@kattascha Dann lässt man sich auf den Kulturkampf ein.
Das Problem an Trump ist ja nicht, dass er peinlich ist. So wie es nicht das Problem an Nazis ist, welchen Musikgeschmack sie haben.
Sondern, dass sie Nazis sind.
Sein Hauptargument ist völliger Quatsch.
Vaush erkennt wohl nicht, dass der US-Wahlkampf im gleichen Sinne weird ist.
Auf Trugschlüssen basierte Rhetorik (im Fall von 'weird' insbesondere ad hominem) ist eben genau der politische Stil, den man Populismus nennt.
Was man angreifen bzw subjektiv bewerten kann, sind die Denkweisen und Entscheidungen der Menschen, nicht die Person an sich.
(Emotionale) Resonanz erreicht man dann durch Kreativität statt Scheinargumenten..
Soll das Video selbst ein Shitpost sein?
Ich rate dir, sich mit den jeweiligen Konzepten selbst auseinander zu setzen, statt auf die zu hören, die eine Rechtfertigung zusammengebastelt haben.
oder Netzfund:
Wer mit der Politik nicht zufrieden ist, wählt die AfD.
Das ist wie, als wenn man im Club das Bier nicht gut findet und dann aus dem Klo trinkt.
@kattascha und die Wirkung, die es auf die republikanischen Politiker hat O.O
Sie sind so sehr gewohnt, mit ihren Grenzüberschreitungen Entsetzen und Angst auszulösen, was ihnen Macht verleiht.
Diese völlige Weigerung, ihnen diese Macht zu geben, und sie vielmehr der Lächerlichkeit preiszugeben, das zerlegt sie grade komplett.
Und ich kann gar nicht so viel Popcorn essen, wie diese Situation erfordern würde :-D
@kattascha Es ist auch gefährlich, weil es allen Weirden Leuten vermittelt: die Demokraten sind gegen euch.
- Wrestling-Fans? Demokraten finden euch weird.
- Spielt immernoch Super Nintendo? Demokraten finden euch weird.
- Jeden Sonntag beim Nascar-Racing? Demokraten finden euch weird.
Das kann massiv nach hinten losgehen.
Es sagt allen mit fragilem Selbstbild, dass sie bei Demokraten nicht willkommen sind. Und davon gibt es viele.
Oder mit den Simpsons gesagt:
https://youtu.be/XKtIcMsv1mo?t=134
@ArneBab @kattascha Vor allem erinnert es mich (der ich gerne "queer", "weird" bin) zu sehr an die unsägliche "Deutschland, aber normal"-Kampagne :(
Wenn's sein muss, ja, aber ich fühle mich absolut nicht wohl dabei.
@ysegrim Geht mir auch so.
Vielleicht fällt mir das auch so sehr auf, weil ich selbst schon oft im Weird-Lager war.
- Fantasy-Rollenspieler? Weird (sicher so ein Fetisch)
- Fantasy-Leser? Weird (ihr lest echt noch Kindergeschichten?)
- Computer-Nerd? Weird (red’ doch mal mit echten Menschen)
- Langhaarig? Weird (bist du ne Frau oder was?)
- Computerspieler? Weird (Männer geh’n ins Stadion!)
- Filkmusiker? Weird (lern erstmal singen!)
EDIT: Wortdiskussion: https://rollenspiel.social/@ArneBab/112883288483295106
@[email protected] Und nachdem ich inzwischen die Nebenbedeutungen von weird kenne, würde ich es nicht mehr zur Selbstbeschreibung nutzen (habe ich bisher gemacht): - unheimlich - gruselig - beunruhigend ⇒ dass ich es bisher verwendet habe, kommt daher, dass ich Englisch nicht studiert, sondern mehr als über die Schule aus Fantasy-Büchern gelernt habe. War nicht, was ich ausdrücken wollte. "Bizarre", "quaint" und "peculiar" sind weit bessere Selbstbeschreibungen. @billiglarper @[email protected] @[email protected]
Ich denke, genau das tut es nicht.
Die Assoziationen gehen da eher in die Richtung "schwach" und "creepy", und setzen eben genau an der normbrechenden Übergriffigkeit vieler Republikaner an.
Ich denke nicht, dass die Verwendung in dem Fall so austauschbar verstanden werden kann, dass sich damit auf einmal Wrestling-Fans angesprochen fühlen.
Nachvollziehbar find ich, dass du "weird" eher positiv besetzt siehst, und das durch so ne Verwendung Schaden nehmen könnte.
Ich denke, die Demokraten haben da schon aus dem "Deplorables"-Fehlgriff gelernt, und nen Begriff genommen der insgesamt schwächer ist, aber gleichzeitig für die Republikaner extrem unsexy. Und dass das Publikum eben schon das ungesagte "creepy" hört, so wie der Begriff verwendet wird und worauf er sich bezieht, ist imho ein Bonus.
Aber gerade der Bauch-Polemik der Republikaner ne Bauch-Reaktion entgegenzusetzen ist glaub sehr wichtig.
Denke sowas bräuchte es auch viel mehr in Deutschland. Statt Faktenchecks und dem Beschäftigen mit deren Talkingpoints halt einfach das emotionale Abstempeln als eklige Unpersonen.
Ekelig ist da glaub genau richtig, und "ekelhAFD" auch sehr eingängig.
Für ne Partei die darüber fantasiert Kindern den Fingern in den Hintern zu stecken oder interne Vergewaltigungen mit vorgetäuschten Notrufen kaschiert mehr als nur angemessen.
