Die Möglichkeit, dass Wähler*innen gerade Kleinparteien ein Grundmandat verschaffen könnten, ist gefühlt nirgends thematisiert worden.
@mq86mq In AT gibt es Landkreise? 😯
@tessarakt Das, was in Deutschland Landkreise sind. Bezirke war mir zu doppelt und stimmt auch nur auf dem Land (die Bezirke Wiens heißen exakter Gemeindebezirke).

@mq86mq

Danke für den "Crashkurs" 😃