@billiglarper habe einen passenden Überblick gefunden:
https://youtu.be/R7lDbmhrbHg?t=187
(Daily Show)
Das emotionale Abstempeln als eklige Unperson ist genau das, was die AfDer machen.
Und was im Video nicht stimmt ist die Aussage, dass es keine Verteidigung gibt.
Die Verteidigung ist „sie nennen uns weird, und sie werden euch weird nennen. Ihr seid Amerika, und sie hassen euch“.
Um das zu vermeiden, müssen Dems es schaffen, Reps zu spalten („nein auf die Art weird will ich nicht sein“).
Keine politische Strategie ist perfekt, sonst würden wir ja nur noch die sehen.
Aber der Begriff nimmt Faschos zwei Grundlagen, auf die sie immer wieder aufbauen: "Mehrheit" und "Stärke". Dass sie die schweigende Mehrheit hinter sich haben, und die Grünen und andere Gutmenschen Angst vor ihnen, ist ein wesentlicher Teil der Anziehungskraft. Und imho auch einer der Gründe warum rechte Splittergruppen (Lucke, Petri, Maaßen) so hart abstürzen. Zu unbedeutend und ignorierbar.
Und ja, es ist imho wichtig um Mainstream-Wahrnehmung zu kämpfen. Viele Nischen-Linke tun sich damit schwer, die gefallen sich ja in ihrer Außenseiterrolle. Aber letztlich ist das der Unterschied zwischen ner gesellschaftlichen Spaltung und ner Brandmauer. Zu betonen, dass die AfD die Assi-Ecke ist, ist wichtig. Und es ist auch wichtig, um Konservative zu erreichen.
Die Message sollte halt sein: "Wir leben halt alle in ner pluralistischen Gesellschaft. Wir sind unterschiedlich und nicht immer einer Meinung. Aber wir finden alle Kindesmissbrauchsfantasien, Vergewaltigungen, Hitlergrüße und SS-Verehrung eklig. Mit solche Creeps und deren Umfeld wollen wir nix zu tun haben."
Kann gut sein. Vermutlich haben die Demokraten sich daher auch für "weird" statt "creepy" entschieden.
@billiglarper unangenehm finde ich als Bezeichnung gut, riskiert aber die Antwort "wir wollen euch nicht genehm sein". Bei "unerfreulich" ist es ähnlich.
"unpassend" ist schwerer als "wir sind stark" umzudeuten, geht aber wieder in Richtung seltsam.
Gute Adjektive zu finden ist schwer …
→ https://synonyme.woxikon.de/synonyme/unangenehm.php
@butzi @kattascha
@billiglarper ⇒ wierd ist vielleicht doch eine bessere Wahl als ich dachte.
→ https://www.dict.cc/?s=weird
Da ist auch krank [ugs.] [salopp] [bizarr, verquer, absonderlich] und gruselig als Nebenbedeutung dabei.
@butzi @kattascha
@TheAlgorythm @ArneBab @kattascha @butzi
Nicht die gesundheitsbezogene Bedeutung von krank. Sondern die "The Boys"-Bedeutung von krank.
@TheAlgorythm @butzi @ArneBab @kattascha
Welchen Begriff würdest du verwenden?
@TheAlgorythm @ArneBab @kattascha @butzi
Ich finde deine Annahmen zu meiner Person unangemessen, und dein Verhalten nicht konstruktiv.
@TheAlgorythm ich habe aus dem Wörterbuch zitiert, und da steht explizit ugs. (Umgangssprachlich) mit den präzisieren Bedeutungen (bizarr, verquer, absonderlich).
⇒ Ableismuskritik über die Schiene greift für "weird" nicht.
Das Wort ist wirklich eine bessere Wahl als ich dachte.
Und die Selbstzuschreibung "weird" verwenden auch nicht neurodivergente Leute, die wissen, dass sie nicht zur Mehrheitsgesellschaft gehören.
@billiglarper @kattascha @butzi
@TheAlgorythm Und nachdem ich inzwischen die Nebenbedeutungen von weird kenne, würde ich es nicht mehr zur Selbstbeschreibung nutzen (habe ich bisher gemacht):
- unheimlich
- gruselig
- beunruhigend
⇒ dass ich es bisher verwendet habe, kommt daher, dass ich Englisch nicht studiert, sondern mehr als über die Schule aus Fantasy-Büchern gelernt habe. War nicht, was ich ausdrücken wollte.
"Bizarre", "quaint" und "peculiar" sind weit bessere Selbstbeschreibungen.
@TheAlgorythm Bizarr im Deutschen ist allerdings eine schlechte Wahl: das hat "grotesque" als Nebenbedeutung, über das wir wieder bei eklig landen würden.
(Wörterbücher sind toll, um bestimmte Subtilitäten von Sprache zu verstehen)
"quirky", "strange", "eccentric" und "odd" sind auch noch schön.
@TheAlgorythm Das stammt wie gesagt aus dem Wörterbuch.
⇒ ja, Umgangssprache ist so. Es ist nicht ableistisch, das zu dokumentieren.
@butzi @kattascha @billiglarper
@TheAlgorythm Ja logisch habe ich eingeordnet, was das bedeutet: Umgangssprache ist Teil destsen, was Leute denken, wenn du ein bestimmtes Wort nutzt.
Ob ich die Übersetzung richtig oder falsch finde hat damit nichts zu tun.
⇒ du (ver-)urteilst. Ich nicht.